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Leselupe.de > Science Fiction
Hoffnung
Eingestellt am 29. 07. 2002 20:00


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Lupus Corridor
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jul 2002

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HOFFNUNG

Ein Park auf Ebrath.
Mutter und Tochter standen auf der Landeplattform und blickten in den Himmel, als sie das Ger├Ąusch der Triebwerke vernahmen.
Das Kind hielt sich die Ohren zu. Die hydraulischen Landebeine versuchten das Gewicht der F├Ąhre mit einem infernalen Pfeifen auszugleichen.
"Das Ding sieht ja ├╝bel aus", meinte die Kleine als sie die Landef├Ąhre etwas genauer betrachtete.
"Ja", entgegnete die Mutter "es ist alt." und bedachte ihre Tochter mit einem angespannten L├Ącheln.
"Behalte es aber lieber f├╝r dich. Wir k├Ânnten sie sonst beleidigen."
"Wer kommt da eigentlich?", wollte das M├Ądchen wissen, aber die Mutter winkte ab, als eine kleine Laderampe ausgefahren wurde.
Eine vermummte Gestallt trat aus der Schleuse des kleinen Raumschiffs.
Die Mutter fl├╝sterte: "Sei jetzt still. Wir reden nachher dar├╝ber."
Als Tochter der Botschafterin war sie so etwas gew├Âhnt. Sp├Ąter w├╝rden alle Fragen beantwortet werden.
Die Gestalt hielt inne, als sie den Boden betrat. Die Schleuse schloss sich wieder, aber das Wesen blieb scheu und zur├╝ckhaltend stehen. Es schien, als w├╝rde sie den tief blauen Himmel bewundern.
Die Botschafterin ging auf die Gestalt zu. Die Tochter folgte.
"Willkommen auf Ebrath. Haben sie keine Angst, hier sind sie sicher. Es wird ihnen nichts geschehen. Mein Name ist Bela und dies ist meine Tochter Olea."
Das M├Ądchen machte einen Knicks, wie es ihr gesagt wurde.
"Kommen sie," ergriff die Botschafterin erneut das Wort. "Gehen wir ein St├╝ck."
Sie drehte sich um und wartete bis die Fremde auf gleicher H├Âhe war. Dann gingen sie in Richtung eines kleinen W├Ąldchens.
Nach einer langen Zeit des Schweigens versuchte die Botschafterin ihrem Gast ein paar Worte zu entlocken.
"Wie war ihre Reise? Konnten Sie ungehindert passieren?"
"Ja, danke. Die Reise war angenehm." Die Botschafterin blieb stehen und sah ihren Gast an.
"Ich merke schon, sie haben immer noch Angst, nicht war?"
Olea glaubte ein Nicken unter dem Schleier erkennen zu k├Ânnen und stupste ihre Mutter sanft an. Sie nickte ihrer Tochter nur kurz und atmete tief durch. Sie sollte das alles jetzt nicht sagen, genaugenommen wurde es ihr sogar verboten, aber um das Vertrauen der ver├Ąngstigten Frau zu erwecken musste sie einige Dinge klarlegen.
"H├Âren sie", begann sie sanft "sie m├╝ssen mit mir sprechen. Ich wei├č noch nicht einmal wie sie hei├čen. Sie haben allen Grund ├Ąngstlich und misstrauisch zu sein. Nat├╝rlich waren wir es, die sie in diese Situation gebracht haben. Ich d├╝rfte mit ihnen dar├╝ber eigentlich nicht reden, aber vielen Leuten meines Volkes tut es furchtbar leid. Die Regierung hat mir verboten es ihnen zu sagen, aber wie sie vielleicht selber bereits vermutet haben, wussten wir um ihre Beweggr├╝nde. Trotzdem beschloss man damals, den Krieg gegen sie zu f├╝hren. Sie waren es, die sich in diesem Sektor, auf den wir schlie├člich Anspruch erhoben haben, vor uns etablieren konnten. Unsere Regierung wollte sie jedoch hier nicht dulden. Ihre Warnungen gingen ins Leere, wir glaubten ihnen nicht. Eine friedliche L├Âsung h├Ątte vielen, auf beiden Seiten das Leben gerettet, aber was geschehen ist, kann nicht mehr r├╝ckg├Ąngig gemacht werden."
Bela hielt kurz inne und wartete auf eine Reaktion der Angesprochenen. Nur ein leises Schluchzen war zu h├Âren und Olea glaubte zu erkennen, dass die vermummte Gestalt zitterte.
"Nach dem gro├čen Krieg, als Teile ihres Volks bereits geflohen oder von uns versklavt worden waren, erkannten wir, was die Regierung vor uns verheimlichte. Wir erfuhren zu sp├Ąt, dass sie uns eigentlich mit ihrem Tun vor der Ausrottung bewahrt haben. Bis heute haben wir sie zu unrecht verfolgt, ich verstehe also ihre Angst."
Ihre Begleiterin blieb abrupt stehen und wandte sich zu Bela um. Sie unterdr├╝ckte den aufkommenden Zorn in ihr und begann mit gepresster Stimme zu sprechen.
"Sie glauben uns verstehen zu k├Ânnen?", sie lachte.
"Nein, sie verstehen uns nicht. Sie kennen unsere Geschichte nicht, also werde ich ihnen einen kurzen Einblick gew├Ąhren. Vor langer Zeit, unsere Raumfahrttechnologie steckte noch in den Kinderschuhen, kam ein fremdes Volk auf unseren Planeten und f├╝hrte uns in ein neues technologisches Zeitalter. Unser Forscherdrang konnte nun endlich befriedigt werden. Wir lernten im Laufe der Zeit viele freundliche, aber auch viele b├Âsartige Spezies kennen, gegen die wir uns behaupten mussten. Wir wissen nicht genau wie sie uns dann gefunden haben und warum sie uns angriffen. Jedenfalls vernichteten sie all unsere Kolonien, sie l├Âschten beinahe alles Leben in unserer Galaxie aus. Selbst ein Pakt mit unseren Feinden konnte uns nicht vor dem Untergang bewahren. Einige von uns ├╝berlebten den Angriff. Sie schlossen sich zusammen und kamen hierher, in diesen Sektor, um ein neues, friedliches Leben beginnen zu k├Ânnen und uns vor dem Aussterben zu bewahren. Dann kam ihr Volk und wollte uns vertreiben, erneut. Nur durch Zufall fanden wir das Weltenschiff der Igrim, jener Wesen die uns vor so langer Zeit besucht und geholfen hatten, in ihrem Sektor. Es war zerst├Ârt. Eine Nachricht warnte uns davor dieses Schiff zu bergen oder zu zerst├Âren und sie teilte uns mit, wie man den Feind schlagen konnte."
Sie hielt inne und sah auf das M├Ądchen hinab. Es wirkte ver├Ąngstigt und dr├╝ckte fest die Hand ihrer Mutter.
"Geh spielen", sagte Bela sanft zu ihrer Tochter. "Mach schon, lauf, wir kommen nach."
Das M├Ądchen lies die Hand los und rannte auf ein pr├Ąchtiges Denkmal zu. Es zeigte einen Mann mit erhobenem Blick. Er hielt ein Fernrohr und eine Schriftrolle.
Bela wandte sich wieder ihrer Begleiterin zu.
"Sie zerst├Ârten dieses Weltenschiff.", fuhr die verh├╝llte Frau fort. "Damit hatten sie unser und beinahe auch ihr eigenes Schicksal besiegelt. Wir versuchten sie zu warnen. Sie h├Ątten doch nur ihre Grenzwelten evakuieren m├╝ssen und niemand von ihnen w├Ąre zu Schaden gekommen."
Ihre Stimme wechselte von Wut zu Trauer und Verzweiflung.
"Verstehen sie nicht, wir haben den ganzen Sektor vernichtet um ihr Volk vor dem Untergang zu retten, nachdem sie dem Feind das Tor hierher ge├Âffnet hatten. Das obwohl sie uns vertreiben wollten. Der Rest ist ihnen bekannt. Sie haben aus Wut und Rache einen Teil unserer Spezies versklavt und sie in den Krieg gegen den Feind geschickt."
Bela war ersch├╝ttert.
"Wir haben die Katastrophe verursacht?"
"Ja. Das Weltenschiff der Igrim versiegelte einen Dimensions├╝bergang. Sie haben ihn ge├Âffnet indem sie das Schiff entgegen unserer Warnungen zerst├Ârten."
Die Fremde hielt inne und blickte zu Boden. Nach einer Weile fuhr sie fort, den Blick weiterhin gesenkt.
"Einst waren wir gro├č, jetzt sind wir Nomaden und im gesamten Universum zerstreut. Sagen sie also niemals wieder, dass sie mein Volk oder mich verstehen k├Ânnen."
Die verh├╝llte Frau sah dem Kind zu, wie es aufmerksam die Inschrift an dem Denkmal zu entziffern versuchte.
"Hat ihr Volk den Feind besiegt?"
"Nein", antwortete Bela ged├Ąmpft. "Der Feind floh."
"Dann ist es noch nicht vor├╝ber. Er wird wieder kommen." "Deswegen sind wir hier. Wir bitten sie uns zu helfen."
"Helfen, ha, wir sind zu einem Nomadenvolk geworden, dank ihrer Engstirnigkeit. Jetzt sollen wir ihnen helfen? Selbst wenn wir das wollten, k├Ânnten wir nicht. Wir haben nicht die Mittel dazu. Die Waffe wurde zerst├Ârt, wie sie wissen und die Pl├Ąne gingen im Laufe der Zeit verloren."
"Sehen sie sich um. Wir haben diesen Park aus den ├ťberresten ihrer Welt, ihrer Heimatwelt erschaffen."
Sie blickte sich um und erkannte viele der Pflanzen und Tierarten wieder, die sie bis jetzt nicht eines Blickes gew├╝rdigt hatte. Sie k├Ąmpfte gegen ihre Tr├Ąnen an.
"Und", betonte die Bodschafterin "wir haben die Heimatwelt der Igrim gefunden. Es besteht also noch Hoffnung"
Die Fremde schluchzte. Sie sah wie Olea von ihrer Erkundung zur├╝ckkam. Sie dachte an ihre eigene Kindheit und daran, dass sie niemals so unbeschwert hatte leben k├Ânnen.
"Hat dir das Denkmal gefallen?", fragte sie das M├Ądchen.
Das M├Ądchen blickte sie aufmerksam an.
"Ja, es ist sehr sch├Ân", sagte Olea knapp.
"Ja", erwiderte sie mit einem Blick zu Bela. Sie nickte und Bela verstand.
Sie machte eine Geste des Gru├čes, kehrte um und ging mit schnellen Schritten zu ihrem Shuttle zur├╝ck. Bela blickte ihr nach.
Das M├Ądchen zupfte ihre Mutter am ├ärmel. Bela sah sie an.
"Es ist sch├Ân, nicht war?", sagte jetzt auch die Mutter. Sie sah, den verwirrten Blick im Gesicht ihrer Tochter.
"Was ist los?", wollte sie wissen.
Olea sah dem startenden Schiff nach. Als das Grollen der Triebwerke nachlie├č, deutete mit ihrem Finger auf dieses eigenartige Denkmal und stellte ihre Frage:
"Mama, was sind eigentlich Menschen?"

__________________
L.C.

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Lupus Corridor
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jul 2002

Werke: 7
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Bitte habt erbarmen.
Bin neu hier und hab zuvor noch nie geschrieben.
W├╝rde mich aber ├╝ber Eure Kritiken freuen, um mich verbessern zu k├Ânnen.
LG Lupus Corridor
__________________
L.C.

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GabiSils
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 1
Kommentare: 1405
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Hallo Lupus,

willkommen in der Leselupe

Deine Geschichte gef├Ąllt mir gut, sie liest sich fl├╝ssig; aber sie hat noch ein paar M├Ąngel in Rechtschreibung und Grammatik. Ich werde sie genauer durchgehen und das Ergebnis hier anh├Ąngen, einverstanden?

Gru├č,
Gabi

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Lupus Corridor
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jul 2002

Werke: 7
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Ja, bitte mach das. Bin f├╝r alle Kritiken und Verbesserungen dankbar.
__________________
L.C.

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Christian Savoy
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2002

Werke: 3
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Hi!

Sehr interessante Geschichte, die aber einen Mangel hat: Die Botschafterin erz├Ąhlt dem Gast L├Ąnge mal Breite, was eigentlich passiert ist. "Dennoch beschlo├č man, einen Krieg gegen sie zu f├╝hren." Als "Opfer" wird der Gast das wissen, nehme ich an :-)
Das Ganze ist also ein "Was bisher geschah", und kaum ist das fertig, beginnt der Gast mit seinem "Was vor dem was bisher geschah geschah".
Kurzum, mir ist die Geschichte zu gerafft und zu ├Ąhnlich einem "Botenbericht".

Ansonsten sehr spannend!

Lg
Chris

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
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hm,

das beste ist der schlu├č. wenn du die geschichte ein wenig ├╝berarbeitest und sie dadurch mehr schliff bekommt, nehme ich sie in meine sammlung auf. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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