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Der kleine Zauberer
Eingestellt am 19. 09. 2004 13:48


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Wasserlinse
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Der kleine Zauberer von Stecklaswald

I. So ein Schlamassel
(Der kleine Zauberer hat Langeweile)


Vor langer, langer Zeit gab es einmal einen riesengroßen Wald, den Stecklaswald. Dort standen viele alte und knorrige Eichen, ausladende Buchen, schlanke, hohe Tannen und noch zahlreiche andere Laub- und Nadelbäume.
Es gab die unterschiedlichsten Büsche und Sträucher, die das ganze Jahr hindurch saftige Beeren und kernige Nüsse trugen.
Und so lebten in diesem Wald auch unzählig viele Tiere, die sich davon ernährten.

Der Stecklaswald war ihr Zuhause. Und sie alle konnten sich auch keinen schöneren Platz auf dieser Welt vorstellen.

Und in diesem herrlichen Wald wohnte auch ein kleiner Zauberer.

Eines Tages hatte der kleine Zauberer Langeweile – fĂĽrchterliche, entsetzliche, schreckliche Langeweile.
„Uaah, ist mir langweilig!“, gähnte er.

Eigentlich war es ein wundervoller Tag:
Die Sonne lachte. Die Blätter rauschten im Wind und die Vögel zwitscherten lustige Lieder. Er hörte den Kuckuck rufen und den Bär in seiner Höhle fröhlich brummen. Er sah prächtige Käfer herumtollen und unzählige Ameisen emsig hin- und herflitzen. Bunte Falter tanzten in der warmen Luft und flatterten von Blüte zu Blüte. Alle, alle waren quietschfidel und heiter. Nur einer nicht!

„Uaah, ist mir langweilig!“, stöhnte der kleine Zauberer wieder und ärgerte sich. Alle anderen waren so vergnĂĽgt. Nur er hatte so eine miese Laune.
„Ich will auch meinen SpaĂź haben!“, rief er trotzig und stampfte mit dem FuĂź.
„Was kann ich denn nur machen? Soll ich auf dem Kopf stehn und lachen?“ Nein! Das war keine gute Idee. Er versuchte es erst gar nicht.
„Ich muss mir etwas Lustiges einfallen lassen“, ĂĽberlegte er.

Da hoppelte ein Hase ĂĽber den Weg, machte einen riesigen Satz und schlug freudig einen seiner berĂĽchtigten Haken.
„Na, der kommt mit gerade recht“, dachte der Zauberer, ergriff seinen Zauberstab und rief:

„Hokus, pokus, gambe!
Kurze Beinchen fĂĽr den Meister Lampe!“

Zisch! Zisch! Zisch! Blaue und gelbe Funken sprĂĽhten aus der Spitze seines Zauberstabes.
Der Hase erschrak und wollte davonspringen.
Vergebens! Platsch, lag er auf seiner Nase.
„Autsch, auweh!“, jammerte der Hase.

Der Zauberer aber hielt sich den Bauch vor lauter Lachen.
Entsetzt blickte der Hase auf seine FĂĽĂźe. „Was war denn das?“

Ohne seine langen, kräftigen Hinterbeine konnte er nun keine großen Sprünge mehr machen. Traurig lies er seine Löffelohren hängen und trippelte Pfote vor Pfote davon.

Es dauerte nicht lange, da wurde es dem kleinen Zauberer schon wieder langweilig.
„Uaah, ist mir langweilig!“, stöhnte er abermals.
Was nun? Suchend sah er sich um.

Hoch oben in den Baumwipfeln entdeckte er zwei Eichhörnchen, die munter miteinander fangen spielten.
Doch kaum hatte er einen buschigen, braunen Schwanz entdeckt – schwupp, war er auch schon wieder verschwunden.
Da kam ihm eine glänzende Idee.

„Abrakadabra Mummelschanz,
FĂĽr´s Eichkatzerl `nen Ringelschwanz!“

Zisch! Zisch! Zisch! Diesmal sprĂĽhten hunderte gelb-rote Funken aus seinem Zauberstab.

Glücklicherweise hatte die alte Eiche viele Äste, sonst wären die beiden Eichhörnchen glatt vom hohen Baum gefallen.
So blieben sie gerade noch zwischen den Zweigen hängen.
Der kleine Zauberer kugelte sich vor Lachen.

Von Ast zu Ast springen konnten die zwei Eichhörnchen nun nicht mehr.
Ohne ihren langen, buschigen Schwanz war es ihnen unmöglich das Gleichgewicht zu halten. So mussten sie sich an der Baumrinde festkrallen und mühselig hinunterkletterten.

„Gib uns unseren Schwanz wieder!“, verlangten sie von dem Zauberer.
Der aber schüttelte nur den Kopf und drohte ihnen sogar, noch andere Körperteile zu verwandeln. Erschrocken liefen die Eichhörnchen davon.

Eine Fledermaus, die von dem Lärm geweckt wurde, flog neugierig heran.
Sie kam so lautlos von hinten herangeflattert, dass der Zauberer fĂĽrchterlich erschrak.
„Mich so zu erschrecken! Was fällt dir ein?“, schimpfte er.
Verängstigt wollte die Fledermaus gleich wieder davonfliegen.
Doch der Zauberer sah ihre groĂźen Ohren – und er ĂĽberlegte nicht lange:

„Zipp, zapp, Schabernack,
Vampis Ohren hängen schlapp!“

Zisch! Zisch! Zisch! Wieder sprĂĽhten Funken aus der Spitze seine Zauberstabes. Sie leuchteten tĂĽrkis-grĂĽn.

Oh weh! Die Fledermaus sah nun so aus, als hätte sie die Ohren eines Dackels. Und – klatsch - schon stieĂź sie auch gegen einen Ast.

Der Zauberer kriegte sich nicht mehr ein vor Lachen.
VergnĂĽgt schlug er sich auf seine Oberschenkel. So viel SpaĂź hatte er schon lange nicht mehr gehabt.

Die Fledermaus aber torkelte etwas benommen und flog vorsichtig weiter. Doch immer wieder stieĂź sie irgendwo an, denn sie konnte ihre Ultraschall-Rufe nicht mehr richtig orten. Sie schimpfte laut.

Der Zauberer grinste nur und rieb sich vergnĂĽgt die Hände. „Endlich ist mal was los hier im Stecklaswald!“, freute er sich hämisch.

„Und jetzt hab´ ich Hunger und Durst!“, stellte er fest.
Aber er hatte ĂĽberhaupt keine Lust Beeren zu sammeln oder NĂĽsse zu suchen.
„Warum sind die auch so klein?“, dachte er.
„die könnten doch viel, viel größer sein.“
Prompt fiel ihm auch schon die nächste Schandtat ein.

„Tippadu und Tappidei,
Beeren groĂź wie Taubenei.”

Zisch! Zisch! Zisch! Zufrieden sah er orangene und grünen Funken stieben. Und dann erblickte er eigroße, saftige Walderdbeeren, riesige Himbeeren und Blaubeeren, so groß wie Tennisbälle.
„Hmm!“ Das Wasser lief ihm schon im Munde zusammen.
Aber er war ja noch nicht fertig:

„Klipperdi und Klapperduss,
kĂĽrbisgroĂź sei nun die Nuss!“

Zisch! Zisch! Zisch! Lila Zauberfunken stoben durch die Luft. Die Zweige des Nussbaumes bogen sich unter der Last der RiesennĂĽsse.

Der Zauberer war stolz auf sich:
„Bin ich nicht ein toller Zauberer!
Der größte Zauberer weit und breit!“
Er hĂĽpfte vor Freude und sprang ĂĽbermĂĽtig hin und her.
Und da stolperte er ĂĽber eine blaue Heidelbeere, zermatschte eine saftige Walderdbeere, rutschte aus und – konnte sich gerade noch am Stamm eines Walnussbaumes abfangen.

Holterdipolter plumpsten die WalnĂĽsse vom Baum. Eine riesige Nuss, groĂź wie ein KĂĽrbis, traf ihn an seiner Schulter. „Autsch!“
Vor Schmerz lies er seinen Zauberstab fallen.
Rumms! Ein lauter Knall! Zisch! Zisch! Zisch!
Tausend Funken in allen Regenbogenfarben stoben durch die Luft.

Eine gigantische Nuss war mit voller Wucht auf seinen Stab gefallen und hatte ihn zermalmt.
„Donner und Doria!“ WĂĽtend holte der kleine Zauberer aus und kickte gegen die harte Nuss.
„Autsch, Auweh! Mein Zeh!“, jammerte er, lies sich ins Moos fallen und weinte bitterlich.

In der Ferne hörte die kleine Hexe vom Waldbeerlesberg das Donnern der herabfallenden Nüsse. Erstaunt bewunderte sie das Feuerwerk der bunten Zauberfunken am Himmel.
„Whow! Ein Fest!“, dachte sie.
„Da muss ich sofort hin!“

Gesagt, getan, sprang sie flugs auf ihren Rennbesen und dĂĽste los.
„Halli hallo, was fĂĽr ein toller Kracher!“, rief sie beigeistert bei ihrer Landung.
„Was wird hier denn gefeiert?“.
Da erst bemerkte sie, dass der kleine Zauberer geweint hatte.
„Upps! Hast du dir wehgetan?“

Er nickte und schluchzte: „Diese doofen NĂĽsse!“
Das Hexlein sah sich erstaunt um. Dann besah sie sich seine Schulter und seinen geschwollenen Zeh.
„Keine Angst und keine Bange!
Dazu brauche ich nicht lange.
Mit Hexensalz und Hexenkit
krieg ich dich und deinen Stab
ratz-fatz – gleich wieder fit“, tröstete sie ihn.

Sie strich Hexenkit auf seine Schulter und verstreute etwas Zauber-Salz. Dabei murmelte sie:
„Was geschwollen, was gebrochen,
wird wieder ganz und heil der Knochen! Hex-hex!“

Während sie hexte standen ihre langen rost-roten Haare zu Berge und knisterten.
Der kleine Zauberer musste lächeln, als er sie so sah. Sogleich ging es ihm auch wieder besser. „Danke vielmals!“ murmelte er verlegen.
Die kleine Hexe reichte ihm seinen Zauberstab, der wieder aussah wie neu.
„Blutegel, Floh und Assel!
Was fĂĽr ein Schlamassel.
So ein Drunter und DrĂĽber,
Erzähl mir mehr darĂĽber!“,
befahl sie in einem Ton, der keine Widerrede duldete.

Da berichtete der kleine Zauberer alles, was vorgefallen war.
„Mir war so langweilig“, beendete er rechtfertigend seine Geschichte.

Die kleine Hexe hatte ungläubig zugehört. Jetzt fauchte sie ihn an:
„Rattenpups und Krötenschleim,
Stinktierrotz und Maulwurfsnieren!
Was zum Kuckuck fällt dir ein?
Wehrlose Tiere schikanieren!“
Sie tippte sich mit dem Zeigefinger an die Stirn.
„Bist du nicht gescheit? –
Ich hoffe sehr, es tut dir leid!“

Beschämt blickte der kleine Zauberer zu Boden.
„Oh! Ich, ich will alles wieder in Ordnung bringen“, versprach er leise schniefend.
„Aber RĂĽckzauber sind sehr, sehr schwer“, jammerte er.
Das wusste die kleine Hexe auch und sagte:
„Nicht nachgedacht,
einfach nur gemacht,
hat schon oft viel Leid gebracht.“

Doch der kleine Zauberer tat ihr leid und so bot sie ihm ihre Hilfe an.
„Nur eines musst du ganz alleine tun.“
Der kleine Zauberer sah sie fragend an und runzelte die Stirn.

Da bohrte ihm die kleine Hexe ihren Zeigefinger in seine Brust:
„Das war nicht lustig, das war gemein.
Du sagst zu allen: Entschuldigung! Ich will nie wieder so sein.“

„Ein stolzer Zauberer soll sich bei einem Tier entschuldigen“, dachte er entsetzt.
„Niemals!“

„Ent-schul-di-gung. Das ist aber ein langes, schweres Wort“, versuchte er sich herauszureden.
Die kleine Hexe funkelte ihn jetzt sehr böse an. Ihre grasgrünen Augen blitzten wie Edelsteine. Sie legte den Zeigefinger auf ihren Mund.
„Psst! Spitz die Ohren, schau dich um“, flĂĽsterte sie nur.

Kein Ton war zu hören, kein Tier zu sehen.
Nicht einmal eine Schnecke konnte er entdecken.
„Deine Gemeinheiten haben sich schnell herumgesprochen.
Alle Tiere haben sich aus Angst vor dir verkrochen“, erklärte die Hexe ihm.
„Nur wenn du dich entschuldigst können sie dir wieder vertrauen!“

Das musste der kleine Zauberer wohl oder ĂĽbel einsehen.
Er zĂĽckte seinen Zauberstab und - zisch – zisch - zisch – stoben die Funken in allen Regenbogenfarben.
Die kleine Hexe half ihm dabei: „Hex-hex!“, tönte es immer wieder.

Bald war alles wieder wie zuvor.
Und nachdem sich der kleine Zauberer bei allen Tieren entschuldigt hatte, setzten sie sich beide mĂĽde ins weiche Gras.

„Hör mal, wie fröhlich die Vögel zwitschern.
Schau mal, wie lustig es aussieht, wenn sich die Eichhörnchen von einem Ast zum anderen schwingen,
und ist das nicht toll, wie hoch der Hase hĂĽpfen kann“, rief die Hexe begeistert.

Der kleine Zauberer wunderte sich. „Oh! War ich denn blind?“, dachte er.
„Ja, das ist einfach wunderbar!“, stimmte er ihr zu.
Er pflĂĽckte eine kleine rote Himbeere und schenkte sie dem Hexlein.

„Diese Welt ist schön und gut!
Und so soll es auch immer bleiben.
Keiner – auch der mächtigste Zauberer nicht - darf daran etwas ändern“, sagte er.
Die kleine Hexe nickte zufrieden und legte ihren Arm um seine Schultern.

Seitdem sind die beiden dicke Freunde und zusammen hatten sie auch niemals wieder Langeweile.

__________________
Wasserlinse

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Der kleine Zauberer
Veröffentlicht von Wasserlinse am 19. 09. 2004 13:48
Der kleine Zauberer von Stecklaswald

I. So ein Schlamassel
(Der kleine Zauberer hat Langeweile)

Vor langer, langer Zeit gab es einmal einen riesengroßen Wald, den Stecklaswald. Dort standen viele alte und knorrige Eichen, ausladende Buchen, schlanke, hohe Tannen und noch zahlreiche andere Laub- und Nadelbäume.
Es gab die unterschiedlichsten Büsche und Sträucher, die das ganze Jahr hindurch saftige Beeren und kernige Nüsse trugen.
Und so lebten in diesem Wald auch unzählig viele Tiere, die sich davon ernährten.
Der Stecklaswald war ihr Zuhause. Und sie alle konnten sich auch keinen schöneren Platz auf dieser Welt vorstellen.
Und (dieses dritte und am Satzanfang ist nicht nötig) in diesem herrlichen Wald wohnte auch ein kleiner Zauberer.
Eines Tages hatte der kleine Zauberer Langeweile – fürchterliche, entsetzliche, schreckliche Langeweile.
„Uaah, ist mir langweilig!“, gähnte er.
Eigentlich war es ein wundervoller Tag:
Die Sonne lachte. Die Blätter rauschten im Wind und die Vögel zwitscherten lustige Lieder. Er hörte den Kuckuck rufen und den Bär (Bären) in seiner Höhle fröhlich brummen. Er sah prächtige Käfer herumtollen und unzählige Ameisen emsig hin- und herflitzen. Bunte Falter tanzten in der warmen Luft und flatterten von Blüte zu Blüte. Alle, alle waren quietschfidel und heiter. Nur einer nicht!
„Uaah, ist mir langweilig!“, stöhnte der kleine Zauberer wieder und ärgerte sich. Alle anderen waren so vergnügt. Nur er hatte so eine miese Laune.
„Ich will auch meinen Spaß haben!“, rief er trotzig und stampfte mit dem Fuß.
„Was kann ich denn nur machen? Soll ich auf dem Kopf stehn und lachen?“ Nein! Das war keine gute Idee. Er versuchte es erst gar nicht.
„Ich muss mir etwas Lustiges einfallen lassen“, überlegte er.
Da hoppelte ein Hase ĂĽber den Weg, machte einen riesigen Satz und schlug freudig einen seiner berĂĽchtigten Haken.
„Na, der kommt mit gerade recht“, dachte der Zauberer, ergriff seinen Zauberstab und rief:
„Hokus, pokus, gambe!
Kurze Beinchen für den (wenn du den weglässt, wird der Rhythmus stimmiger) Meister Lampe!“
Zisch! Zisch! Zisch! Blaue und gelbe Funken sprĂĽhten aus der Spitze seines Zauberstabes.
Der Hase erschrak und wollte davon(getrennt)springen.
Vergebens! Platsch, lag er auf seiner Nase.
„Autsch, auweh!“, jammerte der Hase.
Der Zauberer aber hielt sich den Bauch vor lauter (ĂĽberflĂĽssig) Lachen.
Entsetzt blickte der Hase auf seine Füße. „Was war denn das?“
Ohne seine langen, kräftigen Hinterbeine konnte er nun keine großen Sprünge mehr machen. Traurig lies (ließ) er seine Löffelohren hängen und trippelte Pfote vor Pfote davon.
Es dauerte nicht lange, da wurde es dem kleinen Zauberer schon wieder langweilig.
„Uaah, ist mir langweilig!“, stöhnte er abermals.
Was nun? Suchend sah er sich um.
Hoch oben in den Baumwipfeln entdeckte er zwei Eichhörnchen, die munter miteinander fangen spielten.
Doch kaum hatte er einen buschigen, braunen Schwanz entdeckt – schwupp, war er auch schon wieder verschwunden.
Da kam ihm eine glänzende Idee.
„Abrakadabra Mummelschanz,
Für´s Eichkatzerl `nen Ringelschwanz!“
Zisch! Zisch! Zisch! Diesmal sprĂĽhten hunderte gelb-rote Funken aus seinem Zauberstab.
Glücklicherweise hatte die alte Eiche viele Äste, sonst wären die beiden Eichhörnchen glatt vom hohen Baum gefallen.
So blieben sie gerade noch zwischen den Zweigen hängen.
Der kleine Zauberer kugelte sich vor Lachen.
Von Ast zu Ast springen konnten die zwei Eichhörnchen nun nicht mehr.
Ohne ihren langen, buschigen Schwanz war es ihnen unmöglich(Komma) das Gleichgewicht zu halten. So mussten sie sich an der Baumrinde festkrallen und mühselig hinunterkletterten (hinunterklettern).
„Gib uns unseren Schwanz (unsere Schwänze) wieder!“, verlangten sie von dem Zauberer.
Der aber schüttelte nur den Kopf und drohte ihnen sogar, noch andere Körperteile zu verwandeln. Erschrocken liefen die Eichhörnchen davon.
Eine Fledermaus, die von dem Lärm geweckt wurde, flog neugierig heran.
Sie kam so lautlos von hinten herangeflattert, dass der Zauberer fĂĽrchterlich erschrak.
„Mich so zu erschrecken! Was fällt dir ein?“, schimpfte er.
Verängstigt wollte die Fledermaus gleich wieder davonfliegen. Doch der Zauberer sah ihre großen Ohren – und er überlegte nicht lange:
„Zipp, zapp, Schabernack,
Vampis Ohren hängen schlapp!“
Zisch! Zisch! Zisch! Wieder sprĂĽhten Funken aus der Spitze seine (seines) Zauberstabes. Sie leuchteten tĂĽrkis-grĂĽn.
Oh weh! Die Fledermaus sah nun so aus, als hätte sie die Ohren eines Dackels. Und – klatsch - schon stieß sie auch gegen einen Ast.
Der Zauberer kriegte sich nicht mehr ein vor Lachen. VergnĂĽgt schlug er sich auf seine Oberschenkel. So viel SpaĂź hatte er schon lange nicht mehr gehabt.
Die Fledermaus aber torkelte etwas benommen und flog vorsichtig weiter. Doch immer wieder stieĂź sie irgendwo an, denn sie konnte ihre Ultraschall-Rufe nicht mehr richtig orten. Sie schimpfte laut.
Der Zauberer grinste nur und rieb sich vergnügt die Hände. „Endlich ist mal was los hier im Stecklaswald!“, freute er sich hämisch.
„Und jetzt hab´ ich Hunger und Durst!“, stellte er fest. Aber er hatte überhaupt keine Lust(Komma) Beeren zu sammeln oder Nüsse zu suchen. „Warum sind die auch so klein?“, dachte er. „ die (Die) könnten doch viel, viel größer sein.“
Prompt fiel ihm auch schon die nächste Schandtat ein.
„Tippadu und Tappidei,
Beeren groß wie Taubenei.”
Zisch! Zisch! Zisch! Zufrieden sah er orangene (orange) und grünen (grüne) Funken stieben. Und dann erblickte er eigroße, saftige Walderdbeeren, riesige Himbeeren und Blaubeeren, so groß wie Tennisbälle.
„Hmm!“ Das Wasser lief ihm schon im Munde zusammen.
Aber er war ja noch nicht fertig:
„Klipperdi und Klapperduss,
kürbisgroß sei nun die Nuss!“
Zisch! Zisch! Zisch! Lila Zauberfunken stoben durch die Luft. Die Zweige des Nussbaumes bogen sich unter der Last der RiesennĂĽsse.
Der Zauberer war stolz auf sich: „Bin ich nicht ein toller Zauberer! Der größte Zauberer weit und breit!“
Er hĂĽpfte vor Freude und sprang ĂĽbermĂĽtig hin und her.
Und da stolperte er über eine blaue Heidelbeere, zermatschte eine saftige Walderdbeere, rutschte aus und – konnte sich gerade noch am Stamm eines Walnussbaumes abfangen.
Holterdipolter plumpsten die Walnüsse vom Baum. Eine riesige Nuss, groß wie ein Kürbis, traf ihn an seiner Schulter. „Autsch!“
Vor Schmerz lies (lieĂź) er seinen Zauberstab fallen. Rumms! Ein lauter Knall! Zisch! Zisch! Zisch! Tausend Funken in allen Regenbogenfarben stoben durch die Luft.
Eine gigantische Nuss war mit voller Wucht auf seinen Stab gefallen und hatte ihn zermalmt.
„Donner und Doria!“ Wütend holte der kleine Zauberer aus und kickte gegen die harte Nuss.
„Autsch, Auweh! Mein Zeh!“, jammerte er, lies (ließ) sich ins Moos fallen und weinte bitterlich.
In der Ferne hörte die kleine Hexe vom Waldbeerlesberg das Donnern der herab(getrennt)fallenden Nüsse. Erstaunt bewunderte sie das Feuerwerk der bunten Zauberfunken am Himmel.
„Whow! Ein Fest!“, dachte sie.
„Da muss ich sofort hin!“
Gesagt, getan, sprang sie flugs auf ihren Rennbesen und dĂĽste los.
„Halli hallo, was für ein toller Kracher!“, rief sie beigeistert bei ihrer Landung.
„Was wird hier denn gefeiert?“.
Da erst bemerkte sie, dass der kleine Zauberer geweint hatte.
„Upps! Hast du dir wehgetan?“
Er nickte und schluchzte: „Diese doofen Nüsse!“
Das Hexlein sah sich erstaunt um. Dann besah sie sich seine Schulter und seinen geschwollenen Zeh.
„Keine Angst und keine Bange!
Dazu brauche ich nicht lange.
Mit Hexensalz und Hexenkit (Hexenkitt)
krieg ich dich und deinen Stab
ratz-fatz – gleich wieder fit“, tröstete sie ihn.
Sie strich Hexenkit auf seine Schulter und verstreute etwas Zauber-Salz. Dabei murmelte sie:
„Was geschwollen, was gebrochen,
wird wieder ganz und heil der Knochen! Hex-hex!“

Während sie hexte standen ihre langen rost-roten Haare zu Berge und knisterten.
Der kleine Zauberer musste lächeln, als er sie so sah. Sogleich ging es ihm auch wieder besser. „Danke vielmals!“(Komma) murmelte er verlegen.
Die kleine Hexe reichte ihm seinen Zauberstab, der wieder aussah wie neu.
„Blutegel, Floh und Assel!
Was fĂĽr ein Schlamassel.
So ein Drunter und DrĂĽber,
Erzähl mir mehr darüber!“,
befahl sie in einem Ton, der keine Widerrede duldete.
Da berichtete der kleine Zauberer alles, was vorgefallen war.
„Mir war so langweilig“, beendete er rechtfertigend seine Geschichte.
Die kleine Hexe hatte ungläubig zugehört. Jetzt fauchte sie ihn an:
„Rattenpups und Krötenschleim,
Stinktierrotz und Maulwurfsnieren!
Was zum Kuckuck fällt dir ein?
Wehrlose Tiere schikanieren!“
Sie tippte sich mit dem Zeigefinger an die Stirn.
„Bist du nicht gescheit? –
Ich hoffe sehr, es tut dir leid!“
Beschämt blickte der kleine Zauberer zu Boden.
„Oh! Ich, ich will alles wieder in Ordnung bringen“, versprach er leise schniefend.
„Aber Rückzauber sind sehr, sehr schwer“, jammerte er.
Das wusste die kleine Hexe auch und sagte:
„Nicht nachgedacht,
einfach nur gemacht,
hat schon oft viel Leid gebracht.“
Doch der kleine Zauberer tat ihr leid und so bot sie ihm ihre Hilfe an.
„Nur eines musst du ganz alleine tun.“
Der kleine Zauberer sah sie fragend an und runzelte die Stirn.
Da bohrte ihm die kleine Hexe ihren Zeigefinger in seine Brust:
„Das war nicht lustig, das war gemein.
Du sagst zu allen: Entschuldigung! Ich will nie wieder so sein.“
„Ein stolzer Zauberer soll sich bei einem Tier entschuldigen“, dachte er entsetzt.
„Niemals!“
„Ent-schul-di-gung. Das ist aber ein langes, schweres Wort“, versuchte er sich herauszureden.
Die kleine Hexe funkelte ihn jetzt sehr böse an. Ihre grasgrünen Augen blitzten wie Edelsteine. Sie legte den Zeigefinger auf ihren Mund.
„Psst! Spitz die Ohren, schau dich um“, flüsterte sie nur.
Kein Ton war zu hören, kein Tier zu sehen. Nicht einmal eine Schnecke konnte er entdecken.
„Deine Gemeinheiten haben sich schnell herumgesprochen.
Alle Tiere haben sich aus Angst vor dir verkrochen“, erklärte die Hexe ihm.
„Nur wenn du dich entschuldigst(Komma) können sie dir wieder vertrauen!“
Das musste der kleine Zauberer wohl oder übel einsehen. Er zückte seinen Zauberstab und - zisch – zisch - zisch – stoben die Funken in allen Regenbogenfarben.
Die kleine Hexe half ihm dabei: „Hex-hex!“, tönte es immer wieder.
Bald war alles wieder wie zuvor.
Und nachdem sich der kleine Zauberer bei allen Tieren entschuldigt hatte, setzten sie sich beide mĂĽde ins weiche Gras.
„Hör mal, wie fröhlich die Vögel zwitschern. Schau mal, wie lustig es aussieht, wenn sich die Eichhörnchen von einem Ast zum anderen schwingen, und ist das nicht toll, wie hoch der Hase hüpfen kann?“, rief die Hexe begeistert.
Der kleine Zauberer wunderte sich. „Oh! War ich denn blind?“, dachte er.
„Ja, das ist einfach wunderbar!“, stimmte er ihr zu.
Er pflĂĽckte eine kleine rote Himbeere und schenkte sie dem Hexlein.
„Diese Welt ist schön und gut! Und so soll es auch immer bleiben. Keiner – auch der mächtigste Zauberer nicht - darf daran etwas ändern“, sagte er.
Die kleine Hexe nickte zufrieden und legte ihren Arm um seine Schultern.
Seitdem sind die beiden dicke Freunde und zusammen hatten sie auch niemals wieder Langeweile.

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Wasserlinse
eine sehr schöne geschichte, die ich mit großem vergnügen gelesen habe. bin gespannt auf weitere werke von dir.
ganz lieb grĂĽĂźt
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LeseWurm
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Ein wohl gelungenees Märchen.
Auch meinen Kindern hats gefallen.
Der Test ist gewissermaĂźen bestanden. ;-)

__________________
ein Lieber Gruß vom <°== LeseWurm ====--~~´

"Giovanni, nimm dich nicht so wichtig!" (Papst Johannes XXIII)

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