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Leselupe.de > Humor und Satire
Die 'Anti-Handy-Bewegung'
Eingestellt am 15. 11. 2018 15:18


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Maribu
???
Registriert: Jun 2012

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Die 'Anti-Handy-Bewegung'

Es waren im Bus noch einige Sitzpl├Ątze neben aufs Handy starrenden,
tippenden, telefonierenden und mehr oder minder verkabelten Mitfahrerinnen frei.
Trotzdem setzte er sich, obwohl ich der einzige war, der ein Buch las, neben mich. Er war ungef├Ąhr in meinem Alter, Mitte bis Ende sechzig, und deswegen musste ich breit grinsen.
Er reagierte sofort und sagte: "Sie sind ja hier im Bus der einzige Exot!"

"Was ich von Ihnen nicht behaupten kann!", erwiderte ich belustigt."Wie kann man sich nur solche 'Klopper' auf die Ohren setzen?!"
Seine 'Muschelkopfh├Ârer' in wei├č/metallic hatten einen sehr breiten B├╝gel, der sein sch├╝tteres Haar in der Kopfmitte gn├Ądig verdeckte. Die Muscheln hatten die Gr├Â├če von Untertassen, und in Anbetracht seines Alters wirkte er sehr komisch.
Mir war aber nicht nach Lachen, ich war emp├Ârt und erg├Ąnzte, da er keine Reaktion zeigte, "Wie haben Sie sich vor drei├čig oder vierzig Jahren im Bus oder in der Bahn besch├Ąftigt? Haben Sie da Zeitung gelesen, stoisch aus dem Fenster geschaut oder h├╝bsche Frauenbeine betrachtet?"

Er lachte. "Ich habe die 'Hamburger Morgenpost' gelesen, weil mir die 'Bild-Zeitung' zu unhandlich war. - Solche Leute wie Sie - Br├╝der im Geiste - suche ich! Ich m├Âchte eine 'Anti-Handy-Bewegung' aufbauen."

"Ausgerechnet Sie, mit den ├╝berdimensionalen Kopfh├Ârern?!"

"Sehen Sie an meinen 'Over-Ears' irgendwelche Kabel?"

"Nein. Vielleicht ist das ja eine neue kabellose Technik."

"Ich habe mir die Kopfh├Ârer nur angeschafft, um die ganzen Verr├╝ckten damit zu verarschen! Es ist nur eine H├╝lle; sie haben ├╝berhaupt kein Innenleben!"

"Wollen Sie damit sagen, dass Sie keine Musik h├Âren und ├╝berhaupt nichts empfangen k├Ânnen?" fragte ich ├╝berrascht.

"Genau! Ich ziehe aber die Aufmerksamkeit auf mich! Einige fragen, wo ich diese wunderbaren Kopfh├Ârer gekauft habe, wie teuer sie sind und ob sie noch 3D-Ton oder schon den neuesten
'Astronauten-Sound' haben. Andere sind begeistert, dass das Kabel so versteckt ist und ich kl├Ąre sie dann auf, dass ich alles ├╝ber Funk ├╝bermittelt bekomme."

"Und das macht Ihnen Spa├č?"

"Ja! Aber wie gesagt, fr├╝her habe ich Zeitung gelesen. Heutzutage lohnt sich die Geldausgabe nicht mehr. Werbeprospekte und Anzeigen bekomme ich jedes Wochenende gratis vom Postboten und den Text habe ich ja schon am Vorabend im Fernsehen mitbekommen! Au├čerdem f├Ąllt es mir mit dieser "Verkleidung" leichter, zu Leuten wie Ihnen Kontakt herzustellen und sie vielleicht f├╝r meine Bewegung zu begeistern!"

Ich musste erstmal tief Luft holen. Mir fehlten die Worte!
Er fragte zaghaft: "Darf ich mal erfahren, was Sie da lesen?"

"Es ist ein Sachbuch ├╝ber dieses Thema und vor ein paar Wochen erst ins Deutsche ├╝bersetzt worden. Der Autor ist der weltbekannte italienische Psychologe Dr. Allessandro Galla.
Er beschreibt, wie sch├Ądlich die Digitalisierung f├╝r die Menschheit sein wird. Besonders die Nutzung des Smartphones f├╝r Kinder. Es f├╝hrt zu Lese- und Rechtschreib-Schw├Ąche, Sprachlosigkeit und bei vielen sogar zur Verbl├Âdung!"

Er lachte schallend. "Das kann ich best├Ątigen! Mein Nachbar ist ungef├Ąhr zehn Jahre ├Ąlter als ich. Sein Arzt hat ihm geraten, weil er schlecht laufen kann und sich meistens in der Wohnung aufh├Ąlt, 5000 Schritte am Tag zu machen.
Nun hat er sich ein Smartphone mit einer App gekauft, die seine Schritte z├Ąhlt. Da es zu langweilig ist, st├Ąndig im Wohnzimmer im Quadrat zu gehen, l├Ąuft er jetzt zwanzig Mal, statt vorher dreimal am Tag, in die Toilette. Seine Frau, die nichts davon wei├č und froh ist, dass ihr Festnetztelefon funktioniert, will ihn nun unbedingt beim Urologen anmelden."

"Ja, das ist der Anfang der Verbl├Âdung!", erwiderte ich schmunzelnd. "Sie k├Ânnen mir mal Ihre Adresse geben. Das mit Ihrer Gegenbewegung h├Ârt sich spannend an! Ich werde mich bestimmt bei Ihnen melden!"

"Ja, gerne! Und Sie k├Ânnen mir mal den Titel des Buches zeigen, weil ich es mir auch kaufen will."

Ich drehte das Buch zu ihm, und er las laut und schaute dabei triumphierend in die Runde: "Herdenvieh!"









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Willibald
???
Registriert: Jul 2002

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Und jetzt noch dieses Dass korrigieren.

greetse

ww
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alis nil gravius

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Willibald
???
Registriert: Jul 2002

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Und jetzt halt noch bitte dees Doppelesss eindampfen:

quote:
Dass mit Ihrer Gegenbewegung h├Ârt sich spannend an! Ich werde mich bestimmt bei Ihnen melden!"

grreestsse
ww


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alis nil gravius

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