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Leselupe.de > Ungereimtes
Der Lärm der Chronischen inmitten liebevoller Bedürftigkeit
Eingestellt am 22. 12. 2011 08:24


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Billy Bibbit
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Sep 2011

Werke: 12
Kommentare: 11
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Der Lärm der Chronischen inmitten liebevoller Bedürftigkeit


I.
Klaus-Peter war der Inbegriff der
verfehlten Evolution.
Er zelebrierte Kaffeekränzchen für
Selbsthilfegruppen.
Zwischen Gugelhupf und Baiser,
komponierte er degenerierende Symphonien.
Martha fand ihn attraktiv.
So erzählte es Klaus-Peter
an einem Abend im Badezimmer seiner Mutter.

II.
Im hintersten Winkel eines Raumes,
saß eine Frau ohne Mimik.
Sie laborierte an Lebensfreude und Hoffnung.
An manchen Tagen wurde sie
beim Essen gesehen.
Sie aß nichts.
Ein fremder Mann aus Köln soll
ihr Vater gewesen sein.
Manche Menschen forderten sie zum Streben auf.
Das wir nichts mehr mit dir, Martha
Sie fasste es als Kompliment auf
und lächelte nicht.

III.
Das kleine Zimmer war zu groß
für die Gefühle der Protagonisten.
Er berührte ihre Brust und schrie nach Sonne.
Eine Brise Verzweiflung wehte
durch ihr Haar, als sie seine Berührung
nicht spürte.
Ein Pfleger öffnete die Fenster
und ließ den Lärm der Chronischen hinein.
Die Monate ließen sich nicht zuordnen.
Irgendjemand tippte auf August.








Version vom 22. 12. 2011 08:24

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Karl Feldkamp
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2006

Werke: 857
Kommentare: 4755
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Hallo Billy,
großartig eingefangen die Stimmung bei den chronisch psychisch Kranken, die für mich auch für unsere kranke Gesellschaft steht.
Übrigens in I./7. Zeilen muss es doch ihn und nicht "in" heißen.
Das eine oder andere Subjekt würde ich weglassen, um die Atmosphäre noch mehr zu verdichten.
Zum Beispiel:
Klaus-Peter war der Inbegriff der
verfehlten Evolution.
Zelebrierte Kaffeekränzchen für
Selbsthilfegruppen.

Gruß
Karl
__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

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Billy Bibbit
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Sep 2011

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Danke,

bei so viel Lob, könnte ich glatt erröten.

Ich verstehe die Lyrik von heute als "das Geschichten erzählen" von früher.
Das Leben versucht uns immer wieder auf gewisse Dinge hinzuweisen.
Wir als Autoren und gerade wir als Lyriker sollten uns der Hinweise annehmen und sie aufschreiben.

Ich versuche nicht ganz in Prosa abzudriften, aber die Lyrik so weit sie es mir erlaubt, auch zu dehnen.

Es ist schön, wenn eine Leserschaft die Gradwanderung in diesen Genres erlaubt und dem Autoren ein Feedback gibt.
Dafür möchte ich wirklich sehr danken, denn normalerweise
ergeht es dem progressiven Autor in Foren eher anders.
Er muss sich um/über den Stil oder die Stilistik streiten und eine Menge Zeit damit verbringen, wie sich Lyrik heute definiert.

Hier scheint sich die Liebe zum Wort primär als Wertungskriterium Bestand zu haben und das gefällt mir sehr.

Vielleicht bleibe ich hier und versuche mich einzubringen.


BB

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