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Leselupe.de > Kindergeschichten
Lutz, der Bär
Eingestellt am 07. 04. 2016 19:11


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molly
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Im Bärental, am Bärensee, beim großen Blaubeerfeld,
da treffen sich die Bären all unterm Himmelszelt.
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Lutz, der Bär / ab 4 Jahren

Vor langer Zeit lebte einmal Lutz, der starke, braune Bär, im Schwarzwald. Er wohnte auf dem Feldberg in einer Höhle. Tagsüber streifte er durch den Wald. Er suchte Beeren, Kräuter und Honig. Wenn er gefressen hatte, legte er sich in die Sonne. Er genoss den leichten Wind, der durch die dunklen Tannenzweige rauschte und ruhte sich aus.
Doch niemals angelte er sich im klaren Bach eine Forelle, denn Lutz war sehr wasserscheu. Trank er Wasser aus dem sauberen Bach, bewegte er sich vorsichtig. Er gab Acht, dass sein Fell nicht nass wurde. Tauchte er dennoch aus Versehen seine Pfote ins Wasser, schrie er laut brummend seinen Zorn in den Wald.
Die Menschen im Tal hatten sich längst an sein Brummen gewöhnt. Es störte sie auch nicht, wenn er sie besuchte.
Lutz hatte schon alle Ecke und jeden Winkel im Dorf durchstreift. Seine Höhle, seinen Wald und seinen Berg kannte er genau und er freute sich, wenn der Förster ihn besuchte.
Der fragte den Bären stets: „Lutz, bist du endlich im Bach gewesen und hast dir einen Fisch gefangen? Ein Bad schadet deinem Fell nicht, das Wasser macht dich sauber!“ Aber Lutz schüttelte nur den Kopf und brummte: „Ich mag nicht, lass mich damit in Ruhe.“
Eines Tages erzählte der Förster ihm vom Bärental. „Denk dir, da wohnen viele Bären rund um den Bärensee zusammen. Jeden Abend essen sie Heidelbeeren und Honigbrote. Danach tanzen sie um den See und singen Bärenlieder.“
„Honigbrote! Oh, schön, erzähl weiter, Förster.“
„Die Bären fühlen sich dort sehr wohl. Rund um den See gibt es Höhlen, in denen sie schlafen.“
„Baden die Bären in diesem See?“
Aber das wusste der Förster nicht.
An einem Sommertag beschloss Lutz das Bärental zu suchen. Er fand, die Menschen im Tal seien zu klein, sein Berg zu steil und der Wald zu dunkel. Die Tannenzweige knackten bedrohlich und der Wind fegte stets über seine Höhle. Außerdem entdeckte er kaum noch Heidelbeeren und bestimmt schmeckte das Wasser im See besser, als das Wasser aus dem Bach. Zunächst erkundigte er sich beim Förster nach dem Weg, der ins Bärental führte.
Der Förster erklärte Lutz die Strecke und sagte zum Schluss: „Manche Wege sind sehr schmal, da musst du richtig aufpassen, damit du nicht den Berg runter fällst.“
Lutz verabschiedete sich vom Förster und stapfte früh am Morgen los. Er wanderte durch den Wald, stieg über Hügel und Berge. Wenn die Wege eng und schmal waren, blieb Lutz erst einmal stehen. Dann dachte er an die tanzenden Bären im Bärental. Er atmete tief ein und aus, vergaß seine Angst und marschierte hurtig weiter.
Um die Mittagszeit führte der Weg über den rauschenden Bach. Nirgendwo sah er eine Brücke. Aber um ins Bärental zu kommen, musste er über den Fluss, das hatte ihm der Förster erklärt. Auf der anderen Seite saß Lissi, eine Bärenfrau. Sie fischte und rief: "Verschwinde, Bär, du störst mich bei der Arbeit!"
Lutz brummte nur und schüttelte seinen großen Kopf. Am Bachufer lagen drei Baumstämme. Rasch holte sich der starke Bär einen davon. Er legte ihn über den Bach und lief darauf dem anderen Ufer zu. Als Lutz in der Mitte stand, gab Lissi dem Stamm einen Stoß und Lutz purzelte ins Wasser. Auf allen Vieren lief er nun zu Lissi, schüttelte dabei heftig sein zotteliges Fell und brüllte erstmal seine Wut in den Wald. Dann rief: „Jetzt bin ich überall nass. Das mag ich nicht.“ Lissi lachte schallend: „Wenn du nicht ins Wasser willst, bist du kein rechter Bär, alle Bären mögen Wasser. Verschwinde!“ Lutz rief: „Ich mag nicht, wenn mein Fell nass ist. Aber ich will nicht zu dir, ich will ins Bärental.“ Lissi brummelte: „Warum hast du das nicht gleich gesagt? Ich will auch dort hin. Nimmst du mich mit?" „ „Du darfst mich nicht mehr ins Wasser schubsen!" Damit war Lissi einverstanden. Sie schenkte Lutz einen Fisch.
„Probiere mal“, sagte sie.
„Schmeckt der auch gut“? fragte Lutz und zog die Stirn in Falten. „Natürlich, ich esse gerne Fisch, ein Fischessen macht satt und schmeckt fein. Wenn er dir nicht schmeckt, kannst du ihn mir wieder geben.“ Lutz schleckte erst am Fisch, dann biss er ein kleines Stückchen ab und im Nu hatte er den ganzen Fisch verschlungen. „Der war wirklich lecker“, sagte Lutz. „Hast du noch so ein feines Fresschen?“ „Nein“, sagte Lissi, du kannst dir selbst Fische aus dem Bach fangen.“ „Aber ich mag doch das Wasser nicht“, brummelte Lutz kläglich.“ Lissi meinte: „Schau mal, wie schön dein Fell jetzt glänzt, das ist richtig sauber und mir gefällt das sehr gut.“
Er sagte: „Mein Fell ist trocken. Lass uns weiterziehen, damit wir bald ins Bärental kommen.“
Als der Tag zu Ende ging, gelangten sie ins Bärental. Ein großer schwarzer Bär trat ihnen entgegen. Er fragte: „Was wollt ihr hier?“ Lutz antwortete: „Honig und Heidelbeeren“, und Lissi ergänzte: „ Und natürlich tanzen und eine Höhle zum Wohnen.“ Der große schwarze Bär schüttelte traurig den Kopf. Er sagte: „Ich heiße Bruno und warte schon sehr lange auf eine Höhle. Honig und Beeren müsst ihr selber sammeln, und Wasser aus dem See trinken ist nicht erlaubt. Ihr müsst euch einen Bach suchen. Tanzen und baden dürfen nur die Bären, die direkt am See wohnen, für die vielen anderen Bären ist kein Platz, sie schauen zu.“ In diesem Moment hörten sie tiefe Trommeltöne und die Bären am See begannen zu tanzen. Lissi und Lutz setzten sich ins Gras und während die Bären tanzten, flüsterte Lutz: „Lissi, ich habe eine große Höhle auf dem Feldberg. Ein Bach fließt nicht weit davon entfernt durch die Wiese und Platz zum Tanzen gibt es dort genug.“
Das gefiel Lissi und die beiden beschlossen, am nächsten Tag in Lutz Höhle zurück zu wandern. Als die Musik zu Ende war, legten sie sich ins Gras. Sie betrachteten den Sternenhimmel und schliefen bald ein.
Am nächsten Morgen, in aller Frühe, verabschiedeten sie sich von Bruno und marschierten in Lutz Höhle zurück.
Noch bevor die Sonne unterging, kamen sie zur Bärenhöhle. Lissi lief gleich hinein und war begeistert von der großen Höhle. Sie sagte: „Solange die Nacht draußen nicht kalt ist, schlafen wir vor der Höhle. Bis der Winter kommt, sammeln wir frisches Moos und polstern damit unsere Wohnung neu aus.“
Damit war Lutz einverstanden. Lissi lief zum Bach, stellte sich hinein und angelte zwei Fische. Lutz beobachtete sie und schüttelte sich, als Lissi nass zu ihm zurückkam. „Ausnahmsweise“, sagte sie und schenkte Lutz einen Fisch. Sie legte sich in die Sonne. Während ihr Fell trocknete, aßen die beiden Bären.
Die Menschen im Dorf freuten sich, dass ihr Bär wieder bei ihnen wohnte und schenkten den beiden einen großen Topf mit Honig. Auch der Förster eilte herbei, begrüßte die Bären und gab ihnen zwei Fische. Er fragte: „Nun Lutz, gehst du endlich ins Wasser?“ Lutz brummte leise: „Das muss ich noch üben, ich will doch ein richtiger Bär sein.“ Als der Förster die beiden verließ, ging die Sonne unter und viele Sterne leuchteten am Himmel. „Ich bin müde“, sagte Lutz und streckte sich aus. Lissi nickte nur und legte sich neben ihn. Sie sagte: „Hier ist ein guter Platz zum Leben. Morgen, wenn wir ausgeschlafen haben, sammeln wir frisches Moos und ich zeige dir, wie du einen Fisch fangen kannst. Oder fürchtest du dich immer noch vor dem Wasser?“
„Ein bisschen“, brummelte Lutz.
Am nächsten Morgen schafften sie das alte Moss aus der Höhle. Zur Mittagszeit stakste Lutz vorsichtig in den Bach und fing mit Lissis Hilfe einen Fisch. Bis zum Herbst hatten sie die Höhle mit frischem Moos ausgelegt und Lutz stieg freiwillig jeden Tag einmal ins Wasser.
Als der erste Schneesturm über den Feldberg fegte, lagen Lutz und Lissi in ihrer Höhle und schliefen tief und fest.
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©Monika Rieger

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