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Leselupe.de > Kindergeschichten
Der Zug ins Traumland
Eingestellt am 05. 06. 2003 22:01


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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

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Der Zug ins Traumland

„Ha-Ha-Ha-Tschi!“. Das SandmĂ€nnchen nieste laut und putzte sich dann sein kleines NĂ€schen, das so rot wie eine ĂŒberreife Tomate war. Es konnte sich kaum erinnern, jemals eine solch starke und böse ErkĂ€ltung gehabt zu haben. Seine Nase lief ununterbrochen, sein Hals tat bei jedem Schlucken schrecklich weh, sein Kopf schmerzte so stark, dass es sein rotes MĂŒtzchen nicht mehr tragen konnte und ein heftiger, bellender Husten hatte sich irgendwo zwischen seinem Hals und seinem Bauch eingenistet. Das SandmĂ€nnchen legte sich erschöpft in sein Bettchen und rief seinem Freund, dem runden Mond, zu, dass es beim besten Willen nicht arbeiten gehen könnte.
„Aber wer bringt den Menschen die TrĂ€ume, wenn Du krank bist?“, fragte der Mond besorgt.
„Ich weiß es wirklich nicht, lieber Mond, aber Du siehst ja selbst, dass ich Ha-Ha-Ha-Tschi absolut und total krank bin!“, krĂ€chzte das SandmĂ€nnchen, zog sich die Decke ĂŒber die Ohren und schlief ein.
Der Mond blickte die Sterne ratlos an, aber auch sie wussten keine Lösung. WĂ€hrenddessen breitete sich unten auf der Erde ein kleines Chaos aus. Alle Kinder, die gewöhnlich zu dieser spĂ€ten Zeit friedlich schlummerten, hĂŒpften durch ihre Betten, weil sie nicht einschlafen konnten.
„Wo bleibt nur das SandmĂ€nnchen?“, fragten sich die Eltern und hielten nach ihm Ausschau. Weit und breit war jedoch kein MĂ€nnchen mit roter ZipfelmĂŒtze und einem SĂ€ckchen voller TrĂ€ume zu sehen.
Der Mond ĂŒberlegte angestrengt, aber es fiel ihm keine Lösung ein, wie er die Menschen zum Schlafen bringen konnte. Da kam eine schimmernde Sternschnuppe vorbei und fragte den Mond:
„Wie sind die Kinder denn frĂŒher eingeschlafen, als das SandmĂ€nnchen selber noch klein war?“. Der Mond warf seine Stirn in runzlige Falten und dachte laut nach:
„FrĂŒher? FrĂŒher gab es doch immer diesen
? Hmmm! Ob es den noch irgendwo gibt?“. Die Sterne lauschten gespannt.
„Was denn, lieber Mond, was denn?“, wollten sie wissen, aber der Mond verriet ihnen nichts.
Mit seinen riesigen Augen suchte er umher, stellte sein Licht ein bisschen heller, so dass er besser gucken konnte und entdeckte schließlich am Rande des Traumlandes einen kleinen, mit morschen Holzbrettern verriegelten Schuppen.
„Aha, da ist er ja!“, rief er erfreut und wies die Traumtrolle an, mit aller Kraft den alten Schuppen von seinen Brettern zu befreien. Als das letzte Holzbrett krachend zu Boden fiel, sprangen die TĂŒren schwungvoll auf. Eine alte, rostige Dampflok mit roten RĂ€dern und schwarzem Schornstein kam zum Vorschein.
„Der Zug ins Traumland!“, rief ein alter goldener Stern, der sich daran erinnerte, dass frĂŒher eine alte Dampflok durch die Schlafzimmer der Menschen fuhr und sie einlud, mit ihr ins Traumland zu fahren.
„Das ist die Lösung!“, rief ein anderer Stern.
Der Mond grinste zufrieden und wies die Trolle an, den Traumzug mit ausreichend Kohle zu bestĂŒcken, damit er den weiten Weg ĂŒber die gesamte Erde bis zurĂŒck ins Traumland schaffen wĂŒrde. Als alles bereit war, setzten die Traumtrolle den Zug in Bewegung. Dampfend und quietschend fuhr er aus dem Schuppen, ein Wagon nach dem anderen, immer mehr. Er verließ das Traumland und erreichte die Erde. An jedem Haus machte er Halt und lud die mĂŒden, gĂ€hnenden Menschen in seine warmen Waggons. Er fuhr und lud ein, fuhr und lud ein. Dann dĂŒste er zurĂŒck ins Traumland und ließ die Menschen auf der weiten Wunderwiese wieder heraus. Mitten auf dem grĂŒnen Gras stand der mĂ€chtige Traumbaum, von dem sich jeder Fahrgast seinen Traum pflĂŒcken durfte und unter dem er anschließend friedlich einschlief. Erst am nĂ€chsten Morgen erwachten alle Menschen wieder und zwar in ihren eigenen Betten.
Auch das SandmÀnnchen erwachte am Morgen. Sichtlich erholt, streckte es seine kleinen Arme von sich und entschuldigte sich beim Mond, dass es ihn am Abend zuvor mit der ganzen Arbeit allein gelassen hatte.
Der Mond, der gerade selber auf dem Weg in sein Bett war, lÀchelte dem SandmÀnnchen zu und erzÀhlte ihm stolz von dem alten Traumzug, der die Menschen doch noch ins Traumland gebracht hatte.
Das SandmÀnnchen lauschte den Worten des Mondes gespannt und war erleichtert, dass alles ein gutes Ende genommen hatte, dann sagte es:
„Aber heute Abend bringe ich den Menschen wieder die TrĂ€ume!“.



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flammarion
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Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

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hm,

eine ganz entzĂŒckende geschichte. eine perle fĂŒr meine mĂ€rchensammlung!
ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

Werke: 29
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Vielen Dank fĂŒr Deine WertschĂ€tzung. Es freut mich wirklich sehr, wenn meine Geschichten ankommen. Meine Kinder sind leider beide noch sehr, sehr klein und verstehen die Geschichten deshalb noch nicht.

Gruss
Sabine

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
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ach,

kinder sind gewöhnlich schneller groß, als von den muttis erwartet, ich sprech da aus erfahrung . . .
ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

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Nurdi
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2003

Werke: 5
Kommentare: 25
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Hallo Flitzi

ich war eine WĂ©ile weg. Komme gerade zurĂŒck und habe Deine Geschichte gelesen. Wunderschön. Ich kann mich so richtig hineinversetzen in die Kinderseele. Man liegt im Bett und hört eine solche Geschiche und schlĂ€ft warscheinlich wie Gott in Frankreich.

Weiter so
viel GrĂŒsse
__________________
Nurdi Arics

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