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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die kluge Raupe
Eingestellt am 04. 07. 2003 10:29


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Wendy
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2003

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Die kluge Raupe

Eine kleine, gelbbrĂŒstige Meise flog vergnĂŒgt durch einen Park. Auf einem Blatt entdeckte sie eine kriechende Raupe.
"Die kommt mir gerade recht", dachte sie und steuerte zielstrebig den Leckerbissen an. Nur um Haaresbreite verfehlte sie das Blatt und landete auf einem Zweig. Die kleine Raupe bangte um ihr Leben und sagte mit zartem Stimmchen: „Du hast wohl eine Meise, mich so zu erschrecken!“
Überrascht schaute die Meise sie an: „Nicht einmal richtig sprechen kannst du dummes Ding, das heißt – du bist wohl eine Meise.“
„Nein! Du hast wohl eine Meise“, wiederholte die Raupe. “Weißt du ĂŒberhaupt wen du vor dir hast?“
„Ja, ja“, zwitscherte das Vögelchen, „ich rede mit meinem Abendbrot.“

Die kesse Raupe versuchte Zeit zu gewinnen. „Du wirst es nicht glauben, aber ich bin schon fast ein Schmetterling. Du musst noch ein wenig Geduld mit mir haben. Die Sache ist nĂ€mlich so: Meine Schmetterlingsmutter hat mich als Ei abgelegt, nach einiger Zeit bin ich geschlĂŒpft und als Raupe zur Welt gekommen. Jetzt fresse ich ganz viele BlĂ€tter, damit ich schnell grĂ¶ĂŸer werde. Wenn ich weiter wachse, streife ich öfter meine zu eng gewordene Haut ab.“

„Und wozu soll das alles gut sein?“, fragte die Meise ungeduldig, dabei lief ihr schon das Wasser im Schnabel zusammen.
Die Raupe plapperte unbeirrt weiter und hoffte, dass die Meise irgendwann mĂŒde wurde und sie verschonte. „Ich suche mir einen ruhigen Ort, hefte mich an einen StĂ€ngel, dann wird meine Haut ganz fest.“

„Ach komm schon, du willst mich doch nur hinhalten“, schilpte die Meise ungehalten.
„Es geht noch weiter Vöglein, da wirst du bestimmt staunen! Ich verwandele mich in eine Puppe und nach zwei Wochen platzt mein Kokon auf.“
Die Raupe holte noch einmal tief Luft und setzte ihre Geschichte fort: „Aber, das Beste kommt jetzt − ich klettere heraus und entfalte vorsichtig meine bunten FlĂŒgel.“

„So eine dumme Geschichte habe ich noch nie gehört“, schrie die Meise. „Pah, eine Raupe die FlĂŒgel bekommt, da kann ich nur zwitschern!“
„Warte es nur ab, als Schmetterling kann ich mit dir um die Wette fliegen und wir werden sehen, wer von uns beiden schneller ist.“
Die Meise schaute die kleine Raupe nachdenklich an. „Also gut, ich gebe dir etwas Zeit, aber wenn du mich angeschwindelt hast, dann fresse ich dich spĂ€ter. Von jetzt an werde ich dich im Auge behalten!“
Die kleine Meise breitete ihre FlĂŒgel aus, schĂŒttelte noch einmal zweifelnd ihr schwarzes Köpfchen und flog davon.

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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

Werke: 29
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Die Idee gefĂ€llt mir! FĂŒr Kinder ist die Geschichte lehrreich und witzig. Ich wĂŒrde aber an der einen oder anderen Stelle noch ein wenig herumfeilen, um mehr Spannung aufzubauen. Da Ende kam mir etwas plumb vor. Es könnte noch etwas "runder" werden, aber dann ist die Geschichte bestimmt ein Hit!!!
Gruss
Sabine

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Wendy
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2003

Werke: 13
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Hallo Sabine,
danke fĂŒr Deinen Kommentar. Eigentlich sollte es eine Fabel sein. Wo genau siehst Du Handlungsbedarf?
Liebe GrĂŒsse
Wendy

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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

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Also, nach nochmaligem Durchsehen habe ich ein paar kleine Dinge notiert.
Zuerst wĂŒrde ich den ersten Satz unterbrechen und zwei daraus machen. Dann kenne ich das Wort "passrecht" nicht. Viele Kinder wahrscheinlich auch nicht.
Und der Rest ist so ein bisschen Feinarbeit. Mir fehlt ein bisschen die Spannung, z.B. : die Raupe versucht Zeit zu gewinnen: wie fĂŒhlt sie sich dabei? Ist sie verzweifelt? Eigentlich mĂŒsste sie doch Todesangst haben! Und die Geschichte, mit der sie ihr Leben retten möchte, fĂ€ngt auch recht verhalten an. Wie wĂ€re es denn mit: Also eigentlich bin ich gar keine Raupe, sondern ein Schmetterling? So etwas in der Art. Sie muss diese Meise doch mit ihrer Story total umhauen, sonst ist sie nichts mehr als ein Leckerbissen. Dann schreibst Du, dass die Raupe "plappert". Das finde ich ein bisschen zu positiv und leicht fĂŒr ihren Zustand.
Und wieso ist die Meise am Ende nachdenklich geworden und verschont die Raupe, obwohl sie zwei SĂ€tze vorher noch absolut anderer Meinung ist?
Und am Ende: wie fĂŒhlt sich die Raupe und was denkt die Meise wenn sie wegfliegt?
Außerdem fehlte hier und da noch ein Komma.
Versteh mich nicht falsch. Das sind alles nur Anregungen. Im Prinzip ist eine Geschichte immer ein StĂŒck Kunst und damit Geschmackssache. Wenn Du sie so in Ordnung findest, dann lass sie so. Ich bin auch nicht besonders gut im Korrigieren. Ich schreibe lieber selber. Aber vielleicht bringt Dir ja die eine oder andere Anregung noch ein bisschen Pfeffer in die Geschichte.
Ansonsten ein schönes Wochenende.

Gruss
Sabine

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Wendy
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2003

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Liebe Sabine,
vielen Dank noch einmal fĂŒr Deine MĂŒhe. Das Wort "passrecht" habe ich aus Berlin. >Du kommst mir gerade passrecht<. Im Wörterbuch steht u. a. "einem Maß genau entsprechend".
Ich habe ein wenig Bedenken, wenn ich zu ausfĂŒhrlich werde, dass ich dann das Grundschema der Fabel verfehle. Der eigentliche Sinn tritt erst duch den unerwarteten Schluss zutage. Hm, ist auch nicht so mein Ding!
Übrigens gefallen mir die meisten Deiner Kindergeschichten sehr gut. Die Ideen sind ausgezeichnet. Weiter so!
Liebe GrĂŒsse
Wendy

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Petra
AutorenanwÀrter
Registriert: Dec 2000

Werke: 19
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Liebe Wendy,

vor einigen Tagen schon hatte ich Deinen Text gelesen und muss gestehen, ich jedenfalls finde ihn ĂŒberhaupt nicht schlecht. Ihn hatte ich von vornherein nicht als Kindergeschichte aufgefasst (das ist doch ersichtlich), sondern als TiermĂ€rchen/ Fabel. Und als solche halte ich ihn durchaus fĂŒr gelungen.
Wenn man sich den ersten Satz ansieht (und das zieht sich durch den gesamten Text), dann hat man hier als Leser bereits alle Informationen, die man (erstmal) braucht. Es geht um eine Meise. Wie sieht sie aus? Wie ist ihre innere Verfassung? Wo befinden wir uns? Andere brauchen dafĂŒr zwei, drei, vier, fĂŒnf SĂ€tze; ob das besser wĂ€re?

Trotzdem sind auch mir ein paar Kleinigkeiten aufgefallen - sorry, mir fÀllt immer irgend etwas auf :

1. > >Du hast wohl eine Meise KOMMA mich so zu erschrecken.<
Überrascht schaut die Meise sie an: >Nicht einmal richtig sprechen kannst du dummes Ding, das heißt – du bist wohl eine Meise.< <
Anstelle des ĂŒberrascht hĂ€tte ich zunĂ€chst ein ĂŒberheblich oder etwas Ă€hnliches mir erwĂŒnscht, andererseits tritt die Arroganz der Meise ja bereits im Dialog zutage. Vielleicht sollte man es doch so lassen?

2. > >Die kesse Raupe versucht Zeit zu gewinnen: >Du wirst es sicherlich nicht glauben, aber ich bin schon fast ein Schmetterling.< <
Hier ist es ja in der Tat so, dass die Raupe um ihr Leben plappert - und alles versuchen muss, um die Meise von ihrer Unschmackhaftigkeit zu ĂŒberzeugen. Vielleicht in etwa so: >Du wirst es sicherlich nicht glauben, aber ich schmecke noch nicht wirklich, denn ich bin noch nicht richtig entwickelt. Erst wenn ich ein Schmetterling bin, werde ich so richtig köstlich sein. Du musst allerdings noch ein wenig Geduld mit mir haben. Die Sache ist nĂ€mlich so: [...]<

3. > >Warte es nur ab - als Schmetterling kann ich mit dir um die Wette fliegen und wir werden sehen, wer von uns B- > beiden schneller ist.<
Die Meise hat Mitleid mit der kleinen Raupe und schaut sie nachdenklich an: [...]<
Kann sein, dass die Meise Mitleid hat, weil sie weiss/ ahnt/ glaubt, dass sie Raupe als flugtĂŒchtiger Schmetterling unterliegen wird. Aber ich habe sie eher neugierig gesehen. Denn sie glaubt ja nicht an die Worte der Raupe. Das wird man ja erst noch sehen. Und von oben herab ist die Meise ja auch (wie gehabt). Worauf der Fokus liegen soll, liegt also im Ermessen des Autos. Infofern ist es also gĂ€nzlich egal, was fĂŒr Betrachtungen ich hier dazu anstelle . Ist ja auch egal - es geht ja nur darum, darzustellen, welchen Eindruck Deine Geschichte auf mich gemacht hat.

4. Kommata, z.B. nach wörtlicher Rede, z.B.:
>So eine dumme Geschichte habe ich noch nie gehört!< KOMMA schreit die Meise.

Das war auch schon alles.
Wie gesagt - mir gefÀllt Dein Text sehr gut!

Viele GrĂŒĂŸe.
Petra

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Wendy
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2003

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Liebe Petra,
vielen Dank fĂŒr Deinen Kommentar. Die Kommatas habe ich ergĂ€nzt.
Freut mich, dass die Fabel doch noch eine Liebhaberin gefunden hat.
Liebe GrĂŒĂŸe
Wendy

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