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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Imagepflege
Eingestellt am 06. 12. 2008 16:00


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knychen
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Imagepflege

Machen wir uns nichts vor - das Image der Lkw-Fahrer in Deutschland ist ziemlich am Boden.
Nun ist es aber so, dass der Mensch sieht, was er sehen will und hört, was er nicht hören soll; manchmal sogar die Flöhe oder Schlimmeres husten.
Und vieles beruht einfach nur auf Missverständnissen.

Am Ortsausgang von Herdecke Richtung Wetter am √∂stlichen Rand des Ruhrpotts befindet sich eine Firma, die unter anderem Vliesstoffe veredelt. Diese Bude fahren wir als Spedition seit Jahren mit manchmal zwei Z√ľgen pro Tag an.
Eines fr√ľhen Abends im Hochsommer kam ich dort an und durfte mich bis zum n√§chsten Morgen auf die Stellfl√§che der dortigen Hausspedition einparken. Dusche konnte ich auch benutzen, K√ľhlschrank war gut gef√ľllt und da es kurz nach dem Urlaub war, hatte ich auch einen exzellenten Wein am Start. Ich bastelte mir ein paneurop√§isches Abendmahl mit griechischem Schafsk√§se, Schwarzw√§lder Schinken, spanischen Oliven, deutschem Vollkornbrot mit Vogelfutter auf der Kruste und eben dem franz√∂sischen Weinchen.
Die vorbeif√ľhrende Strasse ist n√§chtens total ruhig, denn gleich hinter der Firma kommt, glaub ich, nur noch ne Gartenanlage. Jedenfalls ist dort kaum Durchgangsverkehr. Vielleicht zog ich aus diesem Grund zur Bettruhe die Gardine nur halbherzig zu.
Mitten in der Nacht tr√§umte mir von einem altert√ľmlichen Brunnen mit Natursteinsockel bis in H√ľfth√∂he. Ich kam grad aus der W√ľste - wei√ü der Geier, was ich dort zu tun hatte - und hatte Brand wie weiland der Dornbusch. Ich beugte mich √ľber den Rand des Brunnens, sah unten, ganz tief unten das bleiern gl√§nzende Nass und konnte die K√ľhle des Wassers sp√ľren. Aber kein Eimer oder √§hnliches Sch√∂pfger√§t war zur Hand.
Im Traum kommt man ja mitunter auf die dussligsten Ideen, also sprang ich kopf√ľber hinein. Ich fiel und fiel und fiel und dabei fiel mir auf, dass ich schon viel zu lange fiel. Das war der Moment, wo ich bemerkte, dass ich in einem Traum fest hing. Tr√§ume, in denen man gef√§hrliche Situationen erlebt, sind ja oftmals nur Versuche des Unbewussten, den Schl√§fer auf eine k√∂rperliche Ausnahmesituation hinzuweisen. In meinem Fall lag die Ursache in den kr√§ftig gew√ľrzten Oliven, dem gut abgehangenen Schinken und dem in Salzlake gereiften K√§se meines Betthupfers.
Ich erwachte.
Wegen der auch nachts hohen Temperaturen schlief ich nackt und nur ein Laken bedeckte teilweise meinen K√∂rper. Tr√§ge schob ich meine Beine √ľber den Rand der Matratze, setzte mich auf, knipste das Licht an und fingerte mir einen O-Saft aus der sanft vor sich hin brummenden K√ľhlbox. Beim Trinken verblasste auch langsam die Vision des Brunnens.
Weil ich ja nun so ganz allein f√ľr mich dort sa√ü, kratzte ich mir ungeniert den Sack und kam mir dabei mit den Fingern ins Gew√∂lle. Pl√∂tzlich war da etwas, was da nicht hingeh√∂rte. Mit spitzen Fingern klaubte ich den St√∂renfried heraus, hielt ihn in Augenh√∂he vors Gesicht und sah erstmal gar nichts.
Wer einen Volvo der FH-Reihe f√§hrt wird mir zustimmen, dass die originale Innenbeleuchtung als grenzwertig einzustufen ist. Zumindest wenn man im Alter der ersten Brille ist, diese nicht aufhat und wenn man etwas erkennen will, was gef√ľhlte zwei Millimeter klein ist. N√§her ran an die Pupille bringt da auch nichts, weil die F√§higkeit zu fokussieren einfach nicht mehr handbreit- sondern nur noch arml√§ngenkompatibel ist. Ich setzte mir die Brille auf.
Was ich dann zwischen meinen Fingerspitzen erkannte, lie√ü mich grinsen. Ich zerknackte es und schnipste die Reste in den Bodenraum vor dem Beifahrersitz. Dann schaute ich auf die Uhr. Herrliche f√ľnf Stunden Schlaf standen mir noch bevor, bis um Sechs der Wecker klingeln w√ľrde. Ich l√∂schte wieder das Licht.
Sanft umfingen Morpheus z√§rtliche Arme wieder meinen nun nicht mehr d√ľrstenden K√∂rper. Kurz fragte ich mich noch, was wohl den alten Mann um diese Zeit aus dem Bett getrieben haben mochte, der da auf der anderen Stra√üenseite unter der Bogenlampe stand und den ich erst gesehen hatte, als es im Lkw schon wieder dunkel war.

Es war gegen Mitternacht, als der Rentner Erwin Michalski in einem Anfall seniler Bettflucht vom Schlafzimmer in die K√ľche tappte. Seine Frau w√§lzte sich st√∂hnend und vor sich hin schnorchelnd im gemeinsamen Bett, aber das war es nicht gewesen, was in auf die Beine gebracht hatte. Was ihn in den letzten Tagen - genauer seit dem Laubenpieperfest am vergangenen Samstag - an seiner Frau st√∂rte, waren eher die seit langem nicht mehr geh√∂rten kleinen, spitzen Untert√∂ne in ihren allt√§glichen Bemerkungen.
Was hatte er denn Böses getan?
Seit seine Herta so mit dem Wasser in den Beinen zu k√§mpfen hatte, grade bei dieser Hitze, und seit sich die H√ľfte wieder gemeldet hatte vor zwei Jahren, hatte er nicht ein einziges Mal mehr mit ihr getanzt. Gelegenheiten gab es eigentlich oft - Gartenanlage, Kleintierz√ľchterverein, Seniorentreff, Fr√ľhlingsfest - die √ľblichen Sachen halt. Dabei hatten sie fr√ľher nie was anbrennen lassen. Aber sie konnte eben nicht mehr so. Das akzeptierte er und respektierte es und seiner Meinung nach war da √ľberhaupt nichts bei, wenn er, Erwin Michalski - r√ľstig und mit einem g√∂ttlichen Taktgef√ľhl ausgezeichnet (wie Ida beim Walzen gesagt hatte) - mit anderen Frauen tanzte.
Mein Gott, sie waren Beide achtundsiebzig, seine Herta und er, da ist doch Tanzen nur noch eine schwache Erinnerung an den Bewegungsdrang fr√ľherer Jahre.
Gut, die Ida - die "rassige Ida", wie sein alter Kumpel Willi sie beim Skat unter der Hand genannt hatte - ist noch recht jung.
Gerade mal dreiundsechzig - sagt Willi - und zweimalige Witwe. Der alte Schweinigel war dann immer gleich mit Bemerkungen dabei wie: kann mir schon vorstellen, wie sie ihren M√§nnern die Gesundheit zerritten..√§√§hh..zerr√ľttet hat.
Aber deswegen braucht doch seine Herta nicht gleich eifers√ľchtig werden.
Denn das war sie.
Ganz eindeutig.
Die Gedanken dar√ľber hatten ihn also nicht schlafen lassen und so hatte er sich seine Sommerhose in Rentnerbeige angezogen, die hellbraune Windjacke √ľbergeworfen und die taubenblaue M√ľtze auf den kahlen Sch√§del gesetzt. Dann wurde der Dackel Steiger an die Leine geklinkt und nun wackelte Erwin Michalski mit Hund und M√ľtze r√ľber zu seinem Garten. Vielleicht warf ja die braune Zibbe heute Nacht.
Die letzten paar hundert Meter zum Garten f√ľhrte die Stra√üe steil nach oben. Als er an der Vliesbude vor√ľber ging, wurde es in dem gro√üen Lkw, der dort geparkt stand, hell.
Neugierig und etwas außer Atem blieb Erwin stehen.
Drinnen im Fahrerhaus, das konnte er gut durch die nur halbherzig zugezogene Gardine beobachten, sa√ü ein Mann mit nacktem Oberk√∂rper. Er trank aus einer Saftflasche und sah sehr verschlafen aus. Die haben es auch nicht leicht, die armen Kerls, in diesen Blechb√ľchsen bei der Hitze. dachte Erwin.
Pl√∂tzlich stand der Mann auf und man sah, dass er v√∂llig nackt war. Obwohl Erwin Michalski gewiss kein pr√ľder Mensch ist, fand er das doch schon ein wenig seltsam, so nackig am beleuchteten Fenster.
Jetzt griff sich dieses Ferkel auch noch an den Sack und kratzte sich ausgiebig.
Diese Angewohnheit war Erwin nat√ľrlich vertraut, aber in der √Ėffentlichkeit...?
Auf einmal nahm dieser Dreckskerl die Hand, mit der er sich gekratzt hatte, vors Gesicht. Dann schob er den Kopf nach hinten und streckte den Arm weit von sich wie Willi, wenn er beim Skat den Platz in der Ecke erwischt und seine Brille wieder mal vergessen hatte. Irgendwas Kleines hielt dieser Fahrer zwischen Daumen und Zeigefinger der rechten Hand. Jetzt setzte er eine Brille auf und fing sofort an zu grinsen. Die folgende Bewegung kannte Erwin nur zu gut aus der kurzen Zeit in dem belgischen Kriegsgefangenenlager, wo sie in verlausten und verwanzten Baracken mehr gehaust als gelebt hatten. Damals nach dem Krieg.
Und jetzt schnipste dieser verluderte Bursche - wo kam der eigentlich her?... PM‚Ķ wer wei√ü, wo das ist‚Ķ - seine Beute einfach so von sich, dass musste man sich mal vorstellen. Na das musste ja toll aussehen bei dem im Auto. Und zu Hause erst, wenn der √ľberhaupt eins hat. Wer wei√ü, was der noch alles mit sich rumschleppt mit seinen langen Haaren, der ist doch bestimmt voller Zecken und Gez√ľcht.
Steiger zog an der Leine.
Hast recht, blo√ü weg hier, so was kann einem ja den Tag verderben, bevor er richtig angefangen hat, dachte Erwin. Er sch√ľttelte den Kopf und verlie√ü langsam den Lichtkegel der Laterne.

Dieses Bild, wie der alte Mann in der typischen Rentnerkleidung unter der Lampe steht, den Kopf sch√ľttelt und sich dann irgendwie unzufrieden mit was auch immer wegdreht und losschlurft, dieses Bild begleitete mich in den zweiten Teil meines Nachtschlafes.
Ich hoffte noch so beim Wegduseln, dass nicht noch mehr K√ľmmelk√∂rner vom Vollkornbrot auf dem Laken gelandet waren.

__________________
kny

Version vom 06. 12. 2008 16:00

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bluefin
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lyber @knychen,

quote:
Machen wir uns nichts vor - das Image der Lkw-Fahrer in Deutschland ist ziemlich am Boden.
nimmt den leser f√ľr im weiteren folgendes, plattes in anspruch.

vor solchen "wir"-einleitungen h√ľte man sich, denn sie erzeugen immer dann sofort widerstand, wenn grosse teile eines kollektivs anderer meinung sind. die einfacher gestrickten unter uns goutieren durchaus die "fernfahrer-szene" (buddy l√§sst es krachen oder so √§hnlich), die etwas schlaueren wissen, dass es nur ein knochenjob ist. ressentiments bestehen, wenn √ľberhaupt, wohl nur gegen die kolonnen.

es macht wenig sinn, erst an uns zu appellieren und danach doch nur davon zu berichten, wie ein rentner jemand anderen beim sackkratzen zuschaut. solcherelei "spannendes" mag unterschwellig irgendeine bedeutung haben - mir als walfisch bleibt diese verborgen.

gru√ü aus m√ľnchen

bluefin

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knychen
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einspruch, euer ehren!

@bluefin
die von mir in der einleitung der kurzgeschichte genannte alte weisheit greift nach meinem ermessen ganz wunderbar bei deiner kritik.
dass du keinen zugang zur thematik findest und mit der kurzeinschätzung "klischee" fertig damit bist, ist deine sache. aber du vergisst dabei, wie interessant perspektivwechsel sein können.
vor allem aber verstehe ich nicht deinen anspruch an die moralische mission einer kurzgeschichte.
ich will weder die welt verändern, noch habe ich mir das vermitteln hochdeutscher sprachlicher ausdrucksweise auf mein kariertes hemd geschrieben.
wenn mein protagonist lkw-fahrer ist, ist auch seine ausdrucksweise dementsprechend. in unserer branche sind relativ wenige germanisten unterwegs.
dass es dich √§sthetisch abst√∂sst, in einer geschichte zeuge eines vorgangs namens "sackkratzen" zu werden, spricht f√ľr deine sensibilit√§t. aber die wenigsten streicheln sich bei dieser allt√§glichen geste das skrotum mit rosenbl√ľtenbl√§ttern und w√§re mein prot eine frau gewesen, h√§tte sie sich hemmungslos den hintern oder die br√ľste gekratzt.
nicht aus hygienischen gr√ľnden, sondern - genau wie mein prot - um zu kontrollieren, ob die schwerkraft noch wirkt. (diese "plattheit" sei mir verziehen)
ich finde sowas nicht platter oder uninteressanter wie die im leeren verlaufende antwort auf die frage ob kara ben nemsi alias old shatterhand nun schwul war oder sein blutsbruder winnetou. so, wie du bei meiner kl√§rchen-geschichte aus der √§usserlichen charakteristik "kellner italienischen typs" gleich einen italienische kellner machst und der einmaligen erw√§hnung des korbstuhls den wert einer unterhaltung √ľber selbigen zuordnest, also im ganzen falsch interpretierst, so kann ich deiner wortmeldung nix weiter entnehmen, als dass dein bild √ľber den beruf eines fernfahrers dem g√§ngigen bild der boulevardmedien entspricht.
denn "nur ein knochenjob" ist es nicht.
ganz im gegenteil.
und weil mich dieses klischeedenken ankotzt, habe ich ein wenig imagepflege betrieben. in der hoffnung, dass der eine oder die andere bemerkt, dass man dinge so oder auch so sehen kann.
und jetzt ist meine gesetzliche pause rum und ich begebe mich wieder hinters lenkrad und auf die a2. steht noch ne menge an heute. fußnägel abknabbern bei tempo neunzig und schneeregen zum beispiel.
gruß von unterwegs und sieh nicht alles so verbissen.
knychen

__________________
kny

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bluefin
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lieber @knychen,

das einleitende wörtchen "wir" bezieht in deinem fall den leser mit ein, weil der kritiserte satz ein auffordender ist. dieser stil ist kennzeichen von traktaten, sollte aber bei kurzgeschichten tunlichst vermieden werden, zumal die von dir in den raum gestellte floskel ("machen wir uns nichts vor!") gar keine zutreffende ist.

was solche kritik mit meinem winz-essay √ľber karl may - oder dem an anderer stelle ergangenen vorhalt, ein dialog wie der dort angebotene passe keineswegs zu einem kellner italienischen zuschnitts - zu tun habe, begreife ich ebensowenig wie deinen hinweis, du seist selbst fernfahrer und w√ľsstest deshalb gut bescheid √ľber deren gem√§chte.

mag ja sein, dass du besser lastwagen fahren kannst als unsereiner und der spedit√∂r, bei dem du schaffst, ein besonderer ist - heraush√§ngen lassen w√ľrde ich das an deiner stelle besser nicht, denn der platte inhalt der nacktszene vor und hinter der truckerscheibe gewinnt dadurch keineswegs an kontur. ganz im gegenteil!

die allgemeinen ansichten der deutschen bev√∂lkerung √ľber sachverhalte entsprechen nicht immer den schlagzeilen der boulevardzeitungen, wie du irrig annimmst. ihr √ľberwiegender anteil bildet sich, wenn (wie etwa bei den lkw-fahrern) pers√∂nlicher augenschein m√∂glich ist, durchaus ein eigenes bild - und das ist keinswegs so beschaffen, dass ein autor berechtigt w√§re, "uns" sein besonderes aufzuschwatzen.

doch das ist alles nur stilkritik, die du beherzigen kannst oder nicht.

nach wie vor erschlie√üt sich mir die essenz deiner story aber nicht. warum konfrontierst du uns leser mit dem unterleib eines lastwagenfahrers und einem beobachtenden rentner? alle m√§nner fassen sich doch mindesten einmal t√§glich an den schwanz, und manchmal schaut ihnen jemand zu dabei, aus irgendwelchen gr√ľnden. was macht den kraftfahrer zum besonderen? nichts gegen die gleichzeitige bescheibung eines "vorgangs" aus zweierlei perspektiven - ein g√§ngiger kniff, um dramatik und besondere spannung zu erzeugen. hier aber kratzt sich doch nur irgendeiner zwischen den beinen. so what?

liebe gr√ľ√üe aus m√ľnchen

bluefin

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knychen
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nu werd mal nicht zickig...
den unterleib des lkw-fahrers habe ich √ľberhaupt nicht pr√§sentiert, geschweige denn seinen schwanz. denn sonst h√§tte ich ja - um bei deinem assoziativen gedankenschema zu bleiben - irgendwas von wegen "lang und fettig" schreiben m√ľssen.
aber nun verrat mir doch mal eins.
welche berufsgruppe wäre es denn wert, im rahmen einer harmlosen szene beschrieben zu werden. und welche thematik muss auf jeden fall aussen vor bleiben?
kann das sein, dass du einfach nur gerne recht haben willst? auf biegen und brechen?
die irrfahrten des odysseus sind eben auch nix weiter wie der schweinkram, den ein seemann fern der heimat erlebt. oder wie? oder was?
und romeo und julia sind lediglich ein paar spät pubertierende kids, die ihren eltern die autorität verweigern, stimmts?
deswegen muss man doch so was unwichtiges nicht beschreiben.
und damit du nicht auf falsche gedanken kommst - mitnichten will ich mich mit homer oder herrn sch√ľttelspeer vergleichen. ich wollte nur so plakativ wie m√∂glich sein.
und bezugnehmend auf den zweiten satz deiner letzten wortmeldung an dieser stelle muss ich dir auch mal einen rat auf deinen weg geben.
das wort tunlichst sollte man nämlich tunlichst vermeiden. es kommt so gestelzt daher, dass man den abgespreizten kleinen finger fast sehen kann.
und erklär mir nicht, dass wäre ironisch gemeint gewesen. soviel humor trau ich dir nämlich nicht zu.
ich schau heute abend noch mal rein, aber schreiben werd ich dazu nix mehr.
versprochen!
gru√ü aus osnabr√ľck.
knychen
__________________
kny

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Kasper Grimm
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Registriert: Not Yet

"dieser stil ist kennzeichen von traktaten, sollte aber bei kurzgeschichten tunlichst vermieden werden,"

Originalzitat von Bluefin - da kann ich nur sagen: er mit seinen Kritiken erinnert mich viel mehr an einen verbiesterten Traktatler.

Nun zum Text: ich finde ihn klasse ;-)
Ich mag diese lockere unverklemmte Atmosphäre. Sie ist ehrlich, weil dem realen Leben von der Schnauze abgeguckt. Wenn mamn sich unbeobachtet wähnt, pult man in der Nase, juckt sich an der Hämorrhoide und macht noch ganz andere Dinge. Wenn ein Moraliner darauf verschnupft reagiert, hat der Text genau das bewirkt: das Moraline entlarvt als moralin.
Der Witz an der Sache ist aber noch, da√ü der sich unbeobachtet W√§hnende keinesfalls unbeobachtet ist, sondern beobachtet wird von einem - Moralinen: ausgerechnet der, dem nichts Menschliches fremd ist (Gefangenschaft, Ehesachen), ist pikiert √ľber diese Szene - das entlarvt ihn als Spie√üerrentner.
Und der Autor hat das ganz nebenher so mal angedeutet - das ist die eigentliche Klasse: nicht der erhobene Finger, sondern mal eine kleine Szene fokussiert - wobei mir das erheiternde Grinsen kommt.
Ergo: ich bin kein Moraliner ;-))))
Kasper

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