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Leselupe.de > Horror und Psycho
Eiskalt- eine Lagerfeuergeschichte
Eingestellt am 31. 10. 2016 11:55


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SahroFuchs
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2016

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Es war eine stockfinstere Nacht… genau, wie diese.

Drei Freunde, saßen am Lagerfeuer und erzählten Geistergeschichten… genau, wie wir.

Zwei der Gruppe fehlten allerdings. In ihren Erzählungen, des Grotesken und Schreckhaften vertieft, war es ihnen lange Zeit nicht aufgefallen, doch als die Nacht ihre Mitte erreichte, die billige Digitaluhr am Handgelenk zwölf piepste, stellten sie es fest. Hektisch, suchten sie ihr Lager ab, die Zelte verweist, ihre Schlafsäcke leer. Keine Faser der Vermissten, war zu entdecken. Sie riefen in die Dunkelheit, doch nur ein Kautz antwortete. Es gab in der tiefen Wildnis eine eiserne Regel: „Nie die Gruppe verlassen!“ und ihre verschollenen Freunde hatten diese vorsätzlich gebrochen. Dass beide ein Liebespaar waren, wussten alle, noch bevor sie aufbrachen. Doch das die Turteltäubchen so dumm seien würden, aus Scharm ihre intimen Spielereien abseits der gesicherten Lichtung zu vollführen, damit rechnete keiner. Aufgebracht wetterte der Älteste, mit Namen Erik Heidhelm, Führer und einziger Ortskundler der Gruppe, gegen sie, schnappte aber eine der mittelalterlich anmutenden Petroleumlampen von ihrer Zeltstange und zog noch immer keifend den Trageriemen des, Sicherheit garantierenden, Schrotgewehrs über die Schulter. Gewissenhaft prüfte sein grimmiger Blick die Gräser am Waldesrand, bis schlussendlich ein Trampelpfad geknickter Halme seinen Weg wies. Wahre Meilenstiefel ließen ihn losstapfen und ohne ein Wort auf den Lippen, folgten die übrigen Beiden.

Der fade Schein einer zuckenden Flamme, durchzog das Unterholz. Leises Schnaufen seiner Begleiter hinter ihm und das Rascheln kniehoher Gräser klang in den Ohren, sonst herrschte eine erdrückende Grabesstille. Nicht einmal der Wind wollte in dieser Region säuseln. Den Anwesenden standen bald die Nackenhaare zu berge. Jeder der vorüberziehenden Baumschatten schien sich in eine andere Kreatur zu verwandeln. Dort ein Bär, da gleich ein ganzes Wolfsrudel und… „Was war das?“, fragte sich Erik, als im Augenwinkel etwas davonhuschte. Da es keinerlei Geräusche verursachte, tat er das, was jeder an seiner Stelle getan hätte und redete sich die Beobachtung aus. Es verunsicherte ihn aber trotzdem und beinahe krampfhaft schloss sich seine schwielige Arbeiterhand fest um den Kolben, seines stählernen Beschützers. Vor solch einer Wanderung, die Fantasie in schaurige Richtungen zu lenken, hatte niemanden geholfen. Auch nicht ihm, wo er doch sonst immer den Unerschrockenen mimte.
Mit jedem Schritt, stieg seine Anspannung ins Unerträgliche. Plötzlich schrie ein aufgeschreckter Rabe: „KRAAH!“ und flatterte hinfort.

Der Lampenträger erstarrte. Sein Schock saß tief. Beinahe hätte er reflexartig geschossen. Aber der Sicherungshebel ersparte die Munitionsverschwendung. „Ha, ha, ha, dummes Vieh.“, sagte er peinlich berührt, mit einem Hauch Erleichterung in der Stimme und machte einen weiteren Schritt. Ein trockener Ast knackte unter der grob profilierten Sohle seines Armeestiefels, sonst war es still, zu still…

Er fuhr herum. Nichts als Baumstämme, erhellte sein Licht. „Leute, wo seid ihr?“, fragte er in die Leere. Es musste ein Scherz sein, eine Rache, für die letzte Gruselgeschichte, redete er sich ein. „In Ordnung, ihr habt gewonnen. Lustig, lustig und jetzt kommt schon raus.“ Nichts geschah. Die Angst fraß sich, wie ein hungriger Parasit, durch seine Eingeweide. Einen Atemzug lang, hielt er sie zurück, dann raschelte etwas im dichten Gras, ganz nahe. Die Leuchte richtete sich, klappernd im Schwung, auf die grüne Fläche und wippte krächzend an ihrem Drahtbügel, bei dem schlagartigen Halt. Jeden Halm fokussierte er einzeln. Das Pochen seiner Venen war so intensiv, wie Paukenschläge eines Orchesters.
In diesem Moment spürte er es; an den Knöcheln, den Waden, bis rauf zum Steiß.

Es war eiskalt.

Geschwind wirbelte er herum. Nichts…
Wieder dieses Gefühl im Unterleib und wieder drehte Erik im Kreis. Ein kurzes Bild, konnte er erhaschen. Nur dieses eine, zwischen den zahllosen Verschwommenen, seiner rasenden Blicke und es raubte den letzten Verstand. Etwas Dunkles, Formloses lauerte hinter ihm und kroch den Rücken empor über die Schulter. Wie aus seinem eigenen Schatten, schien es zu wachsen. Er sah, für den Bruchteil einer Sekunde, das Funkeln seiner Lampe in zwei mondscheinblauen, pupillenlosen Augen, die von Gier weit aufgerissen zurückstarrten. Wie von selbst klackte der Sicherungshebel. Er schoss blind hinter sich; ein Mal… zwei Mal. Der Schall des Donners, kehrte noch öfters pulsierend in sein Gehör zurück, dann verweigerten die taubgefrorenen Beine abrupt ihren Dienst und er kippte vorn über. Seine Leuchte flog, in einem hohen Bogen, aus dem erschlafften Griff hinfort, schepperte in der Ferne und erlosch.

Zwischen den Gräsern, direkt vor seinen, konnte er sie sehen, die Augen eines Freundes; starr, weit geöffnet, bedeckt mit glitzernden Eiskristallen, die Äderchen blau vor Kälte.

Mit aller Kraft, versuchte er sich verzweifelt vom Boden loszudrücken, doch der Körper verharrte steif. Schweiß rann in Strömen von der Stirn, aber schon in den Wimpern streckten sich die vereisten Zapfen. Panisch zuckten seine Lider. Die Blicke hasteten durchs Dunkel. Zwischen den Schulterblättern spürte er den Frost, der sich wie scharfe Krallen in seine Haut grub und das Gewicht zweier knochiger Pranken darüber. Tief grollte etwas in sein Ohr, dumpf und langgezogen, gleich dem kehligen Drohen einer gewaltigen Raubkatze. Ein Hauch blies seitlich in sein Gesicht. So eisig, dass augenblicklich jedes Gefühl darin erfror. Erik versuchte zu schreien, doch im Wald blieb es

totenstill.

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