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Leselupe.de > Horror und Psycho
Der Nette Mann
Eingestellt am 06. 01. 2003 16:43


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kevin3
Hobbydichter
Registriert: Jan 2003

Werke: 5
Kommentare: 1
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Achtung, bitte zuerst lesen!
Dieser Text enthÀlt viel Gewalt und zum Teil
(ein geringer Teil) auch pornographische
Elemente.
Deshalb vielleicht eine kleine Warnung,
fĂŒr jene, die so etwas nicht lesen möchten.
Trotzdem finde ich, dass meine Geschichte
nicht in den Bereich "Splatter" geht,
und möchte die Moderatoren bitten, sie
nicht zu löschen! Danke!
Dazu möchte ich noch sagen, dass ich weder auf
perverse Sexpraktiken stehe, noch etwas gegen
Schwule, oder Frauen habe!
Meine kleine Einleitung ist nicht dazu da,
um möglichst viele Leser zu locken, sondern
ist durchaus ernst gemeint!



DER NETTE MANN

Simon Morino schloss die TĂŒr seines Fords ab und und machte sich auf den Weg zur HaustĂŒr. In den letzten Tagen war es kalt geworden im US-Bundesstaat Maine und die Temperatur betrug in Portland annĂ€hernd Minus 15°C, was Morino dazu veranlasste Handschuhe und eine WollmĂŒtze zu tragen, die er auf Grund ihrer roten Farbe kitschig fand.
Es war kurz vor Weihnachten, und die Farbe Rot bestimmte mehr oder weniger das gesamte Stadtbild Portlands.
Morino empfand eine tiefe Abneigung gegenĂŒber Weihnachten. GegenĂŒber dem heutigen Weihnachten, um es genauer auszudrĂŒcken. Das Fest der Liebe war von den Medien zu einem Fest des Kitsches und vor allem des Konsums geworden. Nach seiner EinschĂ€tzung hatte dieser Vorgang Ende der 80. eingesetzt.
Das dĂŒrfte auch der Zeitraum gewesen sein, als das erste Mal Schokoladen-NikolĂ€use im September in den Supermarktregalen zu finden waren.
FrĂŒher war das anders, dachte er, als er den HaustĂŒrschlĂŒssel aus seiner Manteltasche holte und ihn ins Schloss steckte.
FrĂŒher als er noch ein kleiner Junge gewesen war, der es geliebt hatte auf den Schos seiner Mutter zu sitzen und von ihr in den Schlaf geschaukelt zu werden. Damals war es etwas Besonderes gewesen, die Stimmung war eine andere und noch heute konnte er sich an den Geruch frischgebackener PlĂ€tzchen erinnrn, die seine Mutter am ersten Weihnachtsfeiertag fĂŒr ihn und seine Schwester Mary gemacht hatte.
Nach der zweiten Umdrehung gab das Schloss nach und die TĂŒr lies sich öffnen. Wohlwollende WĂ€rme empfing Morino, und das Erste, was er tat, war sich die MĂŒtze vom Kopf zu ziehen und sie neben den Kleiderhaken zu werfen.
Er beschließt das elende Ding nie wieder aufzusetzen, sondern sich eine neue zu kaufen. Eine die besser zu seiner starken Persönlichkeit passt. Er fragte sich sowieso, warum er das Ding nicht bei der erstbesten Möglichkeit in den MĂŒll geschmissen hatte.
Aber genug der negativen Gedanken, heute Abend wollte er sich etwas Erfreulicherem zuwenden. Es wĂŒrde ein ganz besonderer Abend werden, in dieser Hinsicht ist er sich sicher. Er hĂ€ngte seinen Mantel (er war schwarz, im Gegensatz zu rot eine geschmakvolle Farbe, wie er fand), an den Kleiderhaken.
Als nĂ€chstes ging er in die KĂŒche und holte sich eine Flasche Pepsi aus dem KĂŒhlschrank. Er nahm sich ein Glas aus dem KĂŒchenschrank und goss es mit der schwarzen FlĂŒssigkeit voll. Mit drei SchlĂŒcken trank er es leer.
Dann nahm er beides und ging ins Wohnzimmer.
Heute Abend wurde auf ABC das Spiel der Dallas Cowboys ĂŒbertragen. Er mochte Football und erinnerte sich noch heute gern daran, wie er sich die FernsehĂŒbertragungen der Spiele mit seinem Vater angeschaut hatte.
Obwohl er in Portland, Maine lebte, war er ein großer AnhĂ€nger der Cowboys, was daher rĂŒhrte, dass er bis zu seinem 26. Lebensjahr in Texas gelebt hatte.
Als seine Eltern kurz hintereinander an Krebs gestorben waren, und er sein Medizinstudium beendet hatte, war er weggezogen.
Zuerst nach New York, wo er eine Stelle als Arzt im Central Park Klinikum bekommen hatte. Drei Jahre hatte Morino es dort ausgehalten, bis ihm die Großstadt zu anstrengend wurde, und er dem LĂ€rm der Autos entkommen wollte.
Durchs Internet stieß er auf ein Haus, dass seinen AnsprĂŒchen genĂŒgte. Etwas außerhab Portlands, also in abgelegener Stille, mit großem GrundstĂŒck, und in der NĂ€he eines kleinen WaldstĂŒcks.
Das Haus hatte einer alten Dame gehört, die, nachdem sie gestorben war, es ihrem Sohn vererbt hatte. Dieser wusste nichts besseres damit anzufangen, als es höchst möglich zu verhökern. So war Morino in den Besitz gekommen, und hatte schließlich ins ĂŒberschaubare Portland umgesiedelt.
Es war kein Problem fĂŒr ihn gewesen auch hier eine Stelle als Arzt in der Notaufnahme zu erhalten.
Seine VorgesĂ€tzten im Cental Park Klinikum hatten ihm alle außerordentliche Referenzen bescheinigt.
Seit 14 Jahren lebte er nun schon hier, und Morino fĂŒhlte sich noch immer wohl.
Trotzdem war er nie Teil der Stadt geworden. Er ging nicht oft aus, und wenn hielt er sich von grĂ¶ĂŸeren Menschenansammlungen fern. Zum Teil lag das an seinem Beruf, der einen Großteil seiner Energie fĂŒr sich beanspruchte, aber viel entscheidenter war, dass er die Leute nicht sonderlich mochte.
Er war auch nicht Arzt geworden, weil er - wie viele seiner Kolegen - Menschen helfen wollte, sondern weil ihn die Macht, die er in seiner Stellung ĂŒber den Patienten hatte, faszinierte.
Mit einem weiteren Glas Pepsi setzte er sich auf die Couch und schaltete ABC ein. Es stand 7:0 fĂŒr die Cowboys, kurz vor Ende des ersten Viertels. Ein LĂ€cheln huschte auf sein Gesicht.
Die nÀchste halbe Stunde verbrachte er vor dem Fernseher, doch dann glaubte er einen gedÀmpften Schrei, oder zumindest ein lautes Stöhnen zu vernehmen. Er musste also aufgewacht sein!
Morino nahm die Fernbedienung und schaltete den Ton des Fernsehers aus. Nichts! Nur Stille.
Er hatte sich getÀuscht. Etwas enttÀuscht wendete er sich wieder dem, nun stummen Spiel zu.
Die Cowboys fĂŒhrten, aber das war fĂŒr ihn nun mehr oder weniger zweitrangig. Er wartete auf ein GerĂ€usch. Auf einen Laut aus dem Keller. Seine Muskeln waren vor Aufregung gespannt. Er spĂŒrte, wie Adrenalin in seine Blutbahn gepumpt wurde. WĂŒrde der Mann aufwachen, wĂ€re es endlich soweit. Es wĂ€re an der Zeit loszulegen.
Morinos Augen glÀnzten bei dieser Vorstellung. Er musste sich zwingen sitzenzubleiben und zu warten.
Er wollte mit seinem Spiel nicht eher beginnen, bevor Charles die Augen aufgeschlagen hatte, und mitbekam, was um ihn herum passierte.
Die beiden Male, die er zuvor "gespielt" hatte, war es ihm nicht gelungen, seine Lust zu zĂŒgeln, und beide Male war er nach dem Akt enttĂ€uscht gewesen.
Schon nach seinem ersten Opfer, ein Mann der auf den schrecklichen Namen Rusty gehört hatte, war ihm bewusst gewesen, warum seine GelĂŒste unbefriedigt geblieben waren. Das war vor zwei Jahren gewesen. Etwa ein neun Monate spĂ€ter hatte Morino erneut einen Mann in seine Fittiche bekommen. Ein Schwarzer ende vierzig. Morino hatte es auf seinen Sohn abgesehen, den er mehrere Wochen lang beobachtet hatte. Sam Shilds war zu dem Zeitpunkt 17 Jahre alt gewesen. Nach einem Autounfall, bei dem ihn ein besoffener Rassist absichtlich angefahren hatte, war der Junge zu Morino's Patient geworden. Morino hatte reges Interesse an ihm gezeigt. Sam Shilds war ebenalls ein großer Footballfan gewesen, und so unterhielten sie sich ĂŒber die Ergebnisse, oder tippten die Mannschaften, die das Super-Bow-Spiel bestreiten wĂŒrden.
Durch ein Blick in die Krankenakte hatte Morino die Adresse der Familie Shilds in Erfahrung gebracht.
Von seiner Wohnung zu ihrem Haus, brauchte man keine zwanzig Minuten, was Morino in seinem Glauben - er hÀtte mit Sam Shilds das passende Opfer gefunden - stÀrkte.
Nachdem Sam aus dem Krankenhaus entlassen wurde, machte sich Morino daran, seine Gewohnheiten auszukundaschaften. DafĂŒr hatte er sich extra zwei Wochen Urlaub genommen. Er hatte den Schulweg des Jungen, ausspioniert, und war ihm sogar einige Male mit seinem schwarzen Ford, Baujahr '96, zum Footballtraining gefolgt.
Er hatte am Zaun, der das Spielfeld von den ParkplÀtzen abgrenzte, gestanden und sich an den Bewegungen des Jungen ergötzt. Sam Shilds hatte das Spiel genauso beherrscht, wie Morino sein's beherrschte.
Nach dem Spiel (Shilds Mannschaft hatte ĂŒberlegen gewonnen) war Morino hinter das kleine Vereinsheim geschlichen, mit dem Wunsch die Spieler beim Umziehen sehen zu können. NatĂŒrlich nicht ohne sich vorher zu vergewissert zu haben, dass niemand ihn sah.
Was er hinter dem kleinen GebĂ€ude im Schutze von Hecken, die die Sicht von der Straße aus versperrten, gesehen hatte, waren die DuschrĂ€ume gewesen. Die Fenster waren undurchsichtig, aber nur angelehnt gewesen.
Morino hatte bei dem Anblick der nackten Jungen gespĂŒrt, wie sich sein Penis aufgerichtet und gegen den Stoff seiner Jeans gedrĂŒckt hatte.
Nach ein, zwei Minuten hatte er es nicht mehr ausgehalten und seiner Erregung abhilfe gaschaft. Dann war er schnell zu seinem Auto gerannt, um nicht zu riskieren, dass einer der Spieler das Vereinsheim verlies, und ihn so ertappen konnte. Niemand hatte ihn gesehen.
Morino merkte, dass er mit seinem Gedanken anbgetrifftet war, und schĂŒttelte seinen Kopf, wie um ihn wieder frei zu bekommen. Er starrte wieder auf den Bildschirm und versuchte den Bildern des Spiels zu folgen. Mit enormer Anstrengung gelang es ihm, zumindest fĂŒr ein paar Minuten. Dann schaute er auf seine Hose und bemerkte, dass der Stoff in seinem Schritt ausgebeult war. Die Erinnerung an Sam Shilds und sein Erlebnis nach dem Footballspiel hatten ihn erregt. Seine Ungeduld wuchs. Lange wĂŒrde er es nicht mehr aushalten. Wann wĂŒrde sein Opfer endlich aufwachen. Er wollte mit seinem Spiel beginnen. Kurz flaumte in ihm die Idee auf, er könne sich selbst befriedigen und sich spĂ€ter dem Mann zuwenden, aber das wĂ€re falsch gewesen. Der Mann verdiente es, dass Morino ihm all seine Lust zuwandte. Er hatte es sich einfach verdient, dass dieser Akt ein großes Ereignis wĂŒrde.
Das war Morino ihm und sich einfach schuldig.
Als er wieder auf den Bildschirm schaute, war der Quarterback der Cowboys gerade dabei den Ball zu werfen.
Er schaffte es, obwohl er von drei Spielern des Gegners betrĂ€ngt wurde, den Ball ĂŒber 25 Yards in die Arme seines Mitspielers zu buxieren. Dieser erlief ein Touchdown, der die Cowboys mit 14:0 in FĂŒhrung brachte.
Die Kamera schwenkte auf die TribĂŒne, wo die Menge in Jubel ausbrach.
Sam Shilds hatte sein Leben Morinos unglaublich großer Liebe zu verdanken. Als dieser in seinem Auto gesessen und den Jungen auf dem Schulhof beim Basketballspielen beobachtet hatte, war ihm warm ums Herz geworden. Er hatte blitzartig entschieden, das Leben des Jungen zu verschonen. Er hatte Sam Shilds LĂ€cheln und die graziöse Art, wie er sich bewegte, auch vorher schon als begehrenswert empfunden, aber damals war er fĂŒr Morino nicht viel mehr als ein Lustobjekt gewesen, doch in diesem Moment, in seinem Wagen, hatte Morino etwas anderes, ihm bis jetzt völlig Unbekanntes gefĂŒhlt. Liebe! Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er sich verliebt. Liebe war ein Zustand, den er zuvor nur aus BĂŒchern und schlecht gemachten Filmen kannte. Er war sich sicher gewesen zu "perfekt" zu sein, um dieses niedere GefĂŒhl zu empfinden. Liebe war fĂŒr Morino bis dato vor allem eins gewesen:
SchwĂ€che. Etwas, dass einem von den wichtigen Aufgaben des Lebens abhielt, und einen angreifbar/verwundbar machte. Deswegen hatten ihn seine GefĂŒhle zu Sam Shilds zunĂ€chst verwirrt. Er hatte es fĂŒr entsetzlich gehalten zu lieben. Dieses GefĂŒhl hatte ihm zu einem Menschen gemacht, einer Kreatur, die ihm weit unterlegen war, und zunĂ€chst hatte er sich selbst dafĂŒr gehasst.
Er hatte es nicht fertig gebracht den Jungen seiner Lust zu opfern, auch wenn er insgeheim den Gedanken hÀgte, dass es Sam Shilds bestimmt gefallen hÀtte.
Trotzdem wollte er seine Arbeit mit einem Erfolg beenden. Er hatte sich nicht umsonst die MĂŒhe gemacht Familie Shilds zu beobachten, und so war es Sams Vater gewesen, der zu Morinos zweitem Opfer geworden war.

Er hielt es nicht mehr aus, die Gedanken an den Jungen, und an das, was es mit seinem Vater gemacht hatte, ließen seinen Penis anschwellen, und er war nicht in der Lage seine Lust weiter zu zĂŒgeln.
Er beschloss in den Keller zu gehen und den Mann zu wecken. Das wĂŒrde vielleicht nicht das Selbe sein, als wenn er von alleine aufwachen wĂŒrde und Morino die Angst und die Verzweiflung in seinen Augen bereits sehen wĂŒrde wenn er den Raum betrat, aber...
Ein Schluchzen! Ein lautes, wehklagendes Schluchzen!
Gambon war aufgewacht. Endlich konnte das Spiel beginnen. Simon Morinos Spiel!



Zu Rupert Gambons VerhĂ€ngnis wurde seine Nikotinsucht. Gestern Abend hatte er, wie auch Morino, in einer GaststĂ€tte namens Mel's gespeißt. Er hatte einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich gehabt (sein Chef hatte eine Gehaltserhöhung, die Gambon schon seit mehreren Monaten angestrebt hatte, erneut abgelehnt) und war dabei gewesen mit Hamburgern und einer Menge Bier seinen Frust runterzuspĂŒlen.
Den kleingewachsenen Mann an seinem Nebentisch hatte er kaum wahrgenommen, bis Gambon eine Packung "Marlboro 100" auf den Tisch gelegt hatte.
"Sie wollen sich jetzt doch nicht wirklich eine von denen anstecken, oder?"
Gambon hatte seinen Tischnachbarn argwöhnisch, sogar etwas herablassend angeschaut und dann betont langsam eine Zigarette aus der Schachtel genommen.
"Haben sie nicht gehört", hatte der schmĂ€chtige Mann gefragt. "Dies ist ein öffentliches Lokal und es ist verboten hier zu rauchen." Der Ton des Mannes war alles andere als höflich, und Gambon hatte sich von ihm provoziert gefĂŒhlt.
"Gehen sie sich doch beim Inhaber beschweren, wenn es ihnen nicht passt, aber machen sie mich nicht so dumm an."
Der Inhaber des Mel's - ein stĂ€mmiger Mann ende 50, der auf den seltsamen Namen Rusty gehörte hatte - war seit etlichen Jahren mit Gambon befreundet gewesen, und so war der Mann, ohne Erfolg, wutentbrannt zurĂŒckgekommen, hatte eine 20 Dollar Note auf den Tisch gelegt und war, ohne ein weiteres Wort an Gambon zu richten, gegangen.
Eine halbe Stunde, und zwei Bier spĂ€ter war auch Gambol gegangen. Er hatte seinen Wagen auf dem Parkplatz des Restaurants abgestellt. Draußen war es vereits dunkel, aber vor allem verdammt kalt gewesen. Der Winter des Jahrzehnts, so hatte es ein Radiomoderator genannt, und Gambon hatte dem nichts hinzuzufĂŒgen gehabt.
Er hatte sich eine neue Zigarette angezĂŒndet und war gerade dabei gewesen den AutoschlĂŒssel ins Schloss zu stecken, als Rupert Gambon, einen penetranten Geruch vernommen hatte. Schon war ihm ein Stofffetzen ins Gesicht gedrĂŒckt worden. CHLOROFORM, hatte sein Verstand warnend geschrieen. Doch bevor er sich hĂ€tte irgendwie wehren können, hatte in ein harter Schlag auf den Hinterkopf, das Bewusstsein verlieren lassen.

Morino hatte lange hinter seinem Versteck, einem Busch, warten mĂŒssen, bis der widerliche Mann endlich das Lokal verlassen hatte und zu seinem Wagen gegangen war. Auf Morino hatte er einen stark angetrunkenen Eindruck vermittelt, was dessen Aufgabe leichter hatte werden lassen.
Morino war leise hinter seinem GebĂŒsch hervorgekommen, wobei seine Hand in die Tasche seiner Jacke gewandert war, wo schon das in Chloroform getrĂ€nkte Stofftaschentuch bereit gelegen hatte.
Das kleine FlĂ€schchen mit dem BetĂ€ubungsmittel hatte er zu diesem Zeitpunkt schon seit mehr als zwei Wochen mit sich herumgeschleppt. FĂŒr einen Arzt war es nicht schwer in einem Krankenhaus an 250ml Chloroform zu gelangen. In der alltĂ€glichen Hektik eines Hospitals fand es keine der Krankenschwestern merkwĂŒrdig, wenn sich ein Arzt an dem Medikamentenschrank zu schaffen machte. Morino hĂ€tte ohne grĂ¶ĂŸere UmstĂ€nde hĂ€rtere Stoffe entwenden können, aber das Chloroform genĂŒgte fĂŒr seine Zwecke, und außerdem hatte er nicht vor, unnötige Risiken einzugehen. Auch wenn sie nur nihilistisch geringfĂŒgige Risiken waren.
Er hatte sich einem Opfer langsam von hinten genĂ€hert und ihm dann das Taschentuch ins Gesicht gedrĂŒckt.
Nach dem er ihn einen Schlag auf den Hinterkopf versetzt und sich vergewissert hatte, dass der Mann bewusstlos war, hatte Morino ihn zu seinem Ford gezogen. Er hatte versucht ihn hoch zu heben und ihn sich ĂŒber die Schultern zu hĂ€ngen, aber der Mann war zu schwer fĂŒr Morino gewesen. Niemand hatte ihn dabei beobachtet. Das Mel's war an diesem Abend nicht gut besucht gewesen und BĂŒsche schĂŒtzten ihn von der Straße aus. Morino hatte den Mann in den Kofferraum seines Fords gequwetscht, was kein leichtes Unterfangen gewesen war, und war dann davon gefahren.
Und nun lag er in Morinos Keller, immer noch benebelt vom Chloroform, und wartete darauf, was passieren wĂŒrde.



Ein schiefes Grinsen zeichnete sich auf seinem Gesicht ab, als er die dunkle Kellertreppe hinabstieg. Seine Finger umklammerten fest das GelĂ€nder. Nicht aus Angst, er könnte in der Dunkelheit stĂŒrzen, sondern weil er seine zitternden Finger beruhigen wollte. Die Stufen knarrten unter ihm, und Morino wusste, dass Gambon dies hören wĂŒrde. Der Raum, in dem ihn Morino eingeschlossen hatte, war nur noch wenige Meter entfernt, und das Schluchzen und die wĂŒtenden Hilfeschreie wurden lauter.
>>Helfen sie mir! Wenn da jemand ist, bitte ... <<
Morino amĂŒsierte sich ĂŒber die lĂ€cherlichen Versuche, seines Opfers. Seine nĂ€chsten Nachbarn waren fast zwei Meilen entfernt. Die beiden HĂ€user, die an Morino's angrenzten waren schon seit Jahren unbewohnt.
>>Bitte! Helfen sie mir!<< Das Schreien ging in Weinen ĂŒber. Gambons Stimme wurde leiser. Er hatte begriffen, dass der Mensch, der sich ihm nĂ€herte, nicht gewillt war zu helfen.
Morino fing an zu Summen. Es war eine Melodie, die er im Radio gehört hatte, als er heute Abend das KlinkgelÀnde verlassen hatte. Er kannte weder den Titel, noch den Interpreten, und das Lied hatte Morino nicht wirklich gefallen, aber es war ... wie sagte man heute doch gleich? Einen Ohrwurm?
Ja, es war ein gottverdammter Ohrwurm!
Morino hatte das Ende der Treppe erreicht. Er hielt sich seine zitternden HĂ€nde vors Gesicht und begutachtete sie so gut es ging. Es war dunkel und er sah nicht viel mehr, als Umrisse, aber das Bild gefiel ihm. Seine HĂ€nde hatten ihm immer schon gut gefallen. Sie waren relativ groß, im Gegensatz zu dem Rest seines Körpers.
Er stellte sich vor, was er mit diesen HĂ€nden in wenigen Augenblicken anstellen wĂŒrde, und erschauderte vor Freude.
Weiter summend, ging er einen kurzen Korridor entlang, bis er endlich vor einer schweren StahltĂŒr zum Stehen kam.
Den SchlĂŒssel hatte er in seiner Hosentasche verstaut, ebenso wie ein kleines FlĂ€schchen Chloroform.
Als er den SchlĂŒssel ins Schloss steckte und ihn zweimal drehte, leuchteten seine Augen und sein schiefes Grinsen war auf seine Lippen zurĂŒchgekehrt.



Der Raum war kalt, es war Winter und Morino hatte es nicht fĂŒr nötig gehalten dort ein Heizung zu installieren.
Wozu auch, er benutzte diesen Raum nicht sehr oft.
Als er das Licht einschaltete, sah Gambon zu ihm auf. Sein Blick drĂŒckte Angst aus, aber auch die Hoffnung jemanden begegnet zu sein, der ihn aus seiner ungĂŒnstigen Lage befreien konnte.
Morino sah in seinem Blick neben der Angst, nicht Hoffnung, sondern etwas, dass er als sexuelle Erregung deutete.
Er war sich sicher, dass es allein bisherigen Opfern Freude bereitet hatte. Und auch Rupert Gambon wĂŒrde Freude empfinden.
Auch wenn er Morino im Restaurant als ein unfreundlicher, arroganter Mensch begegnet war, wusste Morino, dass er tief in sich, etwas Gutes verbarg, wie jeder Mann!
In der Mitte des riesigen Raums lag Gambon, an einem eigenartigen HolzgerĂŒst gefesselt. Dieses Gebilde hatte die Form eines Kreuzes, mit dem Unterschied, dass an dem Ende, wo die Beine festgeschnĂŒrt waren, es etwas breiter wurde. So, dass die Beine schön weit gespreizt werden konnten. Und das waren sie bei Gambon.
Morino hatte ihn ausgezogen, bevor er ihn mit den Seilen an das Holz festgebunden hatte. So konnte Morino nun einen Blick, auf den wunderschönen Körper eines Mannes werfen.
Gambon war etwas ĂŒbergewichtig, was Morino aber nicht weiter stöhrte. Stöhrend hatte er an Gambon nur die Schamhaare gefunden. Ein dicker schwarzer Pelz, den er als unerotisch empfundren hatte. Morino hatte ihn abrasiert.
Der Penis des Mannes war außergewöhnlich groß (grĂ¶ĂŸer als der von Morino, was ihm aber nicht weiter beschĂ€ftigte), und Morino hatte sich die gesamte letzte Nacht ausgemalt, auf welche GrĂ¶ĂŸe er im steifen Zustand anwachsen wĂŒrde. Bald wĂŒrde er es herausfinden.
An den Enden des Kreuzes waren Ketten befestigt, die allesamt an der Decke endeten. Durch eine Art Flaschenzug, neben dem Kreuz, war Morino in der Lage, sein Opfer auf die entsprechende Höhe zu bringen.
>>Bitte, bitte ... sie mĂŒssen mir helfen! Ich weiß nicht was passiert ist, aber bitte ...<<
Morino schenkte den Worten des Mannes keine weitere Bedeutung, sondern machte sich daran eine Kamera mit entsprechenden Stativ aus einem alten Arbeiterspind in der Ecke des Raums zu holen und sie vor seinem Opfer aufzubauen. Das kleine Auge der Kamera war genau auf Gambon gerichtet, so das ihm nichts entgehen wĂŒrde.
Morino hatte alle seine bisherigen Opfer auf Video aufgenommen. So hatte er lÀnger aetwas von dem Akt, den er mit allen von ihnen betrieben hatte.
Bevor er die Kamera einschaltete, holte er aus dem selben Schrank noch eine schwarze Maske, wie sie Rennfahrer immer unter ihren Helmen trugen. Damit wollte er keineswegs verhindern, dass sein Gesicht auf dem Video zu sehen war. Das Problem war, dass er fand, dass sein Gesicht auf den Videos hĂ€sslich aussah. Nur bei seinem ersten Opfer hatte er ohne Maske gefilmt, aber das Resultat war fĂŒr ihn enttĂ€uschend gewesen. Er fand die Grimassen, die er wĂ€hrend des Akts zog grĂ€sslich. Sein Mund war vor Geilheit verzogen gewesen, und seine Augen weit aufgerissen.
Das machte das Video zu etwas VulgÀren. Morino aber wollte nicht einfach nur so etwas wie einen Porno drehen, er wollte Kunst schaffen!
Deshalb die Maske, die bewirkte das Gambon erneut anfing zu schreien.
>>Bleib ruhig<<, sagte Morino zu seinem Opfer. >>Ich will dir nichts Böses. Es wird dir Freude bereiten.<<
Die Muskeln des Mannes spannten sich und er versuchte krampfhaft, sich von seinen Fesseln zu befreien. Dank der nicht geringen Menge Chloroform und des Nahrungsmangels, hatte der Mann den Großteil seiner KrĂ€fte eingebĂŒĂŸt
und es war ihm unmöglich frei zu kommen. Nach einer Weile gab er schließlich auf.
Morino hatte wĂ€hrenddessen die Kamera eingeschaltet und begonnen sich zu entkleiden. Als er vollstĂ€ndig nackt war, trat er nĂ€her an Gambon und streichelte dessen Arm. Seine Finger glitten sanft ĂŒber die von Schweiß befeuchtete Haut. Gambon wendete seinen Kopf angewidert ab. Morino packte ihm am Kinn und zog sein Gesicht zu sich. Er beugte sich vor, drĂŒckte mit der anderen Hand die Backen des Mannes zusammen, so dass dieser gezwungen war seinen Mund zu öffnen, und kĂŒsste ihn leidenschaftlich mit der Zunge. Dann fuhr die Hand, mit er das Kinn festgehalten hatte, an Gambons Körper herunter, bis sie bei seinem Penis angelangt war. Sie streichelte sanft darĂŒber und wendete sich dann den Hoden zu. Ohne die HĂ€rchen fĂŒhlten sie sich gut an.
Morino war ebenfalls da unten rasiert. Es sah schöner aus, und außerdem fĂŒhlten sich die HĂ€rchen nicht gut an, wenn er in seine Opfer eindrang.
>>Bitte, was haben sie mit mir vor?<< Fragte Gambon Ă€ngstlich. >>Entpann dich einfach und genieße<<, erwiderte Morino in einem, wie er fand, ĂŒbertrieben teathralischen Ton. Es wĂŒrde sich in seinem Film gut machen.
Plötzlich fiel ihm ein, dass er etwas vergessen hatte. Sein Werkzeug, dass er fĂŒr den heutigen Abend brauchen wĂŒrde, lag noch immer in seinem Wohnzimmer.
>>Ich muss dich fĂŒr einen Augenblick verlassen, bin aber gleich wieder da.<<
Morino ging zur TĂŒr. >>Lauf aber nicht weg!<< Es war als ein kleiner Scherz gemeint, und er sagte es mit einem LĂ€cheln, was sein Opfer wegen der Maske natĂŒrlich nicht sehen konnte. Gambon lachte nicht, was Morino zwar erwartet hatte, was ihn aber dennoch Ă€rgerlich machte.

Als er kurze Zeit spĂ€ter den Kellerraum erneut betrat, hatte er eine Art Handtasche in seiner Hand. Jedenfalls musste die Tasche fĂŒr Gambon so aussehen. Was dieser nicht wusste, war, dass sein Peiniger Arzt war, und in dem kleinen schwarzen TĂ€schchen weder Lippenstift, noch Tampons aufbewarte. 4158 Er legt die schwarze Tasche auf ein kleines SchrĂ€nkchen, neben der Konstruktion an der Gambon gefangen war. Die Augen des Mannes schauten Ă€ngstlich darauf.
>>Was haben sie mit mir vor?<<, fragte er. >>Wenn sie mich fick..., wenn sie mit mir Sex machen wollen ... tuen sie es ruhig, ich werde mich nicht wehren! Sie können wirklich alles mit mir machen, ehrlich Mister!<<
>>Ihr Angebot freut mich, Rupert. Bei unserer ersten Begegnung habe ich sie noch fĂŒr einen unfreundlichen Proleten gehalten<<, Morino konnte förmlich sehen, wie das Gehirn des Mannes krampfhaft arbeitete und versuchte sich daran zu erinnern, wo er Morino schon einmal begegnet sein könnte, >>aber nun haben sie mir das Gegenteil bewiesen und das macht mich sehr glĂŒcklich. Ich möchte, dass es ihnen gefĂ€llt. Ich will nicht nur mir eine Freude bereiten, Mister Gambon, sondern auch ihnen. Ich weiß, dass es ihnen gefallen wird!<< Morino regestrierte nicht, dass er, wĂ€hrend er gesprochen hatte, sich an seinem erregierten Penis gestreichelt hatte.
>>Mister, Mister ... es wird mir gefallen, ganz bestimmt. ... ich danke ihnen, dass sie mir die Freude bereiten, aber bitte lassen sie mich danach gehen! Bitte ... sie dĂŒrfen mir nichts antun! Ich habe zu Hause eine Frau und eine kleine Tochter! Sie hat letzten Monat erst Geburtstag gehabt, und ...<<
Morino hörte ihm nicht weiter zu. Er spĂŒrte, wie Zorn in ihm aufstieg. Er wĂŒrde dem Mann das Schönste was er besaß geben (seine Liebe) und dieser dumme Mensch dachte an seine Frau.

Er hasste Frauen! FĂŒr Morino waren sie nicht mehr, als ein Verirrung der Natur. Sie bestanden nur aus einem Loch, welches Mediziner hochnĂ€ĂŸig VAGINA nannten. Er selbst fand die Bezeichnung FOTZE passender. Der Ausdruck hatte etwas Widerliches an sich. Wenn er Fotze hörte musste er unweigerlich an etwas Schleimiges, Stinkendes denken, und was anderes waren ihre Fotzen natĂŒrlich nicht.
Mit ihrem ekligen Loch zwischen ihren Beinen schienen sie die MĂ€nner verrĂŒckt zu machen. Von diesem Loch schien fĂŒr viele seiner Geschlechtsgenossen etwas Faszinierendes auszugehen. Vielleicht war es ihr Geruch, der die MĂ€nner dazu veranlasste ihren Schwanz hineinzustecken. Morino hatte das nie getan und er war stolz darauf, der Versuchung widerstanden zu haben. Nicht ohne Scham blickte er auf eine Zeit zurĂŒck, in der ihn ihr Loch, ihre Fotzen, erregt hatten.
Das war zu der Zeit gewesen, als seine Sexuelleentwicklung eingesetzt hatte. Etwa mit dreizehn hatte er nachts in seinem Bett gelegen und von diesem magischen Loch getrĂ€umt. Er wusste, dass seine Mutter ebenfalls ein solches hatte (er hatte es gesehen, als er auf Toilette gemusst hatte, und seine Mutter gerade aus der Badewanne gestiegen war), und er hĂ€tte es liebendgerne einmal gefĂŒhlt.
Jetzt blickte er mit Abscheu auf diese Zeit zurĂŒck, und sagte sich immer wieder, dass seine Mutter kein Loch, keine
Fotze war. Sie war nicht einfach nur eine Frau gewesen, wie alle anderen. Sie war etwas ... Besonderes, denn niemals hÀtte eine normale Frau, eine normale Fotze, ein Geschöpf wie ihn gebÀhren können.
Gleichzeitig verspĂŒrte er stolz, wenn er die Zeit, in der von ihren Löchern getrĂ€umt hatte, und sie mit heute verglich.
Er hatte sich gebessert, war gereift, war schlau geworden, unglaublich schlau.
Damals war er noch jung gewesen (verdammt jung) und war noch nicht hinter das Geheimnis ihrer Löcher gekommen, mit denen sie MĂ€nner verfĂŒhrten und aus ihnen willenlose Objekte machten, aber jetzt...
FĂŒr Morino gab es wahre Liebe nur unter MĂ€nnern. Und nun war es an der Zeit diese Liebe mit Rupert Gambon zu vollziehen. Er wĂŒrde ihn an seiner unendlichen sexuellen Energie teilhaben lassen.



Er beugte sich wieder zu Gambon hinab und gab ihm einen Zungenkuss. Zuerst zierte sich dieser, doch dann ließ er es sich ohne Gegenwehr gefallen. Morino deutete die zunĂ€chst ablehnende Haltung als SchĂŒchternheit, in Wahrheit war es Angst und Abscheu.
Morino ließ von ihm ab und machte sich an dem TĂ€schchen zu schaffen. Er entnahm eine Gleitcreme und einen anderen Gegestand, den Rupert aber nicht sehen konnte, weil Morinos RĂŒcken ihm die Sicht stahl.
Den Gegenstand behielt er verborgen in einer Faust. Die Tube Gleitcreme öffnete er mit einer Hand. Dann beugte er sich an das Ende der Amatur, legte den Gegenstand auf den Boden, so, dass ihn zwar die Kamera, nicht aber Gambon sehen konnte, und verschmierte etwas Gleitcreme am After des Mannes. Dieser Stöhnte dabei leicht auf.
>>Ganz ruhig<<, sagte Morino. >>Gleich ist es soweit.<<
Er legte die Tube auf den Boden und hob den Gegenstand auf. Damit ging er zum Kopfende.
Er beugte sich erneut ĂŒber Gambon und steckte ihm seine Zunge in den Mund. Gambon schloss dabei die Augen.
Morino nicht. Er hob die Hand, in der ein kleines Skalpell hielt und setzte es an Gambons Kehle an. Seine Erregung war auf dem Höhepunkt. Aus seinen Augenwinkeln blickte er noch einmal auf die Kamera zurĂŒck, um sich zu vergewissern, dass das rote LĂ€mpchen immer noch blinkte. Es war so.
Dann tat er es. Mit einem Riss öffnete er Gambons Kehle. Dieser Riss die Augen entsetzt auf. Seine Muskeln spannten sich an und verkrampften sich. Sein Kopf schellte in die Höhe. Er hÀtte geschrien, wenn Morinos Zunge nicht in seinem Mund herum gespielt hÀtte. So entrann ihm nur ein leises Stöhnen.
Die Finger des Mannes ballten sich zu einer Faust.
Das Blut floss in Ströhmen aus der feinen Öffnung an seiner Kehle.
Morino ließ von ihm ab. Gambon begann sofort sich die Lunge aus dem Hals zu schreien. Morino lĂ€chelte und ging zum anderen Ende der Amatur. Auch an seinem Hals befand sich Blut. Rupert Gambons Blut.
Mit seinem steifen Penis drang er sanft in den After seines Opfers ein, wÀhrend es seinen Todeskampf begann.
Er nahm ihn mit all der Energie, die in seinem Körper schlummerte. Immer wieder fuhr er mit seinem Penis raus und rein. Gambon schrie und schrie. Eine zarte Wunde klaffte an seinem Hals, der vollends rot gefĂ€rbt war. Auch auf seiner Brust waren rote Tröpfen. Eine Menge Blut war auf den Boden gelaufen. Es sah aus, wie nach einer Schlachtung, und, bei Gott, so was Ă€hnliches war es ja schließlich auch, dachte Morino, wĂ€hrend er spĂŒrte, wie er sich dem Höhepunkt seiner Lust nĂ€herte. Deshalb macht er langsamer. Er wollte erst abspritzen, wenn sein Opfer diese Welt verlassen hatte.

Gambons Todeskampf dauerte noch sechs Minuten. Er wandte sich in Qualen auf dem Folterinstrument, an das er gefesselt war, und schrie. Er schrie solange, bis Blut in seine Lunge gelangte und er langsam daran erstickte. Seine Augen standen wie GolfbĂ€lle hervor, und Morino konnte deutlich die roten Äderchen an ihnen sehen.
Das Schreien verwandelte sich in ein Keuchen. Das Keuchen wurde zu einem Röcheln, bis Gambon schließlich ĂŒberhaupt keinen Laut mehr von sich gab. Zum Abschied hob er noch einmal seinen Kopf, was ihn unglaublich angestrengt haben musste, und er sah Morino noch einmal an.
Morino schaute in die weit aufgerissenen Augen und kam in dem Moment. Stöhnend und erschöpft zog er seinen Penis aus dem After des Toten.



Was war er? Wie nannte man das, was er tat? Über diese Fragen sinnte er nach, als er wieder in seinem Sessel im Wohnzimmer saß und sich die Nachrichten ansah. Er war mĂŒde. Der Akt war wunderschön gewesen, aber er hatte ihm auch jede Menge Kraft gekostet. Seine letzten beiden Opfer hatte er noch in der selben Nacht, in der er ihnen seine sexuelle Energie geschenkt hatte, entsorgt. Er hatte sie im Garten hinter seinem Haus vergraben und auch sonst alle Spuren, die auf den Akt hindeuten konnten, beseitigt.
Morino war nicht nekrophil, denn das bedeutete, dass man seine Lust an Toten befriedigt. Er tat das nicht. er ging nicht auf den Friedhof, grub eine verscharrte und bereits halb verweste Leiche aus, und machte es dann mit ihnen. Nein, sein Akt, sein Spiel, war etwas ganz anderes. Vielleicht wĂŒrde ein Außenstehender zwischen ihm und einem Nekrophilen keinen Unterschied erkennen, aber fĂŒr Morino gab es einen, und zwar einen entsĂ€tzlich großen:
Morino befriedigte sich nicht an Leichen, er genoss seine Lust, wÀhrend seine Opfer starben.
Das war etwas ganz anderes.

Morgen wĂŒrde fĂŒr ihn ein anstrengender Tag werden. Er musste wieder arbeiten, zwei Schichten, was bedeutete, dass er Rupert Gambon erst spĂ€t in der Nacht beerdigen konnte.
Er dachte an den heutigen Akt zurĂŒckt, was noch einmal ein LĂ€cheln auf seine Lippen zauberte und schlief dann glĂŒcklich in seinem Sessel ein, wĂ€hrend der Nachrichtensprecher von irgendwelchen Unwettern in New Mexico erzĂ€hlte.

By TIMO MENGEL 31. DEZEMBER 2002
__________________
Mein Name ist Zweifel, ist Gier, ist die LĂŒge,
Ich bin auch in dir, sieh wie ich mich vergnĂŒge!
Kleines Hirn, kleiner Geist, dunkle Seele, die nichts weiß.

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Michael Schmidt
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Hallo Kevin3,

ich wĂŒrde nochmal durch den Text schauen, sind einige Tippfehler drin. Bei lĂ€ngeren SĂ€tzen setzt du oft das erste Komma, und vergißt das Zweite.

Stilistisch ist es etwas steif. Da könntest du durchaus dran feilen.

Nun, der Inhalt. Schwuler Arzt tötet Passanten in seinem Keller und befriedigt sich wÀhrend seines Sterbens mit ein paar NebengerÀuschen. Etwas wenig, oder? Was willst du uns mit dieser, nicht sonderlich innovativen Geschichte sagen? Und warum hast du gerade solch ein recht "schwieriges Thema" gewÀhlt?

Gruß,
Michael

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Der ErnstFall Michael Schmidt

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Rainer
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hallo kevin3,

ich muß michael schmidt beipflichten, auch mir ist unklar, worin der sinn dieser geschichte liegt. hausfrauenpsychologisch sicher nachvollziehbar, konzentriert sich der text doch ziemlich auf handlungen, die aber alle in einem engen kontext stehen. klar, es ist das horrorforum, aber american psycho ist nicht so gestrickt wie dein text. gute ansatzpunkte sehe ich vor allem in dem absatz mit dem sohn des opfers (erste liebe, deshalb verschonung, auch wenn es schwer fĂ€llt, warum eigentlich), hier solltest du tiefer gehen.

gruß

rainer

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Dominik Klama
???
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Geman Psycho aus St.-King-Land

Wo der Name Bret Easton Ellis gefallen ist: Es geht dann schon noch schrecklicher, in „Glamorama“ zum Beispiel. (Doch zuvor: „Glamorama“ ist eines der wenigen BĂŒcher, die ich zwar, als sie recht neu waren, zum vollen Ladenpreis gekauft habe, nach ungefĂ€hr einem Drittel aber mit einem seligen GefĂŒhl der Befreiung in den Altpapiercontainer geschmissen habe. Normalerweise gehe ich anders vor, wenn ich ein Buch nicht zu Ende lesen will. Ich bringe es als Spende in das Kaufhaus einer karitativen Einrichtung, mit der Hoffnung, jemand werde sich freuen, wenn er es spottbillig erwerben kann. Dem Roman „Glamorama“ habe ich aber keinen einzigen weiteren Leser gegönnt. Nicht so sehr wegen Szenen wie der nachfolgend beschriebenen, sondern wegen der Dichte, in welcher dort Markennamen und Preisangaben fĂŒr Luxusprodukte sowie eine FĂŒlle von Namen von Lifestyle-Prominenten auf den Leser einprasseln. Ich verstand zwar, warum Ellis es machte. Aber ich mochte es nicht.)

Dort kommen mĂ€nnliche Top-Models vor. Äußerst schöne und begehrte junge MĂ€nner. Zwei davon, ein Weißer und ein femininer Asiate, Sohn eines hochrangigen Diplomaten, sind ein Liebespaar gewesen. Der Weiße, sexuell wie auch sonst ein Anarchist, Egozentriker und Amoralist, hat den Asiaten verstoßen, ist jetzt mit mehreren Frauen zusammen. Der verliebte Junge erscheint, als sein „Herr“ mit den MĂ€dchen gerade eben eine Sex- und Drogenparty begonnen hat, bekommt gesagt, dass es ihm strengstens untersagt sei, sich wieder blicken zu lassen. „Ich kann aber nicht leben ohne dich. Bitte, lass mich bei dir sein! Ich tu alles fĂŒr dich. Du kannst alles machen mit mir. Aber schick mich nicht weg! Dann bring mich lieber um.“ Er muss sich ausziehen vor den Frauen, er muss Drogen schlucken, die seine Denk-, Reaktions-, Bewegungs- und SchmerzempfindungsfĂ€higkeit einschrĂ€nken. Er wird gefesselt. Er stirbt an einer ganz Ă€hnlichen Todesursache wie Gambon in kevin3s Geschichte. Er verblutet. WĂ€hrend er zum letzten Mal den sexuellen Akt an ihm ausĂŒbt, schneidet sein vormaliger Lover ihm Penis und Hoden ab, so verblutet er. Die nackte Leiche verschwindet im MĂŒll der Großstadt.

Dies als Geschichte in der Leselupe, sie wĂ€re getilgt worden. „Glamorama“ hingegen kam erst im Hard Cover, dann als Taschenbuch in einem renommierten Verlag heraus und konnte in jeder Buchhandlung von jedem Kind gekauft werden. Wie das? Nun, zum Einen ist Bret Easton Ellis ein, wenn auch umstrittener, so doch anerkannter Autor, dessen Werke als ernstzunehmende BeitrĂ€ge zur amerikanischen Gegenwartsliteratur gehandelt werden. kevin3 dagegen ist jemand, der, wenn er so etwas erfindet, sich genötigt sieht zu beteuern, Pornografie, Sexismus, Sadismus, Frauenverachtung, Homophobie lĂ€gen ihm fern. Siehe oben seinen Vorspruch.

Dann aber ist die Episode natĂŒrlich nicht der gesamte Inhalt von „Glamorama“. Wenn man das Werk liest, versteht man, dass sie eine Funktion hat innerhalb eines Schreibkonzepts, das auf Höheres zielt. Ellis attackiert die Unwichtigmachung des normalen, einzelnen, unspektakulĂ€ren Menschenlebens durch die kapitalistische Konsumgesellschaft und den Popstarkult um Mediensternchen und Scheinprominenz. Von daher ein Fotomodell als Sexkiller. Erwartet hĂ€tte man das nicht unbedingt.

Nicht ganz verwunderlich, wenn ein frĂŒherer Leser hier gefordert hat, das Werk sollte mehr klar machen, warum es ĂŒberhaupt existiere, was es sagen wolle, worauf es hinaus wolle. Wenn uns kevin3 in die Perspektive eines perversen Mörders lockt, der ungestraft davonkommt, dann wollen wir am Ende wissen, warum wir uns das ĂŒberhaupt antun mussten.

Ich probier’s mit einer ErklĂ€rung: Weil sich und uns der Autor beweisen wollte, dass er es kann, dass er eine Mordszene schreiben kann, die wir zwar widerlich finden, aber bis zum Schluss dennoch lesen. Weil wir beide, Autor wie Leser, uns zeigen können, wie viel an Bosheit wir uns vorstellen können, wie viel Schrecken wir aber auch ertragen können, ohne weich zu werden. Es ist dieser Reiz, weswegen man sich dereinst kalte Frösche ins Bettchen kippen ließ und warum heute picklige Knaben Horrorstreifen gucken, bei denen die aufgespießten Augen, die herausgeholten, schlagenden Herzen, die zermatschten Gehirne „absolut echt“ wirken sollen.

So erklĂ€rt sich, warum er es bei „Horror“ gepostet hat, wo es doch eher dem Serienmördergenre, somit der Kriminalliteratur zugehört. Könnte auch sein, er hat das bedacht gemacht, weil die Horrorfans etwas abgebrĂŒhter sind als die Krimifans, also auch eher weniger protestieren werden.

Was er nicht hat, ist diese Verweisebene von Bret Easton Ellis, dass alles (irgendwie metaphorisch) fĂŒr die Krankheit der Gesellschaft stĂŒnde. Was Krimis sonst aber gerne haben, dieses: Ich zeig euch mal, wie es wirklich zugeht auf der Welt, wie die RĂŒcksichtslosen ihr Spiel spielen mit den Ahnungslosen. Das haut hier deswegen nicht hin, weil dieser Morino ein singulĂ€rer Freak ist. Den gibt es höchstens einmal, falls es ihn ĂŒberhaupt geben kann. Darum wĂ€re nicht nötig gewesen zu erklĂ€ren, gegen Schwule habe man nichts. Wer Morino fĂŒr einen typischen Schwulen hĂ€lt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Ich will die literarische Wertigkeit Ă  la „Ich lege meinen Finger auf irgendwas, was nicht stimmt im Zusammenleben der Menschen“ gar nicht einfordern. Das wĂ€re viel verlangt fĂŒr so eine kleine Genre-Geschichte. Ich will nur sagen: Mehr, als dass einer, der sich recht abgebrĂŒht vorkommt, uns zu schocken sucht und sagt: „Guck, so fesselnd kann ich nĂ€mlich schreiben...“ ist das nicht. Kann man festhalten.

Ich habe die Geschichte, um mit ihr leichter arbeiten zu können, in ein Word-Dokument umkopiert. Dort war sie elf Seiten lang. Die zwei ersten vergingen mit Inhalten wie: Portland, Ford, Mutter, Schwester, Pepsi, Dallas Cowboys, New York, Haus. Da stand nichts, was mich, wĂ€re ich ein glĂŒhender Fan von harten Horror- oder Krimigeschichten besonders interessiert hĂ€tte. Ich finde das zu lang. Mir kommt ein Buch in den Sinn, das ich nie gelesen habe, von dem ich nur eine Leseprobe zu Gesicht bekam. Die ersten SĂ€tze gingen etwa so: „Es war stockdunkel und glĂŒhend heiß unter dem Dach. Er konnte nichts sehen, aber er konnte von unten undeutlich ihre Stimmen hören. Die Fesseln, an denen sie ihn aufgehĂ€ngt hatten, schnitten tief ins Fleisch. Sie hatten es so geschickt angestellt, dass er nicht die kleinste Bewegung machen konnte. Der Junge wusste, es gab keine Rettung mehr fĂŒr ihn. Er wĂŒrde sterben.“ So. Und jetzt kommt etwas ganz anderes. Jetzt wird erst mal ein Arzt Morino vorgestellt oder so etwas.

Krimi- und HorrorbĂŒcher machen das oft, Spannung wecken, indem sie zwischen Zeitebenen und SchauplĂ€tzen hin und her blenden. Ich hab das im Allgemeinen nicht so gern, wenn mir, um mein Leserinteresse zu ködern, etwas vorgesetzt wird, was ich nicht recht einordnen kann, was sehr spannend oder schrecklich zu werden verspricht, schnell aber abbricht, um von etwas abgelöst zu werden, was zwar einen ErzĂ€hlrahmen konstituiert, sich allerdings recht zĂ€h liest. Ich mag das hingegen viel mehr, wenn es so intelligent und professionell passiert wie bei dem Krimiromancier Elmore Leonard. Hier im „Netten Mann“, denke ich, hĂ€tte geholfen, gleich am Anfang mit dem Opfer einzusteigen. Jedoch nur so, dass wir immer noch nicht gewusst hĂ€tten, ob besagtes Opfer nun mit dem jungen Shilds identisch ist, wenn der dann ins Bild kommt.

> Schon nach seinem ersten Opfer, einem Mann, der auf den Namen Rusty gehört hatte, war ihm bewusst gewesen, warum seine GelĂŒste unbefriedigt geblieben waren.

Das steht auf Seite 3 von meinen 11. Das finde ich nun wieder zu frĂŒh. Steht zwar nicht explizit da, aber an dieser Stelle bin ich ziemlich sicher, dass er schon vorher mehrere Menschen ermordet hat. Das sollte der Leser erst allmĂ€hlich erfahren. Er sollte zusammen mit dem Opfer im Keller noch eine Weile bangen, ob es vielleicht „nur“ um Vergewaltigung oder VerstĂŒmmelung geht. Dass Morinos Opfer nie eine Chance haben, sollte erst nach und nach klar werden. Denn jede Geschichte verliert etwas Power, je lĂ€nger sie lĂ€uft, da ist es gut, wenn der Autor die Schraube immer noch ein wenig zudrehen kann.

> „ Was war er? Wie nannte man das, was er tat?“

Morino ist alles andere als ein normaler Schwuler. Aber irgendeine verrĂŒckte Art sexueller IdentitĂ€t, die in sich irgendwie stimmig wĂ€re, muss er wohl doch aufweisen. Schauen wir uns das mal an.

> „Er hatte am Zaun gestanden und sich an den Bewegungen des Jungen ergötzt. Sam hatte das Spiel genauso beherrscht, wie Morino seines beherrschte. Morino hatte bei dem Anblick der nackten Jungen gespĂŒrt, wie sich sein Penis gegen den Stoff seiner Jeans gedrĂŒckt hatte. Nach ein, zwei Minuten hatte er es nicht mehr ausgehalten und seiner Erregung Abhilfe geschafft.“

Dass siebzehnjĂ€hrige Jungen, die nach dem Sport nackt unter der Dusche stehen, eine Erektion bei einem Mann auslösen, kann schon mal vorkommen. So einen Mann wĂŒrden wir, mal abgesehen davon, dass er hier ein Voyeur ist, einen Schwulen nennen. Genauer gesagt einen Schwulen mit einer Neigung zu jungen Erwachsenen und mĂ€nnlichen Jugendlichen. Ich nenne das PĂ€derast, um es vom Gros der Schwulen zu unterscheiden, das sich eher zu MĂ€nnern gleichen Alters oder aber zu Ă€lteren MĂ€nnern hingezogen fĂŒhlt.

> „FĂŒr Morino gab es wahre Liebe nur unter MĂ€nnern.“

Ein Satz dem einige Schwule vielleicht zustimmen werden. Ich selbst bin nicht dieser Ansicht, aber, nun gut. Aufmerken können wir allerdings etwas, weil Molino scheinbar ĂŒberhaupt keinen Unterschied zwischen MĂ€nnern (Gambon scheint mittleren Alters zu sein, hat einen Bauch, Mr. Shilds war der Vater eines SiebzehnjĂ€hrigen, also auch mittleren Alters) und „Jungen“ macht. Das ist ein wenig merkwĂŒrdig, weil normales schwules Begehren sonst in der Welt diesen Unterschied macht. Und ja Morino auch irgendwie, der sich nĂ€mlich in den Jungen auf eine Weise „verliebt“, wie er es nie zuvor im Leben erfahren hat.

> „Sam Shilds hatte sein Leben Morinos großer Liebe zu verdanken. Als er in seinem Auto gesessen und den Jungen beobachtet hatte, war ihm warm ums Herz geworden. Er hatte Sam Shilds LĂ€cheln und die graziöse Art, wie er sich bewegte, schon vorher begehrenswert gefunden. Doch in diesem Moment hatte Morino etwas ihm bis jetzt Unbekanntes gefĂŒhlt: Liebe. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er sich verliebt. Er hatte blitzartig entschieden, das Leben des Jungen zu verschonen. Er hatte nicht fertig gebracht, den Jungen seiner Lust zu opfern.“

Okay. Demnach wĂŒrde ich sagen, Morino ist schwul mit einer Neigung zu Jungen, was ich PĂ€derast genannt habe. Jungen können große Liebe in ihm auslösen. Allein sie von Weitem zu sehen, macht ihm warm ums Herz. Er hat es gern, wenn sie lĂ€cheln! Aber: Hier wird der Text inkonsequent. Plötzlich macht Morino einen Unterschied zwischen „Lust“ und „Liebe“, den er sonst nicht macht. Plötzlich ist er in der Lage zu merken, dass seine Lust, die er empfindet, wenn er jemanden vergewaltigt und tötet, nicht die Lust des Opfers ist, dass er dem Opfer vielmehr etwas Schreckliches antut. Was er sonst nĂ€mlich nicht erkennt. Weil er auch kein normaler Schwuler ist, sondern ein perverser Sexgangster und Serienmörder, ein komplett VerrĂŒckter, seelisch schwer Gestörter. Tut mir Leid, aber wĂ€re die Geschichte konsequent, dann mĂŒsste er vom Tage dieses Sauluserlebnisses an nur noch gut aussehende HalbwĂŒchsige abschlachten.

> „Sein Mund war vor Geilheit verzogen gewesen und seine Augen weit aufgerissen.“

NĂ€mlich Morinos Gesicht beim Vergewaltigen und Morden. Perverse Lust, die sich austobt, indem sie andere Menschen demĂŒtigt, Ă€ngstigt, machtlos macht, quĂ€lt, tötet. Ich sage nicht, dass es das nicht gibt, aber es passt nicht zu Obigem.

> „...wenn Morino die Angst und die Verzweiflung in seinen Augen bereits sehen wĂŒrde, wenn er den Raum betrat.“

> „Morino amĂŒsierte sich ĂŒber die lĂ€cherlichen Versuche seines Opfers.“

So. Jetzt macht unser Autor aber etwas, was ich noch nicht mal falsch finde, was mir unter den Vorgaben, die dieser Text in sich trĂ€gt, sogar recht passend erscheint. Er lĂ€sst den VerrĂŒckten „wahrnehmen“, dass sich seine Opfer ĂŒber das freuen, was getan wird mit ihnen. Auch sie haben Anteil an der sexuellen Erregung, die Morino empfindet. Und, da Morino es als „Liebe“ empfindet, wenn er jemanden tötet, nimmt er wahr, dass das bei den Opfern auch ankommt als solche und als Schönes empfunden wird. Mithin, dass sie letztlich gerne sterben, weil sie dabei große Liebe erfahren und ihnen große „sexuelle Energie“ geschenkt wird.

> „Morino sah in dem Blick neben der Angst nicht Hoffnung, sondern etwas, dass er als sexuelle Erregung deutete. Er war sich sicher, dass es allen seinen Opfern Freude bereitet hatte.“

> „Ich möchte, dass es Ihnen gefĂ€llt. Ich will nicht nur mir eine Freude bereiten, Mister Gambon, sondern auch Ihnen. Ich weiß, dass es Ihnen gefallen wird!“

> „Er hatte es sich verdient, dass dieser Akt ein großes Ereignis wĂŒrde. Das war Morino ihm und sich einfach schuldig.“

> „Er wĂŒrde dem Mann das Schönste, was er besaß geben (seine Liebe), und dieser dumme Mensch dachte an seine Frau.“

Also, das kritisiere ich gar nicht. Das finde ich gut geschrieben. Im Rahmen des Serienmördergenres. Welches uns das Innenleben einer Bestie schließlich auch nahe bringen muss.

Allein, es stimmt halt sonst so manches nicht, siehe oben. Und nun auch hier:

> „Wenn er Fotze hörte, musste er an Schleimiges, Stinkendes denken. Was anderes waren ihre Fotzen nicht. Mit dem ekligen Loch zwischen ihren Beinen schienen sie die MĂ€nner verrĂŒckt zu machen.“

Da habe ich nun eine ganz andere Wahrnehmung als Mr. Morino. Meines Erachtens sind die „Fotzen“ von Frauen und MĂ€nnern einander ziemlich verwandt und vergleichbar. Ehre also beiden!

> „Etwa mit dreizehn hatte er nachts in seinem Bett gelegen und von diesem magischen Loch getrĂ€umt.“

Mit dreizehn kam er in die PubertĂ€t, entwickelte sexuelles Verlangen und erotische Fantasien. Wenn er dabei tatsĂ€chlich Erregung bei solchen Gedanken fand, muss er sehr heterosexuell gewesen sein. SpĂ€ter ist er irgendwie schwul geworden. Das macht ihn wiederum zu einem alles andere als normalen Schwulen. Denn Schwule werden es nicht irgendwann, wenn sie jung sind. Sondern sind es immer schon, seit sie geboren wurden. Sie mĂŒssen dann nur noch begreifen, dass sie es sind. Und das merkt man unter anderem daran, dass einen die Gedanken an jegliche Körperteile von Frauen bei weitem nicht so erregen wie die Gedanken an mĂ€nnliche Körperteile. Zum Beispiel mit dreizehn. Oder auch mit dreiundzwanzig. Da kommt mancherlei vor. Aber einen Schwulen, der sich vom Körper der Frau ausgerechnet das Geschlecht vorgestellt hat, um sich zu erregen darĂŒber, so einen habe ich noch niemals getroffen.

> „Morino packte ihn am Kinn. Er drĂŒckte mit der anderen Hand die Backen des Mannes zusammen, so dass dieser gezwungen war, seinen Mund zu öffnen, und kĂŒsste ihn leidenschaftlich mit der Zunge.“

In einem der schlechteren von den Romanen um den Detektiv Dave Robicheaux, die der Amerikaner James Lee Burke verfasst, geistert ein perverser Killer herum, von dem erst mehrfach berichtet wird, er habe ein hĂ€ssliches kaputtes Gebiss und stinke aus dem Mund, dann, er habe das und das gegessen, dann, dass er ein Opfer, ich glaube, es ist eine Frau, zwingt, den Mund zu öffnen, damit er ihr die Zunge hineinstecken kann. Es heißt dann, sie könne nun seinen Speichel schmecken und die Speisebrocken fĂŒhlen, die aus seinem Mund gekommen sind. Wie auch hier bei kevin3 ist die Szene eher Fiktion als „Wirklichkeit“. Sie versinnbildlicht Vergewaltigung schlechthin, das unwillentliche Eindringen eines verabscheuten fremden Körpers in den eigenen.

Denn es dĂŒrfte schon mal schwer sein, jemanden, wenn man allein ist und nur eine Hand frei hat, gegen seinen Willen zu veranlassen, den Mund so weit zu öffnen und so lange offen zu lassen, dass man eine Zunge hineinstecken kann. Dann aber – und das stört mich hier wirklich: Wenn ich Todesangst habe und meine Gliedmaßen nicht mehr bewegen kann, dann kann ich doch wenigstens jemandem die Zunge blutig beißen, der sie mir in den Mund steckt. Das tut weh, da fließt viel Blut. Warum macht Gambon das nicht?

Mitgeteilt sei, dass „normale“ Schwule, die ja immer wieder mal Sex mit mehr oder weniger Fremden haben, in aller Regel bei diesem Sex genau die eine Praktik auslassen, die hier vorkommt: den Zungenkuss. Dies hat nun wirklich ĂŒberhaupt nichts mit Angst vor Ansteckung zu tun, da es eben diese Leute, die „das“ nicht machen, durchaus darauf angelegt haben können, Sperma zu schlucken oder anal in sich aufzunehmen, was bezĂŒglich jeglicher Krankheit riskanter ist als Zungenkuss. Es hat wohl auch nichts damit zu tun, dass ZungenkĂŒssen nicht erotisierend wirkt, die Erektion unterstĂŒtzt. Nein, es hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu tun damit, dass zumindest wir in der westlich-europĂ€ischen Kultur mit dem Zungekuss eine starke emotionale Verbundenheit verbinden. Kurz: Wer sich ZungenkĂŒsse gibt, der liebt. Oder begibt sich zumindest in Gefahr, sich zu verlieben. Der sehr mĂ€nnlich-technische Umgang mit Körpern und SexualitĂ€t, den viele Schwule bei ihrer SexualitĂ€t mit unbekannten Partnern pflegen, schließt KĂŒssen mehr oder weniger aus. Vielleicht erstaunt das manchen Außenstehenden, aber es ist wirklich so: Sie machen Sachen wie Fesseln, Schlagen, Analverkehr, Anilingus oder verwenden Urin, aber vor KĂŒssen scheuen sie sich meistens. Allein dies schon zeigt, dass Morino kein ĂŒblicher Schwuler ist. Sondern jemand, der MĂ€nner, die er schön findet, entweder sehr lieben oder sehr demĂŒtigen will, was beides nicht ĂŒbliches schwules Verhalten ist, soweit es sich um Sexualkontakte mit Unbekannten handelt.

> „Gambon lag an einem HolzgerĂŒst gefesselt. Dieses Gebilde hatte die Form eines Kreuzes, mit dem Unterschied, dass, wo die Beine festgeschnĂŒrt waren, es etwas breiter wurde. So, dass die Beine weit gespreizt werden konnten.“

Solche Kreuze sind gĂ€ngiges Utensil in der Sadomaso- bzw. der schwulen bzw. der schwulen Sadomaso-Szene und heißen dort Andreaskreuze. Üblicherweise liegt man nicht darauf, sondern hĂ€ngt an ihnen, da die Kreuze hochkant aufgestellt sind. Allerdings, auch wenn das Kreuz „steht“, erschwert es den Zugang zu jener Körperseite des „Opfers“, das zu ihm zeigt. Morino hat es darauf abgesehen, den Gefesselten sowohl in den Mund hinein zu kĂŒssen, wie ihn anal zu penetrieren. FĂŒr Letzteres empfiehlt sich, dass der Mann mit dem RĂŒcken zu ihm weist. (Es geht auch von vorn, aber mehr oder weniger gar nicht, wenn der Körper durch Fesseln in einer flachen Ebene fixiert ist.) KĂŒssen könnte er ihn, wenn das Kreuz vertikal wĂ€re und er um es herumgehen wĂŒrde. Da es aber auf dem Boden liegt, wird das reichlich schwer. Er muss ihn aus dem Fußboden hervor kĂŒssen.

> „An den Enden des Kreuzes waren Ketten. Durch eine Art Flaschenzug war Morino in der Lage, sein Opfer auf Höhe zu bringen.“

Hm. Klingt fĂŒr mich so, als wĂŒrde der waagrecht auf dem Holz Ausgebreitete so hoch gezogen, dass er waagrecht in der Luft schwebt. Was oben beschriebene Schwierigkeiten ĂŒberhaupt nicht behebt. Der Flaschenzug mĂŒsste vielmehr dazu fĂŒhren, dass sich das gesamte Kreuz um 90 Grad in die Vertikale kippt. Wenn dem so wĂ€re, wĂŒrde ich es aber auch hinschreiben.

> „Er legte die Tube auf den Boden und hob den Gegenstand auf. Damit ging er zum Kopfende.“

Was ja bestĂ€tigt: Der Mann liegt, zwar etwas angehoben durch den Flaschenzug, nach wie vor waagrecht auf dem Kreuz und wurde in den Mund gekĂŒsst. Da wird das jetzt ganz schön schwierig – bis: technisch undurchfĂŒhrbar.

> „Der Penis des Mannes war außergewöhnlich groß. Morino hatte sich ausgemalt, auf welche GrĂ¶ĂŸe er im steifen Zustand anwachsen wĂŒrde. Bald wĂŒrde er es herausfinden.“

Auch das erscheint mehr oder weniger unmöglich. Wir erfahren, dass der Gefesselte Angst und Schrecken erlebt. Dabei wird ein Penis alles andere als steif. SpĂ€ter erfahren wir, dass der Mann anal vergewaltigt wird. Dieses löst auf gar keinen Fall eine Erektion, vielleicht eine unwillentliche, rein körperlich bedingte, aus. (Schon lustvoll erlebte anale Penetration fĂŒhrt oft eher zu Penisverkleinerung als –vergrĂ¶ĂŸerung.) Die Erektion könnte nun allenfalls noch durch die unmittelbare Todesart, die Hinrichtung erklĂ€rt werden. Es scheint diesen Effekt zu geben, wenn jemand stranguliert wird, wohl auch bei ErhĂ€ngen, was ja nicht Strangulieren, sondern Genickbruch bedeutet. Ich glaube ganz und gar nicht, dass der Effekt durch Öffnen der Halsschlagader und Verbluten erreicht wird. Scheint mir schlecht recherchiert.

> „Die Tube Gleitcreme öffnete er mit einer Hand.“

Eine Tube mit einer Hand halten und zugleich den Verschluss aufdrehen! Muss ihm erst mal einer nachmachen. Gut, ja, es geht. Aber wie drĂŒckt er dann mit einer Hand die Gleitcreme auf seine Finger?

Abschließend stĂŒrze ich mich in halsbrecherische Mutmaßungen und Unterstellungen. Ausgangsfrage war ja mal: Warum gibt es diesen Text? Was soll er uns oder dem Autor geben? Ich sagte, er soll uns ein „gutes“ HorrorgefĂŒhl geben. Dass wir so etwas Schreckliches lesen und aushalten können. Er soll dem Autor das gute GefĂŒhl geben, dass er etwas denken und schreiben kann, das fĂŒr den Leser glaubhaft schrecklich ist. L’art pour l’art.

Jetzt glaube ich das aber nicht, dass Texte nur das tun, nur unterhalten und faszinieren durch ihre brillante Verfertigung. Sondern ich glaube, dass sie etwas vom Inneren des Schreibers offenbaren. Und dann auch wieder von dem des Lesenden, der sich fĂŒr so etwas die Zeit nimmt.

Und bezĂŒglich des Horrorgenres oder auch des Serienkiller-Genres glaube ich, dass sich dort einerseits Ängste austoben von den unsicheren Menschen, die sich bedroht fĂŒhlen von starkem Bösen, welches dann - zumindest in Form dieser Literatur - meist besiegt und vernichtet wird. (Nicht so hier.)

Das zum Einen. Zum Anderen und in diesem speziellen Fall zum Besonderen glaube ich aber, dass in solchen Folter-, Vergewaltigungs- und Mord-Keller-Fantasien sich eine gehörige Portion Masochismus ausspricht, die derjenige, der solche Fantasien entwickelt, im Leben sonst sich nicht auszuleben getraut.

Man könnte fragen: Nicht Sadismus? Da wir fortwĂ€hrend durch die Augen des Vergewaltigers aufs Opfer blicken... Ja, könnte schon auch sein. Doch ich glaube das nicht. Einfach allein darum schon nicht, weil, sofern etwas wie Sadismus oder Masochismus ĂŒberhaupt eine Rolle spielt, die allermeisten MĂ€nner im „realen“ Leben, im Alltag, im Beruf, im sozialen Umgang eher sadistisch agieren, beim Sex dann aber die Masochisten sind.

Ich gehöre zwar nicht zu dieser Szene, aber ich weiß, sollte da ein Mann sein, der sich im Grunde danach sehnt, nackt an ein Kreuz gefesselt und gekĂŒsst und geschlagen und gef... zu werden, dann ist das ĂŒberhaupt kein Problem. DafĂŒr gibt es genug mĂ€nnliche und weibliche Prostituierte, von denen man das erhalten kann. DafĂŒr gibt es eine gut ausgebaute schwule Leder- und SM-Szene, wo man das völlig gratis verabreicht kriegt. Und dann hat man seinen Spaß und kann die Welt mit solchen Geschichten verschonen.


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14.11.2015 Forum Lupanum Threads Höhe Zeit AufklÀrung Verteidiger: Es ist genug.

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