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Leselupe.de > Humor und Satire
Leo
Eingestellt am 31. 03. 2007 16:31


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anbas
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Leo

Leo bei├čt nicht. Leo will nur spielen.

Doch was erz├Ąhle ich da ├╝ber Leo, wenn ich eigentlich ganz andere Dinge zu tun habe. Es f├Ąllt mir nur so schwer, mich auf diese anderen Dinge zu konzentrieren, wenn Leo st├Ąndig spielen will.

Wer Leo ist, fragt Ihr Euch? Leo ist ein Hund, ein Sch├Ąferhund. Ein junger aber schon ausgewachsener Sch├Ąferhund, der mich mit verspielten, begeisterungsf├Ąhigen Augen anschaut, so, als wolle er sagen: "Komm Junge, heute machen wir einen drauf!"

Doch was ist das f├╝r ein bl├Âder Gedanke, mit einem Hund einen drauf zu machen? Ich kann doch nicht mit ihm durch die Diskotheken ziehen oder mich mit ihm in einer Kneipe auf ein oder zwei Bier treffen.

Nein, nein - Leo ist ein Hund, der spielen will. Seine Augen gieren richtig danach. Er ist v├Âllig aufgeregt. Am liebsten w├╝rde er mich mit den Z├Ąhnen gleich nach drau├čen schleifen, um dort mit mir zu spielen.

"Wenn ich jetzt einen Ball in die Hand nehme und zur T├╝r gehe, kriegt der vor Aufregung wahrscheinlich einen Orgasmus", denke ich.

Merkw├╝rdig ist nur, dass sich Leo immer ausgerechnet dann meldet, wenn ich eigentlich etwas ganz anderes erledigen muss. Meistens sind es wichtige Dinge, zu denen ich im Grunde aber gar keine Lust habe. Doch kaum will ich mit diesen Dingen beginnen, taucht Leo auf. Es ist so als k├Ânne er riechen, dass er jetzt eine Chance hat, mich zum Spielen zu ├╝berreden.

Dabei bin ich doch so stolz auf mich, dass ich seit einiger Zeit Herkules ganz gut im Griff habe. Herkules hei├čt mein innerer Schweinehund. Ich habe viel mit ihm geredet, ihm Kompromisse angeboten und irgendwann haben wir uns so geeinigt, dass wir einigerma├čen miteinander klar kommen.

Jetzt frage ich mich immer h├Ąufiger, ob ich m├Âglicherweise von Herkules bei unseren Verhandlungen ├╝ber den Tisch gezogen worden bin. Vielleicht ist Leo ja sein j├╝ngerer Bruder, den er jetzt bei sich aufgenommen hat, um ihn auf mich zu hetzen. Und Leo will ja nur spielen, er macht ja nichts Schlimmes - nicht wie Herkules, durch den ich immer wieder so schlaff und antriebslos war, der mir meine Energie raubte und mich auf diese Art und Weise daran hinderte, meine Pl├Ąne umzusetzen und meine Ziele zu erreichen. Herkules, dieses verdammte Mistvieh, durch das ich so viel kostbare Zeit meines Lebens vergeudet habe und wohl auch weiterhin vergeuden werde - denn ganz l├Ąsst der sich nie in den Griff kriegen.

Nein, Leo ist dagegen wirklich lieb - und so s├╝├č. Er will doch nur spielen. Junge Hunde brauchen das Spiel, um sich zu entwickeln. Ich kann Leo bei dieser Entwicklung helfen. Das ist Verantwortung pur, sage ich Euch! Da m├╝ssen doch auch mal die eigenen Interessen zur├╝ckstehen k├Ânnen.

Andererseits - wenn das alles tats├Ąchlich nur ein Trick ist? Ein Trick, um mich von den wirklich wichtigen Dingen meines Lebens abzulenken? Sind die beiden vielleicht verwandt mit Kerberos, dem H├Âllenhund aus der griechischen Mythologie? Diesem Ungeheuer, das die H├Âlle bewacht und niemanden wieder heraus l├Ąsst? - Ein Gedanke, den ich ehrlich gesagt nicht weiterverfolgen mag.

Nein, schaut Euch Leo doch einmal genauer an. Seid ehrlich - der tut nichts. Der will wirklich nur spielen! Und er braucht mich. Nat├╝rlich muss er irgendwann einmal lernen, dass er manchmal auch zu warten hat, dass nicht alle nach seiner Pfeife tanzen werden. Daher sollte ich ihn einfach mal eine Zeitlang ignorieren. Der wird schon merken, dass er nicht immer dran sein kann. Hoffentlich f├Ąngt er dann aber nicht mit der Jaulerei an. Das w├╝rde die Sache wirklich schwer machen. F├╝r Leo und f├╝r mich. Denn nat├╝rlich m├Âchte ich nicht, dass Leo leidet. Leo soll es schlie├člich gut bei mir haben und sich bei mir wohl f├╝hlen. Ich m├Âchte mir wirklich nicht nachsagen lassen, dass ich zu streng zu ihm war, ihn gar in der Entwicklung seiner Pers├Ânlichkeit behindert h├Ątte. Das w├╝rde ich mir nie verzeihen k├Ânnen.

Aber jetzt ist es wirklich genug. Ich muss endlich weitermachen. - Allerdings reicht im Grunde die Zeit gar nicht mehr daf├╝r aus. Es w├Ąre total nervig, jetzt noch anzufangen und mittendrin aufzuh├Âren zu m├╝ssen. Ich hasse es, angefangene Dinge liegen zu lassen. Da k├Ânnte ich das bisschen restliche Zeit auch sinnvoller nutzen.

"Komm Leo, wir machen einen drauf!"

__________________
Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

Version vom 31. 03. 2007 16:31

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