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Leselupe.de > Fremdsprachiges und MundART (L)
Himmeblaua Herbst
Eingestellt am 04. 10. 2004 11:11


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MacKeith
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A bissal mehra

Himmeblaua Herbst
Du gschpĂĽrst,
heid daadsd gern a bissal mehra sterbn
ois leben

D’Schrundn vo da Zeit dean heid
a bissal mehra weh wia sunst

De Luft ziagt se heid a bissal schwaara
nei und oowe aa d’Lunga

Deine Augn schaugn heid aa bissal weniger weit
ois schaugn kanntn und
sägn ned ois, woos sägn soiddn

Aa s’Geh gäht aa bissal zaacha und
es ziagt se bist doo bist, woost sei mächatst,
wennst ĂĽbahaupts hi kemma daadsd heid

Himmeblaua Herbst
Mit deine nossn Nächt
und deine feichtn Dog, dee aa bissal aus da Erdn modern
I hoob gwart auf Di, gwart drauf, auf aa bissal mehra Sterbn
Im Lebn.



(Etwas mehr

Himmelblauer Herbst
Du spĂĽrst,
heute wĂĽrdest Du gerne etwas mehr sterben
als leben

Der Schorf der Zeit tut heute
etwas mehr weh als sonst

Die Luft zieht sich heute etwas schwerer
ein und hinab in die Lungen

Deine Augen schauen heute etwas weniger weit
als sie schauen könnten und
sehen nicht alles, was sie sehen sollten

Das Gehen geht heute etwas zäher und
es zieht sich bis Du da bist, wo Du gerne wärst
wenn Du ĂĽberhaupt ankommen wĂĽrdest heute

Himmelblauer Herbst
Mit deinen nassen Nächten
Und deinen feuchten Tagen, die etwas aus der Erde modern
Ich habe gewartet auf dich, gewartet darauf auf etwas mehr Sterben
im Leben.)




__________________
es ist alles gesagt.

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Dorothea
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a bisserl mehr Sterbn

Hallo Mackeith,
ausgezeichnet gibt Dein Gedicht diese Stimmung des Morbiden wieder, das sich aber nicht tragisch oder entsetzlich anfühlt, sondern zum Leben dazu gehört.
LG.
__________________
Dorothea Gebauer
----------------------
Sein ist mehr als Haben.

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MacKeith
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danke. genau das wollte ich ausgedrĂĽckt haben :-)
__________________
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Vera-Lena
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Hallo Alexander,

im himmelblauen Herbst stirbt das ab, was morsch ist und nicht mehr genĂĽgend Lebenskraft hat.
Diesen Gedanken könnten wir Menschen auch für uns nutzen. Was nützt mir mein Hass, mein Neid, meine Eifersucht? Schwupp, weg damit, mögen sie absterben.
Aus einem Baum schneidet man auch Äste heraus, damit neue wieder gut nachwachsen können.
Möge also Großmut in mir Raum gewinnen und mächtig wachsen.

Ja, so betrachtet wĂĽnsche ich mir auch etwas mehr Sterben.

Danke , dass Du mich mit Deinem gelungenen, herbstmodernden Gedicht daran erinnert hast!

Liebe GrĂĽĂźe von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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