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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Gottesbeweis
Eingestellt am 13. 04. 2005 11:24


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ScarlettMirro
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Gottesurteil

An einem h├Âlzernen Galgen hing ich im Wasser, die Eisenkettenglieder dr├╝ckten sich kalt in meine H├Ąnde. Meine F├╝├če paddelten langsam und schwer in der Seine.
"Hilfe!", rief ich kehlend laut.
Noch konnte ich das Boot erkennen, aber es wendete nicht. Es war so absurd. Ich sp├╝rte meine F├╝├če, meinen K├Ârper kaum noch; die K├Ąlte schien ├╝berall gleichzeitig zu sein. Meine Haare hingen nass im Nacken. Er lie├č mich einfach zum Sterben zur├╝ck; ertr├Ąnkt wie eine ├╝berfl├╝ssige Katze.
"Hilfe!", versuchte ich es wieder. Solange ich noch Kraft hatte, musste ich meine Chancen nutzen. Vielleicht war ein Mensch fr├╝h mit seinem Hund drau├čen und w├╝rde mich h├Âren, mich befreien.

Niemals h├Ątte ich vor drei Tagen geahnt, dass ich hier h├Ąngen und um mein Leben k├Ąmpfen muss, nur weil ich so gerne gelacht habe und weil ich so gerne mit M├Ąnnern alberte. Es hatte mir doch auch gar nichts bedeutet. Wie oft habe ich das an jenem Abend wiederholt. Ich habe doch nur gelacht. Nur gelacht.
In den Bus, in dem ich die beiden ungleichen M├Ąnner traf, stieg ich nach Gesch├Ąftsschluss immer ein, denn das war der einzige, der so sp├Ąt noch in unsere Ortschaft fuhr. Die beiden M├Ąnner sa├čen hinten und unterhielten sich, der ├Ąltere Mann wirkte ruhiger.
"Bestimmt sind sie Arbeitskollegen und fahren nun zu ihren Frauen heim", hatte ich vielleicht arglos gedacht. Und als sie mit mir ein Gespr├Ąch begannen, hatte ich nichts dagegen. Sie waren sehr nett. Nur der Kommentar des ├Ąlteren Mannes war befremdlich, als ich ausstieg. Er sagte, ich solle mich in Acht nehmen vor M├Ąnnern, die meine aufreizende Art missverstehen k├Ânnten, damit ich nicht irgendwann eine b├Âse Erfahrung machen m├╝sste. Und der j├╝ngere Mann hatte eigenartig gegrinst.

"Hilfe!", meine Beinarbeit lie├č allm├Ąhlich nach und ich schluckte zum ersten Mal Seinewasser. Etwas kaltes Glattes glitt mir lang ins rechte Hosenbein. Wild panisch schlug ich mit den Beinen um mich, die Kette zerrte an meinen Gelenken schwer und das Holz knarrte.
"Hilfe!", meine Stimme war nicht mehr so kr├Ąftig und das Boot war l├Ąngst au├čer Sichtweite.

Am Abend nach dieser ersten Begegnung tauchte der junge Mann pl├Âtzlich im H├Ąuserschatten auf, grinste mich an. Ich gr├╝├čte ihn freundlich. Ich hatte mir nichts dabei gedacht. Als ich weiter gehen wollte, hielt er mich zur├╝ck, nachdr├╝cklich und doch freundlich.
"Dein Versprechen. L├Âs es ein", forderte er mich auf.
"Ich habe nichts versprochen!"
"Doch. Dein Lachen hat mir versprochen, dass wir zusammen Spa├č haben werden", und dabei fasste er mir direkt an die Brust und dr├╝ckte mich gegen die H├Ąuserwand.
"Nein! Nicht!", schrie ich.
"Sei nicht so! Dein Lachen, dein Mund ... du hast es versprochen!"
"Ich will nicht!"
"Dann gib es mir gegen dein Willen. Mir egal, aber du wirst!", dabei zog er eine Pistole hervor und legte sie auf das Fenstersims in Reichweite.
"Oh mein Gott", hatte ich gefl├╝stert. Vielleicht w├╝rde er mich weiterleben lassen, wenn ich nur folgsam w├Ąre. Was sollte ich tun? Wollte so gut l├╝gen, wie ich konnte, doch ich stellte fest, dass ich nicht l├╝gen musste. Mein K├Ârper empfand es lustvoll; ich hatte Angst. Mein K├Ârper lechzte nach den Ber├╝hrungen des fremden Mannes, mir graute es. Ich konzentrierte meine ganze Kraft auf die Sterne und z├Ąhlte sie immer wieder, w├Ąhrend meine H├Ąnde v├Âllig losgel├Âst und automatisch die Innenschenkel und den erigierten Lustk├Ârper des Fremden streichelten. Nackt lag ich auf dem kalten Steinboden und bot ihm mein K├Ârper zum Tausch gegen mein Leben.
"Du wirst dich noch verk├╝hlen!" sagte er s├╝ffisant, legte f├╝r seine Knie seine dicke Jacke zurecht.
Mein R├╝cken war schnell aufgesch├╝rft und ausgek├╝hlt, er schmerzte und blutete, ich z├Ąhlte Sterne. An einem der Fenster registrierte ich, dass wir beobachtet wurden, dann fiel die Gardine in ihre gewohnte Haltung. Ich sp├╝rte seinen klebrigen Samen an meiner Haut.
"Meine Sch├Âne, ein s├╝├čes Versprechen hast du gegeben, nicht wirklich gehalten. Aber seiÔÇÖs drum", er zog seine Hose hoch und griff zu der Pistole, "sollte dir einfallen dar├╝ber zu reden", wieder folgte eine gedehnte Pause, "dann wirst du sterben m├╝ssen. Immer liegt alles bei dir."
Er lie├č mich liegen wie ein benutztes Taschentuch. Er drehte sich nicht noch einmal um, er ├Ąnderte nicht sein Tempo, nichts war ungew├Âhnlich an seinem Gang. Ich lag frierend da, mein K├Ârper geh├Ârte nicht mehr mir. Vorhin noch hatte ich ├╝berleben wollen, hatte ich so tun wollen, als gefiele es mir und dann hat es meinem K├Ârper gefallen. Ich f├╝hlte mich verraten von meinem K├Ârper. Er hatte nicht zu mir gehalten, er war so schlecht. Hat er auch das Versprechen gegeben, ohne dass ich davon wusste? Stimmte es vielleicht, dass ich schuld war?

"Hilfe!", stie├č ich m├╝hsam vor, immer ├Âfter schluckte ich Wasser. Vielleicht sollte ich nicht schreien. Vielleicht sollte ich aufgeben. Einfach hier und jetzt sterben.

Irgendjemand hatte scheinbar die Polizei dar├╝ber benachrichtigt, dass dort unten vor einem Haus eine nackte junge Frau lag, denn ich wurde mit einem Krankenwagen in ein Krankenhaus gebracht. Nach einer langen Untersuchung und Wundversorgung musste ich eine Aussage machen; ich erz├Ąhlte alles. Dar├╝ber dachte ich auch gar nicht nach. Ich beschrieb den T├Ąter, als sein ├Ąlterer Freund pl├Âtzlich in der T├╝r stand. Mir stockte der Atem. Polizisten! Zuerst wollte ich sagen, dass er doch den T├Ąter kennt, aber sein sehr ernster Blick hielt mich zur├╝ck. Er verriet nicht, dass er mich bereits kannte. Ich gefror vor Angst.
Freundlicherweise brachte mich eine Polizistin bis in meine Wohnung; sie versicherte mir, dass mir nun nichts mehr geschehen k├Ânne. Mit Schlafmitteln legte ich mich ins weiche Bett und schlief traumlos. Es war wieder Nacht geworden, als ich von einem dumpfen Ger├Ąusch erwachte. Leise schlich ich durch die Wohnung. Ich glaubte mich geirrt zu haben und blickte zur K├╝chenuhr, es war vier Uhr morgens. Dann legte ich mich wieder ins Bett.
"So, bist du nun beruhigt, weil keiner in deiner Wohnung ist?", fragte eine M├Ąnnerstimme aus der Ecke im Schlafzimmer, in der mein Ankleidestuhl stand.
Ich zog meine Decke hoch und klammerte mich daran.
"Mach ruhig Licht, Kind. Mach ruhig Licht!"
Panik stieg in mir auf, denn noch einmal dem Willen eines anderen so ausgeliefert zu sein, wollte ich nicht ├╝berleben.
"Mach schon!" Ich knipste die Lampe am Bett an und erkannte den ├Ąlteren Herrn in der Ecke.
"Warum Sie?", fragte ich ungl├Ąubig.
"Na, wir sind ja Polizisten und wollen den Menschen helfen. Dir auch. Und er hat dich an dein Versprechen gemahnt, damit du mit den M├Ąnnern nicht mehr so gottlos Schabernack treibst. Nun werde ich pr├╝fen, ob du deine Lehre verstanden hast und Gott dir vergibt!"
"Wie bitte?!", meine Stimme ├╝berschlug sich, "Ich werde nichts sagen, ich werde nichts sagen. Ich verspreche es! Bitte!"
"So, zieh dir das hier an!", wahllos hatte er irgendeine Hose aus dem Schrank geholt und einen Pulli dazu gegriffen. Er schleuderte mir beides ins Gesicht.
"Bitte nicht, bitte bitte nicht! Ich tu auch, was Sie wollen. Alles, bitte!", ich wimmerte und bettelte, aber es lie├č ihn v├Âllig unber├╝hrt. Es ging nicht um mein Schweigen und es ging nicht um das, was ich tun konnte. Es ging nur um das, was er tun wollte. Ich h├Ârte auf zu betteln.
"Zieh dich an."
"Nein!"
Es k├╝mmerte ihn nicht, er kam zum Bett und wollte mich anziehen, aber ich rutschte weg.
"Gut. Ich war doch wirklich freundlich zu dir."
Er sprang auf mich und griff eine Hand, um sie in den Pullover zu zwingen, dabei dr├╝ckte er die Finger immer fester zusammen, bis der kleine Finger knackend nachgab. Ich schrie vor Schmerzen, er hielt mir den Mund zu. Bisher hatte ich gedacht, meine Finger sind stark und w├╝rden nicht leicht brechen, so wie mein Wille. Tats├Ąchlich aber brach beides sogar sehr leicht.
Zehn Minuten sp├Ąter stieg ich bereits in sein Dienstfahrzeug und wir fuhren bis zur Seine.

"Hilfe!", fl├╝sterte ich heiser und matt. Mein Kopf wollte noch nicht aufgeben und einfach sich ins Wasser fallen lassen.
Mit einem Boot fuhr er mich zu der Stelle, an der er mich hinh├Ąngte, als sei ich ein Fisch, den es zu trocknen g├Ąlte. Wieder bettelte ich und bettelte, aber wie sein Kollege lie├č er mich zur├╝ck.
"Hil ... f ... e.", dachte ich noch und wurde ohnm├Ąchtig.

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MarleneGeselle
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Veraltetes Frauenbild

Hallo,
ich muss zugeben, dass ich mit dem Text eine Menge Probleme hatte.
Hier nun das Resultat. Ich hoffe, du kannst etwas damit anfangen.

Gr├╝├če
Marlene



Gottesbeweis
(( Gibt es einen besonderen Grund f├╝r den Titel? Weder die Tat noch die Personen liefern einen Beweis f├╝r oder gegen die Existenz Gottes. ))


An einem h├Âlzernen Galgen hing ich im Wasser, die Eisenkettenglieder dr├╝ckten sich kalt in meine H├Ąnde.
(( Wo kommt der h├Âlzerne Galgen her? Der/die T├Ąter h├Ątten eine Menge Aufwand treiben m├╝ssen, den Galgen f├╝r ihr Opfer aufzubauen. Dabei w├Ąren sie Gefahr gelaufen, entdeckt zu werden. Welcher Polizist geht ein solches Risiko ein? ))

Meine F├╝├če paddelten langsam und schwer in der Seine.
"Hilfe!", rief ich kehlend laut.
Noch konnte ich das Boot erkennen, aber es wendete nicht.
(( Wo kommt das Boot her und wohin f├Ąhrt es? Mir ist die Szene nicht klar. Warum werden die Schreie nicht geh├Ârt? ))

Ich konnte es kaum glauben. Es war so absurd. Ich sp├╝rte meine F├╝├če kaum noch, sp├╝rte meinen K├Ârper kaum noch; die K├Ąlte schien ├╝berall gleichzeitig zu sein. Meine Haare hingen nass im Nacken. Er lie├č mich einfach zum Sterben zur├╝ck; ertr├Ąnkt wie eine ├╝berfl├╝ssige Katze.
(( Wieder das viel zu hohe Risiko f├╝r die T├Ąter. Warum haben die M├Ąnner die Frau nicht einfach unter Wasser gedr├╝ckt, bis sie ertrinkt? ))

"Hilfe!", versuchte ich es wieder. Solange ich noch Kraft hatte, musste ich meine Chancen nutzen. Vielleicht war ein Mensch fr├╝h mit seinem Hund drau├čen und w├╝rde mich h├Âren, mich befreien.

Niemals h├Ątte ich vor drei Tagen geahnt, dass ich hier h├Ąngen und um mein Leben k├Ąmpfen muss, nur weil ich so gerne gelacht habe und weil ich so gerne mit M├Ąnnern alberte. Es hatte mir doch auch gar nichts bedeutet. Wie oft habe ich
das an jenem Abend wiederholt. Ich habe doch nur gelacht. Nur gelacht. In den Bus, in dem ich die beiden ungleichen M├Ąnner traf, stieg ich nach Gesch├Ąftsschluss immer ein, denn das war der einzige, der in unsere Ortschaft fuhr. Die beiden M├Ąnner sa├čen hinten und unterhielten sich, der ├Ąltere Mann wirkte ruhiger.
(( Das liest sich wie ein Pendlerbus, in den die immer gleichen Leute zur gleichen Zeit einsteigen. Eigentlich m├╝sste die Frau die M├Ąnner - zumindest fl├╝chtig - kennen. Und wissen, wen bzw. was sie vor sich hat. ))

"Bestimmt sind sie Arbeitskollegen und fahren nun zu ihren Frauen heim", hatte ich arglos gedacht. Und als sie mit mir ein Gespr├Ąch begannen, hatte ich nichts dagegen. Sie waren sehr nett. Nur der Kommentar des ├Ąlteren Mannes war nicht
nett, als ich ausstieg. Er sagte, ich solle mich in Acht nehmen vor M├Ąnnern, die meine aufreizende Art missverstehen k├Ânnten, damit ich nicht irgendwann eine b├Âse Erfahrung machen m├╝sste. Und der j├╝ngere Mann hatte eigenartig gegrinst.
Ich hatte mir nichts dabei gedacht.
(( Sp├Ątestens jetzt w├Ąre ich auf der Hut. Unverst├Ąndlich ist die Reaktion des ├Ąlteren Mannes. Wenn er wei├č, was mit dem j├╝ngeren Kollegen los ist, m├╝sste er diesen zur Ordnung rufen ? dies im Normalfall. Als Mitt├Ąter w├╝rde er sch├Ân den Mund halten, um die Frau und eventuelle Zeugen nicht zu warnen. ))

"Hilfe!", meine Beinarbeit lie├č allm├Ąhlich nach und ich schluckte zum ersten Mal kaltes Seinewasser. Etwas kaltes Glattes glitt mir lang ins rechte Hosenbein.
(( Ein Fisch? ))

Wild schlug ich mit den Beinen um mich, die Kette zerrte an meinen Gelenken schwer und das Holz knarrte.
"Hilfe!", meine Stimme war nicht mehr so kr├Ąftig und das Boot war l├Ąngst au├čer Sichtweite.
(( Wieder die Sache mit dem Boot. ))

Am Abend nach dieser ersten Begegnung tauchte der junge Mann pl├Âtzlich im H├Ąuserschatten auf, grinste mich an. Ich gr├╝├čte ihn freundlich. Ich hatte mir nichts dabei gedacht.
(( Sorry, aber nur die wenigsten Frauen sind so naiv. ))

Als ich weiter gehen wollte, hielt er mich zur├╝ck,
nachdr├╝cklich und doch freundlich.
"Dein Versprechen. L├Âs es ein", forderte er mich auf.
"Ich habe nichts versprochen!"
"Doch. Dein Lachen hat mir versprochen, dass wir zusammen Spa├č haben werden", und dabei fasste er mir direkt an die Brust und dr├╝ckte mich gegen die H├Ąuserwand.
"Nein! Nicht!", schrie ich.
"Sei nicht so! Dein Lachen, dein Mund ... du hast es versprochen!"
"Ich will nicht!"
"Dann gib es mir gegen dein Willen. Mir egal, aber du wirst!", dabei zog er eine Pistole hervor und legte sie auf das Fenstersims in Reichweite.
(( Hier taucht die Frage nach den Hausbewohnern auf. Die Frau hat bereits geschrien; wieso reagiert man nicht? ))

"Oh mein Gott", hatte ich gefl├╝stert. Vielleicht w├╝rde er mich weiterleben lassen, wenn ich nur folgsam w├Ąre. Was sollte ich tun? Wollte so gut l├╝gen, wie ich konnte, doch ich stellte fest, dass ich nicht l├╝gen musste. Mein K├Ârper
empfand es lustvoll; ich hatte Angst. Mein K├Ârper lechzte nach den Ber├╝hrungen des fremden Mannes, mir graute es.
(( Mir w├╝rde jetzt spei├╝bel, um nicht zu sagen zum Kotzen schlecht. ))

Ich konzentrierte meine ganze Kraft auf die Sterne und z├Ąhlte sie immer wieder, w├Ąhrend meine H├Ąnde v├Âllig losgel├Âst und automatisch die Innenschenkel und den erigierten Lustk├Ârper des Fremden streichelten. Nackt lag ich auf dem kalten Steinboden und bot ihm mein K├Ârper
zum Tausch gegen mein Leben.
(( Sorry, das taugt nur als Mannerphantasie.
Und wieder die Frage nach den Hausbewohnern. Die Beiden haben doch Krach gemacht, warum kommt keiner gucken, was da los ist vor der Haust├╝re? Was ist mit Passanten? Es ist doch Feierabend, und alle kommen nach Hause! Die Szene spielt doch im Wohnviertel der Frau. Sie m├╝sste doch bekannt sein ? und Hilfe erwarten k├Ânnen. ))

"Du wirst dich noch verk├╝hlen!" sagte er s├╝ffisant, legte f├╝r seine Knie seine dicke Jacke zurecht.
Mein R├╝cken war schnell aufgesch├╝rft und ausgek├╝hlt, er schmerzte und blutete, ich z├Ąhlte Sterne. An einem der Fenster registrierte ich, dass wir beobachtet
wurden, dann fiel die Gardine in ihre gewohnte Haltung. Ich sp├╝rte seinen klebrigen Samen an meiner Haut.
(( Warum greift der Zuschauer nicht ein? Entweder h├Ąlt der Zuschauer das Beobachtete f├╝r eine Vergewaltigung oder f├╝r den Quickie eines P├Ąrchens. In beiden F├Ąllen h├Ątte er allen Grund, mal nach dem Rechten zu sehen. ))

"Meine Sch├Âne, ein s├╝├čes Versprechen hast du gegeben, nicht wirklich gehalten.
Aber sei's drum", er zog seine Hose hoch und griff zu der Pistole, "sollte dir einfallen dar├╝ber zu reden", wieder folgte eine gedehnte Pause, "dann wirst du sterben m├╝ssen. Immer liegt alles bei dir."
Er lie├č mich liegen wie ein benutztes Taschentuch. Er drehte sich nicht noch einmal um, er ├Ąnderte nicht sein Tempo, nichts war ungew├Âhnlich an seinem Gang.
Ich lag frierend da, mein K├Ârper geh├Ârte nicht mehr mir.
(( Warum ruft die Frau nicht um Hilfe? Was ist mit dem Zuschauer? Selbst ein ausgemachter Feigling w├╝rde sich doch wenigstens jetzt blicken lassen. ))

Vorhin noch hatte ich ├╝berleben wollen, hatte ich so tun wollen, als gefiele es mir und dann hat es meinem K├Ârper gefallen. Ich f├╝hlte mich verraten von meinem K├Ârper. Er hatte nicht zu mir gehalten, er war so schlecht. Hat er auch das Versprechen gegeben, ohne dass ich davon wusste? Stimmte es vielleicht, dass ich schuld war?
(( So dachten allenfalls die Frauen vergangener Jahrhunderte. ))


"Hilfe!", stie├č ich m├╝hsam vor, immer ├Âfter schluckte ich Wasser. Vielleicht sollte ich nicht schreien. Vielleicht sollte ich aufgeben. Einfach hier und jetzt sterben.

Irgendjemand hatte scheinbar die Polizei dar├╝ber benachrichtigt, dass dort unten vor einem Haus eine nackte junge Frau lag, denn ich wurde mit einem Krankenwagen
in ein Krankenhaus gebracht. Nach einer langen Untersuchung und Wundversorgung musste ich eine Aussage machen; ich erz├Ąhlte alles. Dar├╝ber dachte ich auch gar nicht nach. Ich beschrieb den T├Ąter, als sein ├Ąlterer Freund pl├Âtzlich in der
T├╝r stand. Mir stockte der Atem. Polizisten! Zuerst wollte ich sagen, dass er doch den T├Ąter kennt, aber sein sehr ernster Blick hielt mich zur├╝ck. Er verriet nicht, dass er mich bereits kannte. Ich gefror vor Angst.
(( Der vernehmende Polizeibeamte/Beamtin h├Ątte merken m├╝ssen, was Sache ist. Warum wird nicht reagiert? ))

Freundlicherweise brachte mich eine Polizistin bis in meine Wohnung; sie versicherte mir, dass mir nun nichts mehr geschehen k├Ânne. Mit Schlafmitteln legte ich mich ins weiche Bett und schlief traumlos. Es war wieder Nacht geworden, als ich von einem dumpfen Ger├Ąusch erwachte. Leise schlich ich durch die Wohnung. Ich glaubte mich geirrt zu haben und blickte zur K├╝chenuhr, es war vier Uhr morgens. Dann legte ich mich wieder ins Bett.
"So, bist du nun beruhigt, weil keiner in deiner Wohnung ist?", fragte eine M├Ąnnerstimme aus der Ecke im Schlafzimmer, in der mein Ankleidestuhl stand.
(( Hier ist wichtig, wie der Mann ├╝berhaupt in die Wohnung gekommen ist. Warum wurde nicht abgeschlossen? Was ist mit eventuellen Angeh├Ârigen der Frau? ))

Ich zog meine Decke hoch und klammerte mich daran.
"Mach ruhig Licht, Kind. Mach ruhig Licht!"
Panik stieg in mir auf, denn noch einmal dem Willen eines anderen so ausgeliefert zu sein, wollte ich nicht ├╝berleben.
"Mach schon!" Ich knipste die Lampe am Bett an und erkannte den ├Ąlteren Herrn in der Ecke.
"Warum Sie?", fragte ich ungl├Ąubig.
"Na, wir sind ja Polizisten und wollen den Menschen helfen. Dir auch. Und er hat dich an dein Versprechen gemahnt, damit du mit den M├Ąnnern nicht mehr so gottlos
Schabernack treibst. Nun werde ich pr├╝fen, ob du deine Lehre verstanden hast und Gott dir vergibt!"
(( V├Âllig unglaubw├╝rdig. Er h├Ątte bestensfalls aus falsch verstandenem Corpsgeist den Kollegen sch├╝tzen wollen - aber nicht aus religi├Âsem Eifer. ))

"Wie bitte?!", meine Stimme ├╝berschlug sich, "Ich werde nichts sagen, ich werde nichts sagen. Ich verspreche es! Bitte!"
"So, zieh dir das hier an!", wahllos hatte er irgendeine Hose aus dem Schrank geholt und einen Pulli dazu gegriffen. Er schleuderte mir beides ins Gesicht.
"Bitte nicht, bitte bitte nicht! Ich tu auch, was Sie wollen. Alles, bitte!", ich wimmerte und bettelte, aber es lie├č ihn v├Âllig unber├╝hrt. Es ging nicht um mein Schweigen und es ging nicht um das, was ich tun konnte. Es ging nur um das, was er tun wollte. Ich h├Ârte auf zu betteln.
"Zieh dich an."
"Nein!"
Es k├╝mmerte ihn nicht, er kam zum Bett und wollte mich anziehen, aber ich rutschte weg.
(( Wozu soll sich der Mann die Arbeit machen. Er kann sie doch mit vorgehaltener Waffe zwingen. ))

"Gut. Ich war doch wirklich freundlich zu dir."
Er sprang auf mich und griff eine Hand, um sie in den Pullover zu zwingen, dabei dr├╝ckte er die Finger immer fester zusammen, bis der kleine Finger knackend nachgab. Ich schrie vor Schmerzen, er hielt mir den Mund zu. Bisher hatte ich gedacht, meine Finger sind stark und w├╝rden nicht leicht brechen, so wie mein
Wille. Tats├Ąchlich aber brach beides sogar sehr leicht.
Zehn Minuten sp├Ąter stieg ich bereits in sein Dienstfahrzeug und wir fuhren bis zur Seine.
(( Wieder das Frauenbild vergangener Jahrhunderte. ))


"Hilfe!", fl├╝sterte ich heiser und matt. Mein Kopf wollte noch nicht aufgeben und einfach sich ins Wasser fallen lassen.
Mit einem Boot fuhr er mich zu der Stelle, an der er mich hinh├Ąngte, als sei ich
ein Fisch, den es zu trocknen g├Ąlte.
(( Fische, die man trocknen will, h├Ąngt man an die frische Luft, aber nicht ins Wasser. Wieder die Sache mit dem Galgen. ))

Wieder bettelte ich und bettelte, aber wie sein Kollege lie├č er mich zur├╝ck.
"Hil ... f ... e.", dachte ich noch und wurde ohnm├Ąchtig.


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ScarlettMirro
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Hallo,

erst mal nur anbei ... Gottesbeweis meint ... Fr├╝her wurden Hexen zum beispiel gefesselt ins Wasser geworfen, konnten sie sich befreien, waren sie Hexen, waren sie keine, sind sie ertrunken ... Tja, und so ist das ein Gottesbeweis ...

In diesem Sinne! Erkl├Ąrt aber tats├Ąchlich der Text auch selbst, dass ihr eine Chance gew├Ąhrt wird - sagt der zweite Polizist. U dann noch das Boot ... Es handelt sich hier um eine Kurzgeschichte, die mitten im Geschehen beginnt u nicht notwendig alles direkt am anfang erkl├Ąrt und sich Spannungsmomente aufbewahrt ... die Herkunft dieses omin├Âsen Bootes erkl├Ąrt sich dann ja am Schluss ... hoffe ich...

und so k├Ânnte ich deinen Anmerkungskatallog schritt f├╝r schritt druchgehen ... werde mir das aber noch mal in Ruhe ansehen, denn du hast dir da ja richtig viel M├╝he gegeben.

Danke f├╝rs Lesen

Gr├╝sse
Scarlett
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ScarlettMirro
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Hallo Marlene,

habe mir jetzt alle deine KOmmentare durchgelesen und m├Âchte nun mal behaupten, dass du sehr sehr positive Lebenseinstellung hast. Dazu m├Âchte ich dich begl├╝ckw├╝nschen!

Nun, es gibt Menschen, die schon mit diesen u schlimmeren u absurderen Geschichten konfrontiert wurden ... die geschichte, die ich auch unglaublich finde, erz├Ąhlen die Nachrichten --- das M├Ądchen, welches verhungert ist, ohne das es von irgendwem bemerkt wurde... Also ist es wirklich sch├Ân, dass du die geschichte f├╝r unglaubw├╝rdig h├Ąlst, scheinbar bist du auch in einem sehr angenehmen und besch├╝tzendem Elternhaus aufgewachsen.

Zur Geschichte: Das M├Ądel ist jung und naiv und ahnt nichts b├Âses u das ist leider nicht ganz so selten u nicht mit dem Mittelalter verschwunden. Und auch der Polizist hat eben ein ganz gewaltiges Problem, er h├Ąlt sich n├Ąmlich f├╝r gerecht. U die beiden Polizisten erg├Ąnzen sich in ihrer Krankhaftigkeit eben optimal.
Und wenn alle Menschen sich immer so angesprochen f├╝hlten u nicht wegschauten - du scheinst das ja nicht zu machen, das ist ja auch toll - dann w├Ąre das M├Ądel nicht verhungert in Hamburg! Also h├Ąlst du meine Zuschauer wirklcih f├╝r so unrealistisch! :?
Alles andere ... ob ein Pendlerbus oder nicht, ist alles relativ. In einer Kurzgeschichte muss man auch nicht alles genau detailgetreu beschreiben, da gen├╝gt es schon, wenn man mal was offen l├Ą├čt f├╝r die Phantasie.

Vielleicht ist es hilfreich, wenn man kl├Ąrt, wie eine Kurzgeschichte aufgebaut ist.
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MarleneGeselle
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zu viele unglaubw├╝rdige Einzelheiten

Hallo Scarlett,

ich wollte mich nur mal kurz melden.

Was mich an deiner Geschichte so st├Ârt, ist die Vielzahl der unglaubw├╝rdigen Einzelheiten. Da wird im Geise nicht addiert, sondern potenziert!

Gerade bei den Geschichten, die in der Jetztzeit spielen, kann der Leser mitdenken, kritisieren - und entsprechend bewerten. Sp├Ątestens bei der zweiten unglaubw├╝rdigen Stelle ist auch der Sanftm├╝tigste mit seiner Geduld am Ende.

├ťbrigens Gottesbeweis: Diese Art Test, die man im Mittelalter und in der fr├╝hen Neuzeit h├Ąufig verwendet hat, nennt man "Hexenprobe".

Gr├╝├če
Marlene

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ScarlettMirro
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Marlene,

es wird auch Gottesbeweis genannt --- aber nicht nur im MA findet sich der Begriff ... aber egal.

was du f├╝r glaubw├╝rdig h├Ąlst, kann ich nicht beurteilen, aber dann solltest du dich dem genre sf u co fernhalten! Nur als tipp

ich habe imn einem andere Forum ganz positive resonanz bekommen u bin inzwischen auch weit genug, deine kritik jetzt einfach als deinen Geschmack zu sehen ... u du kannst das einfach nicht glauben ... gut!

Dachte, mit 47 Jahren h├Ątte man mehr lebenserfahrung auch negative gesammelt, aber scheinbar hast du echt gl├╝ck u bist rundum positiv aufgewachsen!

lg
Scarlett
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