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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die Weihnachtsbahn
Eingestellt am 22. 11. 2004 14:24


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flitze
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Nov 2004

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Die Weihnachtsbahn

Als der Ballettunterricht zuende war, zog sich Laura schnell um. Sie schwang ihre Tasche ĂŒber die Schulter und rannte in Windeseile nach draußen. Dick eingemummelt machte sie sich auf den Heimweg. Laura fand es toll, bei dem kalten Wetter in der DĂ€mmerung spazieren zu gehen. Die Fenster der HĂ€user waren bereits hell erleuchtet, so dass sie im VorĂŒbergehen unbemerkt in die GebĂ€ude sehen konnte. Viele Bewohner hatten Weihnachtsschmuck an ihre Scheiben gehĂ€ngt. Und bei manchen Leuten stand sogar schon ein Weihnachtsbaum in der Wohnstube. Aber auch draußen in den Straßen der Stadt konnte man die vorweihnachtliche Stimmung spĂŒren. An den Laternen hingen Sterne, und Lichterketten schmĂŒckten so manche Hauswand. Die BĂ€ume am Rande des Gehweges funkelten, als hingen Hunderte von kleinen Sternen an ihnen. TrĂ€umend ging Laura auf dem BĂŒrgersteig entlang und erfreute sich an dem schmuckvollen Anblick. Laura mochte Weihnachten und besonders die Adventszeit hatte es ihr angetan. Sie freute sich auf die vielen Abende mit ihrer Familie, an denen sie Kerzen anzĂŒndeten, selbst gebackene PlĂ€tzchen aßen und allerlei schöne Geschenke fĂŒr die Großeltern bastelten. Obwohl, zur Zeit gab es auch etwas, was Laura die Freude ein wenig verdarb. Sie wusste nicht so genau, ob sie an den Weihnachtsmann glauben sollte oder nicht. Ihre Freundin Anna hatte ihr vor ein paar Tagen erzĂ€hlt, dass sich immer die Papas oder Onkels als WeihnachtsmĂ€nner verkleiden wĂŒrden, um die Kinder zu ĂŒberraschen. Einen Wunschzettel hatte sie aber trotzdem geschrieben. FĂŒr Heiligabend hatte sie sich allerdings fest vorgenommen, den Weihnachtsmann genauestens zu beschauen, um zu sehen, ob Anna Recht hatte.
Nach einer Weile erkannte Laura in einiger Entfernung den hell erleuchteten Weihnachtsmarkt, der heute Nachmittag eröffnet worden war. Zu dumm, dass sie ihrer Mutter versprochen hatte, auf direktem Weg nach Hause zu gehen. Gern wĂ€re sie jetzt ĂŒber den Markt geschlendert. Doch die Zeit dafĂŒr war zu knapp. Um zehn vor sechs musste sie zu Hause sein, sonst wĂŒrde sich ihre Mutter Sorgen machen. Aber je nĂ€her Laura an die Buden herankam und den Duft von Mandeln und PlĂ€tzchen in der Nase verspĂŒrte, desto grĂ¶ĂŸer wurde die Versuchung, doch noch einen kurzen Abstecher ĂŒber den Platz zu machen.
„Nur mal kurz ĂŒber den Markt laufen“, dachte sie, wĂ€hrend auf der gegenĂŒberliegenden Straßenseite leise Weihnachtsmusik erklang. Sie schaute auf die Uhr. Es war kurz nach halb sechs. Zehn Minuten Fußweg hatte sie noch vor sich. Sie könnte es schaffen, immer noch pĂŒnktlich zu Hause zu sein. Laura ĂŒberlegte hin und her, der Zauber der weihnachtlichen Umgebung machte es ihr wirklich schwer vorbeizugehen. WĂ€hrend sie noch in ihre Gedanken vertieft war, bemerkte sie plötzlich, dass sie sich bereits mitten im GedrĂ€nge befand. Ups! Laura wunderte sich. Der Weihnachtsmarkt hatte sie so magisch angezogen, dass ihr gar nicht aufgefallen war, wie sie auf die andere Straßenseite gekommen war. Aber egal, nun war sie hier und wollte es auch genießen. Mit einem LĂ€cheln auf den Lippen stolzierte sie vorbei an den Buden, streckte ihre kleine Nase in die Höhe, um in kĂŒrzester Zeit auch jeden Duft von Weihnachten in sich aufzusaugen. Als sie fast alle Gassen abgegangen war, entdeckte Laura von Weitem in einer dunklen Ecke ein großes FahrgeschĂ€ft.
„Das sieht ja aus wie eine Geisterbahn. Komisch, die passt doch ĂŒberhaupt nicht zur Weihnachtszeit“, dachte Laura ein wenig entsetzt. Als sie Schritt fĂŒr Schritt nĂ€her kam, erkannte sie einen riesigen Dinosaurier mitten auf dem Dach. Hexen in roten Kleidern ritten auf ihren Besen. Und ĂŒber der EingangstĂŒr baumelten FledermĂ€use und braune Monster, die bedrohlich hinabsahen.
„Wie blöd! Wer erlaubt es, dass zu dieser schönen Zeit ein solches FahrgeschĂ€ft hier steht?“, empörte sich Laura. Mit energischem Schritt kam sie der Geisterbahn immer nĂ€her. Sie schaute sich um und bemerkte, dass ĂŒberhaupt kein Mensch bei der Bahn anstand.
„Ha, selbst Schuld, wer hĂ€tte dazu schon Lust?“, dachte sie triumphierend.
NatĂŒrlich niemand. Alle Kinder saßen freudestrahlend auf den anderen Karussells, die viel schöner und weihnachtlicher waren. Doch obwohl sich Laura ĂŒber die Geisterbahn Ă€rgerte, irgendetwas ließ sie trotzdem immer nĂ€her herangehen. Als sie direkt davor ankam, hielt Laura inne und es ĂŒberkam sie ein eigenartiges GefĂŒhl. Gerade so, als wĂŒrde sie von jemandem beobachtet. Ein wenig Ă€ngstlich hob Laura ihren Kopf , um die gruseligen Figuren auf dem Dach anzuschauen. Doch, was war das? Laura traute ihren Augen nicht. Es war ein riesiger Weihnachtsbaum, der plötzlich oben auf dem Dach stand. Kein Dinosaurier. Und als ihr Blick weiterwanderte, erkannte sie, dass die Hexen gar keine waren, sondern lauter WeihnachtsmĂ€nner, die ihre prall gefĂŒllten SĂ€cke auf der Schulter trugen. Auch die FledermĂ€use waren verschwunden, stattdessen schwebten weiße Engel ĂŒber dem Eingang. Und ein Schriftzug lautete: „Willkommen in der Weihnachtswelt“. Laura war verwirrt. Wie konnte das sein? Hatte sie sich wirklich so getĂ€uscht? Sie hĂ€tte schwören können, dass sie eben noch eine Geisterbahn erkannt hatte. Laura schaute verunsichert um sich. Da entdeckte sie in dem KassenhĂ€uschen einen Mann, der ihr mit dem Finger deutete, dass sie zu ihm kommen sollte. Ein wenig Ă€ngstlich, aber auch mit einer kleinen Spur Neugier, ging Laura auf ihn zu.
Er sagte: „Fahr mit unserer Weihnachtsbahn. Die Rentiere ziehen dich mit dem Schlitten durch die wundersame Weihnachtswelt. Du wirst es sicher nicht bereuen. Es ist eine besondere Reise fĂŒr ein besonderes Kind.“
„Ja, aber...“ stotterte Laura. Sie wollte gerade die Geisterbahn erwĂ€hnen, die sie von Weitem gesehen hatte, doch dann ĂŒberlegte es sich noch einmal und schwieg lieber. Bestimmt hĂ€tte der Kassierer ĂŒber sie gelacht.
„Na, was denkst du, fĂ€hrst du mit?“, hakte der Kassierer noch einmal nach, als Laura immer noch schweigend vor ihm stand.
Warum eigentlich nicht? So lange konnte die Fahrt ja nicht dauern. Sicherlich wĂŒrde sie trotzdem noch pĂŒnktlich nach Hause kommen. Doch auf einmal fiel ihr etwas ein: „Ach du, ich habe gar kein Geld dabei. Oder doch, warten Sie, in meiner Jeans habe ich noch etwas...“ Laura kramte in ihrer Hose herum und holte eine MĂŒnze hervor. „Schade, nur 50 Cent“, stellte sie fest und schaute fragend zu dem Kassierer auf.
„Das passt ja haargenau. Genau soviel kostet es“, antwortete er und lĂ€chelte Laura freundlich an.
Und tatsĂ€chlich, Laura entdeckte ein Schild, auf dem der Preis von 50 Cent stand. Seltsam, sie hĂ€tte gedacht, dass eine Fahrt teurer sei. GlĂŒck gehabt! Laura legte dem Kassierer schnell das Geld hin und ging durch die Absperrung. Sie hörte noch „Viel Spaß!“, dann stand sie auch schon vor der Kutsche. Es erwartete sie bereits ein weiterer Mann. Laura betrachtete ihn genauer. Irgendwie kam es ihr vor, als wĂŒrde sie ihn kennen. Hm, wenn der Bart nicht wĂ€re... ja, genau, der sieht ja aus wie der Kassierer. Gerade als sie sich vergewissern wollte, nahm sie der Mann an die Hand und sagte mit freundlicher Stimme: „Komm, junges FrĂ€ulein, der Weihnachtsmann wartet schon auf seinen heutigen Gast. Er freut sich, dich durch die Weihnachtswelt zu kutschieren.“
Er half ihr beim Einsteigen und Laura erblickte dabei die Elche, die vor die Kutsche gespannt waren. Der Kutscher war eine freundlich schauende Weihnachtsmannpuppe mit einem langen weißen Bart. Laura machte es sich auf dem Sitz gemĂŒtlich. WĂ€hrend sie ĂŒberlegte, was sie gleich wohl alles sehen wĂŒrde, schloss der Mann den SicherheitsbĂŒgel. Dann sagte er: „Viel Freude, Laura!“ und schon hörte man ein Grollen und Donnern und die Kutsche setzte sich in Bewegung. Als sich die Tore zur Weihnachtsbahn öffneten und die Kutsche hindurchfuhr, stutzte Laura jĂ€h. Was hatte der Mann eben zu ihr gesagt?
Sie stand auf, drehte sich eilig um und rief: „He, woher kennen sie meinen Namen?“ Doch es war zu spĂ€t, die Tore schlossen sich bereits hinter ihr. Sie sah nur noch, wie ihr der Mann mit dem Bart freundlich hinterher winkte. Laura setzte sich verwundert auf ihren Sitz in der Kutsche zurĂŒck und grĂŒbelte nach, ob sie ihm vielleicht ihren Namen genannt hatte. Aber sie konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern. Noch wĂ€hrend sich Laura ĂŒber diese MerkwĂŒrdigkeit Gedanken machte, passierte das nĂ€chste Unglaubliche. Die Köpfe der Rentiere bewegten sich plötzlich auf und ab und man konnte das Galoppieren der Hufe hören. Die Rentiere waren unverhofft lebendig. Was passierte hier? WĂ€hrend sich Laura verwirrt am SicherheitsbĂŒgel festhielt und nicht wusste, ob sie sich freuen oder Angst haben sollte, drehte sich der Weihnachtsmann zu ihr um.
„Keine Angst, Laura, es passiert dir nichts. Du machst mit mir eine wunderbare Reise durch die Weihnachtswelt.“
„Du bist gar keine Puppe und du kennst auch meinen Namen. Warum?“, fragte Laura fassungslos.
„Ich bin doch der Weihnachtsmann, und der weiß alles“, antwortete dieser grinsend.
„Aber...“, stammelte Laura, „Wie kann das hier alles sein? Ich glaube langsam, ich trĂ€ume alles nur.“
„Vielleicht ist es ein Traum, doch das entscheidest du selbst“, antwortete der Weihnachtsmann geheimnisvoll. „Genieße das, was du siehst, denn nicht jeder hat diese Chance.“ Dann zwinkerte er ihr zu und rief laut: „Heiho, meine lieben Tierchen lauft!“
Kaum hat er diese Worte ausgesprochen, wurde Laura in den Sitz gedrĂŒckt und sie fuhren noch schneller. Sie sausten durch eine wunderbare Schneelandschaft. Und mit einem Mal fĂŒhlte sich Laura wohl an ihrem Platz. Kein unangenehmes GefĂŒhl war mehr in ihrem Bauch und sie war froh, dass sie hier sein durfte. Sie schaute zur Seite und genoss den Blick aus der Kutsche. Links und rechts vom Weg standen große TannenbĂ€ume, die dick mit Schnee bedeckt waren. Die Zweige waren weit nach unten gebogen und sahen aus, als wĂŒrden sie jeden Augenblick abbrechen. Die BĂ€ume waren so hoch, dass man kaum die Tannenspitze sehen konnte. Plötzlich verspĂŒrte Laura, dass die Rentiere sich nach oben bewegten. Sie hoben tatsĂ€chlich ab und flogen durch die Luft.
„Hurra, wir fliegen“, rief das MĂ€dchen voller Begeisterung. Und als hĂ€tte sie die Tiere mit ihrem Jubelschrei angespornt, ging es immer höher und höher hinauf in Richtung Himmel. Laura schaute ĂŒber den Rand der Kutsche hinweg und erblickte unter sich lauter helle Lichter, die von den HĂ€usern einer Stadt stammten. Sie wurden immer kleiner, je höher die Rentiere flogen. Als Laura nichts mehr erkennen konnte und die Stadt weit hinter sich gelassen hatten, hörte sie den Weihnachtsmann rufen: „Heiho, meine lieben Tierchen, gleich sind wir zu Hause.“ Mit einem Mal ging es wieder abwĂ€rts und schon nach kurzer Zeit sah Laura wieder eine riesige Schneelandschaft unter sich. Sie blickte nach vorn und erspĂ€hte in einiger Entfernung eine kleine HĂŒtte. Schnell kamen sie nĂ€her und die Rentiere hielten an. Der Weihnachtsmann drehte sich zu ihr um und sagte: „Wir sind da. Willkommen, mein Kind. Bist du bereit, um mit mir ins Haus zu gehen?“
Nichts lieber als das. Wer hÀtte nicht gern das Haus vom Weihnachtsmann gesehen?
„Ja!“, rief Laura jubelnd und fragte anschließend: „Ist das denn hier der Nordpol? Du wohnst doch am Nordpol, oder etwa nicht?“
Der Weihnachtsmann grinste. Ihm gefiel das kleine MĂ€dchen.
„Gewiss, gewiss“, sagte er. „Hier wohne ich und arbeite zusammen mit den Weihnachtsengeln. Lass uns hineingehen, dann siehst du alles.“
Er öffnete die TĂŒr und als sie in das Haus eintraten, war Laura sehr ĂŒberrascht. Vor sich sah sie eine riesengroße Halle. Sie wirkte viel grĂ¶ĂŸer als man von außen vermutet hatte. Überall standen lange Tische, an denen eifrig kleine Engel saßen und die Geschenke fĂŒr die Kinder bastelten. Es wurde gehĂ€mmert, gebohrt, geschraubt und geklebt. Laura kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mit offenem Mund folgte sie dem Weihnachtsmann und sie kamen in die nĂ€chste große Halle, in der wieder viele Engel am Arbeiten waren. Hier wurden die Geschenke liebevoll in buntes Papier verpackt und mit Schleifen und schönen AnhĂ€ngern versehen. Nachdem sie auch hier eine Weile das geschĂ€ftige Treiben der Engel beobachtet hatten, sagte der Weihnachtsmann: „Jetzt will ich dir etwas zeigen, was du sicherlich kennst“, dann zwinkerte er ihr zu und deutete auf eine lange Treppe, die nach oben fĂŒhrte. Es sah aus, als wĂŒrde sie kein Ende nehmen. Doch schon nach wenigen Schritten kamen sie oben an. Als Laura sich umdrehte und wieder nach unten blickte, war die Weihnachtswerkstatt mit den Engeln wieder weit entfernt. Aber sie wunderte sich heute ĂŒber gar nichts mehr. Der Weihnachtsmann öffnete eine TĂŒr und sie betraten einen gemĂŒtlich aussehenden Raum. In einem kleinen Kamin knisterte und flackerte ein Feuer. Das Zimmer hatte große Fenster mit Ausblick auf eine von Sternen erleuchtete Schneelandschaft. Laura ging nah an das Fenster heran und blickte durch die Scheiben nach draußen. Direkt vor dem Haus stand ein bunt geschmĂŒckter Tannenbaum. Kugeln in allen Farben, Glocken, Lametta und weißes Engelshaar ließen den Baum aussehen wie in einem MĂ€rchen. Dann wanderte ihr Blick weiter durch die dunkle Nacht am Nordpol. Nicht weit entfernt, entdeckte das MĂ€dchen ein weiteres Haus mit einem geschmĂŒckten Tannenbaum davor.
„Wer wohnt denn dort?“, fragte Laura neugierig.
„Das ist das Haus vom Nikolaus“, antwortete der Weihnachtsmann.
„Ach so, der wohnt gleich neben dir. Dann seid ihr bestimmt Freunde, ne?“, bemerkte Laura.
„Hm hm“, entgegnete der Weihnachtsmann und schmunzelte ĂŒber Lauras Redseligkeit.
Dann besah sich Laura wieder das Zimmer. In einer Ecke befand sich ein riesiger Schreibtisch aus dunklem Holz. Davor stand ein schöner Stuhl mit einer hohen Lehne, auf den sich der Weihnachtsmann gerade niederließ. Seine HĂ€nde stöberten in einem Stapel Papier. Es sah aus, als wĂŒrde er etwas suchen. Auf einmal bemerkte er: „Ah, hier ist er ja“, und hielt Laura einen Zettel hin. Laura ging auf den Schreibtisch zu und nahm ein beschriftetes Blatt entgegen.
„Das ist ja mein eigener Wunschzettel“, entfuhr es Laura staunend, „wie kommt der denn hierher?“
„Den hast du mir doch geschickt, oder etwa nicht?“, entgegnete der Weihnachtsmann.
„Ja, aber...“ Gerade wollte sie ihre Zweifel gegenĂŒber dem Weihnachtsmann erklĂ€ren, da kam dieser auf sie zu und sagte: „Ich weiß, dass du nicht mehr sicher warst, ob du an mich glauben solltest. Und genau deswegen habe ich dich heute hierher gelockt. Ich wollte dir zeigen, wie schön die Weihnachtszeit ist und dich wieder dazu bringen, fest an die Dinge zu glauben, an die du glauben möchtest. Auch an mich!“ Dann strich ihr der Weihnachtsmann liebevoll ĂŒber die Haare. Ein glĂŒckliches LĂ€cheln erschien in Lauras Gesicht. Sie hĂ€tte sich nichts Schöneres vorstellen können, als dass diese Ungewissheit endlich vorĂŒber war. Sie war dankbar, dass sie das Weihnachtsfest wieder erleben durfte wie in den Jahren zuvor.
„Lass uns gehen, es wird Zeit fĂŒr dich, nach Hause zu kommen“, sprach der Weihnachtsmann.
Laura nickte, drehte sich um und öffnete die TĂŒr. Als sie hinaustrat, stand sie plötzlich... ...wieder auf der Straßenseite gegenĂŒber von dem Weihnachtsmarkt. Sie drehte sich im Kreis, aber nichts von all dem Zauber war mehr zu sehen. Kein Weihnachtsmann, keine Rentiere, kein Haus mit Engeln. Ihr Blick streifte eine Uhr. Es war zehn nach halb sechs. Nur wenige Minuten waren vergangen. Die Reise mit dem Weihnachtsmann war ihr wie mehrere Stunden vorgekommen. Hatte sie am Ende alles nur getrĂ€umt? Laura war enttĂ€uscht. BetrĂŒbt machte sie sich auf den Heimweg. Da bemerkte sie plötzlich, dass sie etwas in ihrer Hand hielt. Sie schaute hin und entdeckte ihren Wunschzettel, den ihr eben noch der Weihnachtsmann gegeben hatte. All ihre Fröhlichkeit kehrte mit einem Male zurĂŒck. Es gab ihn also doch, den Weihnachtsmann. Sie hatte sogar sein Haus mit den vielen Weihnachtsengeln gesehen. In Gedanken an ihr schönes Erlebnis ging Laura glĂŒcklich und zufrieden lĂ€chelnd nach Hause.

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