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Junge oder Mädchen?
Eingestellt am 29. 10. 2017 16:15


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Ruedipferd
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Nach „Strichjungen aus Leidenschaft“ eine weitere Leseprobe aus dem transromantischen Roman: Junge oder Mädchen? Der Roman ist noch nicht lektoriert und steht unter dem Autorennamen Manuel Magiera zum Download auf Xinxii.
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Es handelt sich um die Geschichte eines Mädchens, das sich seit frühester Kindheit als Junge fühlt und beginnt in dessen zwölftem Lebensjahr. Der Anfang enthält natürlich keine erotischen Darstellungen. Erst mit dem Jugendalter trifft Maximilian als Sechzehnjähriger in Hamburg auf seinen Zuhälter Conny und erlebt die aufregendste Zeit seines Lebens.

Leseprobe:

Ich erzählte Hubertus am Abend im Zelt von Rene, Andy und meinen Erfahrungen. Er hatte auch seine schwulen Seiten ausgelebt. Das war vollkommen normal, meinte er. Im Augenblick stand er mehr auf Frauen und als ich ihm meinen Hintern zeigte, regte sich nichts bei ihm. Wir lachten. Hubertus würde die Familie erhalten. Ich sprach auch von Jenny, die bereit war, mit mir eine zu gründen. „Wenn ihr irgendwann vor der Frage steht, woher ihr den Spendersamen nehmen wollt, dann melde dich. Wir können das diskret machen. Niemand wird etwas merken und unser Blut bleibt in der Familie. Natürlich nur, wenn bei mir alles okay ist. Aber davon gehe ich mal aus“, flüsterte er mir leise zu. Hach, dann war auch das schon geregelt. Jenny würde nichts dagegen haben. Sie mochte Hubertus, die zwei hatten sich einmal kurz im Sommer gesehen. Er war ihr sicher lieber, als Andy. Jenny dachte dynastisch, genauso wie meine Eltern. Vielleicht war das typisch für Mädchen ihrer Herkunft. „Das wäre Klasse. Ich denke, es wird etwas werden.“ Ich berichtete von Andy und seinen glorreichen Ideen. Hubis Augen wurden dabei immer größer. „Das stelle ich mir gerade vor. Andy im Kleid und mit Pumps an den Füßen, mondän eine Zigarettenspitze in der Hand, wie er am Schlossaufgang steht und als Gräfin mit tiefer rauchiger Stimme die Gäste begrüßt“, fantasierte er kichernd. Ich quiekte auf bei dem Gedanken. Andy wollte Rene mal in Hamburg besuchen. Wir mussten ihm bald etwas mehr erzählen. Aber ich war mir sicher, dass er uns nicht verraten würde. Im Gegenteil, die Schwulenbars wären wohl genau das richtige für ihn. Hubertus gab mir Recht. Wir sollten schauen, dass Andy dort einen netten Freund finden konnte.

Die Tage gingen viel zu schnell vorbei. Aber wir feierten noch Sylvester zusammen und am 2. Januar hieß es, Abschied nehmen. Um Oma machte ich mir Sorgen. Sie war klapperig geworden und vergaß nun schon mal das eine oder andere. Ich lief oft, um ihre Brille zu holen oder ihre Tabletten zu suchen. Ständig hatte sie irgendetwas verlegt. Mutter und Tante Alexa kümmerten sich rührend um sie. Tante Friederike ging mit ihr spazieren und wollte sie im Sommer ein paar Wochen nehmen. Oma erzählte von Ostpreußen. Man hatte den Eindruck, sie war gerade von dort gekommen, so zeitnah und authentisch hörte sie sich an. Mutter meinte, sie sollte erst einmal bei uns bleiben. So saß ich die kommenden Wochen bei Oma und trug ihr meine Referate vor. Sie verstand zwar so gut wie nichts, von dem, was ich erzählte, aber ich merkte, dass es ihr Spaß machte. Zu Vaters Geburtstag gab es wieder ein kleines Fest, allerdings nur im engsten Familienkreis. Oma fuhr danach mit Tante Alexa nach Hause. Es wurde ruhig auf dem Schloss. Ich saß viele Stunden allein oder mit Andy vor dem PC oder an meinen Büchern. Zwischendurch schliefen wir miteinander. Jenny rief fast täglich an und erzählte mir den neuesten Klatsch aus ihrer Schule. Sie war erst nächstes Jahr mit dem Abi dran. Rene hatte ein paar Dates mit schwer reichen Freiern gehabt und sein Bankkonto war schon prall gefüllt. Kurt ließ ihn in seinen Läden die Büroarbeit machen, schubste ihn aber auch immer wieder an seine Hausaufgaben. Mit Conny verstand er sich blendend. Wir mailten viel und telefonierten. Conny hatte einen guten Arzt gefunden, der ihm die Medikamente gab. Er ließ sich, wie von Ronny vorgeschlagen, auf dem Tageskolleg einschreiben und besuchte tagsüber eine Aufbauklasse. Rene half ihm, den Stoff zu verarbeiten. Conny hatte es nicht leicht. Aber auch ich versuchte ihn immer wieder zu motivieren, wenn etwas misslang und nach einer Weile fand er den Anschluss wieder. Kurt lobte ihn und man merkte, wie stolz er auf seinen Sohn war. Der Vaterschaftstest war eindeutig positiv gewesen. Ich fragte mich, warum sich Kurt nicht früher zu erkennen gegeben hatte. Vielleicht wäre es dann gar nicht erst zu Connys Infektion gekommen. Nun, es war nicht mehr zu ändern und es nützte nichts, sich Gedanken um nicht gelegte Eier zu machen. Nur die Zukunft war wichtig. Um meine machte ich mir nicht allzu viele Sorgen. Unser Test hatte nichts Auffälliges ergeben. Wenn wir weiterhin aufpassten, würde uns nichts geschehen.

Kurt hatte meine Mailadresse bekommen. Er fragte nach, ob ich überhaupt noch ein Date haben wollte. Ich überlegte und spürte Erregung bei dem Gedanken, als Edelboy einen Freier zu verwöhnen. Anfang Februar hatte ich wieder einen Wochenendtermin bei Doktor Reimers. Ja, wollte ich. Aufgeregt flog ich nach Hamburg. Ich war nicht der einzige in der Sprechstunde. Rene und Melanie und noch zwei andere Mädchen saßen im Wartezimmer, als ich eintrat. Was für eine stürmische Begrüßung! Rene ließ mir den Vortritt beim Doc. Er gab mir hinterher einen kleinen Zettel in die Hand und erzählte mir leise, wie es nun weiter ging. Ich sollte gegen Mittag in das sehr gehobene Lokal zum Essen gehen. Auf ein Stichwort hin würde mich der Ober an einen Tisch führen und mich dort dem Gast vorstellen. Dieser war US Amerikaner und Geschäftsmann aus Kolumbien. Am Nachmittag wollte er im Taxi mit mir eine Stadtrundfahrt machen, den Hamburger Hafen ansehen und mich zur Besichtigung einer der größten Hamburger Kaffeeröstereien mitnehmen. Er besaß wohl in Kolumbien eigene Kaffeeplantagen und hatte geschäftlich in Hamburg zu tun. Den Abend und auch den Samstag sollten wir gemeinsam gestalten. Ich nickte nur. Dann eilte ich in mein Hotel an der Reeperbahn, welches Kurt für mich reserviert hatte, um mich umzuziehen. Meine Wahl fiel auf eine schwarze Jeans, ein dezent gemustertes helles Hemd, eine passende Krawatte und ein helles Sakko. Zufrieden drehte ich mich vor dem Spiegel. Ich sah nun selbst wie ein junger Geschäftsmann aus. Ein Taxi brachte mich zum verabredeten Treffpunkt. Der Ober führte mich an einen Tisch, mit Blick auf die Alster und ließ uns allein. „Hello, I’m Max. Nice to meet you.“ Der Freier sah gut aus. Ich schätzte ihn auf Mitte Vierzig. Leicht gewellte dunkelblonde Haare und blaue Augen musterten mich. Er erwiderte meinen Gruß und stellte sich als Ken Boldman vor. Wir begannen einen leichten Smalltalk. Sympathie kam sofort auf. Ich fragte ihn nach seinen Interessen. Hamburg bot ziemlich viel. Theater, Oper, Revue. Er mochte alles und überließ mir die Gestaltung des Abends. Allerdings sprach er nur Englisch. Der Umstand komplizierte die Angelegenheit etwas. Ich fragte nach dem Termin in der Rösterei und erzählte ihm, dass ich mich sehr darauf freute. Ich hätte familiär mit Bier und Schnaps zu tun und kannte mich hinsichtlich Firmenführungen schon recht gut aus. Er hörte sehr interessiert zu. Wir hatten also zwei Tage und zwei Abende Zeit. Es gab ein kleines englischsprachiges Theater, fiel mir ein. Das könnte passen, dachte ich sofort. Auf dem Handy las ich mir den Spielplan durch. Es stand für heute Abend eine Komödie auf dem Programm. Ich schmunzelte und bestellte online zwei Eintrittskarten. Danach würden wir in eine bekannte Künstlerkneipe gehen und mit etwas Glück, dort ein paar Prominente von Film und Fernsehen entdecken können. Je nachdem, wie er gelaunt war, würden wir zu späterer Stunde über die Reeperbahn ziehen und uns einige Bars ansehen. Ob wir bei ihm oder bei mir landeten, wollte ich dem Zufall und seinen Wünschen überlassen. Ich erzählte ihm nichts, sondern signalisierte nur, dass ich ab heute Abend um sechs Uhr die Führung übernehmen würde.
Der Ober kam, fragte nach meinem Getränkewunsch und brachte uns die Speisekarte. Die piekfeine Atmosphäre hätte vielleicht sogar Rene Unbehagen bereitet. Conny wäre hier auf jeden Fall zusammengebrochen. Ich hingegen fühlte mich in meinem Element. Ich wusste, welches Glas und welches Besteck zu welchem Anlass gehörten. Ken leistete sich mehrere kleine Fauxpas. Amerikaner waren in ihren Tischgewohnheiten nicht so abgehoben, wie ich es von europäischen Spitzenrestaurants und ihrem erlesenen Publikum der oberen Zehntausend kannte. Ich schmunzelte und wies ihn darauf hin. Er ergriff staunend meine Hand, hielt sie fest und sah mich überglücklich an. Wir lachten beide in uns hinein und verließen nach dem Essen Arm in Arm das Lokal. Der Taxifahrer erzählte zusammen mit mir auf Englisch von der Stadt, den Bauwerken und ihrer Geschichte. Am Schluss setzte er uns am Hafen ab, wo die Barkasse schon auf uns wartete. Ken strahlte, fragte immer wieder nach. Seine Hände glitten dabei zärtlich über meinen Körper. Wir verhielten uns wie vertraute Freunde. Es war nicht aufdringlich und vor allem nicht affektiert. In der Rösterei drehte ich den Spies um. Und das war nicht gespielt. Ich fand alles hochinteressant und fragte Ken und unsere Begleiter ein Loch in den Bauch. Um kurz vor sechs Uhr endete dieser Teil des Tages.
Er wollte gerne ins Hotel und sich etwas frisch machen, fragte, ob ich ihn begleiten würde. Gerne. Er war schließlich der Boss. Vielleicht könnten wir hinterher noch auf einen Abstecher in mein Hotel fahren. Ich dachte daran, das Hemd zu wechseln.

Wir standen kaum im Zimmer, da fanden unsere Hände zueinander. Ken zog mich an sich und ich folgte ihm. Unsere Lippen verschmolzen. Das war nicht der Strichersex, den ich vom Parkplatz kannte. Wir wussten beide, was wir wollten. Zogen uns aus, duschten, jeder nahm sich einen Drink, gab dem anderen, was er wünschte. Es war, als wenn wir uns seit ewigen Zeiten kannten, seit langem ein Paar waren, das vertraut und intim miteinander umging, dem kein Detail am anderen fremd vorkam. Was dann geschah toppte alles. So zärtlich hatte noch nie ein Freier mit mir geschlafen. Ich gab mich Ken völlig entspannt hin, ließ ihn die Führung übernehmen und genoss die Augenblicke höchster Ekstase. Am Schluss waren wir beide gekommen und lagen nebeneinander. Er wollte meinen Dildo sehen. Ich erzählte ihm von mir. Er wusste es bereits von Kurt und war sehr neugierig auf mich gewesen. „Normalerweise bin ich stockschwul und dein Körper hätte mich eigentlich kalt lassen müssen. Aber du hast eine so faszinierende fesselnde Ausstrahlung, der ich nicht widerstehen kann.“ Ich konnte das auch für ihn feststellen. Dann erzählte ich ihm von meinem Abendplan. Wir hätten im Hotel bleiben können. Ich war mir sicher, dass Ken nach kurzer Zeit wieder bereit wäre. Er überlegte. Schüttelte dann den Kopf. Nein, er hatte nicht nur für den Sex mit mir bezahlt, sondern vor allem für meine Begleitung. Und die wollte er auch genießen. Sein Flugzeug ging übermorgen um ein Uhr. Solange gehörte ich ihm. Dann wollte ich jetzt in mein Hotel und mir ein frisches Hemd anziehen. Er wehrte ab. Wir hatten annähernd die gleiche Größe. Ich musste mir etwas aus seinem Wäscheschrank nehmen und trug nach dem Duschen nicht nur ein Hemd und eine Krawatte von ihm, sondern auch seine Unterwäsche. Er bestand darauf. Es war ein komisches Gefühl, das ich nur einmal erlebt hatte, als ich mit meinem Vater unterwegs gewesen war und nach einem Regenguss von ihm Kleidung ausleihen musste. Aber Ken war nicht mein Vater, obgleich er es altersmäßig hätte sein können. Ich erzählte ihm, woran ich dachte. Er nahm meinen Kopf in beide Hände, küsste mich auf den Mund und sagte, okay, dann bist du ab sofort mein Sohn. Und du bist genauso schwul wie ich. Wir fuhren zum Abendessen.

Ich hatte ein nettes Restaurant ausgesucht, das gute Hausmannskost servierte. Danach spazierten wir über die Straße in das kleine Theater. Ken amüsierte sich königlich. Auch die Künstlerkneipe gefiel ihm und als es endlich zur Reeperbahn ging, wusste ich, der Abend war gelungen. Wir schliefen bei ihm und am nächsten Morgen fuhren wir in mein Hotel, holten meine Sachen und ich checkte dort aus. Ken wollte meine Handynummer haben. Wir würden uns wieder verabreden, wenn er den nächsten Geschäftstermin in Hamburg wahrnehmen musste. Ich erzählte ihm, dass ich studieren wollte und wahrscheinlich im kommenden Jahr in München leben würde. Wir waren tagsüber im Planetarium gewesen und hatten eine Ausstellung über die Anfänge der Menschheit besucht. Nach der Sauna im Hotel lagen wir im Bett und schmusten. „Ich komme auch nach München, um dich zu haben“, sagte er und küsste mich immer wieder. „Geld spielt keine Rolle und wenn du mal Urlaub in den Staaten machen willst, sag es mir. Ich organisiere dir Hotel und Aufenthalt, allerdings will ich dann auch Liebe von dir.“ Ich erwiderte seine Küsse, stimulierte ihn und nach einer Weile war er erneut bereit. Ich ließ mir den Rücken kraulen und half ihm, seinen Weg in mich zu finden. Es war einfach nur schön. Vollkommen anders als die schnellen Euro am Parkplatz oder die geilen Pädofreunde von Kai. Eine zauberhafte Nacht lag vor uns, in der kein Wunsch unerfüllt blieb. Das Gefühl, sich zu verkaufen, allein den Körper hinzugeben, wich von mir. Fast hätte ich mich in Ken verliebt. Eine warnende Stimme meldete sich rechtzeitig und mahnte professionelles Verhalten an. Ken lächelte. Er hatte gemerkt, dass ich längst kein Stricher mehr war, der sich von ihm für seine Dienste bezahlen ließ. Wir frühstückten zusammen und verbrachten den Rest des Vormittags im Hotel. Zwei Stunden vor seinem Abflug half ich ihm aus zu checken und brachte ihn zum Flugplatz. Etwas wehmütig sah ich die Maschine abheben. Wir würden uns sicher wieder sehen. In der Tasche fühlte ich den Umschlag, den er mir beim Abschied gab. Auf der Toilette schaute ich ‘rein und erschrak fast. Normalerweise sollte ich 2500 Euro für die zwei Tage bekommen. Ken hatte mir mehr als das doppelte hineingelegt und eine Karte geschrieben. Für eine wundervolle Zeit mit einem wundervollen Menschen, stand darauf.

Ich fuhr im Anschluss gleich zu Kurt. Er war nicht in der Bar, doch Conny kam mir schnaufend entgegen. Er schleppte einen Bierkasten nach dem anderen herein. Ich lachte. „Hallo, Zuhälter, wie ändern sich doch die Zeiten. Jetzt musst sogar du mal körperlich arbeiten.“ „Da stehen noch drei Kästen, komm, hilf mir und dann erzähl mir von deinem Date.“ Natürlich gehorchte ich, wie es sich für ein braves Pony gehörte. Conny zapfte zwei Bier und holte dann ein Englischbuch unterm Tresen hervor. „Ich lese mal vor und du hilfst mir mit der Aussprache. Ich glaube, das lerne ich nie.“ Wir tranken unser Bier, ich verbesserte ihn und erklärte die Bedeutung der Lautschrift. Conny strengte sich an und mit der Zeit konnte sich der Text aus seinem Mund hören lassen. Ich gab ihm 1500 Euro von meinem Verdienst ab. „Hier, mein Zuhälter. Den Rest muss ich für Rene zurücklegen, wobei, wenn die Krankenkasse die Kosten für seine OP übernimmt, kriegst du noch etwas mehr. Es sieht gut aus für Rene. Der Anwalt meinte, die Zusage müsste bald kommen. Dann unterstütze ich in erster Linie dich. Rene verdient sich sein Geld selbst. Ich hatte ein tolles Weekend. Wenn Kurts Kunden alle so drauf sind, wie Ken, wird das ein geiles Anschaffen. Kein Vergleich zu den Typen am Parkplatz oder Kais Kumpels.“ „Das glaub ich. Ich hätte auch gerne mal ein solches Date, aber Kurt hat es mir verboten. Ich nenne ihn teilweise schon Pa. Er mag es. Er gibt vor seinen Kumpels sogar mit mir an. Die meisten haben ebenfalls Kinder mit ihren Nutten. Einige sind verheiratet und die Frauen schaffen nebenbei an. Kurt meinte, das wäre auch etwas für mich. Er brachte gestern ein Mädchen mit und sagte ihr, dass ich ab sofort auf sie aufpasse. Sie ist jetzt im Laufhaus und kommt nachher zum Tanzen her. Hast du noch Zeit oder musst du wieder nach Hause?“ Ich sah auf die Uhr. „Ich muss in einer halben Stunde zum Flughafen. Grüß sie unbekannterweise. Wir schreiben Montag Deutsch. Ende Mai hab ich es geschafft. Im Juni kommen die mündlichen Prüfungen und dann Penne ade! Aber das mit dem Studium hier wird nichts. Mein alter Herr hat mit dem Dekan in München gesprochen. Ich hab die Zusage von dort so gut wie sicher. Andy geht mit. Er fährt aber in den Osterferien zu Rene. Der hat ihm schon Andeutungen gemacht, was wir hier treiben. Ich will ihm nächste Woche in aller Ruhe reinen Wein einschenken. Ich denke, er wird es schlucken.“ Conny zapfte noch ein Bier.

Kurt stand plötzlich neben uns und legte mir den Arm auf die Schulter. „Max, wie hat dir dein Date gefallen?“ „Super, Kurt. Ken war einfach Spitze. Er hat es auch genossen und ich musste aufpassen, dass ich professionell blieb. Fast hätte ich mich verloren.“ „Ich weiß. Ihm ging es nicht anders. Er rief mich eben an und bedankte sich noch einmal. Die Vermittlungsgebühr für mich kann sich sehen lassen. Bist du zufrieden, oder muss ich noch etwas drauflegen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Um Himmels willen, nein, er hat mir mehr als den doppelten Verdienst gegeben. Ich hab einen Teil davon schon an meinen Zuhälter abgeliefert, sonst legt mich der übers Knie“, grinste ich. Conny sah mich fest an. „So gehört sich das, für ein ordentliches Pony. Hast du seine Kette gesehen, Pa? Rene trägt auch eine. Es ist das Zeichen, dass sie zu mir gehören.“ „Kindskopf“, schimpfte Kurt lachend und wischte seinem Sohn über die Haare. „Wann bist du wieder hier, Max? Soll ich dich einplanen?“ Ich überlegte. Den nächsten Termin hatte ich Anfang April. Kurz danach fingen die Osterferien an. Rene musste noch zur Schule. Hamburg war dies Jahr spät dran. „Am 06.04. bin ich hier. Das ist ein Freitag. Also, wenn du für das Wochenende etwas abmachen willst, herzlich gerne. Wir haben auch Ferien und ich dachte daran, bei Rene zu bleiben. Dann hätte ich bis zum 18.04. Zeit. Aber ich muss das noch mit meinem Vater klären. Ich hab ihm von dir erzählt. Natürlich nur, dass wir Conny in einer Disco kennen gelernt haben und Rene nun bei dir arbeitet und sich schon mal die Kneipenpraxis für das Studium anschaut. Vielleicht schafft es Vater und kommt mit. So könnt ihr eure Geschäfte gemeinsam machen. Unser Bier ist ja wirklich gut und der Schnaps auch.“ Kurt nickte. Ich hatte ihm beim letzten Mal ein Probiersortiment von uns mitgebracht. Er war begeistert gewesen. „Das Bier kommt hier bestens an. Ich hab viele Gäste aus Bayern und die werden sich freuen, eine heimische Biersorte trinken zu können. Also, das ist abgemacht. Ich kann dir die erste Bestellung auch gleich mitgeben. Aber ich möchte deinen Vater natürlich gerne kennen lernen.“ Das dürfte kein Problem sein. Vater würde beim nächsten Mal sicher für einen Tag mit hierauf kommen. Ich musste mich verabschieden. Conny drückte mich fest. Wir küssten uns zärtlich.


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