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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Karamelldinosaurier
Eingestellt am 14. 11. 2009 20:45


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Papalagi
???
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In einer der ruhigen Stra├čen der Stadt steht ein Haus aus rotem Backstein. Die quadratischen Kastenfenster schauen auf die ├╝berdachten Spielpl├Ątze des benachbarten Kindergartens. Ich habe geh├Ârt, dass die Ureinwohner von Samoa (einer kleinen S├╝dseeinsel) ihre H├Ąuser zwar mit D├Ąchern, aber ohne W├Ąnde zu bauen pflegten. Ganz genau so, oder so ├Ąhnlich sieht es hier auf den Kinderspielpl├Ątzen aus. Wenn man viel Fantasie aufwenden w├╝rde, k├Ânnte man sich auch vorstellen, dass einige dieser Ureinwohner es bis in meine Stadt geschafft haben. Sie haben sich hier heimlich eingenistet und versuchen die Besonderheiten ihrer Baukunst an die hiesigen Architekten weiterzugeben. Und damit ihr Plan geheim bleiben kann, fangen sie mit dem unauff├Ąlligen Gel├Ąnde des benachbarten Kindergartens an. Die Kinder w├╝rden sich so schon sehr fr├╝h an die ├╝berdachten wandlosen Konstrukte gew├Âhnen ÔÇŽ

Ich stand noch eine Weile vor der Sitzbank. Diese befand sich drei, vier Meter von dem Haus entfernt. Ja so viel Durchhalteverm├Âgen muss man heutzutage noch aufbringen. Man geht aus dem Haus, humpelt die drei, vier Meter und dann sitzt man schon wieder und beobachtet die Welt um einen herum aus der bequemen H├Âhe eines Sechsj├Ąhrigen. Vielleicht ist dies das Geheimnis des Sitzvergn├╝gens? Man erblickt die Welt nicht aus der H├Âhe eines Erwachsenen, was bei den meisten Europ├Ąern ein Meter siebzig, ein Meter achtzig entspricht, sondern aus der Kopfh├Âhe eines Kindes. Es ist fast wie eine Reise in die eigene Kindheit. Und daf├╝r braucht man nur eine Sitzbank vor dem Haus aufzustellen, die drei, vier Meter in der gewohnten Erwachsenenh├Âhe zu ├╝berwinden und sich hinzusetzten.
Ich dachte kurz nach und setzte mich vorsichtig auf die Bank.

So lange ich mich erinnern kann, stand die Sitzbank einsam vor dem Haus. Die Farbe pellte sich im Sommer von ihr ab. Sie glich dann einer ungelenken, seltsamen Schlange, die ihre Haut wechselt. Im Winter verschwand die Bank unter einer flockigen Schneeschicht. In dem Schneewei├č des Hofes sah die Bank dann wie eine aus Creme gebastelte Figur auf einer Hochzeitstorte aus. Jedes Mal in einer solchen Situation musste ich dem Drang widerstehen, einen Teil von der Bank abzubrechen, um rauszufinden, ob diese doch nicht aus dem Karamell oder der getrockneten Buttercreme besteht. Im ├ťbrigen mag ich die Creme, Zucker und ├ähnliches gar nicht so sehr. Zum Tee nehme ich zum Beispiel keinen Zucker, Schokoladengeb├Ąck und Torten lassen mich auch kalt. Die Getr├Ąnke, die mehr Zucker als Wasser enthalten, kann ich nicht ausstehen. Als Kind faszinierten mich aber die selbstgemachten Lutscher. Am Stra├čenrand standen manchmal die betagten Frauen, die diese gl├Ąnzenden Karamellfiguren verkauften. Rosarote K├╝he, Hasen und durchsichtige H├Ąhne gl├Ąnzten beim klaren Wetter so sehr, dass keines der Kinder einfach so an ihnen vorbei kam. Die einen streckten ihre kleinen Finger nach goldenen, zauberhaften Figuren, die anderen Kinder verga├čen zeitweise die Bewegungen ihrer K├Ârperteile aufeinander abzustimmen. Sie verhedderten sich in den eigenen Beinen. Jeder Fu├č versuchte gleichzeitig einen Schritt in Richtung der begehrten Objekte auszuf├╝hren. Von den Eltern forderte dieser Abschnitt der Stra├če sehr viel. Jederzeit mussten sie bereit sein mit der Schnelligkeit eines Akrobaten ihr desorientiertes, vom Lichte des Gl├╝cks verhei├čenden s├╝├čen Vergn├╝gens, geblendetes Kind aufzufangen. Die Farben der Karamellfiguren blieben mir in der Erinnerung gut erhalten, genau so wie das traurige Ende dieser s├╝├čen Liebesgeschichte. Meine Liebe zu diesen Gesch├Âpfen aus Gold und Silber, zu den glanzvollen Tierfig├╝rchen aus Zucker und Wasser endete als ich fast sieben Jahre alt war.

Die anderen Eltern versuchten ihre Kinder vor dem gef├Ąhrlichen Abschnitt der Stra├če abzulenken. Sie hofften die Kinder w├╝rden die Karamellfiguren vergessen. Es gab Eltern die hart blieben. Sie zerrten ihre schreienden Kinder weg, trugen sie auf dem Arm oder nahmen sie Huckepack. Meine Mutter hatte keinen so starken R├╝cken. Daf├╝r nutzte sie ihre schlaue weibliche Art, um einen kleinen Jungen wie mich auf den rechten Weg zu f├╝hren.
Einmal n├Ąherten wir uns den Stra├čenverk├Ąuferinnen. An diesem Tag schien die Sonne. Im ├ťbrigen erinnere ich mich an die selbstgemachten Karamelllutscher nur in Verbindung mit dem guten Wetter. Vielleicht h├Ąngt es mit der Wahrnehmung eines kindlichen Verstandes zusammen. Oder die Frauen, die die Lutscher zu Hause zubereitet hatten, suchten sich nur sonnige Tage zum Verkauf aus. Die magere Rente durch den Verkauf von selbstgemachten S├╝├čigkeiten an einem regnerischen Tag aufzustocken, ist ja wirklich nicht das Wahre. Ihre morschen Knochen w├╝rden das nicht sehr gut vertragen, genau so wie die Lutscher aus Zucker. Meine Mutter hielt mich an der Hand. Wir standen an der gegen├╝berliegenden Seite des B├╝rgersteiges. Meine Mutter, eine Frau Mitte drei├čig mit schulterlangem kastanienfarbenem Haar, beugte sich zu mir hin├╝ber und fl├╝sterte mir leise ins Ohr. ÔÇ×Schau dir die Verk├Ąuferinnen an. Schau sie genau an.ÔÇť Zum ersten Mal habe ich mit meinen sechs oder sieben Jahren die alten Frauen am Stra├čenrand richtig angesehen. Bis jetzt wurden sie immer vom Licht der begehrten S├╝├čigkeiten ├╝berstrahlt. Es gelang mir auch dieses Mal nur schwer den Blick von den bunten Tier- und Vogelfiguren abzuwenden. Die Verk├Ąuferinnen standen in einer Reihe. Ihr Alter war schwer auszumachen. In Vergleich zu den farbenfrohen Karamellfiguren erschienen die Frauen grau. Ihre Kleider, ihre verbogenen, krummen R├╝cken, auch ihre Gesichter schienen grau zu sein.

F├╝r ein Kind von sechs Jahren ist es sehr schwer oder fast unm├Âglich das genaue Alter eines Erwachsenen auszumachen. Da gibt es andere Kinder. Ok. Notfalls nimmt man die eigenen Finger als Rechenhilfe und nach einem kurzen hin und her wei├č man wie alt man selber ist. Dann schlie├čt man von sich auf die anderen und voila. Nun gut alle gr├Â├čeren Kinder fallen in die Kategorie der ├Ąlteren Geschwister. Diejenigen, die wegen ihrer Gr├Â├če oder dem seltsamen Wachstum von Haaren im Gesicht auf keinen Fall Kinder sein k├Ânnen, sind dann bestimmt so etwas wie die Eltern von anderen Kindern. Und wenn diese Erwachsenen keine Kinder bei sich haben, sondern alleine durch die Stadt schlendern, dann sind sie gewiss unterwegs zum Kindergarten oder der Schule, um ihr geliebtes Kindlein abzuholen. Die Verk├Ąuferinnen der Karamelllutscher geh├Ârten eindeutig zu keiner dieser Gruppen. Ihre wichtigste Eigenschaft war ihr Alter. Nein. Anders ausgedr├╝ckt sie waren alt. Alles an ihnen war alt. Ihre F├╝├če waren alt, ihre Nasen waren alt und verschrumpelt. Sie schienen auseinanderzufallen genau so wie ihre altmodischen gro├čen Schuhe und ihre Kleidung. Auch im Sommer trugen sie warme Halst├╝cher. Hinter den provisorischen Verkaufsst├Ąnden lagen ihre Gehst├Âcke oder sogar Kr├╝cken. Es war an ihnen nichts Sch├Ânes. Nichts erinnerte mehr an den Glanz des bunten Karamells. Sie geh├Ârten eindeutig zu der Gruppe der sehr, sehr, sehr alten Frauen. Das Wort Oma kam mir damals nicht in den Sinn. Dieses Wort war schon reserviert. Ich hatte zwar nur eine Oma gehabt, aber diese roch nach Pl├Ątzchen und Seife. Sie sah ganz anders aus. Sie war auch nicht wirklich alt, sie war einfach meine Oma. Die grauen Frauen am Stra├čenrand hatten mit ihr nichts gemein.

Auf einmal erinnerte ich mich an ein M├Ąrchen, das uns die Kinderg├Ąrtnerin vorgelesen hatte. Dem Schneewittchen bot eine alte b├Âse Hexe einen wundersch├Ânen, gl├Ąnzenden Apfel an. Der Apfel war aber vergiftet. Genau das! Das war die Erkl├Ąrung, die einzige Erkl├Ąrung f├╝r das, was ich gesehen hatte. Wie k├Ânnte es denn anders sein. Wie kommen denn sonst diese grauen, alten, h├Ąsslichen Hexen an die wundersch├Ânen zauberhaften Tiere und V├Âgel aus Karamell. Bestimmt sind das verzauberte M├Ąrchenprinzen und Prinzessinnen. Die grauen Hexen lauerten ihnen auf und verwandelten sie in kleine Fig├╝rchen aus Karamell. Sie vergifteten sie und verkauften sie an die Kinder. Ich schaute die krummen Finger der Hexen an. Die rheumatischen Gelenke und die zugegeben langen N├Ągel haben meine auch ohnehin entz├╝ndete Fantasie befl├╝gelt. Jetzt nach so vielen Jahren wei├č ich nicht mehr, ob ich damals geweint habe. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob mir meine Mutter vielleicht sogar ein b├Âses M├Ąrchen aufgetischt hatte, um von dem sechsj├Ąhrigen Bengel mal in Ruhe gelassen zu werden. Stellen Sie sich das nur mal vor, Sie gehen als Frau mit mindestens vier Taschen voller Lebensmittel, Toilettenpapier und Socken beladen nach Hause. Und irgendwann m├╝ssen Sie sich noch einen dritten Arm wachsen lassen um Ihr Kind davon abzuhalten den Bauch mit den S├╝├čigkeiten vollzustopfen und das vor dem Abendessen!!!!

Ja, an vieles aus dieser Zeit kann ich mich nicht erinnern.
Aber Zwei Dinge wei├č ich noch sehr gut. Ich habe seit dem Tag niemals mehr in meinem Leben selbstgemachte Karamelllutscher gegessen. Alles was nicht das sichere Siegel eines gro├čen Kaufhauses hatte, alles was nicht niet- und nagelfest in einer Plastikh├╝lle oder ├Ąhnliches verpackt wurde, war f├╝r mich seitdem tabu. Es fiel in dem Sinne nicht weiter auf. Beim Essen war ich ansonsten wenig anspruchsvoll. Ich a├č alles. Meinen Teller hinterlie├č ich gew├Âhnlich blank geputzt. Und f├╝r meine Mutter war es nun leichter mit nur zwei H├Ąnden auszukommen.

Das Zweite was mir noch in Erinnerung blieb, war ein seltsamer Gedanke. Dieser geisterte noch wochenlang in meinem Kopf herum, bis er irgendwann in dem fr├Âhlichen und chaotischen Gedankensalat eines Sechsj├Ąhrigen verschwunden war.
Dieser Gedanke kam mir in den Sinn einen Tag nachdem ich die volle Wahrheit ├╝ber die Hexen und die verzauberten Karamellprinzen erfuhr. Wir gingen mit meiner Mutter einige Strassen von dem schrecklichen Ort der grauen Hexen entfernt zu der Bushaltestelle. Ich wei├č nicht mehr wie das Wetter an diesem Tag gewesen ist. Wir beeilten uns sehr. In drei Minuten mussten wir an der Haltestelle sein. Um Schritt zu halten musste ich fast schon laufen, w├Ąhrend meine Mutter einfach nur gezielt vorw├Ąrts ging. Ich dachte in dem Augenblick an die Geschichte von Gulliver. Wie sch├Ân w├Ąre es so gro├č zu sein, um nur in drei, vier Schritten die Haltestelle zu erreichen. Man muss dann nicht laufen, der Bus f├Ąhrt einem auch nicht vor der Nase weg undÔÇŽ Etwas riss mich aus meiner Traumwelt. Eine Frau, deren Gesicht ich nicht wirklich deutlich gesehen habe, f├╝hrte einen Jungen in meinem Alter an der Hand. Sie trug einen roten Hut mit breiter Krempe, so dass nur die Nase und der Mund noch zu erkennen waren. Meine ganze Aufmerksamkeit zog der Junge auf sich. Meine Mutter schleppte mich immer weiter und wir liefen fast, um den Bus noch rechtzeitig zu erwischen. Aber das was ich gesehen habe, schien mir nicht nur eine Sekunde sondern einige Minuten zu dauern.

Die Augen des Jungen waren noch rot von Tr├Ąnen. Diese trockneten bereits auf seinen vollen Wangen. Seine kleinen Ohren, die spitze Stupsnase und das runde Gesicht lie├čen mich an eines der drei Schweinchen denken. Er strahlte das vollkommene und uneingeschr├Ąnkte Gl├╝ck aus. Den Grund daf├╝r hielt er in den H├Ąnden. Es war ein gro├čer, rosaroter Karamellvogel. Wie der Prinz in einem roten feierlichen Gewandt w├Âlbte dieser die stolze Brust. Die angedeuteten Fl├╝gel waren fast wie die Saumecken des k├Âniglichen Umhangs. Der Kamm erinnerte an die strahlende Krone aus Edelsteinen. Es war ein Prinz, ein verzauberter Prinz. In dem Augenblick war ich mir dessen hundertprozentig sicher. Irgendwo war sein Schloss, seine Diener und Bauern, seine Prinzessin undÔÇŽ Das dicke Kind, eines der drei lustigen Schweinchen, f├╝hrte den Prinzen noch n├Ąher an den Mund und biss ihm mit einer einzigen ruckartigen Bewegung des m├Ąchtigen Schweinchen-Kiefers den Kopf ab. Es ert├Ânte ein trockenes Knacken. Einige winzige, blutrote Karamellsplitter flogen seitw├Ąrts und ein kopfloser Prinz verschwand in den H├Ąnden des Riesen-Schweinchens aus meinem Blickfeld. Noch einen Augenblick sp├Ąter glaubte ich das leise Knirschen der Milchz├Ąhne auf Karamell zu h├Âren.


Den Bus hatten wir verpasst.



Die Haltestelle war leer und wir konnten noch den bitteren Gestank seiner Abgase riechen.
Der Dunst, der in einigen Sekunden weggeweht wurde.
Meine Mutter atmete schwer. Ich keuchte ebenfalls. Einige Sekunden lang standen wir still. Es war so, als ob wir darauf warteten, dass der Bus doch noch umkehren und uns von dieser einsamen, stinkenden Haltestelle wegbringen w├╝rde. Nur weg. Irgendwohin.
Meine Mutter stellte die T├╝ten ab und lie├č sich auf einen der Sitze, die durch die groben Schwei├čn├Ąhte an dem Stahlger├╝st der Haltestelle befestigt waren, nieder.

Nun ja. Die kindlichen Fantasien. Wie lang sa├č ich denn hier schon. Das ist ja zum Lachen. Vielleicht hatte ich wirklich Recht. Ein erwachsener Mann Mitte drei├čig sitzt alleine auf einer alten teilweise roten, teilweise morschen Bank und sieht die Welt aus der Perspektive eines Sechsj├Ąhrigen. Ich stand schnell auf, sch├╝ttelte die kleinen Farbkr├╝mel ab, die an meiner Hose hingen und blickte zum letzten Mal auf die Bank. Mit ihrem Holzgerippe erinnerte sie mich jetzt an einen Dinosaurier. Aus irgendeinem pr├Ąhistorischen Loch rausgekrochen schien er seine versteiften Glieder aufw├Ąrmen zu wollen. Die Strahlen der herbstlichen Sonne streichelten seine raue Haut. Ich drehte mich um und ging fort. Machs gut du alter Dinosaurier. N├Ąchstes Jahr sehen wir uns wieder.


Version vom 14. 11. 2009 20:45
Version vom 15. 11. 2009 00:39
Version vom 17. 11. 2009 19:23
Version vom 18. 11. 2009 22:15

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steyrer
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Hallo Papalagi!

Stimmungsvolle Erinnerung mit einer ├Ąu├čerst interessanten architektonischen Verschw├Ârungstheorie. Vielleicht stimmt's sogar? Der Titel ist originell, immerhin k├╝ndigst Du einen ganzen Saurier aus Karamell an und die rotlackierten vergammelten B├Ąnke kenn ich auch. Die Dinger sind sehr markant, aber rechte Folterwerkzeuge, speziell f├╝r mich mit 1.90. Aber sogar so was kann im Winter gut aussehen. ├ťbrigens: Mit "Fenster mit Doppelrahmen" meinst Du doch sicher Kastenfenster?

Aber was gibt's alles zum meckern? Also, Uhreinwohner von Samoa? Lustige Idee, aber ich nehme stark an, Du meinst S├╝dseeinsulaner. Samoa ist doch recht bekannt, also d├╝rfte der Hinweis in Klammern ├╝berfl├╝ssig sein. Du schreibt ├╝brigens: "... und wir konnten noch den bitteren Geruch seiner Abgase schmecken." Schmecken? Besser doch riechen und ich nehme an, es handelt sich um einen dieser grauenhaft dieselnden Busse. Wie riechen kalte Dieselabgase? Stumpf, muffig vielleicht.

Zahlen bis zw├Âlf sollten ├╝brigens ausgeschrieben werden und sorry: Ich wei├č nat├╝rlich, was du mit der Parkbankdinosauriermetapher beabsichtigst, aber der Schluss wirkt gewaltig sentimental. Blickt denn dieser Mensch schon auf sein ganzes Leben zur├╝ck?

Sch├Âne Gr├╝├če
steyrer

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suzah
Guest
Registriert: Not Yet

hallo papalagi,
gernot hat ja schon die zeichensetzung korrigiert. ich habe diesen text nun kopiert und hineingesetzt, was ich noch f├╝r verbesserungsw├╝rdig halte und hoffe, dass dir das weiterhilft. es sind nat├╝rlich nur vorschl├Ąge.

liebe gr├╝├če suzah

In einer der ruhigen Stra├čen der Stadt steht ein Haus aus rotem Backstein. Die quadratischen Fenster mit Doppelrahmen (wahrscheinlich meinst du die sog."doppelfenster") schauen auf die ├╝berdachten Spielpl├Ątze des benachbarten Kindergartens. Ich habe geh├Ârt, dass die Uhreinwohner von Samoa (einer kleinen S├╝dseeinsel) ihre H├Ąuser zwar mit D├Ąchern (komma) aber ohne W├Ąnde zu bauen pflegten. Ganz genau so, oder so ├Ąhnlich sieht es hier auf den Kinderspielpl├Ątzen aus. Wenn man ganz viel Fantasie aufwenden w├╝rde (komma) k├Ânnte man sich auch vorstellen, dass einige dieser Ureinwohner es bis in meine Stadt geschafft haben. Sie haben sich hier heimlich eingenistet und versuchen die Besonderheiten ihrer Baukunst an die hiesigen Architekten weiterzugeben. Und damit ihr Plan geheim bleiben kann, fangen sie mit dem unauff├Ąlligen Gel├Ąnde des benachbarten Kindergartens an. Die Kinder, (keinkomma) w├╝rden sich so schon sehr fr├╝h an die ├╝berdachten wandlosen Konstrukte gew├ÂhnenÔÇŽ(einpunkt, oderleerzeichenvordenpunkten)
Ich stand noch eine Weile vor der Sitzbank. Diese befand sich 3 - 4 (zahlenausschreiben) Meter von dem Haus entfernt. Ja so viel Durchhalteverm├Âgen muss man heutzutage noch aufbringen. Man geht aus dem Haus, humpelt die 3 - 4 Meter und dann sitzt man schon wieder und beobachtet die Welt um einen herum aus der bequemen H├Âhe eines 6 J├Ąhrigen. Vielleicht ist dassdies das Geheimnis des Sitzvergn├╝gens? Man erblickt die Welt nicht aus der H├Âhe eines Erwachsenen, was bei den meisten Europ├Ąern (komma) denen eher dem ungef├Ąhr ein Meter siebzig, ein Meter achtzig entspricht, sondern aus der Kopfh├Âhe eines Kindes. Es ist fast wie eine Reise in die eigene Kindheit. Und daf├╝r braucht man nur eine Sitzbank vor dem Haus aufzustellen, die 3 - 4 Meter in der gewohnten Erwachsenenh├Âhe zu ├╝berwinden und sich hinzusetzten.

Ich dachte kurz nach und setzte mich vorsichtig auf die Bank.
So lange ich mich erinnern kann (komma)stand die Sitzbank einsam vor dem Haus. Die Farbe pellte sichbl├Ątterte im Sommer von ihr ab. Sund sie glich dann einer ungelenken, seltsamen Schlange, die ihre Haut wechselt. Im Winter verschwand die Bank unter einer flockigen Schneeschicht. In dem Schneewei├č des Hofes sah die Bank dann wie eine aus KremCreme gebastelte Figur auf einer Hochzeitstorte aus. Jedes Mal in einer solchen Situation musste ich dem Drang widerstehen (komma)einen Teil von der Bank abzubrechen, um und rauszufinden (komma) ob diese doch nicht aus dem Karamell oder der getrockneten Buttercreme besteht. Im ├ťbrigen mag ich die Creme, Zucker und ├Ąhnliches gar nicht so sehr. Zum Tee nehme ich zum Beispiel keinen Zucker, Schokoladengeb├Ąck und Torten lassen mich auch kalt. Die Getr├Ąnke (komma) die mehr Zucker als Wasser enthalten (komma) kann ich nicht ausstehen.
Als Kind faszinierten mich aber die selbstgemachten Lutscher. Am Stra├čenrand standen manchmal die betagten alten Frauen, die diese gl├Ąnzenden Karamellfiguren verkauften. Rosarote K├╝he, Hasen und durchsichtige H├Ąhne gl├Ąnzten beim klaren Wetter in der Sonne so sehr, dass keines der Kinder einfach so an ihnen vorbei kam. Die einen streckten ihre kleinen Finger nach goldenen, zauberhaften Figuren, die anderen Kinder verga├čen zeitweise die Bewegungen ihrer K├Ârperteile aufeinander abzustimmen. Sie verhedderten sich in den eigenen Beinen. Jeder Fu├č versuchte gleichzeitig einen Schritt in Richtung der begehrten Objekte auszuf├╝hren. Von den Eltern forderte dieser Abschnitt der Strass(├č)e sehr viel ab. Jederzeit mussten sie bereit sein, mit der Schnelligkeit eines Akrobaten ihr desorientiertes (ein akrobat steht nicht unbedingt f├╝r schnelligkeit, obwohl diese von ihm oft gefordert ist), blitzschnell ihr vom Lichte des Gl├╝ck(s) verhei├čenden s├╝├čen Vergn├╝gens, geblendetes Kind aufzufangen.

Die Farben der Karamellfiguren blieben mir in der Erinnerung gut erhalten, genau so wie das traurige Ende dieser s├╝├čen Liebesgeschichte. Meine Liebe zu diesen Gesch├Âpfen aus Gold und Silber, zu den glanzvollen Tierfig├╝rchen aus Zucker und Wasser endete als ich fast 7 Jahre alt war.
Die anderen Eltern versuchten (komma) ihre Kinder vor dem gef├Ąhrlichen Abschnitt der Stra├če abzulenken. Sie hofften die Kinder w├╝rden die Karamellfiguren vergessen. Es gab Eltern (komma) die hart blieben. Sie zerrten ihre schreienden Kinder weg, trugen sie auf H├Ąndendem Arm oder nahmen sie Huckepack. Meine Mutter hatte keinen so starken R├╝cken. Daf├╝r nutz(t)e sie ihre schlaue weibliche Art (komma) um einen kleinen Jungen,(keinkomma) wie mich auf den rechten Weg zu f├╝hren.
Einmal n├Ąherten wir uns den Stra├čenverk├Ąuferinnen. An diesem Tag schien die Sonne. Im ├ťbrigen erinnere ich mich an die selbstgemachten Karamelllutscher nur in Verbindung mit dem guten Wetter. Vielleicht h├Ąngt es mit der Wahrnehmung eines kindlichen Verstandes Zusammen (kleinschreiben). Oder die Frauen, die die Lutscher zu Hause zubereitet hatten, suchten sich nur sonnige Tage zum Verkauf aus. Die magere Rente durch den Verkauf von selbstgemachten S├╝├čigkeiten an einem regnerischen Tag aufzustocken (komma) ist ja wirklich nicht das Wahre. Ihre morschen Knochen w├╝rden das nicht sehr gut vertragen G, genau so wie die Lutscher aus Zucker (keinleerzeichen). Meine Mutter hielt mich an der Hand. Wir standen an der gegen├╝berliegenden Seite des B├╝rgersteiges. Meine Mutter, eine Frau Mitte 30 mit (dem) schulterlangem kastanienfarbenen Haar, beugte sich zu mir hin├╝berunter und fl├╝sterte mir leise ins Ohr. ÔÇ×Schau dir die Verk├Ąuferinnen an. Schau sie genau an.ÔÇť Zum ersten Mal habe ich mit meinen 6 oder 7 (ausschreiben: sechs oder sieben)Jahren die alten Frauen am Stra├čenrand richtig angesehen. Bis jetzt wurden sie immer vom Licht der begehrten S├╝├čigkeiten ├╝berstrahlt. Es gelang mir auch dieses Mal nur schwer (komma)den Blick von den bunten Tier-,(keinkomma) und Vogelfiguren abzuwenden. Die Verk├Ąuferinnen standen in einer Reihe. Ihr Alter war schwer auszumachen. In Vergleich zu den farbenfrohen Karamellfiguren erschienen die Frauen grau. Ihre Kleider, ihre verbogenen krummen R├╝cken (komma) auch ihre Gesichter schienen grau zu sein.
F├╝r ein Kind von 6 (ausschreiben: sechs) Jahren ist es sehr schwer oder fast unm├Âglich (komma) das genaue Alter eines erwachsenen (gro├čschreiben) auszumachen. Da gibt es andere Kinder. Ok.
(Notfalls nimmt man die eigenen Finger als Rechenhilfe und nach einem kurzen hin und her wei├č man wie alt man selber ist. Dann schlie├čt man von sich auf die anderen und voila.) (das k├Ânnte wohl entfallen)
Nun gut alle gr├Â├čeren Kinder fallen in die Kategorie der ├Ąlteren Geschwister. Diejenigen, die wegen ihrer Gr├Â├če oder dem seltsamen Wachstum von Haaren im Gesicht auf keinen Fall Kinder sein k├Ânnen (komma)sind dann bestimmt so etwas wie die Eltern von anderen Kindern. Und wenn diese Erwachsenen keine Kinder bei sich haben (komma) sondern alleine durch die Stadt schlendern (komma) dann sind sie bestimmt gewi├č unterwegs zum Kindergarten oder der Schule (komma) um ihr liebstes Kindlein abzuholen. Die Verk├Ąuferinnen der Karamelllutscher geh├Ârten eindeutig zu keiner dieser Gruppen. Ihre wichtigste Eigenschaft war ihr Alter. Nein. Anders ausgedr├╝ckt sie waren alt. Alles an ihnen war alt. Ihre F├╝├če waren alt, ihre Nasen waren alt und verschrumpelt. Sie schienen auseinanderzufallen genau so wir(wie) ihre altmodischen gro├čen Schuhe und ihre Kleidung. Auch im Sommer trugen sie warme Halst├╝cher. Hinter den provisorischen Verkaufsst├Ąnden lagen ihre Gehst├Âcke oder sogar Kr├╝cken. Es war an ihnen nichts Sch├Ânes. Nichts erinnerte mehr an den Glanz des bunten Karamells. Sie geh├Ârten eindeutig zu der Gruppe der sehr, sehr, sehr alten Frauen. Das Wort Oma kam mir damals nicht in den Sinn. Dieses Wort war schon reserviert. Ich hatte zwar nur eine Oma gehabt, aber diese roch nach Pl├Ątzchen und Seife. Sie sah ganz anders aus. Sie war auch nicht wirklich alt, sie war einfach meine Oma. Die grauen Frauen am Stra├čenrand hatten mit ihr nichts gemein.
Auf einmal erinnerte ich mich an das M├Ąrchen, von dem uns die Kinderg├Ąrtnerin vorgelesen hatte. Dem Schneewittchen bot eine alte b├Âse Hexe einen wundersch├Ânen, gl├Ąnzenden Apfel an. Der Apfel war aber vergiftet. Genau das! Das war die Erkl├Ąrung, die einzige Erkl├Ąrung f├╝r das (komma) was ich gesehen hatte. Wie k├Ânnte es denn anders sein. Wie kommen denn sonnst diese grauen, alten, h├Ąsslichen Hexen an die wundersch├Ânen zauberhaften Tiere und V├Âgel aus Karamell. Bestimmt sind das verzauberte M├Ąrchenprinzen und Prinzessinnen. Die grauen Hexen lauerten ihnen auf und verwandelten sie in kleine Fig├╝rchen aus Karamell. Sie vergifteten sie und verkauften sie an die Kinder. Ich schaute die krummen Finger der Hexen mit den langen N├Ągeln an, die meine ohnehin bl├╝hende Fantasie befl├╝gelten.
Die rheumatischen(?) Gelenke und die zugegeben langen N├Ągel haben meine, auch ohnehin,keinkomma entz├╝ndete Fantasie befl├╝gelt. (ein sechsj├Ąhriger wei├č noch nichts ├╝ber rheuma)
Jetzt nach so vielen Jahren wei├č ich nicht mehr (komma) ob ich damals geweint habe. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, ob mir meine Mutter vielleicht sogar ein b├Âses M├Ąrchen aufgetischt hatte (komma)um von dem 6-j├Ąhrigen Bengel mal in Ruhe gelassen zu werden.
Stellen Sie sich das nur mal vor, Sie gehen als Frau mit mindestens vier Taschen voller Lebensmittel, Toilettenpapier und Socken beladen nach Hause. Und irgendwann m├╝ssen Sie sich noch einen dritten Arm wachsen lassen um Ihr Kind davon abzuhalten den Bauch mit den S├╝├čigkeiten vollzustopfen und das vor dem Abendessen!!!!)
(Jetzt sprichst du pl├Âtzlich die leser an), vielleicht besser:

Wenn man als Frau mit vier Taschen voller Lebensmittel, Toilettenpapier und vielem anderen beladen nach Hause geht, brauchte man eigentlich einen dritten Arm, um sein Kind davon abzuhalten, sich den Bauch mit S├╝├čigkeiten vollzustopfen und das vor dem Abendessen!!!!

Ja(komma) an vieles aus dieser Zeit kann ich mich nicht erinnern, aber zwei Dinge wei├č ich noch sehr gut: Ich habe seit dem Tag niemals mehr in meinem Leben selbstgemachte Karamelllutscher gegessen. Alles was nicht das sichere Siegel eines gro├čen Kaufhauses hatte, alles was nicht niet- und nagelfest in eine Plastikh├╝lle oder ├Ąhnliches verpackt wurde, war f├╝r mich seitdem Tabu. Es fiel in dem Sinne nicht weiter auf. Beim Essen war ich ansonsten wenig anspruchsvoll. Ich a├č alles. Meinen Teller hinterlie├č ich gew├Âhnlich blank geputzt. Und f├╝r meine Mutter war es seitdem (wiederholung)nun Leichter (kleinschreiben) mit nur zwei H├Ąnden auszukommen.

Das Zweite was mir noch in Erinnerung blieb (komma) war ein seltsamer Gedanke. Dieser geisterte noch wochenlang in meinem Kopf herum., bis er irgendwann in dem fr├Âhlichen und chaotischen Gedankensalat eines Sechsj├Ąhrigen verschwunden war.
Dieser Gedanke kam mir in den Sinn einen Tag nachdem ich die volle Wahrheit ├╝ber die Hexen und die verzauberten Karamellprinzen erfuhr. Wir gingen mit meiner Mutter,(keinkomma) einige Strassen von dem schrecklichen Ort der grauen Hexen entfernt,(keinkomma) zu der Bushaltestelle. Ich wei├č nicht mehr wie das Wetter an diesem Tag gewesen ist. Wir beeilten uns sehr. In drei Minuten mussten wir an der Haltestelle sein. Um Schritt zu halten (musste) musste ich fast schon laufen, w├Ąhrend meine Mutter einfach nur gezielt vorw├Ąrts ging. Ich dachte in dem Augenblick an die Geschichte von Gulliver. Wie sch├Ân w├Ąre es so gro├č zu sein, um nur in 3 - 4 Schritten die Haltestelle zu erreichen. Man muss dann nicht laufen, der Bus f├Ąhrt einem auch nicht vor der Nase weg und ÔÇŽ Etwas riss mich aus meiner Traumwelt. Eine Frau, diederen Gesicht ich nicht wirklich deutlich gesehen habe, f├╝hrte einen Jungen in meinem Alter an der Hand. Das Gesicht der Frau habe ich, wie gesagt, nicht gesehen. Sie trug einen roten Hut mit breiter Krempen(komma) so dass nur die Nase und der Mund noch zu erkennen waren. Meine ganze Aufmerksamkeit zog der Junge auf sich. Meine Mutter schleppte mich immerweiter(auseinanderschreiben) und wir liefen fast(komma) um den Bus noch rechtzeitig zu erwischen. Aber das (komma)was ich gesehen habe, schien mir nicht nur eine Sekunde sondern einige Minuten zu dauern.
Die Augen des Jungen waren noch rot von Tr├Ąnen. Diese trockneten bereits auf seinen vollen Wangen. Seine kleinen Ohren, die spitze Stupsnase und das rundes Gesicht lie├čen mich an eines der drei Schweinchen denken. Er strahlte das vollkommene und uneingeschr├Ąnkte Gl├╝ck aus. Den Grund daf├╝r hielt er in den H├Ąnden. Es war ein gro├čer, rosaroter Karamellvogel. Wie der Prinz in einem roten feierlichen Gewandt w├Âlbte dieser die stolze Brust. Die angedeuteten Fl├╝gel waren fast wie die Saumecken des k├Âniglichen Umhangs. Der Kamm erinnerte an die strahlende Krone aus Rubinen und Edelsteinen. Es war ein Prinz, ein verzauberter Prinz. In dem Augenblick war ich mir dessen hundertprozentig sicher. Irgendwo war sein Schloss, seine Diener und Bauern, seine Prinzessin und ÔÇŽ Das dicke Kind, eines der drei lustigen Schweinchen (komma)f├╝hrte den Prinzen noch n├Ąher an den Mund und biss ihm mit einer einzigen ruckartigen Bewegung des m├Ąchtigen Schweinchen-Kiefers den Kopf ab. Es ert├Ânte ein trockenes Knacken. Einige winzige, blutrote Karamellsplitter flogen seitw├Ąrts und ein kopfloser Prinz verschwand in den H├Ąnden des Riesen-Schweinchens aus meinem Blickfeld. Noch einen Augenblick sp├Ąter glaubte ich das leise KreischenKnirschen der Milchz├Ąhne auf Karamell zu h├Âren.

Den Bus hatten wir verpasst.
Die Haltestelle war leer und wir konnten noch den bitteren Geruch bei├čenden Gestank seiner Abgase schmeckenriechen.
Der Dunst, der in einigen Sekunden weggeweht wurde.
Meine Muter atmete schwer, ich keuchte ebenfalls. Einige Sekunden lang standen wir still, als ob wir darauf warteten w├╝rden, dass der Bus doch noch umkehren und uns von dieser einsamen, stinkenden Haltestelle wegbringen w├╝rde. Nur weg. Irgendwohin.
Meine Mutter stellte die T├╝ten ab und lie├č sich auf einen der Sitze (, die durch die groben Schwei├čn├Ąhte? an dem Stahlger├╝st) an der Haltestelle befestigt waren, nieder.

Nun ja. Die kindlichen Fantasien. Wie lang sa├č ich denn hier schon? Das ist ja zum Lachen. Vielleicht hatte ich wirklich Recht. Ein erwachsener Mann Mitte 30 sitzt alleine auf einer alten teilweise roten, teilweise morschen Bank und sieht die Welt aus der Perspektive eines sechsj├Ąhrigen(gro├čschreiben). Ich stand schnell auf, sch├╝ttelte die kleinen Farbkr├╝mel ab, die an meiner Hose hingen und blickte zum letzten Mal auf die Bank. Mit ihrem Holzgerippe erinnerte sie mich jetzt an einen Dinosaurier. Aus irgendeinem pr├Ąhistorischen Loch rausgekrochen schien er seine versteiften Glieder aufw├Ąrmen zu wollen. Die Strahlen der herbstlichen Sonne streichelten seine raue Haut. Ich drehte mich um und ging fort. Machs gut du alter Dinosaurier. N├Ąchstes Jahr sehen wir uns wieder.

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Papalagi
???
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Vielen Dank!!!
das war eine wirklich gro├če Hilfe f├╝r mich.
Habe die Korrekturen bereits in den Text ├╝bertragen.


LG

Papalagi

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suzah
Guest
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hallo papalagi,
es freut mich, dass ich dir ein wenig helfen konnte.

ich habe jetzt nicht den ganzen text nochmals gelesen, keine zeit. zuf├Ąllig sah ich nur:

"m├╝ssen Sie sich noch einen dritten Arm wachsen lassen um Ihr Kind...
da das keine anrede ist, schreibt man sie und ihr klein.

Die Haltestelle war leer und wir konnten noch den bitteren Geruch seiner Abgase riechen.
geruch und dann riechen ist zwar richtig, aber klingt nicht sch├Ân, weil es sozusagen eine wiederholung ist(substantiv und verb sind der gleiche stamm). ich w├╝rde gestank vorschlagen.

versuche doch mal, mehr abs├Ątze zu machen, dann liest sich ein langer text besser.

liebe gr├╝├če suzah

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flammarion
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nee,

Sie und Ihr sind richtig. es handelt sich doch um eine anrede, die allerdings bereits im satz davor beginnt.
lg
__________________
Old Icke

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