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Leselupe.de > Fremdsprachiges und MundART
Die siem Jeißlein auße Sicht vom Wolf
Eingestellt am 09. 11. 2002 11:26


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Katjuscha
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Die siem Jeißlein auße Sicht vom Wolf - untajetaucht in Berlin

Juten Tach,

Dett is doch echt ne Sauerei, wat die Leute da üba een azähln. Da tragn se den kleen Jörn tag ein tagaus Lüjenmärchen von unsaeina vor, so datt die Angst ham, wennse meene Vettan in Zoo sehn. Diesa Sensationsjournalismus hat aus mia und meene Vawandtn echt een Kindaschreck jemacht. Ick will hier mal eens klar stelln: Ick bin Vegetaria, oder wie die Leute heeßn, die keen Fleesch futtan, weil ick allerjisch bin und inne Zeiten von BSE is dett sowieso bessa uff Jemiese umzusteijn, ooch wenn da die Jene anjeblich vadreht sind. Aba ick hab nischt mit Kidnäpping oda so an Hut wie inne Medien üba mia berichtet wird. Allet Lüje! Schuld an die janze Sache wa die alte Zicke, die ihre Jörn nich richtig in Jriff hat. Dett mitte siem Jeißlein wa nämlich so:
Dett wa son jrauslich kalter Tach in Januar. Ick hat keen Dach üban Kopp, weil mia meen Vamieta in Jrunewald, wo ick nach den Fall mit diese Mistjöre mit dem roten Deckel aufm Kopp untajetaucht bin, rausjeschmissn hat, denn ick hat keen Jeld mehr zum Zahln. Ick also obdachlos und uffe Straße. Ick hatte een riesjen Kohldampf. Zu meen Unjlück bin ick denn zu dett Haus jejang, watt mia späta zum Vahängnis jewordn iss. Aba in dett Haus, wo die Zicke mit ihre siem Jeißlein wohnt, roch dett einfach so jut nach Möhrneintopp – mein Leibjericht. Ick wollt ja nur een Löffelchen Warmet in Bauch. Ick also rin in Jartn und jeklingelt. Doch keena machte uff. Plötzlich jeht ditt Fensta uff und een Eima kaltet Wassa wird uff mia jeschüttet. Dett wa eena von die Kleen. Ick also pudelnaß und kalt. „Wia dürfn keen rinlassn. Mama is nich da“ hat eena jeschrien. Ick, sowieso schon heisa von dett kalte Wetta, fragte, ob die nich een warmet Süppchen füa mich hamm. Also nischt mit Kreide jefressn! Ick quatsch imma so, wenn ick akältet bin. Da jing die Tüa uff und een son Kleenet jab mir ne Tasse. Als ick die jreifn wollte, knallte der die Tüa zu. Hab mia voll meene Pfote vastaucht und mia mitn Taschentuch vabundn. Und die azähln, ick hätt mia da Mehl ruffjemacht. Nischt is, vawundet ham se mia!
Als ick jrade wieda jehn wollte, kam een Kleena hinta mia her und zog mia doch jlatt an Schwanz. Ick bin ja echt die Jeduld in Wolf und liebe kleene Jörn, aber dett jing mir doch zu weit. Der Zicke sollte man echt ma dett Jujenamt uffn Hals schickn, dett die merken, dett die Kids ne anständje Aziehung brauchn. Ick jriff mir also dett kleene Jeißlein und nimm dett mit, um die Mutta zu suchen und zur Rede zu stelln. Der Kleene jröhlte wie am Spieß und die andan Kleen hinta mia her. Außer ditt Eene janz Kleene von die Quäljeister. Als wa anne Lichtung komm, stolper ick plötzlich und schlag mir voll den Nüschel uff. Ich jleich voll wegjetretn und die Kleen ham wahrscheinlich so jeschrien, dat alle Leute kam. Mia wollten se jleich als Kindaschända abstempeln, ohne meene Story zu hörn. Die Kleen azählten echt Horrorjeschichtn üba mia. Die olle Zicke war ooch dabei und kam uff mia zujepest, datt ick nich mehr wußte, watt wa. Ich stolpa wieda und voll in Brunn´ rin. Aba anstatt mia zu helfn, sind se alle abjehaun. Ham mia alleen jelassn in dett nasse Loch. Een Vetta von mia hat mia dann jeholfn. Den Majen auspumpn mußtn se mia. Aba jetzt bin ick wieda fit. Doch meen Leben ist vafuscht durch den Rufmord mit die Sache hia. Den Medienrummel könnse sich ja vorstelln, der danach wa. Ins Jefängnis wolltn se mir einlochen füa nischt und wieda nischt. Da ick keen jutn Anwalt jekricht hätte, wer vateidicht schon Sittenstrolche, bin ick lieba unterjetaucht. Ick will ja nur Jerechtigkeit. Ick bin een jrundanständiga Wolf und hab´n Recht uff een freiet ehrwürdjet Leben. Ick werd dett vor Jericht einklagn, aba echt. Find keene Arbeet mehr. Wer stellt schon´n Kindaschända inn? Keene Arbeit - keen Jeld – keene Wohnung! Da kann ick mia echtn Strick nehm!
Ick jeb ihn een Tip füat Leben: Lassn se sich nich mit ollen Zicken ein, die bring nischt als Unjlück! Nischt als Unjlück!

Mit freundlichm Jruß Ihr Jevatter Wolf
__________________
Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist wirklich ein Mensch. (Erich Kästner)

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damaskus
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Nee, so nicht

Oha ... det kannste net mache ... Hab den ersten Satz gelesen, muss dir aber sagen, dass ich nicht weitergemacht habe. Tut mir leid, is´ne echt süße Idee, aber so wat kannste nu echt net mache.
Nein, im Ernst, das ist alles andere als "flüssig" zu lesen. Das Auge bleibt auf jedem Wort kleben, der Verstand wird gehindert den Verlauf des Textes nachzuvollziehen (meiner ohnehin). Das ganze ist etwas kurios, vielleicht originell gedacht, aber da kommt kein Lesespaß auf.

Mächtiges Sorry
Damaskus

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Katjuscha
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Berlin Berlin

Hallo Damaskus,

das ist schade, dass du meine Geschichte nicht magst. Ich kann verstehen, dass Dialekte nicht für alle was sind - vor allem, wenn es nicht der eigene ist. Andere Leute denken da eben ganz anders - in Potsdam ist die Geschichte sehr gut angekommen. Ich habe sie in der 1. Brandenburgischen Literaturnacht im Theater Potsdam vorgelesen und hatte ein erheitertes Publikum. Aber Geschmäcker sind verschieden.
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Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist wirklich ein Mensch. (Erich Kästner)

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damaskus
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Hey, Katjuscha, freut mich, dass du nicht sauer bist. Ich dachte mir schon, dass die Berliner voll auf so einen Text anfahren, ich meine wir Schwaben tun das ja auch (mehr oder weniger). Ich habe nur allgemein gesprochen, weil ich dachte, dass die Masse nich bereit sein wird, einen solchen Text über lange dauer zu lesen, auch wenn er nicht schlecht ist.
So ist er ja ganz witzig, umschreiben kann man den eigentlich nicht, da geht irgendwas verloren. Aber für mich als nicht-Berliner sind die Worte schwer zu lesen.

Damaskus

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Katjuscha
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Dialekte und andere Krankheiten

Nu issa bei Mundartliches eingetragen. Leider liest den Text da keiner mehr wirklich )o:
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Parsifal
Guest
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Hallo Katjuscha,

das Problem liegt m.E. darin, daß Du (anders als Tucholsky) versuchst, jedem Wort einen berlinischen Klang zu geben. Vorgelesen klingt so etwas ganz anders. Was z.B. bei der plattdeutschen Sprache möglich ist, läßt sich bei Dialekten nur sehr schwer umsetzen. Es ist etwa so, als wollte man den Duft eines Parfüms in Worten beschreiben.

Herzlichst
Parsifal

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