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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der etwas ungewöhnliche Besuch
Eingestellt am 20. 03. 2016 03:06


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JcPosch
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jan 2016

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Mit einem Bein über das andere geschlagen, sitze ich in einem sterilen Raum. An allen vier Wänden stehen Stühle, jedoch wird dieses Schema zwei Mal durchbrochen: Zum einen durch die Tür, eine Glastür, die in den Eingangsbereich führt und zum anderen durch einen kleinen Tisch, auf dem mindestens fünfzehn Zeitungen liegen, alle eingehüllt in blaue Umschläge. Bevor ich vor Langeweile aufstehe, um zu dem Haufen aus Papier und Pappe zu schlendern, schaue ich mich noch einmal um. Eine ältere Dame sitzt mir gegenüber, eingehüllt in Mantel und Schal. Mir wird nicht klar, warum sie ihre Klamotten nicht auszieht? Klar, es ist Winter, aber hier im Wartezimmer doch nicht? Es ist mehr als angenehm warm. Nachdem ich mich doch entschlossen habe, etwas zur Zeitüberbrückung zu tun, stehe ich nun vor dem Tisch und schaue auf den Klatsch herab. Kurz überlege ich, ob ich mir nicht in der Bar, unterhalb dieser Arztpraxis ein kühles Bier gönnen soll. Das wäre ein deutlich angenehmerer Zeitvertreib, als in diesem Haufen aus Exkrementen, den drei alten Tage alten Binden der Gesellschaft und einem Geschwür aus C-Promis und ihren uninteressanten Problemen herumzustöbern. Jeden, den das Leben anderer so interessiert, hat selbst ein langweiliges. Das sollte ich der alten Dame besser nicht sagen. Ich überwinde meinen Scham und zücke ein Stück blaues Papier aus dem Stapel. Eins, wie jedes andere.
Wieder auf meinem alten Platz, wird die andere Frau, mit der ich mir das Zimmer geteilt hatte aufgerufen. »Frau Schmidt, bitte!«, kreischt ein fettes, kurzhaariges Biest in den fast leeren Raum. Die ältere Frau steht auf und verschwindet in der Tür. Fünf Minuten voller Qualen und ich bin der Nächste. Schrei nicht meinen Namen, bete ich. »Herr Lukowski!« Scheiße, ich bin der einzige in diesem verfickten Raum! Wenn ich doch der einzige im Raum bin, warum verhält sie sich dann nicht auch so? Ohne sie zu beachten gehe ich durch die Tür, zu der sie mich gewiesen hatte. Dann stehe ich vor einem etwa fünf Meter langen Gang. Am Ende zwei Türen: Eine links, eine rechts. Die nervige Arzthelferin hatte mir bestimmt gesagt, welche der Türen meine ist. Nach sechs Schritten stehe ich direkt vor den Türen und schaue beide abwechselnd an. Mein Kopf bewegt sich nach links, erstarrt für etwa zwei Sekunden, woraufhin er zur Rechten herüber schwingt, um nach einer weiteren etwa zwei sekündlichen Pause wieder von Vorn zu beginnen. Da ich mich so konzentriert habe um zu überlegen, in welche ich treten soll, fällt mir nicht auf wie bescheuert das aussehen muss. Ich beende also die Aktion; unter anderem, weil ich die Lösung für all meine Probleme gefunden habe: Ene, Mene, Miste. Gar nicht so leise sage ich es für mich auf und zeige dabei abwechselnd auf die Türen. »...Und raus bist du.« Ich wusste es. Die Linke war’s. Mit Selbstverständlichkeit öffne ich die Tür. Ich erblicke einen faltigen nackten Rücken. Dass es sich hierbei um einen Rücken handelt kann ich nur daran erkennen, dass links und rechts zwei Arme hängen. Kaum ein Stück Haut ist noch auf dem ledrigen Etwas zu sehen. Der Rücken ist blutig, etwas bläulich. Wundgelegen.
»Es ist schlimmer geworden, Frau Dokter«, artikuliert es aus dem Zimmer. Das ist die Frau die mir im Wartezimmer gegenüber saß! Deswegen war sie so warm angezogen! Es kommt mir hoch. »Einen Moment, bitte«, antworte ich mit einer vermeintlich hohen Stimme, die sich wohl weiblich anhören soll. Ich schließe die Tür wieder, hastig, da ich nicht will, dass sie sich umdreht. Ich mache die rechte Tür auf und verschwinde in dem dahinter liegenden Zimmer.
»Ach, da sind sie ja! Ich wollte gerade nachhaken, wo sie denn bleiben«, höre ich. Es ist eine liebliche, weibliche Stimme. Etwas Bestimmendes liegt in ihrem Tonfall. Ich gehe auf sie zu und stelle mich vor. Sie ist wahrscheinlich Mitte vierzig, brünett und ein weißer Kittel versteckt ihre Kurven. Hübsche Frau. Ich fürchte jedoch etwas zu alt für mich. Nein. Ich bin vermutlich zu jung für sie. Schande.
Nach einem kurzen Smalltalk fragt sie mich, warum ich hier bin.
»Muttermal Kontrolle.«
»Na dann lass mich mal sehen. Du kannst dich schon mal ausziehen. Ich bin sofort fertig.« Sie tippt etwas in ihren Computer. Schweigend befolge ich ihre Anweisung.
»Das reicht erstmal. Die Unterhose kannst du anbehalten.« Sie sieht sich meinen Körper genau an. Mit ihren kalten Händen streicht sie ab und zu über eins der Muttermale. Dann fragt sie mich: »Wie sieht’s im Intimbereich aus?«
»Äh –«, ich weiß nicht was ich antworten soll. Was ist das denn für eine Frage? Und was wünscht sie sich als Antwort? Haarig? Groß? Wie Elvis?
»Hast du da unten auch Muttermale?«
»Ich weiß nicht. Ich schaue mir das nicht all zu oft, all zu genau an.« Zwar klingt meine Antwort etwas patzig, es ist aber die Wahrheit.
»Na dann –« Sie geht auf die Knie und zieht mir die Unterhose herunter. Nette Situation. Dann hebt sie meinen Schwanz ein Stück in die Höhe und schaut ihn sich von allen Seiten an. Darauf folgend zieht sie meine Vorhaut zurück und begutachtet meine Eichel.
»Schönes Ding.«
»Danke.«
Als sie meine Vorhaut noch weiter zurück zieht, macht sie an einer Stelle halt. Sie geht näher ran, wieder zurück, schwenkt den Kopf in alle Richtungen. Man sieht ihr eine gewisse Anstrengung an.
»Ist das ein Muttermal oder ein Leberfleck?«, fragt sie mich.
»Keine Ahnung.«
»Das ist etwas zu klein; ich kann es nicht genau sagen.«
»Ich ähm – Naja es ist ja auch relativ kalt hier drin. Und außerdem war da eben diese –« Scheiße. Peinlich berührt suche ich nach Ausreden.
»Ne, also da kann ich leider nichts erkennen. Ich fürchte da müssen wir was machen.«
»Ach ja?«
Und wie aus heiterem Himmel ohne jegliche Vorankündigung – ein keineswegs unangenehmes Erlebnis, jedoch äußerst ungewöhnlich – steckt mein Schanz auf einmal in ihrem Mund.
»Ach, JA?«
Aus eigener Kraft entfernt sie sich wieder ein Stück weit von meinen Intimbereich und gibt mir Bescheid: »Ja, klar! Sonst erkenne ich da doch nichts.«
Ohne auch nur Zeit zu haben, über eine schlechte Antwort nachzudenken, befindet sich mein gesamter Genitalbereich in ihrer Mundhöhle. Ich spüre ihre Zunge, die zwischen meinem Glied in ihrem Mund rotiert.
Ein dumpfes »Oh« fällt über meine Lippen.
Ich stütze mich an einer Wand ab, schließe die Augen und genieße.
Während ich also so da auf dieser Liege sitze und mich frage, wie beschissen das Leben der restlichen sieben Milliarden Menschen, die sich mit mir den Planeten teilen dürfen wohl gerade sein mag und diese bezaubernde, gut aussehende Frau meinen Schwanz mit ihrem Mund umhüllt, fühlt es sich so an, als könnte mir rein gar nichts diesen mystischen Moment nehmen. Außer dieses schrille Summen in meinem Kopf. Dieser immer lauter werdende, schrille Ton, den ich vernehme. Erst wird es ganz hell im Raum, dann mit einem Schlag ganz dunkel. Ich mache die Augen auf und blicke auf meinen Wecker. Sechs Uhr dreißig. Ich mache ihn aus und schaue hinauf an die Decke, während mir klar wird, dass ich mir in die Hose gespritzt habe.

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