Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92255
Momentan online:
259 Gäste und 19 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Freundlicher Dichterleser!
Eingestellt am 11. 02. 2004 15:59


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Willibald
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 25
Kommentare: 105
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Willibald eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

An
den freundlichen Dichterleser
dieser Zeilen


Schlange und Kröte und Maus
sowie Flöhe solln fliehen Dein Feld.
Ich wĂŒnsch Dir den Teich voller Fische
und heilsames Wasser dazu.

In Deinem Garten ein Hahn,
soll die zweimal fĂŒnf Weibchen
begatten. Es bleibe von deinem
Heim die surrende Fliege ganz fern.

Der Frosch, geschwĂ€tzig und groß,
der halte sein Maul, denn dann schenkt
bei Tag und auch bei der Nacht
Dein Landgut die nötige Ruh.

Ähem:
Die schwÀrzliche Winters-Nacht
mischt Du am besten, hörst du,
mit weißem, köstlichem Wein.
Und trinkst Du, so denke an mich!

Und ja:
ein lyrischer Faun,
wohl aus Apollos Gefolge,
der reiche Dir Griffel
und Stift und streichle
gar sanft Dir die Stirn -

Du weißt ja:
den Schreiber belebtÂŽs,
wenn eine Antwort er liest.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


GabiSils
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 1
Kommentare: 1405
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um GabiSils eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lieber Willibald,

so will ich dir denn freundliche Worte spenden; dies ist ein gar schönes Gedicht mit endlich einmal wirklich nĂŒtzlichen SegenswĂŒnschen

Gruß,
Gabi

Bearbeiten/Löschen    


Willibald
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 25
Kommentare: 105
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Willibald eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Dear GabiSils


In Deines Hauses Gehege,
die Nachtigall niste sich ein,
dass sie altes Geschluchz
und ihre Lieder dort fĂŒhrt!

Der leise murmelnde Bach,
schenk Dir besÀnftigend Schlaf.
Den Boden trÀchtig mit Gold
von Liedern halt er Dir feucht.

Es schenke Dir Jahr fĂŒr Jahr
die Erde Obst an den BĂ€umen.
Und kristallklar sprudle der Quell,
der Deine Sinne erhell.

salute



Bearbeiten/Löschen    


sekers
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2003

Werke: 25
Kommentare: 122
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um sekers eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
alter-naiv

Da kommt eine gar schauerliche Vogelscheuche ins Land gezogen. Der Begriff Vogelscheuche beschreibt dieses Wesen, besser Unwesen, nur ungenau. PhĂ€nomenologisch scheint er halbwegs angemessen: auf dem hageren Körper baumelt ein besenstielbreiter Kopf, viel zu schmal fĂŒr ein ordentliches Gesicht, daher ohne Mund, Platz nur fĂŒr die Andeutung eines einzelnen Auges und einer - allerdings vollstĂ€ndigen – Nase, welche rhythmisch (3/4 Takt) ihre FlĂŒgel blĂ€ht. Die Ohren, besser die Ă€ußeren GehörgĂ€nge, sind als seitliche Bohrlöcher markiert, die Haare, könnten aus dem GerĂ€tefonds einer abgetakelten Cheerleaderin stammen. Ferner stehen zwei Stecken aus dem Leib, die vor der absonderlichen Gestalt meterhohe Kreise in der Luft zeichnen und dabei ein unheimliches Sausen generieren. BeinĂ€quivalente sind nicht auszumachen, die Fortbewegung erfolgt durch ruckartiges Aus- und Einziehen eines Stahlstampfers, quasi Presslufthammerbasis. Dabei wird die Gestalt nach oben und vorne geworfen, um danach mit gewaltigem Getöse zu landen.
Funktionell allerdings ist der Begriff „Vogelscheuche“ eine einzige Untertreibung, es fliehen nicht nur die meisten Vögel, sondern anderes Getier, darunter Schlange, Kröte und Maus. Obwohl die Schlange normalerweise weder mit Kröten noch mit MĂ€usen lange Diskussionen zu fĂŒhren pflegt, hĂ€lt sie sich diesmal mit dem Zuschnappen, Vergiften und Verschlucken gar artig zurĂŒck und zischelt sogar etwas von, wenn sie das ĂŒberlebte dann wĂŒrde sie nie wieder die armen nĂŒtzlichen Tiere belĂ€stigen. Sie beweist in dieser schweren Stunde somit ein schlechtes Gewissen und dieser Umstand wird spĂ€ter ein oft zitiertes Highlight der vergleichenden Verhaltensforschung werden.
Der Tierexodus ist fast vollstĂ€ndig. Nur die Fische mĂŒssen in den Weihern ausharren. Wie immer hörte niemand ihr Schreien.
Das HĂŒhnervolk zeigt ein paradoxes Verhalten auf die heranstampfende Gefahr. Die Weibchen, mehr all neun an Zahl, erinnern sich, sei es, weil sie kurz zuvor eine große Zahl gebundener Blumen gesehen haben, sei es, weil ĂŒber das Radio im Bauernhaus liebliche Walzerweisen gesendet worden sind, an ihren großen Verwandten, und fangen wie besessen an, die Köpfe in den Sand zu stecken. Wobei der Ausdruck besessen auch nicht ganz stimmig scheint, stemmen sie doch dabei die PĂŒrzel was weiß ich wie in die Höhe. Der Hahn wird zum Opfer eines bisher noch nie beobachteten Gemischs von Vogelscheuchen-bedingten Stress- und durch PĂŒrzel-in-die-Höh-Sehens-induzierten Sexualhormonen und packt die gesamte Vogelschar, wie die Hennen spĂ€ter aussagen werden, unbeschreiblich, mit RĂŒcksicht auf die, die es wirklich wissen, erspare ich mir hier also weitere Einzelheiten.
Der schwerhörige und fast blinde Frosch schließt sein weit geöffnetes Maul ansatzlos. Trotz seiner Behinderung dĂŒrfte es ihm gedĂ€mmert sein, dass der Stahlstampferfuß, nur wenige Zentimeter entfernt von seiner großen Zehe gelandet ist. Einer Fliege, die darauf vertraut, dass die Klappe sich erst nach Abgeben eines unĂŒberhörbaren Warn-Tons schlösse, wie immer halt, wurde diese Plötzlichkeit zum Schicksal und ihrem Leben zum Ende.
Hermann, der Bauer, kann seinen Augen nicht glauben. Solche UngetĂŒme, die in unerhörter und dabei doch so ohrenbetĂ€ubender Weise ĂŒber seine Äcker springen, gehörten doch in ein schlechtes Kino. Seine bis dahin labile Trunksucht verfestigt sich in diesem Moment, er greift, endgĂŒltig zur Flasche und trinkt bis in die frĂŒhen Morgenstunden, wobei er mit seinem bodenstĂ€ndigen Akzent „Will I? Bald? Bald will I“ vor sich herlallt. DrĂŒben, auf der Erde freut sich jetzt jemand, ganz spontan.
Ach ja, die Erscheinung stellt sich spĂ€ter als ein Teil einer Rakete, Apollo 25, heraus, die sie zu uns auf den Mars geschickt haben. Ich suche nach einem Schweißtuch, um mir die Stirn zu trocknen. Sollte ich einmal mit solchen Erscheinungen konfrontiert werden, höre ich mit dem - oder heißt es mit den? - Internetten auf.

Bearbeiten/Löschen    


Willibald
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 25
Kommentare: 105
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Willibald eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Na, Du wackerer Marsianer und Dichter des Pantagruel, dann probieren wir halt im Spiel den Sechsheber und versuchen den Mund Dir wÀssrig zu machen mit Daktylen und auch TröchÀen, wie es das freie Gesetz wohl gebeut:

Wenn Du dich mal ins Geheg des grĂŒnen Gartens gesetzt hast
unter die BĂ€ume mit Obst, die mit laubreichem Wipfel beschattet
und in der hohlen Hand du die flaumigen Pfirsiche rollst,
grimmiger Meister, ach, dann bedenke der VersfĂŒĂŸe Schreiten
Und pflĂŒcke die Rosen im Krieg, brich freudige Lilien im Frieden.
Hoc pater, hoc natus, hoc spiritus annuat almus!


Und nun ein "Gratias ago" fĂŒr den mĂ€chtigen Text aus der Etho-, Ethno- und Anthropo- und Poetologie, ĂŒber den sich drĂŒben, nein drunten auf der Erde ganz spontan freut:

Will I am
(dulcis sapor est in ore/vini constat ex sapore/laetitia)

Bearbeiten/Löschen    


Willibald
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 25
Kommentare: 105
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Willibald eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Im Gargantua- und Pantagruel-Ton weiter:

WĂ€hrend nun unser Gedicht, ein Segenswunsch lauter und hehr
im forum schon wird verlesen, stellt sich die Vogelscheuch ein:

Ein GrĂ€uel, grausige Pest, ein grĂ€ĂŸlicher Teufel, ein Scheusal.
Zankseuche, wildes StĂŒck, luftgefĂŒlltes Biest, ruchloses Etwas.

Den Weisen ein Widerborst und jedem Wackren absurd.
Die HĂ€nde sind ihm krumm, gebeugt ist ein wenig der Nacken,
Mit eiligen Gesten bedrÀut er bald diese, bald jene,
Bald Seufzer ausstoßend, bald wildes Geschimpf.

Und dieser tolle Gast ereifert sich hitzig im Schelten.
Er wisse, so glaubt er recht laut, alles, was er nicht weiß.


Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!