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Leselupe.de > Fantasy und Märchen
Eine höllische Alternative
Eingestellt am 15. 02. 2017 12:51


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Roman
Hobbydichter
Registriert: Feb 2017

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Eine höllische Alternative.


Prolog.
Einst rühmten die Engel Gottes Taten und verbreiteten seine himmlischen Worte über die Erde. Sie erreichten Menschen, Tiere und Pflanzen, auf dass sie ehren den Erlöser und ehrfürchtig aufblicken und wuchsen in den Himmel zu dem, der die Welt nach seinem Willen erschaffen hatte und sich an ihr erfreute. Die Chöre vereinten sich jauchzend und stimmungsvoll mit den Engeln und bildeten ein himmlisches Credo.
Auch die Vögel mussten auf seinen Befehl hin beim Trinken zum Himmel aufblicken, weil sie beim Fliegen und Fressen die Erde anschauten.
Die Hölle wurde an den Platz verbannt, den ihr Gott zugewiesen hatte und der Teufel musste im Schweiß seines Angesichtes um jede irdische Seele kämpfen.
So ward alles nach göttlichem Willen aufgeteilt und die Geschichte nahm ihren ewigen Lauf.

In ferner Zukunft.
Es war ein Tag wie jeder andere, nur dass die Sonne nicht aufging. Der Regen hatte endlich nachgelassen, das Land war mit Lava überflutet. Sie war noch nicht erkaltet und erwärmte die Erde. Aber sonst war alles wie immer. Scheinbar.

Unscheinbar öffnete Roman seinen Kühlschrank und sah darin einen Geist. Er vertilgte gerade Romans Frühstücksmüsli. Der Geist war noch nicht rasiert und hatte einen Bart. Als er Roman erblickte, sprach er: "Hallo, schön dass du wieder mal ein Auge auf mich wirfst, ich wollte gerade meinen Winterschlaf halten, draußen ist es mir zu warm.“

Roman warf sein Auge zurück. Durch die geistige Anstrengung war er müde und gähnte. Dabei flog ein Kuckuck aus seinem Mund. Er war riesig und als er Roman sah, hielt der Kuckuck mit einer ihm unbekannten Sprache eine Rede. Danach flog er zum Geist in den Kühlschrank. Roman legte sich auf den Küchenboden und schlief ein.

Am nächsten Morgen ging er in die Küche um nach dem Kühlschrank zu sehen. Eigentlich ging es Kühlschrank gut, schnurrte wie ein Kätzchen und stand fest auf seinen vier Beinen. Uneigentlich öffnete Roman die Kühlschranktür und erwartete das was er sah. Geist und der Kuckuck hatten Freundschaft geschlossen und begossen per Du die Vollmilch bis sie Halbmilch wurde und lachten und scherzten.

"Ihr seid mir zu bunt. Dich bring ich zu Carl Zeller und dich zur geistigen Ausnüchterung ins Kanzleramt, dort kannst du geistlos rumgeistern bis zum nächsten Wechsel und das dauert", schrie Roman in den Kühlschrank hinein. Der Kühlschank antwortete nicht und so packte er den Geist an den Federn und den Kuckuck am Schopf.

Plötzlich kamen ein Engel und sein Gegenspieler der Teufel. Der Engel sagte: "Roman, du hast die Prüfung bestanden. Du bist vollkommen krank und kommst in den Himmel. Du warst der Einzige, der sah was er glaubte. Die einen haben entweder nach drei bis vier Minuten den Verstand bekommen und die anderen starben vor Schreck. Doch du, du schläfst auf dem Küchenboden ein. Du bist ein Ignorant und deswegen darfst du in den Himmel.“ „Dort sind fast alle so wie du", sagte der Teufel enttäuscht.

Der Engel zeigte Roman den Weg zu einer riesigen Rolltreppe. Während sie hinaufrollten, fragte Roman den Engel, warum er jetzt in den Himmel komme, obwohl er offensichtlich noch lebe. "Äh, Das ist so: Wir haben nicht gedacht, dass du diese Nacht überlebst und deswegen haben wir schon alle Formulare vor deinem Tod ausgefüllt und das wieder rückgängig zu machen ist unmöglich." "Der Amtsschimmel wiehert also auch im Himmel", antwortete Roman darauf und sie fuhren stillschweigend weiter aufwärts.

Oben angekommen sah Roman ein Willkommensschild. Darauf stand: „Sie sind gerade im Himmel hoch, nur die Hölle ist höher. Wegen der aktuellen Verkehrslage ist mit Stau und zähflüssigem Flugverkehr zu rechnen.“
Als er durch den Eingang ging, schmetterten die Engel mit ihren Posaunen das Halleluja von Heino und er sah Petrus, der einen Burger mit Pommes Frites und eine Cola in der Hand hielt. „Willkommen im Himmelreich“, sagt Petrus, und drückte ihm eine Speisekarte von McDonald in die Hand. „Du hast sicher Hunger von der langen Reise und die Höhenluft macht durstig. Der Eingang zu Mc Dollar ist dort“. Er deutete auf eine Art Villa, aus der höllischer Lärm drang.

Es waren lange Schlangen vor jeder Kasse. Roman stellte sich an zwei kurze Blindschleichen an und wartete. Als Roman endlich unerwartet war, sah er den lieben Gott hinter den Tresen stehen. Er hielt gerade einen Cheeseburger in seiner rechten Hand und eine Cola in seiner Linken. Er lachte und freute sich über die guten Geschäfte.
Er rief: „Seitdem ich auf Burger umgestellt habe, laufen die Geschäfte blendend, früher wollten alle in den Himmel, aber die Hausmannskost war nicht das richtige. Jetzt muss ich Engel einstellen auf Zeit.“
Dann fragte er Roman: "Was wünschen Sie?" Überrascht weil er von Gott höchstpersönlich angesprochen wurde, antwortete er: "Eine doppelte Wolke ohne Salat mit einer Cola und einer Süßsauersauce" "Das macht fünf Euro und zwanzig Cent", sprach Gott, „aber wenn Sie diesen Betrag spenden ist das Menü kostenlos.“

Nachdem Roman den Spendenschein ausgefüllt hatte, setzte er sich zu Goethe und Shakespeare. Sie diskutierten gerade über Edgar Allen Poe. Sie behaupteten, dass er psychisch krank ist und eine Witzfigur eines bekannten Vorstehers der Hölle ist.

Durch die lange Reise war Roman wieder müde geworden, deshalb ging er zur Rezeption.
Der Anmeldeengel begrüßte Roman überschwänglich: “Schön dich zu sehen, Roman, ich hoffe du hattest eine gute Rolltreppenreise. Du bist der, Moment“, er sah auf den Flachbildschirm in seiner Hand, während er seine regenbogenfarbene 3D-Himmelsbrille aufsetzte, “der soundsovielste Neuankömmling, deshalb haben wir für dich die First-Class-Suite vorgesehen.“
Er klatsche kurz mit den Ohren. Ein Angestellter des Himmels-Service kam gerudert und führte Roman zu der Suite. Die Aussicht war phänomenal, der Rest dagegen enttäuschend. Kein Telefon, kein Fernseher noch nicht mal eine Sprinkleranlage. Ein Kloster-Zimmer war ein Luxus dagegen.

"Teufel auch, eigentlich ist der Himmel der hässlichste Ort auf dieser Welt. Nur ein schäbiges Hotel mit McDonalds", dachte er.
Plötzlich sprach der Beelzebub mit rotviolette Stimme: "Hallo Roman, du musst nicht hier bleiben, wir haben genug Platz in der Hölle. Ausgestattet mit 5-Sterne Hotels, alles was dazu gehört und die Damen der Hölle baden jeden Tag. Es wird dir an nichts fehlen “
Roman wägte das Für und Wider ab, dann sagt er Für: "Das wäre eine wirkliche höllische Alternative. Muss ich mich bei euch nicht anmelden oder so und muss ich mich im Himmel wieder abmelden." "Nein, wenn du zu uns kommst machen wir das für dich und du bekommst sogar ein kleines Werbegeschenk. Wir erhalten nämlich für jeden neuen Einwohner, Prämien vom Himmel-Hölle Budget", erklärte der Beelzebub.
War es vorher die langsame Rolltreppe zum Himmel, so benutzen sie jetzt den supermodernen High-Speed Lift nach oben in die Hölle.
„Ihr seid wirklich auf dem modernsten Stand“, sagte Roman zum Beelzebub.
„Konkurrenz belebt das Geschäft, das höllische Einwohnermeldeamt meldete im letzten Jahr eine rege Nachfrage.“, antwortete dieser, „wie gesagt, die Prämien vom Himmel-Hölle Budget.“

Am Empfang hörte man Heavy-Metal, ein livrierter Teufel drückte Roman einen Anmeldeantrag sowie einen Flyer in die Hand.
Darauf stand: “Willkommen in der Hölle. Sie sind jetzt ein teuflisches Mitglied. Wir gratulieren Ihnen und wünschen einen angenehmen Aufenthalt. Falls Sie Fragen haben, heben sie sie auf.“ Darüber hinaus erhielt Roman eine dicke Broschüre mit der Aufschrift: „Hausordnung“. Als Roman die Hausordnung aufschlug, schlug sie zurück. Glücklicherweise traf sie nicht, da Roman gerade seinen Kopf frei machte, weil er alle Fragen in einen Rucksack packte.“
Schließlich ging Roman eine höllische Runde drehen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.

Es war wie ein Traum. Hier gab es alles, was der Mensch so braucht. Sogar Gebetsbücher und Weihrauch für ehemalige Kirchgänger und künftige Abtrünnige. Da blieb kein Wunsch offen. Er machte jetzt einen Wunsch zu und wollte Leute kennenlernen.

Roman fragte zwei Raben die gerade des Weges daherflogen, wo man etwas erleben könne. Einer krächzte: „Du lernst hier keine Leute kennen, weil du tot bist, aber du hast Glück, heute ist Totensonntag.“ Der andere Rabe deutete mit einem Flügel nach hinten wobei er ins Schleudern geriet, konnte sich aber abfangen. Roman ging in die Richtung, die der Rabe ihm gezeigt hatte.

Schließlich kam Roman an einen großen Baum der von innen beleuchtet war. Gemütliches Licht drang durch die Rinde und man hörte teuflisch gute Musik. Über dem Eingang stand: „Zur himmlischen Höllenpforte.“
Roman sah Elvis, Diana, Edgar Allen Poe, Karl Marx und alle verstorbenen Päpste am Stammtisch sitzen. Als sie ihn sahen rief der Gegenpapst Hippoliyt von Rom: „Herzlich willkommen, Roman, setz dich zu uns und erzähl uns deine Geschichte.“ Roman setzte sich auch auf einen Baumstamm und fing an zu erzählen. Als Roman fertig war, lachten sie alle und sagten: Du hast nur geträumt. In Wirklichkeit bist du in der Hölle und erzählst deine Geschichte.“

Ein Kellner im Engelskleid mit Hörner und Pferdefuß, bei dem Roman Frozzen-Joghurt mit Himbeersaft ohne Fisch bestellte, erzählte ihm vertraulich: “Manchmal ist Gott inkognito hier bei uns in der Hölle zu Besuch, aber nur dann, wenn McDonalds seinen fleischlosen Tag hat.“

Edgar erzählte, dass die Idee des Hamburgers ursprünglich von Gott war, doch der hatte vergessen sein Konzept beim Patentamt anzumelden und eines Tages hat ihm sein größter Gegenspieler, Raymond Albert Kroc, der Gründer von McDonald, die Show gestohlen und ist mit dieser göttlichen Einfalt auf die Erde gezogen. McDollar konnte damit seine kulinarische Religion verbreiten und so ganz nebenbei seine Milliarden einheimsen.

Daraufhin soll der Himmel an gläubigem Nachschub verloren haben, weil jeder nur noch Hamburger, Pommes Frites und Cola kaufen wollte und noch obendrein den Verzehr in den Kirchen nicht erlaubte.

Epilog.
Die Hölle ist jetzt eine gute Alternative zum Himmel. Früher waren nur die Ungerechten in der Hölle, doch dann bekam der Höllenfürst eine Förderung von der übergeordneten Himmel-Hölle Regierung und seitdem wurden alle Schurken hingerichtet. Jetzt hat der Himmel das Nachsehen und die Hölle ist wie auf Erden.
Gott wird seine liebe Not haben, wieder die alte Ordnung herzustellen. Er müsste dazu das ganze verkrustete System umkrempeln, aber das würde eine halbe Ewigkeit dauern. Möglicherweise fängt dann alles wieder von vorne an.


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