Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5552
Themen:   95263
Momentan online:
469 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Im Keller II
Eingestellt am 26. 02. 2018 16:40


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Silbenstaub
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Oct 2017

Werke: 12
Kommentare: 81
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Silbenstaub eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die feuersichere EisentĂŒr krachte an die Wand in dem fensterlosen Magazinraum im Keller des „Museums fĂŒr Information“ in Paderborn. Zwei krĂ€ftige MĂ€nner in karierten Hemden, die Ärmel hochgekrempelt, schleppten vier Stapel mit zusammengebundenen Zeitschriften herein. Sie grinsten mich an. In der Mitte des Depots saß ich auf einem alten Drehstuhl an einem winzigen Schreibtisch, auf dem eine Lampe stand, die den Tisch zwar ausreichend erhellte, den restlichen Raum aber nur spĂ€rlich. Schatten tanzten an den WĂ€nden.

„Da haben Sie aber zu tun“, sagte der Mann mit der SchiebermĂŒtze.
Ich seufzte, „Ja, ja, kommt noch viel?“
„Der LKW ist erst halb leer!“
„Bringen Sie alles her und suchen Sie einen freien Platz fĂŒr das Material.“
Mit einem dumpfen Plumps fielen die Papierpakete auf den grauen Steinboden. Die MĂ€nner gingen hinaus. Ich schaute auf die Uhr, mein Blick wanderte an den BlĂ€ttertĂŒrmen entlang, die sich an den WĂ€nden stapelten. Meine Lesebrille mit starken GlĂ€sern schob ich auf die Nasenwurzel, die widerspenstige braune Locke, die mir immer ins Gesicht fiel, zog ich energisch hinter das Ohr. Ich rollte mit einem Kugelschreiber fahrig ĂŒber das Holz. Draußen war Sommer. Dort unten gab es keine Jahreszeiten und keine Zeit. Eine Fliege hatte sich verirrt und schwirrte in der stickigen Luft. Sie setzte sich auf die Lampe und beobachtete mich.
Vor mir lag ein Stapel „Bravo“. Kustodin war ich und gestaltete eine Ausstellung zur Pressegeschichte. Ich sichtete historische Zeitschriften, die ich von einem Sammler angekauft hatte, zweitausend StĂŒck. Tagein tagaus hockte ich im Keller. Mein schwarzes T-Shirt war staubig geworden von den abgegriffenen und ausgelesenen Journalen. An jenem Tag wurde der Rest Magazine angeliefert. „Kristall“, „Constanze“, „Hören und Sehen“, „Quick“, „Revue“, es nahm kein Ende.
Aber es lenkte mich ab von meinem Plan, den ich seit dem Vortag verfolgte.
Am Morgen vor der Arbeit war ich erst orientierungslos durch die Gassen und Passagen der Altstadt geirrt, hatte in jeden Winkel geschaut. Dann sah ich den unscheinbaren Laden am Ende der Straße, ein SpezialgeschĂ€ft fĂŒr hochwertige KĂŒcheneinrichtungen. Ein Santokumesser lag im Schaufenster. Genau das wollte ich haben. Die VerkĂ€uferin zĂ€hlte alle VorzĂŒge des Messers auf und pries den harten Stahl. Sie sprach von Fleisch und Fisch und, dass auch die hĂ€rteste Wurst wie weiche Butter geschnitten werden kann. Ich hatte eine GĂ€nsehaut, ich dachte auch an Fleisch, an weißes fettes Fleisch.
SpĂ€ter im Kellerraum versteckte ich das Messer unter einem Stapel „Kristall“, es sollte mich begleiten am Abend. Ich wollte in den Zug steigen und nach Hagen fahren, wo ich geboren wurde.

In einem zweistöckigen Haus an einer Eisenbahnlinie wuchs ich auf. Mehrere GĂŒterzĂŒge pro Stunde ratterten direkt neben dem Esstisch vorbei. Dann klirrten die Kaffeetassen und das FrĂŒhstĂŒcksei hĂŒpfte. Große BehĂ€lter mit der Aufschrift „Brandt-Zwieback“ hasteten ĂŒber die Schienen. Unter dem Badezimmerfenster hatte der Vermieter einen Komposthaufen angelegt. Der bescherte uns im Sommer unzĂ€hlige krabbelnde Besucher in der Dusche und im Waschbecken.
Meine Eltern hatten keine FreudensprĂŒnge gemacht, als sie ein MĂ€dchen bekamen.
Ich verbrachte viel Zeit im Hof. Schmutzige MĂŒlleimer standen herum. An der RĂŒckseite eines Ladens befand sich eine schmale Rampe zur Anlieferung von Waren. Dort saß ich oft. Es roch nach Backwaren. Fast war es so, als ob ich die Baiserhaube eines StĂŒckes Stachelbeerkuchen mit der Zunge gestreichelt hĂ€tte. Im Hof herrschte der bissige Hund des Vermieters. Ich entwickelte im Laufe der Zeit verschiedene Tricks, um unbeschadet am Tier vorbei zu kommen. Nur einmal schnappte es zu und rammte die spitzen FangzĂ€hne in meinen Oberschenkel. Die anderen Kinder in der Nachbarschaft hatten Rollschuhe im Sommer und Schlitten im Winter. Ich stand ohne etwas daneben. Oft schlich ich mich in den Keller. Dort war ich in meinem Element. In meiner Welt, fĂŒr mich allein. Eine Kellerassel lĂ€chelte mich an. Ich plauderte mit ihr. Durch die BrettertĂŒren spĂ€hte ich in die KellerverschlĂ€ge und entdeckte heimliche Kostbarkeiten: ausrangierte WeihnachtsmannkostĂŒme, WeckglĂ€ser mit graubraunen klumpigen Innereien, Fahrradskelette, durchgebissene Puppenköpfe.
Nur wenn Karl sich anschlich und mich beobachtete, dann wurde mir kalt. Ich machte mir in die Hose. Er sah es und grinste anzĂŒglich. Je Ă€lter ich wurde, desto aufdringlicher verfolgte er mich. Er versuchte immer wieder, meinen Po und meine Brust anzufassen. Ich ekelte mich vor seiner Quallen-Hand, die wie aus dem Nichts auftauchte. So schnell ich konnte, lief ich weg.
Manchmal gab er mir Schokolade. Dann ertrug ich seine glibberige Hand.
Einmal schenkte er mir eine Puppe mit einem rosa Kleid. Ich strahlte ĂŒber das ganze Gesicht, und er lachte laut. Es war wie Weihnachten. Oder wie Weihnachten sein sollte. Mit Geschenken. Nur gab es keinen Tannen- und Lebkuchenduft. Keine flackernden Kerzen. Der Geruch von Karl durchdrang die kĂŒhle abgestandene Kellerluft.
Ich kam immer wieder nach unten bis ich achtzehn wurde.

Die schwere TĂŒr des Magazins öffnete sich erneut und weitere BĂŒndel wurden angeliefert und aufgestapelt. Die MĂ€nner stöhnten und wischten sich den Schweiß von der Stirn.
„Auf zur nĂ€chsten Fuhre“, sagte der eine und schlug seinem Kollegen leicht auf die Schulter.
„Die TĂŒrklinke ist ganz lose, und ĂŒberhaupt ist die TĂŒr ganz verklemmt“, bemerkte er noch, als sie den Raum verließen.
Bald komme ich gar nicht mehr zur TĂŒr, fantasierte ich. Wie in einem Papiergrab. Kein Laut von draußen drang in diese Gruft. Die Fliege drehte wieder ihre Runden. Ich zog das Messer aus seinem Versteck. Die scharfe Klinge lachte mich an. Ich sah schon den dicken Leib aufspringen, wenn ich das Messer in ihn hineinstoße. Und in das Herz.

Seit zwei Jahren fuhr ich fast jeden Abend nach der Arbeit nach Hagen bei Wind und Wetter und legte mich auf die Lauer und wartete. Vor einem Jahr sah ich Karls Freundin weinend aus dem Haus stĂŒrmen. Sie humpelte leicht, die Augenbraue war ein roter Strich. Blutstropfen durchnĂ€ssten ihren Mantelkragen. Karl saß mit einer Flasche Bier am KĂŒchentisch und starrte die Wand an. Die Freundin kam nie wieder. Er gehörte wieder mir allein.
Auch am vorangegangenen Abend hatte ich ihn beobachtet. Ich stand gegenĂŒber seiner Erdgeschosswohnung im Schatten eines Baumes in der unscheinbaren Seitenstraße mit grobem Kopfsteinpflaster und dem Geruch von Einsamkeit. Nieselregen benetzte mein Gesicht.
Doch alles war anders als sonst. Ich sah ihn Koffer packen. Er zerrte Pullover und Hosen aus dem Schrank und stopfte sie ins ReisegepĂ€ck. Ich sah seinen Bauch auf und ab hĂŒpfen, wenn er von einem Zimmer ins nĂ€chste lief. In der Nachbarschaft erfuhr ich, dass er nach Australien auswandern wollte.
Ich lief zum Bahnhof, erreichte gerade noch einen Zug. Schnell nach Hause. Nachdenken. Er will weg. Die ganze Nacht lief ich im Zimmer auf und ab, umkreiste den Couchtisch. Wanderte in die KĂŒche und wieder zurĂŒck. Dann fand ich eine Lösung.
Die TĂŒr zum Museumsmagazin wurde mit einem quietschenden Laut aufgestoßen, schnell versteckte ich das Messer in der Schreibtischschublade. Ich schielte auf die Uhr, bald konnte ich gehen.
Er wird nicht fortgehen. Er wird bleiben. FĂŒr immer. Bei mir.
Ein Schwung neuen Materials landete in der Ecke.
„So, das ist fĂŒr heute der letzte Stapel. Wir machen morgen weiter.“
Die MĂ€nner winkten mir zu und eilten aus dem Raum. Die TĂŒr fiel laut ins Schloss. Ich hörte die MĂ€nner gedĂ€mpft sprechen und leise lachen, Schritte entfernten sich, dann war Ruhe. Schnell packte ich meine Sachen zusammen, sorgfĂ€ltig schob ich das Messer in seine SchutzhĂŒlle.
Ich stand auf und ging zur TĂŒr. Sie ließ sich nicht öffnen. Ich rĂŒttelte an der Klinke. Mit einem lauten Knacks brach sie ab und lag in meiner Hand.
Ich schrie, so laut ich konnte: „Kommen Sie zurĂŒck. Ich bin eingesperrt. Ich muss raus. Sonst fĂ€hrt er weg.“
Stille. Nur ganz leises Knistern. Wahrscheinlich eine Maus zwischen dem Papier.
„Bitte, kommen Sie zurĂŒck. Ich muss es heute machen. Es geht nur heute.“

Ich hĂ€mmerte auf die TĂŒr ein. Meine Faust blutete. Ich trat auf den Ausgang ein. Nichts rĂŒhrte sich. TrĂ€nen liefen ĂŒber mein Gesicht.
Ich fiel in die Papierstapel, es raschelte, ich war im Keller, allein, in meiner Welt.
Ich sah die Puppe vor mir. Sie verwandelte sich in ein kahlköpfiges Monster. Karls Mund erschien an der Wand und lachte lauthals. Er verhöhnte mich.
Ich kreischte: „Lass mich endlich in Ruhe!“

Langsam stand ich auf und tastete mich zum Wandtelefon. Ich rief den Hausmeister an.
„Ja, Meier hier.“
„Hallo“, schrie ich, „Herr Meier, hören Sie mich?“
„Ja, was ist los?“
„Ich bin eingeschlossen im Zeitschriftenmagazin. Die TĂŒrklinke ist abgebrochen. Und ich habÂŽs eilig.“
„Ja, ich komme gleich zu Ihnen“, stöhnte er.
Ich hörte noch, wie er zum Kollegen sagte, „ich befreie mal die Brillenschlange, die ist gefangen.“ Kichern drang in mein Ohr.
Zehn Minuten spĂ€ter wurde die TĂŒr mit einem widerspenstigen Knarren geöffnet.
„So, nun können Sie Feierabend machen. Haben Sie noch was Nettes vor?“
Er schmatzte und leckte sich die Lippen. Ich nickte.
Er schob einen Keil unter die TĂŒr und schlurfte aus dem Raum.

Die TĂŒr war offen.
Ein kalter Wind wehte vom schwarzen Flurschlauch herein.
Ich sah in die Dunkelheit und in mein Leben.
Ich griff nach meiner Tasche. Es war schon 19 Uhr. In einer halben Stunde wĂŒrde der Zug fahren. Den hatte ich schon oft genommen.
Ob er schon weg ist. Was mache ich, wenn er weg ist. Was mache, wenn er da ist. Wenn ich vor ihm stehe mit dem Messer in der Hand. Dann ist da nur noch Leere. Dann wird mir das Messer aus der Hand fallen.
Soll er doch fahren, sauste es durch meinen Kopf, der dröhnte und pochte wie eine offene Wunde.
Ich setzte mich auf den Stuhl. Die Tasche sank zu Boden. Ich zog das Messer heraus und prĂŒfte mit dem Zeigefinger die Klinge. Ganz leicht glitt die scharfe Kante ins Fleisch. Ohne Widerstand. Aus dem Spalt rann zögerlich ein Blutstropfen am Finger hinab. Ich zog das Messer ĂŒber die InnenflĂ€che des Handgelenks. Als ob es dahin gehörte. Kein Schmerz. Der lief aus mir hinaus. Der tropfte auf den Boden und klebte dort fest. Ich fiel vom Stuhl. Weißen Dunst sah ich vom Boden aufsteigen, wie ein Gespinst, das sich in einer Hecke verfangen hatte. An einem lauen SpĂ€tsommermorgen. Ich streckte mich aus und legte mich auf die Seite. Das Papier der Zeitschriften fĂ€rbte sich rot. Von Ferne hörte ich die hohen, dumpfen, hellen, harten KlĂ€nge der zahlreichen Kirchen Paderborns bei ihrem Abendlied.
Guten Flug, Onkel Karl.

„Mach mal das Radio lauter!“ Hausmeister Meier blickte seinen Kollegen an.

„In den Abendstunden ereignete sich in Hagen ein Gewaltverbrechen. Ein Mann, circa Mitte FĂŒnfzig, wurde auf offener Straße erschossen. Er hatte gerade die HaustĂŒr mit zwei Rollkoffern verlassen und wollte zum Taxi gehen, das auf der Straßenseite gegenĂŒber auf ihn wartete. Der TĂ€ter konnte entkommen. NĂ€heres zum Tathergang ist noch nicht bekannt. Der Taxifahrer steht unter Schock. Anwohner werden zur Zeit befragt. Wir melden uns wieder in einer halben Stunde. Nun erst mal Musik.“

„Was wieder so alles passiert ist in der Welt, Mord und Totschlag.“
Der Hausmeister schĂŒttelte den Kopf, wippte auf seinem Stuhl hin und her und legte die Zeitung beiseite.
„Ich geh mal schauen, ob die Brillenschlange nun endlich weg ist.“
„Ja, mach das.“






Version vom 26. 02. 2018 16:40
Version vom 02. 03. 2018 00:09

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Silbenstaub
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Oct 2017

Werke: 12
Kommentare: 81
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Silbenstaub eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil


.es hat ein bisschen gedauert, aber versprochen ist versprochen, hier nun die ĂŒberarbeitete Fassung „Im Keller“. Ich hoffe, ich konnte die Logikfehler beseitigen.
Silbenstaub

Bearbeiten/Löschen    


Weltenwandler
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2018

Werke: 4
Kommentare: 28
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Weltenwandler eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Silbenstaub,

ich lese dein Werk heute zum ersten Mal, deswegen kann ich leider nichts zur VorgÀngerversion sagen.

Was wahrscheinlich am ehesten zu den Strukturproblemen fĂŒhrte, ist der komplexe zeitliche Ablauf. Kurz gestockt bin ich bei folgender Stelle:

quote:
"SpĂ€ter im Kellerraum versteckte ich das Messer unter einem Stapel „Kristall“, es sollte mich begleiten am Abend. Ich wollte in den Zug steigen und nach Hagen fahren, wo ich geboren wurde.

In einem zweistöckigen Haus an einer Eisenbahnlinie wuchs ich auf."

Man musste sich erst die BezĂŒge klar machen bzw. weiterlesen, bis man es verstand.
Dir hilft es natĂŒrlich immer, wenn du die Handlung wirklich immer chronologisch ablaufen lĂ€sst.

Thematisch finde ich die Geschichte sehr ernĂŒchternd. Das meine ich aber positiv. Durch die entfremdende Handlung gewinnt man eine gewisse Abscheu und Distanz zu den beschriebenen Inhalten und findet sich am Ende der Geschichte mit einer klammen Leere wieder - schlechtes GefĂŒhl, aber deswegen gelungener Text.



Eine schöne Woche wĂŒnscht
TobiD

Bearbeiten/Löschen    


SilberneDelfine
???
Registriert: Oct 2015

Werke: 49
Kommentare: 293
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo Silbenstaub,

schön, dass du wieder hier schreibst. Ich sag es allerdings gleich: Die erste Fassung fand ich besser.

Hier ist mir einiges aufgefallen:

quote:
Ich kam immer wieder nach unten bis ich achtzehn wurde.

Warum? Warum geht sie immer freiwillig zu ihm, wenn sie sich vor ihm ekelt? Oder geht sie nicht freiwillig? Das ist aber nirgends erwÀhnt.

Dann bleibst du nicht in der richtigen Perspektive. Die Geschichte wird aus Sicht der Frau, personale Perspektive und in der Ich-Form erzÀhlt, dann am Schluss wechselt die Perspektive zum Hausmeister (auktorial). Passt nicht (auch wenn er sie finden soll).

Wieso wird Karl am Schluss von Unbekannten erschossen? Zuviel Zufall.

In der ersten Fassung hat mir gefallen, dass der Zufall, weil die TĂŒr nicht mehr aufging, sie an ihrer Rache gehindert hat. Hier geht die TĂŒr zu, sie kommt aber wieder - vielleicht noch rechtzeitig - raus. Also macht es mE gar keinen Sinn fĂŒr die Geschichte, das einzubauen. Die erste Fassung baute darauf auf.

Die zweite Fassung lÀsst zuviel offen.

LG SilberneDelfine

Bearbeiten/Löschen    


Silbenstaub
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Oct 2017

Werke: 12
Kommentare: 81
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Silbenstaub eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Weltenwandler,
vielen Dank, dass du dich mit meinem Text beschÀftigt hast.
Bei dieser Kurzgeschichte habe ich lieber bei den weiter zurĂŒckliegenden Ereignissen mit RĂŒckblicken gearbeitet. Ich schaue mir die Übergangspassagen noch einmal an.
WĂŒrde ich die Geschichte zu einer ErzĂ€hlung weiterentwickeln wollen, dann wĂ€re eine chronologische Abfolge wahrscheinlich besser. Dann wĂŒrde ich die Figuren auch noch tiefer ausleuchten.
Diese Geschichte ist absolut kein Feel-Good-Text, soll sie auch nicht sein. Klamme Leere, das trifft es.
Ich wĂŒnsche dir auch eine schöne Woche,
Silbenstaub

Bearbeiten/Löschen    


Silbenstaub
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Oct 2017

Werke: 12
Kommentare: 81
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Silbenstaub eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo SilberneDelfine,
vielen Dank fĂŒr deinen Kommentar.
Die Hauptfigur entwickelt eine morbide AbhĂ€ngigkeit/Obsession gegenĂŒber der Nebenfigur. Diesen Aspekt habe ich klarer herausgearbeitet. Der von dir zitierte Satz stand ĂŒbrigens auch schon in der ersten Version.
Die Nebenfigur habe ich absichtlich blass gehalten. Könnte ich noch mehr ausarbeiten. Mal schauen.
Ich fand die Version, dass sie durch die verschlossene TĂŒr am Töten gehindert wird, nicht mehr gut, hier wird sie zur handelnden Person, sie hat die Wahl, trotzdem ist das anfĂ€ngliche Eingeschlossensein wichtig fĂŒr den inneren Prozess, den sie durchmacht.
Der Wechsel der ErzÀhlperspektive am Schluss ist ganz bewusst geschehen. In meiner Wordvorlage war da noch ein Trennungszeichen, das ist abhanden gekommen. Ich denke, das kann man so machen.

Mir gefĂ€llt es jetzt so besser, ich bin aber auch schon etwas „ausgekellert“.
LG Silbenstaub

Bearbeiten/Löschen    


1 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂŒr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂŒck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung