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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein besonderer Duft
Eingestellt am 15. 08. 2003 23:32


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Traum
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2003

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Ottilie war nerv├Âs, sehr nerv├Âs sogar. Seit einiger Zeit kam ihr Mann Harald nach Hause, umgeben von einer leichten Duftwolke Parf├╝m. Immer wieder duftete er anders. Ergo hatte Harald mit mehreren Frauen zu tun, wenn er unterwegs war.
Er hatte sich ver├Ąndert! Da gab es keine Zweifel. Wann hatte er fr├╝her schon ein Liedchen gepfiffen? Aber jetzt?! Pfeifend h├Ârte sie ihn schon das Treppenhaus hinaufgehen, bevor er duftumschw├Ąngert in die Wohnung zur├╝ck kam.
So hatte sie sich das nicht vorgestellt, wen Harald Rentner w├╝rde. Wie herrlich bunt hatten sie sich diese Zeit ausgemalt! Wieviel Pl├Ąne f├╝r die Zukunft geschmiedet! Alles, was sie vorher immer aufgeschoben hatten, wollten sie dann tun.
Aber da waren auch ihre Kinder, gut verheiratet, und die Enkel. Es hatte sich eingeb├╝rgert, da├č die Oma zur Stelle war, wenn ein Babysitter gebraucht wurde. Wenn die Blumen versorgt werden mu├čten,- wenn, wenn, wenn...
Aus Ottilie war eine "Reihum-Oma" geworden. Und sie konnte schlecht nein sagen. Den Bitten ihrer Kinder und Enkel gegen├╝ber war sie hilflos.
Harald hatte eine Zeit lang dem Treiben zugesehen. Er lie├č dann kleine Bemerkungen fallen, wie: "Meinst Du nicht, da├č Du vor lauter Hilfsbereitschaft aufgefressen wirst?!" oder: "Ottilie, denk' doch mal zur├╝ck, was wir alles unternehmen wollten, wenn ich in Rente bin!"
Ja, und dann begann er allein fortzugehen. Gerade zu dem Zeitpunkt, als das neue Cafe in der Stadt aufgemacht hatte, das nachmittags immer zum Tanztee einlud. Sie selbst war noch nie dort gewesen, aber Harald lobte es in den h├Âchsten T├Ânen, verschwieg auch nicht und schw├Ąrmte davon, da├č es dort nette Frauen g├Ąbe, die gerne mit ihm tanzten.
Ottilie beschlo├č nun, der Sache auf den Grund zu gehen. Nein- diesmal w├╝rde sie nicht Babysitter machen f├╝r ihre Enkel. Aber das brauchte Harald nicht zu wissen. Sie wollte ihm heimlich nachlaufen und sich vergewissern, was er an diesem Nachmittag so alles trieb. Mit welchen Frauen er verkehrte- und zwar so intim, da├č der Parf├╝mduft ihn bis zur Wohnung begleitete.
Harald ging ein gutes St├╝ck vor ihr. Herausgeputzt wie der Graf von Luxenburg pers├Ânlich. Aber er schlug nicht die Richtung zum Tanzcafe ein. Komisch, dachte Ottilie: Nein, er ging schnurstracks Richtung Stammkneipe, trat dort ein, dann sah sie ihn durch das Fenster am Tresen sitzen.
Ottilie hatte alle Zeit der Welt mitgebracht. Sie nahm auf der Bank im Park gegen├╝ber Platz und wartete darauf, wann er die Kneipe verlassen w├╝rde. Es dauerte ├╝ber eine Stunde; dann sah sie ihn Richtung Supermarkt gehen. Dort wurde sie neugierig und verfolgte ihn zwischen den Regalen. Wunderte sich, als er die Kosmetikabteilung betrat und sich an den Testflaschen diverser Parf├╝ms zu schaffen machte. Schlie├člich entschied er sich f├╝r eine Duft ud spr├╝hte sich geh├Ârig damit ein. Dann verlie├č er pfeiffend den Supermarkt
ohne etwas zu kaufen.
Ottilie schmunzeln, und ein gro├čer Stein fiel ihr vom Herzen. Insgeheim hatte sie ihren treuen Ehemann in Verdacht gehabt, da├č aus ihm ein Sp├Ątcasanova geworden sei. Man h├Ârt ja immer wieder, da├č M├Ąnner in einem gewissen Alter den "Johannistrieb" sp├╝ren.
Sie hatte begriffen. Harald wollte sie eifers├╝chtig machen. Was ihm fast gelungen war. Aber eben nur fast!- Und sie hatte auch verstanden, warum er diese Show durchzug. Sie w├╝rde daraus lernen. Sie war nicht nur Mutter ud Oma. Sie ist immer noch Ehefrau. Seine Frau!
Und das w├╝rde sie auch ihren Kindern klar machen. Da├č sie und Harald ein Anrecht auf ein Leben voller Gl├╝ck haben, denn ihre Zeit war zu kostbar, zum Verlieren zu schade.
__________________
Den anderen nehmen wie er ist. Kritik ist fruchtbar, darf aber nicht zerst├Âren.

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Traveller
???
Registriert: Jun 2003

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Die Geschichte beginnt gut, macht neugierig, flacht dann immer mehr ab und verkommt dann fast zur Belehrung. Schade drum, denn da liesse sich mehr daraus machen.

Gerade der Schluss k├Ânnte sehr erotisch geschrieben sein, indem sie sich einl├Ąsst aus seine Phantasien.
__________________
Einen wundersch├Ânen Tag w├╝nscht

Traveller Peter

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Traum
One-Hit-Wonder-Autor
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Anderer Schlu├č

Hallo Traveller,
vielleicht artet meine Geschichte in Belehrung aus, ganz sicher sogar! In meinem Umkreis gibt es einfach zuviele "Reihum-Omis", und deshalb meine Hoffnung, da├č sie etwas umdenken.Aber ich finde es toll, Deine Anregung f├╝r den Schlu├č der Geschichte.
Sollte "Sie" nun immer in eine andere Rolle schl├╝pfen, oder wie war das gedacht?!
Wir haben im Rahmen der "Frauenkulturwochen" dieses Jahr eine Lesung gehabt , mit Thema: "...zeitlos erotisch, Frauen schreiben...", die Älteste war 82 Jahre, es gibt keine Altersgrenze, auch in der Erotik.
Viele Gr├╝├če vom Bodenseeufer
Traum
__________________
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Traveller
???
Registriert: Jun 2003

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Mein Ende !

Insgeheim hatte sie ihren treuen Ehemann in Verdacht gehabt, da├č aus ihm ein Sp├Ątcasanova geworden sei. Sie hatte ja schon ├Âfter geh├Ârt, da├č viele M├Ąnner in einem gewissen Alter den "Johannistrieb" sp├╝ren.
Nun begriff sie. Harald wollte sie eifers├╝chtig machen und das war ihm fast gelungen. Sie verstand nun, warum er diese duftende Show durchzog.
Na ja, sie w├╝rde es Harald schon zeigen, dass sie nicht nur Mutter ud Oma war. Sie ist immer Frau und seine Frau! In ihr wuchs der alte Reiz der Begehrlichkeit und ├╝berlegte sich, mit was sie ihren Harald ├╝berraschen konnte. So eilte sie ebenso zu den Parf├╝men und nebelte sich ein. Als er nachhause kam, war sie in ihrem h├╝bschesten Kleid gerade dabei ausser Haus zu gehen. Mit Freude sah sie den Schrecken von Harald und liess sich gerne von ihm begleiten.

Der Abend war wundersch├Ân und sie versprach Harald, dass sie nun auch den Kindern klar machen w├╝rde, da├č sie mit Harald ein Anrecht auf ein Leben voller Gl├╝ck habe. F├╝r beide m├╝sse Platz sein und das Altersgl├╝ck den Familieninteressen nicht nachstehen d├╝rfe.
Harald war ├╝ber die Wandlung ├╝berrascht und freute sich seiner lieben Frau. Was war da wohl geschenen?

Hi Traum,

hab mal Dein Ende etwas umgeschrieben. Ist noch nicht optimal, aber in etwa so, w├╝rde ich es ver├Ąndern.

Sch├Âne Gr├╝sse an das andere Bodenseeende !
Denn ich geh gleich bei Sipplingen schwimmen im See.
__________________
Einen wundersch├Ânen Tag w├╝nscht

Traveller Peter

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blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

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Hallo, Traum

Eine nette Geschichte, die du uns da zeigst. Zuerst dachte ich, Moment, das kenne ich doch, er lernt heimlich tanzen, f├╝r sie, die Kinder werden misstrauisch..., alles schon dagewesen.

Dann findest du eine neue Variante, die mir recht gut gef├Ąllt. Allerdings ist auch mir die "Moral von der Geschicht" ein bisschen dicke, da muss ich Traveller beipflichten. Nur h├Ątte ich angesichts beider Varianten eine Frage: Wo ist der grunds├Ątzliche Unterschied? Ob Ottilie ihre Zeit den Kindern und Kindeskindern widmet, oder ob sie sich wieder mehr um ihren Mann und seine W├╝nsche k├╝mmert - Wo bleibt Ottilie? Wann tut sie all das, was sie im Geheimen immer tun wollte. Notabene: Das sie tun wollte, nicht was sie und ihr Mann sich gemeinsam vorgenommen haben: Gab es da nichts? Gar nichts? Arme Ottilie. Was f├╝r ein Leben...

Ich muss unbedingt anmerken, dass mir die Szene sehr gut gef├Ąllt: Er l├Ąsst sich beduften und verduftet sofort wieder. Was f├╝r ein wundersch├Ânes Bild findest du daf├╝r, dass Harald seine Ottilie lieb hat!

Sch├Âne Gr├╝├če von blaustrumpf
__________________
Daf├╝r bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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Traum
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2003

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Hallo Blaustrumpf

...spinnen wir doch den Faden weiter. Ottilie ist nicht so dumm, sonst w├Ąre sie ihrem Harald nicht nachgelufen. Aber vielleicht dreht sie den Spie├č jetzt um? Setzt von Ihrer Seite aus Signale: was ihr gef├Ąllt. Und Harald setzt sich auf ihre F├Ąhrte, vor lauter Liebe. Hmmm?!
Vielen Dank f├╝r Deine Beitrag.
W├╝nsche eine sch├Ânen Abend
Traum
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