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Leselupe.de > Rund um den Literaturbetrieb
Frankfurter Bibliothek der zeitgenössischen Lyrik
Eingestellt am 28. 10. 2010 14:44


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sporett
???
Registriert: Jun 2006

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Hallo Ihr Lieben,

habe in letzter Zeit immer wieder an Wettbewerben und Ausschreibungen teilgenommen und ein Gedicht wird jetzt in der Adventszeit in der Frankfurter Bibliothek publiziert.

Nun frage ich mich - habt ihr Erfahrungen damit? Würde von Euch schon mal ein Gedicht veröffentlicht? Ist die Frankfurter Bibliothek eine rennomierte Adresse?

Ich freue mich total - das ist das erste Gedicht, dass pubiliziert wird - ich blicke bei den ganzen WirrWarr aus Wettbewerben und Verlagen nur noch nicht so richtig durch.....und einen lieben Gruß da lass........
__________________
Zweifele nicht an dem der dir sagt er hat Angst, aber hab Angst vor dem der dir sagt, er kenne keine Zweifel. E.Fried

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Marcus Richter
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Hallo Sporett,

also bei diesen Gesellschaften, siehe auch Nationalbibliothek des Deutschsprachigen Gedichtes, ist immer so ein Funzel Geldschneiderei dabei.Die Sache ist eigentlich ganz einfach. Mach einen Wettbewerb, am besten Gedichte, nimm die Kürzesten, die du kriegst, knall damit einen riesigen Wälzer bis unter den Rand voll, gib dem ganzen ein schöne Verpackung, am besten mit vergoldeten Seiten, Glitzerschrift etc. und du kannst voller Hoffnung sein, dass Oma und Opa von Karl-Heinz und Frieda, die wunderbarerweise zur Veröffentlichung auserwählt wurden, mindestens ein oder zwei Exemplare bestellen und damit den Weihnachtsbaum bekränzen.
Jetzt nimmst du einen Taschenrechner zur Hand. Gibst die ca tausend Seiten ein, die das Buch haben wird, multiplizierst den Ladenpreis, der garantiert nicht unter fünfzig Euro, aber durchaus auch mal 90 Euro betragen kann und kommst dann auf eine erstaunliche Summe.
Bei dieser Gesellschaft kannst du, wie ich sehe, auch noch Romanrezensionen bestellen, die auch nicht gerade günstig sein werden, aber wenn man diese Rezension erhält, die natürlich superspitze ausfällt, kann man sich einreden, dass man ein ausgezeichneter Schriftsteller ist. Da kann man sich auch bei Mutti eine Rezension bestellen, die ist günstiger und genauso viel wert. Naja und so ein Abschluss auf irgendeiner Literaturakademie sollte man sich auch schenken können.

Wenn einen das alles allerdings nichts abschreckt, man das Geld eh nicht braucht und was für´s auf die Schulter klopfen benötigt, sollte man da ruhig mal mitgemacht haben.
Stärkt das Selbstbewußtsein ungemein.

Um die Sache abzurunden, verweise ich noch kurz auf die Amazonrezension, in der man es fast um die Ohren gehauen bekommt: "Eine Fundgrube, in der man unerwartetes, unpassendes, überraschendes, halbfertiges und plattes wild durcheinander antrifft."

Naja, wenn man in so einem Durcheinander dabei sein will, bitte schön. Aber ansonsten gibt es gute, kleine Gedichtsbände, von Kleinverlagen, die sich wirklich Mühe geben. Da mit reinzurutschen ist dann schon eine ganz andere Liga.

So sieht´s aus. Aber mach dir keine Sorgen, ich hab ganz am Anfang auch mal bei so einer Sache mitgemacht. Wenn man es einmal verstanden hat, muß man sagen, es gibt eben Leute, die müssen ihr Geld verdienen, und ob sie nun bei der Bank arbeiten oder sowas machen, ist eigentlich egal.
Geld will eben bewegt werden, also soll es sich bewegen.

Schöne Grüsse, Marcus

PS: Ach so, lass Dir von mir jetzt ja nicht die Freude nehmen, hin oder her, dein Gedicht ist veröffentlicht, Basta! Jedenfalls fangen wohl alle mal da an.
Ist eben ein steiniger Weg.
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"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Grünbein

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Marcus Richter
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PPS:

Nur weil es so lustig ist. Hier mal ein ungefähres Rechenspiel.

Ein Buch gleich tausend Seiten. Pro Seite zwei Autoren( allerdings läßt sich da einiges mit der Schriftgröße machen).
Jeder Autor kauft mindestens ein Buch à 44 Euro.

Hoppla, da haben wir 88000 Euro. Bei einem guten Jahrgang(kann man gut mit einem Jahrgangssekt vergleichen) kann man dann nochmal mal zwei mal nehmen, oder drei, oder vier ...

Und das nur beim Autor und dem engeren Familienkreis. Da hat noch kein Mensch außerhalb dieser Gruppe das Buch auch nur zu Gesicht bekommen.

Interessant ist hier auch die Lektüre der Internetseite der Nationalbibliothek des Deutschsprachigen Gedichtes, die sich jetzt ganz offen zu einem BOD-Verlag gewandelt haben, wo man seine Gedichte für einen nicht unerheblichen Preis in Buchform bringen lassen kann. Wenn man mal so ein paar hundert Euro übrig hat. ZU Weihnachten zum Beispiel.

Eigentlich sind solche Nationalbibliotheken etc. auch ganz hilfreich. Man kriegt durch solche Anbieter sehr schnell heraus, ob man mit dem Schreiben Geld verdienen will, ob man keins verdienen will oder ob man Geld bezahlen will.

Und da Geld ja rein imaginär ist, nicht wahr, ist die Entscheidung jedem selbst überlassen.

Danke übrigens, für dieses schöne Thema, das ich fast schon wieder vergessen hatte. Da hängen so viele schöne Erinnerungen dran.

Gruss, Marcus
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Durs Grünbein

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Otto Lenk
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Dem ist nichts hinzuzufügen, lieber Marcus. Außer: 10/10.
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Der Kopf denkt weiter als man denkt.

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lapismont
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Jup, als Dichter hast Du in der Lupe deutlich mehr interessierte Leser, als man über einen Verlag erwarten kann.

Ich mein jetzt mal uns normale Amateur-Dichter.

So brutal es klingen mag, aber der hilfreichste Tipp für alle Junglyriker ist:

Niemand kauft Lyrik.

Also nutze die Lupe: Lesen und Veröffentlichen kostenlos aber nie umsonst.


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Kunst passiert.

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Marcus Richter
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UI, Lapi, da haust du aber ganz schön in die Kerbe der Eigenwerbung.

Und ob sich Lyrik nicht verkauft, weiß ich auch nicht. Sicher wird Lyrik auch auf dem Büchermarkt abgesetzt. Aber doch zu einem wesentlich geringeren Anteil als Romane. Vielleicht ein Prozent? Plus minus 1?

Jedenfalls ist Lyrik das beste Beispiel, an dem man sehen kann, wie ein Autor es schaffen kann, seine Schreiberei zu veröffentlichen und Gott möge allmächtig sein auch zu verkaufen, ganz ohne eigenen Gewinn, versteht sich.
Er muß nämlich lesen, Lesungen machen. Den Leuten nicht aufs Maul schauen, sondern das eigene Maul aufmachen und Menschen mit seinen Texten begeistern. In Verzückung versetzen, aufregen, anschreien, flüstern.
Und die Leute müssen aufspringen und angerannt kommen, ihre Schlüpfer ausziehen und sie einem um den Hals und andere Körperteile wickeln und rufen: "Bitte, sag uns, dass es das alles irgendwo zu bestellen gibt! Bitte, bitte, bitte, ich möchte deine Literatur mit meinem hart verdienten Geld unterstützen, damit du schreiben kannst, während ich auf dem Bau schuften gehen muß!"
So in etwa stelle ich mir das bei Lyrik vor. Man braucht Fans, Leute die ein oder zweihundert Kilometer mit dem Auto fahren, weil sie wissen X liest in Y.

So, und jetzt gehe man durch die Reihen der Lyriker und klopfe an jede Tür. Und nur der, der aufmacht und es immer noch nicht geschafft hat, sich alle Schlüpfer vom Kopf zu ziehen von der gestrigen Lesung, ist auch einer, der es zu etwas bringen wird.

Natürlich kann man das alles auch auf der Leselupe haben - klaro - nur die Schlüpfer eben nicht. Und das unterscheidet eine gute Lesung eben von einer Internetveröffentlichung.
Aber ansonsten hast du eigentlich Recht. Man schreibt und sucht nach einem Publikum. Wo man das findet, ist eigentlich egal. Ich glaube sogar, dass die Buchveröffentlichung bei Lyrik nicht viel mehr als eine Steigbügelfunktion hat, denn sie dient in erster Linie dazu, wunderbare unwiederbringliche Einzelstücke zu konservieren und festzuhalten, manchmal auch Momente, die man auf einer guten Lesung erlebt hat. Eine schöne Zeit eben, die man immer mit einem bestimmten Büchlein in Verbindung bringen wird.

Ein ewiger Augenblick.

Kann sein, dass ich mich täusche.
Ich könnte mir vorstellen, es gibt da eintausend mal tausend Theorien. Aber ich habe gerade nicht genügend Platz auf dieser Seite, um sie alle aufzuschreiben...

Grüsse, Marcus
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Durs Grünbein

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