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Leselupe.de > Horror und Psycho
Ein verhängnisvoller Fehler
Eingestellt am 14. 12. 2004 08:22


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markmel
Hobbydichter
Registriert: Nov 2004

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Kapitel 1

Am Tag, an dem
Die Last auf Deinen Schultern
Unerträglich wird
Und Du strauchelst,
möge die Erde tanzen,
Dir das Gleichgewicht wiederzugeben.
Und wenn Deine Augen
Hinterm grauen Fenster
Zu Eis erstarren
und das Gespenst des Verlusts
sich in Dich einschleicht,
möge ein Schwarm von Farben,
Tiefblau, Rot, Grün
und Azur, herbeikommen,
Dich auf einer Au der Freude
aufzuwecken.
(Altes keltisches Sprichwort)



Es war viertel nach Eins als es an seiner Wohnungstür klingelte und er aus den schönsten Träumen gerissen wurde.

Ted räkelte sich auf seinem Seidenlaken, und weigerte sich, seinen Verstand mit der Realität zu konfrontieren. Zu angenehm waren seine Träume gewesen, welche durch das Klingeln ein abruptes Ende gefunden hatten.

Wie so oft hatte er wieder von Frauen geträumt die er erobern konnte, um sie, sobald sie ihren Reiz für ihn verloren hatten, eiskalt abzuservieren.

Doch eigentlich gab es für ihn keinen Grund sich zu beschweren, hatte sich doch sein ganzes Leben im Laufe der Zeit zu einem einzigen Traum entwickelt.

Ted Cummings fehlte es an nichts. Er bewohnte ein Apartment in einer der besten Gegenden von New York, es strahlte Luxus und Dekadenz aus.Schon die Einrichtung seines Schlafzimmers war mehr wert als das Jahresgehalt eines Durchschnittsbürgers betrug. Er liebte diesen Luxus, und trug diese Vorliebe auch gerne nach aussen, stellte sie zur Schau wie der stolze Pfau sein Federrad.

Sein Bett war in Handarbeit speziell nach eigenen Wünschen gefertigt worden, den Boden zierte feinstes französisches Marmor. Der Kleiderschrank aus kanadischem Teakholz hatte Ausmasse, die manch anderer schon fast als Wohnraum hätte nutzen können.

Doch er brauchte diesen Platz, denn Ted Cummings legte sehr viel Wert auf sein Äusseres, und dazu gehörte auch ein wohl gefüllter Kleiderschrank. An den Wänden hatten zwei Bilder eines berühmten Malers ihren Platz gefunden, selbstverständlich Originale, den Ted sehr verehrte. Wohl aus dem Grunde, da die Bilder einen ebenso verschrobenen Bezug zur Realität ausdrückten, wie er ihn selbst in sich trug. Dieser Gedanke war ihm natürlich nicht bewusst, und er hätte es weder sich noch anderen gegenüber jemals eingestanden.

Überhaupt machte er sich sehr wenig Gedanken über sein Leben, und noch weniger um dass der Leute um ihn herum. Ihn kümmerte es nicht, wenn er in der Zeitung von Menschen las denen es bei weitem nicht so gut ging wie ihm. Die Tragödien die sich in der Welt abspielten berührten ihn nicht im Geringsten. Er lebte wie eine Figur in einer Glaskugel, in dem Gedanken dies sei die ganze Welt.
Das Einzige womit er sich täglich befasste war einzig und allein sein eigenes Wohlbefinden. Schliesslich konnte er ja nichts dafür dass es nicht jedem so gut ging wie ihm. Er hatte sich sein Glück seiner Meinung nach hart erkämpft, und empfand es mehr als gerecht sich nun auf seinen Lorbeeren auszuruhen.

Es war nicht ungewöhnlich dass er um diese Zeit noch schlief, wirkliche Verpflichtungen hatte er keine. Der Gedanke an Arbeit war ihm fremd, und nötig hatte er es ohnehin nicht, sich sein täglich Brot zu verdienen. Er hatte niemals in seinem Leben arbeiten müssen um sich seine Wünsche erfüllen zu können. Nie lernen müssen was es hiess für einen Traum zu sparen, oder sich auch mal im Verzicht zu üben.

Seine Eltern waren sehr wohlhabend, und hatten ihm, nach ihrem plötzlichen Tod, ein beachtliches Vermögen hinterlassen. Er dachte nicht gerne an seine Kindheit zurück, zu sehr lastete die Vergangenheit auf ihm. Erlebnisse, die Ted auch mit allem Geld der Welt nicht aus seinem Gedächtnis zu streichen vermochte.

Sein Vater, Bill Cummings, hatte sich im Laufe seines Lebens ein kleines Imperium aufgebaut. Er hatte sehr schwer und hart gearbeitet, um aus seinem kleinen Ein-Mann-Betrieb eine Firma mit über 80 Angestellten zu machen, die auch weit über die Grenzen New Yorks hinaus bekannt und angesehen war. Als er in den Nachkriegsjahren erkannte dass es niemanden in seiner Umgebung gab der sich auf den Import von seltenen Hölzern spezialisiert hatte, ergriff er die Gelegenheit, nahm sein wenig Erspartes zusammen und gründete die Cummings Corporation. Allen Unkenrufen und Anfangsschwierigkeiten zum Trotze hielt er an seiner Idee unnachgiebig fest. Nach nur wenigen Jahren hatte er es allen Skeptikern gezeigt und der Name \"Cummings Corporation\" war ein Name geworden der jedem, nicht nur in der Holzbranche, ein Begriff war.

Bill war stets ein liebevoller Ehemann und Vater gewesen. Er arbeitete hart um seiner Familie ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen.. Zeit war dadurch nur Mangelware, aber die wenigen freien Stunden die ihm zur Verfügung standen verbrachte er am liebsten im Kreise seiner Familie. Nachbarn und Freunde beneideten die Cummings nicht selten um ihr Verhältnis und ihr Leben. Kurzum, sie waren in vielen Augen eine perfekte Bilderbuchfamilie.

Das liebevolle Verhältnis zu seinem Sohn änderte sich jedoch als klar war, dass Ted ganz andere Pläne und Vorstellungen von seinem Leben hatte, als in die Fussstapfen seines Vaters zu treten und einmal die Firmenleitung zu übernehmen.

Ted hatte niemals Ziele gehabt die er durch eigene Arbeit erreichen wollte, mit der sicheren Gewissheit im Hinterkopf dass er einmal das Vermögen seiner Eltern erben würde, und sich so ein sorgenfreies Leben ermöglichen könnte.

Er hatte schon in frühen Jahren gelernt dass man mit Geld so einiges bewegen konnte. Er war während seiner Schulzeit bei den Mitschülern anfangs nicht sehr beliebt gewesen, was sich schlagartig änderte als Ted erkannte dass man nicht nur Gegenstände mit Geld kaufen konnte, sondern auch Menschen und deren \"Freundschaften\". Wann immer er schon in seinen jungen Jahren auf Probleme stiess, besann er sich auf seine finanziellen Möglichkeiten, u nd räumte sie dadurch aus dem Weg. Geld regiert die Welt war ein Motto welches Ted mehr als sprichwörtlich nahm.

So hatte er auch seinen damaligen Klassenkameraden Alex Hunter schnell ins Abseits stellen können, als dieser ihm Prügel androhte, weil er Teds Intrigen und fiese Machenschaften durchschaut hatte. Ted lud die kräftigsten seiner Mitschüler ins Kino ein, finanzierte ihnen ein paar Hamburger, und schon war es Alex Hunter der eines Nachmittages mit blutiger Nase den Schulhof verliess.

Er war sich auch damals schon durchaus seiner Wirkung auf das weibliche Geschlecht bewusst, welche er durch seinen Charme, sein Äusseres, sowie Geschenken zu beeindrucken wusste.

Geld spielte durch seinen vermögenden Vater keine Rolle, und während andere Jungs in seinem Alter in der Ferienzeit arbeiten gingen, sonnte er sich lieber am Badesee und liess seine Seele baumeln. Bill Cummingshatte sich damals noch keine Gedanken über das Verhalten seines einzigen Sohnes gemacht, in dem Glauben er würde sich und seine Einstellung ändern, im Laufe des Erwachsen werdens. Ted sollte eine glückliche und unbeschwerte Kindheit erleben. Eine Kindheit die nicht von Krieg, Armut und Arbeit geprägt war, wie sie Bill selbst durchlebt hatte. Das dies ein folgenschwerer Fehler war, erkannte Bill erst als er eines Morgens mit seinem Sohn in einen heftigen Streit geriet, und ihm dieser offenbarte dass er niemals die Firma übernehmen werde. Woraufhin dieser ihm den Geldhahn abdrehte. Er strich ihm kurzerhand die monatlichen Schecks und Ted drohte von Heute auf Morgen ein Niemand zu werden.

Doch nicht mit Ted Cummings, er wollte kein Niemand werden wie all die Anderen draussen auf der Strasse, die jeden Morgen zu ihren unterbezahlten Jobs hetzten und die er so verachtete.

Er hatte sich nach dem Abschluss an der Highschool einen sehr kostspieligen Lebenswandel angeeignet, was nur durch das Geld seines Vaters möglich war.
Wenn es nach ihm gegangen wäre hätte er nicht einmal die Schule abgeschlossen, zu sehr nervten ihn die Lehrer und der Zwang etwas leisten zu müssen. An Intelligenz mangelte es ihm nicht, und so wusste er, dass er seinen Vater nicht zu sehr verärgern durfte. So hangelte er sich trotz innerer Ablehnung mehr schlecht als recht bis zum Abschluss durch. Aber die Firma seines Vaters zu übernehmen, das ging Ted dann doch entschieden zu weit. Er war angewidert von dem Gedanken Verantwortung tragen zu müssen und einer regelmässigen Arbeit nachzugehen.
Das sein Vater ihm tatsächlich sämtliche Mittel streichen würde, damit hatte er nicht gerechnet. Sein ach so einfaches und sorgenfreies Leben schien plötzlich wie eine Seifenblase zu zerplatzen. Sämtliche Versuche seinen Vater umzustimmen schlugen fehl. So war Ted Cummings gezwungen die Initiative zu ergreifen und getreu dem Motto seines Vaters Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied zu handeln.

Er kam auf den Gedanken seinem Glück wieder etwas auf die Sprünge zu helfen. Sein Vater war ein leidenschaftlicher Flieger und Ted besann sich auf einen Film den er vor kurzer Zeit gesehen hatte. Er erinnerte sich kaum noch an die genaue Handlung, wohl aber an die Szene als die eifersüchtige Frau ihrem Ehemann Zucker in den Tank des Flugzeuges füllte, woraufhin dieser in den Tod stürzte.
Er malte sich aus wie es sein würde, wenn seine Eltern nicht mehr am Leben wären, und verspürte nicht den geringsten Anflug von Mitleid. Schliesslich hatte sein Vater es ja geradezu herausgefordert. Seine Mutter spielte dabei lediglich ein Bauernopfer das er gerne zu geben bereit war.

Laura Cummings hätte sich nie gegen ihren Mann gestellt, vertrat sie doch die gleiche Meinung wie er. Ihr Sohn war da ganz anders, wahre Liebe war ihm ebenso fremd wie Mitleid und Gewissensbisse. Die einzige Liebe die er wirklich verspürte war die Liebe zum Luxus und Geld.

Er wusste dass seine Eltern jeden Sonntag mit ihrer Cessna flogen. Also machte er sich eines Samstagabends auf den Weg zu dem kleinen Sportflughafen.
Er achtete peinlichst genau darauf von niemandem gesehen zu werden, und lächelte, als er den Zucker langsam in den Tank rieseln liess. Nur schade dass er das entsetzte Gesicht seines Vaters verpassen würde, wenn er seinem unausweichlichen Ende in ein paar tausend Fuss Höhe entgegen sah.
Als ihn am Nachmittag die Polizei aufsuchte und ihm von dem Unglück berichtete, war Ted innerlich mehr als glücklich. Nach aussen hin spielte er den niedergeschlagenen und verzweifelten Sohn, und nahm die Kondolenzen mit perfekt aufgesetzter Trauermine entgegen. Das hatten sie nun davon...

Als Absturzursache wurde ein Motorschaden angegeben, und genauere Untersuchungen konnten, aus Mangel an Beweisen, nicht durchgeführt werden. Nichts deutete auf eine Manipulation hin und da die Maschine beim Aufprall explodiert und in Flammen aufgegangen war, wurde die Sache umso schwieriger.

Er hatte sich, um mögliche Untersuchungen und Verdächtigungen an seiner Person von Beginn an seines Planes keine Gedanken gemacht. Ein Mann in der Position von Bill Cummings hatte sehr viele Neider und Konkurrenten. Er war ein knallharter Geschäftsmann, und hatte einige Mitbewerber nahe an den Rand des Ruins getrieben.

An die Testamentseröffnung dachte er sehr gerne zurück, hatte er wohl mit einer bedeutenden Summe gerechnet, jedoch nicht mit den beiden Lebensversicherungen die sein Vater einmal abgeschlossen hatte, damit sein Sohn gut versorgt sein würde, sollte Bill und Laura etwas passieren.

Es klingelte erneut an seiner Tür.

Einschlafen konnte er nun eh nicht mehr, und so rappelte Ted sich langsam auf, zog seinen Bademantel über, ging zur Tür und schaute durch den Spion.

Niemand war zu sehen.

Langsam öffnete er die Tür und sah ein kleines Päckchen vor sich auf dem Boden liegen. Auf dem Flur war weit und breit keine Menschenseele. Seltsam, dachte er bei sich während er in die Knie ging und sich das Päckchen etwas näher ansah.
Ein Absender war nicht zu sehen, und auch sonst nichts was auf den Inhalt schliessen liess.

Es kam zwar des öfteren vor, dass er anonyme Post bekam, jedoch waren das in der Regel Briefe und keine Päckchen.
Die Briefe hatten alle oftmals einen ähnlichen Inhalt. Sie stammten von eifersüchtigen Freunden oder Ehemännern die seine Adresse herausgefunden hatten und ihm klar machten, dass er nicht mehr lange zu leben hätte, sollte er ihre Frauen auch nur noch ein einziges Mal anrühren. Immer wieder das gleiche Blabla.

Wobei ihm das schon von Natur aus fern lag, denn die Frauen verloren alle ihren Reiz, nachdem er sein Ziel bei ihnen erreicht hatte. Das Ziel war bei allen nur das Eine, sie ins Bett zu bekommen.

Als die ersten Briefe dieser Art in seinem Briefkasten lagen, war Ted noch betroffen und schockiert. Schliesslich wusste er selbst am Besten, was Menschen zu tun bereit waren, wenn sie Gefahr liefen, etwas zu verlieren das ihnen lieb und teuer war.
Doch da keiner dieser Schreiberlinge auch nur einmal den Versuch unternommen hatte ihm ernsthaft Schaden zuzufügen, war er mittlerweile nur noch amüsiert, wenn er wieder ein solches Schreiben in seiner Post vorfand.

Er hob das Päckchen vorsichtig auf und ging in sein Apartment zurück.
Eigentlich war von aussen nichts ungewöhnliches zu entdecken, dennoch hatte Ted ein ungutes Gefühl, das er sich selbst nicht erklären konnte.
Er legte es auf den Tisch und ging in die Küche um sich einen Kaffee zu machen, als das Telefon klingelte.

Was war heute nur los dass alle Welt ihn zu so früher Zeit schon belästigte?

Er lief ins Wohnzimmer und stiess mit dem grossen Zeh an den Fuss seines schweren Mahagoni-Tisches. Ted schrie laut auf, verfluchte die ganze Welt, und rieb sich seinen Fuss.

Das Telefon klingelte weiter und weiter.

\"Ich bin ja schon auf dem Weg\" schrie er den Apparat an, wohlwissend dass dieser sich nicht im geringsten um seinen Ärger scherte.

Er humpelte bis zu seiner Couch, und schwor sich, dem Anrufer gehörig die Meinung zu geigen, wenn es keinen wichtigen Grund für diese Störung gab.

Entnervt hob er den Hörer ab und stiess nur ein kurzes \"Ja?\" in den Hörer.

\"Hallo Ted\" hauchte es am anderen Ende.

\"Wer spricht denn da?\" erwiderte Ted, dessen Ärger aufgrund der sehr angenehmen weiblichen Stimme etwas zurückgegangen war.

Doch es kam keine Antwort.

\"Hallo?\" fragte er erneut, doch wieder war nichts zu hören.

Genauso schnell wie sein Ärger abgeklungen war, kam er nun wieder in ihm auf. Die Schmerzen in seinem Zeh wurden wieder stärker und er spürte ein starkes Pochen in seinem rechten Fuss.

\"Haben sie denn nicht mehr zu sagen ausser hallo Ted?\" stiess er aufgebracht in den Hörer.
Gerade als er auflegen wollte meldete sich die Stimme wieder:
\"Wer ich bin willst Du wissen, das hat noch Zeit. Dein Leben wird sich ändern, mach Dich bereit.\"

Er zögerte einen Moment, unsicher was er darauf antworten sollte.

\"Was heisst mein Leben wird sich ändern? Wer sind sie und was wollen sie überhaupt von mir?\" fragte er schliesslich. Doch es war nichts mehr zu hören. Er hörte nur das Rauschen der Leitung.

Was war denn das für eine Verrückte? Sollte es eine seiner zahllosen vergangenen Liebschaften sein, so konnte er sich zumindest nicht an die Stimme erinnern. Er war sicher, dass er diese Stimme nicht einfach vergessen hätte, trotz der wenigen Worte die er gehört hatte, zu aussergewöhnlich war ihr Klang.
Sie hatte etwas unglaubliches weiches und sanftes in sich, wirkte andererseits aber sehr ernst und entschlossen.
Während er weiter über die Stimme und ihre Worte nachdachte, spürte er wie die Schmerzen in seinem Fuss immer stärker wurden.
Er hoffte dass es nur eine Verstauchung war und nicht womöglich ein Bruch.

Er humpelte in die Küche zurück um sich ein Päckchen Eis aus dem Kühlschrank zu holen. Auf dem Küchentisch sah er seine noch immer leere Tasse stehen, und ärgerte sich, dass er dem Klingeln des Telefons nachgegeben, statt sich einen Kaffee aufzusetzen wie er es eigentlich vorgehabt hatte.
Ihm wäre nicht nur dieser merkwürdige Anruf, sondern auch die Schmerzen im Fuss erspart geblieben.

Er nahm die Tasse und stellte sie unter seine Kaffeemaschine, froh darüber, dass er sich eine dieser neuartigen Maschinen gekauft hatte, bei denen man nur noch auf ein Knöpfchen drücken muss, statt jedesmal mit Filtern und Kaffee zu hantieren.
Er hörte das Mahlen der Bohnen und sog das Aroma frisch gemahlenen Kaffees tief in seine Lungen ein. Plötzlich gab es ein lautes Zischen und ein Geräusch von quietschendem Metall erfüllte den Raum.
\"Was ist das heute für ein verdammter scheiss Tag\" schrie er die nun stumme Maschine an.

\"Erst werde ich geweckt, stosse mir beim Anruf einer Irren den Fuss, und letztendlich gibt meine Kaffeemaschine auch noch den Geist auf\", summierte er die Ereignisse des noch jungen Tages.

Ach ja, das Päckchen, das hatte er bei der ganzen Aufregung völlig vergessen.

Er nahm seinen Eisbeutel, und hüpfte auf einem Bein zu dem Tisch, auf dem er die anonyme Post abgelegt hatte. Ted schob sich das Päckchen unter den Arm und schleppte sich ins Schlafzimmer. Dort angekommen legte er sich auf das Bett und platzierte den Eisbeutel auf seinen mittlerweile angeschwollenen, rotgefärbten Zeh.
Die Kälte war anfangs unangenehm, doch schon bald spürte er wie die Schmerzen etwas zurückgingen.

Aus der Schublade seines Nachttisches holte er eine Packung Tabletten um seine Schmerzen zu lindern, und nahm gleich zwei, die er ohne Flüssigkeit hinunterschluckte.
Wieder nahm er das Päckchen in die Hand, welches er neben sich auf das Bett gelegt hatte. Er drehte und wendete es, konnte aber noch immer nichts ungewöhnliches daran feststellen. Er presste sein Ohr dagegen und lauschte gespannt, doch ein Ticken war nicht zu hören. Somit konnte man hoffentlich eine Bombe ausschliessen.

Er beschloss das Paket zu öffnen, nur so würde er die Ungewissheit was sich darin verbergen mochte beiseite schaffen, und seine Neugier befriedigen.
Ted entfernte das Packpapier ,und erblickte eine Pappschachtel. Er öffnete den Karton und sah hinein.

Er wollte nicht glauben was sich darin verbarg. Sein Magen drehte sich um, und er hatte alle Mühe den aufkommenden Brechreiz zu unterdrücken. Sein Verstand versuchte das soeben gesehene zu verdrängen, doch der Inhalt war real, und liess sich nicht durch reine Willenskraft aus der Welt schaffen.

---FORTSETZUNG FOLGT---

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MarleneGeselle
???
Registriert: Feb 2003

Werke: 15
Kommentare: 229
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Wunderschönes Gedicht

Hallo markmel,

du beginnst deinen Mehrteiler mit einem wunderschönen Gedicht. Könntest du angeben, wo man den text finden kann. Lange nichts so Tolles gelesen.

Grüße
Marlene

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