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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die Fahndung
Eingestellt am 08. 09. 2012 23:52


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Maribu
???
Registriert: Jun 2012

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In der Schrebergartenkolonie, an die ihr Bolzplatz grenzte, war in den letzten Wochen mehrmals eingebrochen worden.
Sie sa├čen nach dem Fu├čballspiel mit roten Wangen und verschwitzt
am Grasrand und machten eine Pause.
Der neunj├Ąhrige Johannes sagte zu seinem gleichaltrigen Freund
Moritz: "Wollen wir jetzt mal durch die Schreber gehen? Vielleicht erwischen wir den Einbrecher."
Moritz schrie aber nur: "Igitt!" und sch├╝ttelte sich. Seine
sechsj├Ąhrige Schwester Lilli hatte heimlich ihre Wasserpistole im nahen T├╝mpel geladen, war hinter ihn geschlichen und hatte ihm eine volle Ladung in den Nacken gespritzt.
Johannes lachte schadenfroh. Sein achtj├Ąhriger Bruder Lukas und die vierj├Ąhrige Schwester Annika liefen Lilli zum Teich hinterher. "Ja, wir machen eine Wasserschlacht!" rief Lukas. Und Annika stimmte ein: "Ja, wir machen einen Wasserschlag, einen Wasserschlag!"
"Nein!" protestierte Moritz, der jetzt erst l├Ącheln konnte,
"Wir laden unsere Pistolen und schleichen durch die Schreber!"
Er und Johannes sprangen auf und f├╝llten ebenfalls ihre Waffen.

Sie sind Nachbarskinder. Dann und wann waren sie auch mal zerstritten und gingen sich einen Tag lang aus dem Weg.
Vor einigen Wochen hatten Moritz und Johannes die Idee gehabt, mit Lukas und anderen eine Bande zu gr├╝nden. Seitdem hielten sie zusammen und wollten durch dick und d├╝nn gehen, das hatten sie geschworen. Da es in der n├Ąheren Umgebung an Jungen mangelte, durften auch Lilli und Annika Mitglieder werden. Wobei Annika sowieso immer ├╝berzeugend behauptet:
"Ich bin ein Junge!"
Der Name war schnell gefunden. Die 'F├╝nfer-Bande' gab es schon. So nannten sie sich nach der Stra├če in der sie wohnen:
'F├╝nfst├╝ck-Bande'.

An diesem Nachmittag, mit leichtem Nieselregen, war nicht viel los in der Kolonie. In einigen G├Ąrten sahen sie M├Ąnner im Rentenalter, die verwelkte Blumen k├Âpften oder ein paar
nachgewachsene Zweige ihrer Hecke kappten. ├ťber einen Schreber
konnten Johannes und Moritz sogar lachen, weil der seinen Gartenzwerg mit einem karierten Geschirrtuch trocken rieb.
Die J├╝ngeren mit Kindern kamen erst am fr├╝hen Abend oder am Wochenende.
Sie schlenderten durch den hinteren Teil, der in der N├Ąhe
des Bahngleises lag. Eine Hochbahn donnerte vorbei und trotzdem meinten Johannes und Moritz, ein Klirren geh├Ârt zu haben. Sie blieben stehen. War da eine Scheibe eingeschlagen worden?
Die anderen waren vorweg gelaufen, hatten 'Kriegen' gespielt und kamen au├čer Atem wieder zu ihnen zur├╝ck. Lukas hatte einen dicken Kn├╝ppel in der Hand, mit dem er am Wegrand stehende Brennessel abgeschlagen hatte.
Moritz legte den Zeigefinger an die Lippen, d├Ąmpfte seine Stimme und sagte: "Seid mal still!" Sie duckten sich hinter einer Hecke und lauschten. Auf einmal h├Ârten sie Ger├Ąusche.
Johannes lugte durch eine trockene Stelle und beobachtete, wie ein Mann aus dem Fenster der hinter der Hecke stehenden Laube sprang. Er hatte etwas in der rechten Hand, das er auf den Boden stellte. Dann bemerkte Johannes, dass die untere H├Ąlfte der Scheibe fehlte. Spitze Zacken ragten bedrohlich herunter. Und trotzdem wagte der es ein zweites Mal, durch diese L├╝cke hindurch zu kriechen. Die anderen waren neugierig und wollten sich aufrichten. Moritz dr├╝ckte die K├Âpfe wieder nach unten und fl├╝sterte: "Wartet! Wir geben euch ein Zeichen!" Er sp├Ąhte ebenfalls durch zur Seite geschobene Zweige. Sie brauchten nicht lange zu warten. Er erschien wieder am Fenster, hatte einen Fernseher vor der Brust und sprang hinunter.
"Los!" rief Johannes. Kreischend rannten sie zur Schreberh├╝tte und ├╝berraschten den Mann von vielleicht zwanzig
Jahren. "Was wollt ihr Rasselbande denn hier?" schrie er.
"Haut sofort ab, sonst gibt es Schl├Ąge!"
Sie hatten sich vor ihm aufgebaut, ihn umzingelt. Johannes gelang es, hinter seinen R├╝cken zu kommen. Mit einem vor einer Woche gelernten Judogriff packte er einen Arm und dr├╝ckte ihn nach oben. Der ├ťberlistete schrie auf und rief w├╝tend wegen dieser Blamage: "Lass mich los, du kleine Ratte!"
"Feuert!" kommandierte Moritz und im selben Augenblick wurde der Einbrecher von Wasserstrahlen aus vier Pistolen getroffen.
Lilli hatte besonders gut gezielt und das linke Auge erwischt, Lukas die Haare klitschnass gemacht. Er sah jetzt nicht mehr gef├Ąhrlich aus, sondern l├Ącherlich wie ein begossener Pudel!
Mit der freien Hand wischte er sich das Wasser aus dem Gesicht und schrie: "Na wartet! Euch werde ich Beine machen!"
Gleichzeitig versuchte er, den Arm frei zu bekommen, trat nach hinten aus und traf Johannes am Schienbein. Der Schmerz
zwang ihn, sofort los zu lassen. Der Mann st├╝rzte sich auf ihn und warf ihn zu Boden. Lukas kam sofort zu Hilfe und wollte mit dem Stock zuschlagen. Doch der Mann entriss ihn ihm und schleuderte ihn in den Garten.
Zufall oder Gl├╝ck? In dem Moment kam ein Radfahrer vorbei und
Moritz rief: "K├Ânnen Sie uns helfen?!"
Der stieg sofort ab, sah Johannes am Boden liegen, der Erwachsene ├╝ber ihm, und schrie: "Lassen Sie sofort das Kind in Ruh!" Dann bemerkte er die eingeschlagene Scheibe und das
unter dem Fenster stehende Fernsehger├Ąt und einen Ventilator. "Ach, Schurke, haben wir dich endlich erwischt!"
Er ging auf den Einbrecher zu, der inzwischen von Johannes abgelassen und sich wieder aufgerichtet hatte. "Was geht dich das an, du Penner?!" p├Âbelte er und legte gleichzeitig seine H├Ąnde um den Hals des Radfahrers und w├╝rgte ihn.
Die Kinder konnten es gar nicht so schnell verfolgen, wie der reagierte. Ein Aufw├Ąrtshaken traf das Kinn des 'W├╝rgers' und f├Ąllte ihn. Lautlos sackte er zu Boden und verdrehte die Augen. Erstaunt und bewundernd blickten sie auf ihren Retter, der jetzt auf seinem Handy 110 eintippte. "Nun geht mal nach Hause, Kinder!" sagte er dann. "Das andere erledige ich. Ihr wart sehr mutig. Aber macht das nie wieder ohne Erwachsene, das ist viel zu gef├Ąhrlich! - Und nun sagt mir mal eure Namen!"
Johannes und Moritz antworteten stolz, wie aus einem Munde:
"Wir sind die F├╝nfst├╝ck-Bande!"
Bevor sie gingen, warfen sie noch einen Blick auf den am Boden liegenden, der wieder zu sich gekommen war, aber keine Chance hatte aufzustehen, bei dem harten Griff seines Gegners.
Johannes fragte noch: "Was war das f├╝r ein doller Schlag? Den hab ich beim Judo noch nicht gelernt."
Ihr Helfer lachte. "Den wirst du dort auch nicht lernen! Ich bin im Boxverein. Und diesen Haken nennt man Uppercut."
"Geil!" entfuhr es Moritz. "Den m├╝ssen wir in unserer Bande aufnehmen!"
"Ja, den m├╝ssen wir haben!" stimmte Lukas ein. Und Lilli hatte ein neues Wort von ihrem Bruder aufgeschnappt und faselte etwas vom geilen Schlag. Nur Annika war etwas zur├╝ckhaltender und plapperte vor sich hin: "Das war ein Papacut, ein richtiger Papacut!"
Am n├Ąchsten Mittwoch konnten sie im Wochenblatt lesen:
"Die F├╝nfst├╝ck-Bande ├╝berlistete Einbrecher mit
Wasserpistolen..."

(F├╝r Kinder von sechs bis zehn Jahren und f├╝r Erwachsene, die im Herzen jung geblieben sind.)


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Version vom 08. 09. 2012 23:52
Version vom 11. 09. 2012 10:11

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Ciconia
Routinierter Autor
Registriert: Jul 2012

Werke: 333
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Das ist f├╝r mich keine Kindergeschichte, schon gar nicht f├╝r Vierj├Ąhrige! Satzbau und Wortwahl sind meines Erachtens nicht kindgerecht.

Gru├č Ciconia

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eisblume
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Maribu,

die Altersangabe deiner Zielgruppe ist sehr weit gesteckt. Zwischen 4-12-J├Ąhrigen liegen Welten. Es ist ein Riesenunterschied, ob du Geschichten f├╝r Kleinere schreibst, die selbst noch nicht lesen k├Ânnen und denen eben vorgelesen wird oder f├╝r schon ├Ąltere Kinder. Zudem ist es so, dass sich junge Leser eher f├╝r die Erlebnisse von Protas interessieren, die ├Ąlter sind als sie selbst. Insofern interessiert sich ein 12-j├Ąhriger Leser eher f├╝r Geschichten, die Erlebnisse von ca. 14-J├Ąhrigen zum Thema haben. Daher d├╝rfte das Alter der Leser f├╝r deine Geschichte so bei 6/7 anzusetzen sein. F├╝r j├╝ngere Kinder m├╝sste die Erz├Ąhlsprache angepasst werden.

Zu der Geschichte selbst:
Der Einstiegssatz kommt mir ein bisserl so hingeworfen vor, so, als ob du den fix mal vorangestellt hast, damit Johannes Vorschlag, durch den Schreber zu gehen, auch seine Berechtigung hat. Der Satz an sich ist ok, m├╝sste dann aber geschickter mit dem Folgenden verbunden werden, vor allem weil der zweite Satz dann recht ungl├╝cklich formuliert ist.
Auch dieses ÔÇ×Sie sind Nachbarskinder ...ÔÇť finde ich unsch├Ân, vor allem, weil es eine unn├Âtige Distanz aufbaut.

Was ich auch verwirrend finde, sind die Namens- samt zugeh├Ârigen Atersangaben. Freilich ist es wichtig, zu wissen, wer da alles mitspielt und wie alt jeder ist, aber ich meine, das k├Ânnte man ÔÇ×eleganterÔÇť l├Âsen.
Bei der ÔÇ×AngriffsszeneÔÇť bin ich mir nicht sicher, ob es einem Neunj├Ąhrigen gelingen w├╝rde, den Arm eines Erwachsenen so zu erwischen, dass er den jetzt so packen und nach oben dr├╝cken k├Ânnte. Aber in dem Punkt kann ich mich t├Ąuschen. Ich meine auch, dass es f├╝r die (Kinder)Geschichte stimmiger w├Ąre, wenn der Dieb ein St├╝ck weit j├╝nger w├Ąre. Ich denke, so 13/14 k├Ânnte besser passen (vielleicht mit dem Hintergrund einer Art Mutprobe?).

Jedenfalls stimmt dieser Satz so nicht:

quote:
Mit einem vor einer Woche gelernten Judogriff packte er einen Arm und dr├╝ckte ihn nach oben. Der schrie auf und rief: "Lass mich los, du kleine Ratte!"
So wie das da steht, schreit der Arm auf und ruft.

Es tut mir leid, aber als Kindergeschichte ├╝berzeugt mich dieser Text jetzt leider nicht. Aus dem Plot kannst du allerdings etwas machen, da m├╝sstest du halt nur nochmals ran.

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