Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂĽssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5538
Themen:   94776
Momentan online:
425 Gäste und 14 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kindergeschichten
Meldi, der kleine Rauchmelder [ab 5+]
Eingestellt am 02. 11. 2016 10:21


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Kallisto
Hobbydichter
Registriert: Jan 2015

Werke: 4
Kommentare: 1
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Kallisto eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Meldi, der kleine Rauchmelder

Es war einmal ein kleiner Rauchmelder, namens Meldi. Er lag seit Wochen in einem Baumarktregal in einem kleinen Karton. Er konnte nichts sehen, er konnte nur hören wie sich Leute vor dem Regal unterhielten. Es raschelte vor ihm und plötzlich bewegte sich sein Karton. Er konnte nun durch den Schlitz seines Kartons sehen, dass er in einem Einkaufswagen lag. Es lagen wohl auch noch andere Dinge in diesem Wagen, denn irgendwas drückte von oben auf seinen Karton. An der Kasse huschte so ein rotes Licht an ihm vorbei und es piepste kurz. Dann lag er wieder im Einkaufswagen und es ging nach draußen. Meldi konnte die Sonne sehen. Zum ersten Mal sah er die Sonne. Wenn auch leider nur durch den Schlitz im Karton. Kurz darauf lag er im Kofferraum eines Autos und los ging die Fahrt. Wenn Meldi doch nur mehr sehen könnte. Nach einigen Minuten hielt das Auto an und der Kofferraum wurde ausgeräumt. Meldi wurde in ein Haus getragen und kurz darauf in einem Zimmer abgelegt. Er war immer noch in seinem Karton und konnte nicht viel sehen. Der Schlitz in seinem Karton war zu einer Wand gerichtet, so dass er so gut wie gar nichts sah.

Dann hörte Meldi Schritte, die auf ihn zukamen. Er wurde nervös, da er nicht wusste, was nun passieren würde. Jemand fummelte an seinem Karton und öffnete ihn. Es war plötzlich so hell, dass Meldi die Augen schließen musste. Eine Hand griff nach ihm und Meldi erstarrte vor Angst. Er traute sich nicht die Augen zu öffnen. Eine zweite Hand kam hinzu und begann an dem kleinen Rauchmelder zu drehen. Er dachte: „Jetzt ist es aus. Ich werde auseinander genommen!“ Dann wurde er wieder hingelegt. Ängstlich öffnete Meldi ein Auge ein kleines Stück. Er sah einen Werkzeugkasten vor sich. So was kannte er aus dem Baumarkt. Und da stand auch eine Leiter. So was kannte er auch. Plötzlich kam ein Mann, nahm einen Akku-Schrauber aus dem Werkzeugkasten und stieg auf die Leiter. Aber er hielt noch etwas anderes in der Hand. Meldi erschrak. Er schaute entsetzt auf das Ding in der Hand des Mannes. Jetzt entdeckte Meldi, dass der Mann die Unterseite des kleinen Rauchmelders abgeschraubt hatte. Er hatte ihm quasi die Hose ausgezogen. Aber was wollte er damit? Der Mann schraubte die Unterseite an die Decke. Meldi war wütend: „Gib meine Hose zurück!“ Er schimpfte in Richtung des Mannes, doch dieser hörte ihn ja nicht.

Plötzlich kletterte der Mann von der Leiter herunter und kam auf Meldi zu. Er packte ihn und Meldi war steif vor Angst. Der Mann legte 2 Batterien in Meldi ein. Es war ein ganz seltsames Gefühl. Mit einem Mal strömte eine Energie durch Meldi, wie er es vorher noch nicht erlebt hatte. Und ehe er sich versah, schraubte der Mann Meldi an seine Unterseite unter die Decke. Meldi freute sich, dass er zumindest seine Hose so schnell wiederhatte. Noch bevor er überhaupt verstand, was er da oben an der Decke sollte, sagte der Mann: „Dann wollen wir dich mal testen!“ und er drückte den einzigen Knopf, den Meldi hatte. Der kleine Rauchmelder wusste nicht was passierte, aber dank der Batterien musste er plötzlich schreien. Er schrie so laut er konnte und er hatte noch nie etwas Lauteres gehört. Er hatte keine Schmerzen, aber er musste einfach schreien, ob er wollte oder nicht. Der Mann lächelte und Meldi wollte zurück lächeln, aber er musste ja schreien.

Dann kam eine Frau ins Zimmer mit bösem Blick und einem Baby auf dem Arm. Das Baby schrie ebenfalls, aber Meldi war deutlich lauter. Er wollte aufhören zu schreien, aber er konnte nicht. Dann schraubte der Mann schnell Meldi wieder von der Decke ab und entfernte die Batterie. Meldi war mit einem Mal mucksmäuschenstill. Ihm war, als würde er ohnmächtig werden, aber da hatte der Mann die Batterie schon wieder angeschlossen und ihn wieder an die Decke geschraubt. Das Baby schaute zur Decke und schrie weiter. Die Frau ging mit dem Baby raus, aber es dauerte einige Minuten, bis die Mutter es beruhigt hatte. Meldi hatte an der Unterseite eine kleine rote Lampe, die alle paar Minuten blinkte. Das war ein gutes Zeichen. Der Mann packte Werkzeugkiste und Leiter weg und verlies das Zimmer. Jetzt wo es wieder still war, begann Meldi zu begreifen. Er war ein Rauchmelder. Er passte auf, ob es irgendwo brennt und gibt dann Alarm. Meldi sah sich im Zimmer um. Da standen ein Babybett, eine Wickelkommode, ein Schrank und eine kleine Kiste mit Kuscheltieren. Aber dann entdeckte der kleine Rauchmelder etwas ganz besonderes. Ein richtig großes Fenster. Und er konnte direkt nach draußen schauen. Es stand nichts im Weg und er musste auch nicht durch den Schlitz in seinem Karton sehen. Zuerst sah er die Sonne, die mit ihren Strahlen das ganze Zimmer erhellte. Dann sah Meldi den Himmel und einige Wolken die langsam im Wind dahin zogen. Zwischen den Wolken flogen einige Vögel dem Horizont entgegen. Darunter konnte er einen Hügel entdeckten und davor einen Wald. Dann sah er noch Felder und einen kleinen Fluss, der sich durch die Landschaft schlängelte. Ganz vorne standen noch ein paar kleinere Bäume und ein Garten mit vielen bunten Blumen, einer großen Wiese und einem kleinen Gartenteich. Es war der schönste Anblick, den Meldi jemals gesehen hatte. Er war noch vertieft in den schönen Ausblick, als die Mutter ins Zimmer kam und das schlafende Baby ins Bett legte. Es war ein Mädchen und sie hieß Mia. Als die Mutter das Zimmer wieder verlies, war Meldi fasziniert von Mia. Wie friedlich sie dalag und einfach nur schlief. Meldi fühlte sich in seinem neuen Zuhause nun sehr wohl.

Und so vergingen die Stunden. Aus Stunden wurden Tage, aus Tagen wurden Wochen, aus Wochen wurden Monate und aus Monaten wurden Jahre. Und schwuppdiwupp waren 6 Jahre um. Mia wuchs und mit ihr wuchs auch die Kiste mit Kuscheltieren und Spielsachen. Wenn Mia irgendetwas in ihrem Zimmer erlebt hat, hat Meldi immer von oben dabei zugeschaut. Die ersten Schritte durchs Kinderzimmer, Kindergeburtstage, Weihnachten, Ostereiersuche im Garten und noch viele tolle andere Dinge.
Eines Tages im Sommer konnte Mia nicht schlafen und sie schaute auf Meldi´s kleines Licht, was alle paar Minuten kurz blinkte. Dann rief Mia ihre Mutter. Als diese ins Zimmer kam, sagte Mia: „Mama, ich kann nicht schlafen. Die Lampe da leuchtet immer. Mach die aus.“ Meldi erschrak. Er hatte Mia sehr lieb gewonnen und wollte sie nicht wach halten, aber er konnte diese Lampe nicht ausschalten. Er wollte aber auch nicht zurück in seinen Karton gesperrt werden. Da sagte die Mutter zu Mia: „Das ist Meldi, dein Rauchmelder. Er hängt hier schon seit kurz nach deiner Geburt. Meldi passt auf dich auf. Er meldet, wenn es hier brennt. Immer wenn seine Lampe blinkt, heißt das, es ist alles ok. Wenn sie nicht mehr blinkt, dann stimmt irgendwas nicht.“ Mia schien das zu verstehen und als die Mutter wieder aus dem Zimmer war, sagte Mia leise „Gute Nacht, Meldi.“ Und Meldi sagte: „Gute Nacht, Mia.“, aber sie konnte ihn leider nicht hören. Kurz darauf schlief Mia ein.
Wenn Mia nicht in ihrem Zimmer war, dann genoss Meldi den Ausblick aus dem Fenster. Den Garten, die Blumen, den Teich, die Bäume, die Felder und den Wald. Aber ganz besonders mochte er die Sonne und die Wolken am Himmel. Und nachts beobachtete er stundenlang den Mond und die Sterne.

Dann wurde es draußen wieder kälter und der Winter stand vor der Türe. Eines Tages wurde es plötzlich sehr kalt im Zimmer. Mia klapperte mit den Zähnen. Ihr Vater lief im ganzen Haus herum und kontrollierte die Heizkörper, aber es wurde einfach nicht wärmer. Die Heizung war kaputt. Die Mutter telefonierte schon mit dem Heizungs-Notdienst, aber es war Sonntag und es konnte erst am Montag jemand nach der Heizung schauen. Plötzlich schob Mia´s Vater etwas in Mia´s Zimmer. Es war eine Elektroheizung. „Die habe ich aus Oma´s Keller geholt. Damit es in deinem Zimmer nicht zu kalt ist. Nimm dir aber noch lieber eine zweite Decke mit ins Bett.“ Meldi schaute sich skeptisch diese alte Heizung an. Die war staubig, ja sogar etwas rostig und sie stank muffig. Und als der Vater sie in die Steckdose einsteckte, wurde es zwar etwas wärmer, aber es stank noch mehr. Die Mutter machte kurz ein Fenster auf, aber sie musste sich zwischen Kälte und etwas Gestank entscheiden und meinte, dass die Kälte im Moment schlimmer sei. An diesem Abend bekam Mia einen warmen Kakao ans Bett und ihre Mutter hatte sogar noch eine Wärmeflasche für sie geholt. Müde, aber zumindest etwas gewärmt, gingen alle in Bett. Diese Elektroheizung stand genau unter Meldi und er hatte diesen muffigen Geruch in der Nase. Er schaute lieber raus aus dem Fenster, wo der Mond hell über dem kleinen Hügel und den Feldern leuchtete. Er beobachtete ein paar Bäume die sich sanft im Wind hin und her bewegten.

So vergingen ein paar Stunden, als es langsam anfing heller zu werden. Meldi rümpfte die Nase vor dem Gestank dieser Heizung. Roch sie jetzt noch schlimmer als vorhin? Warum ist es eigentlich draußen dunkel, wenn es hier drinnen schon recht hell ist? Meldi schaute nach unten und er erschrak. Die Heizung brannte, genauer gesagt, das Kabel der Heizung. Und das Kabel hat den Teppich entzündet. Es brannte. ES BRANNTE! FEUER! FEUER! Dicker Rauch brannte in Meldi´s Augen und seiner Nase. Er überlegte ganz kurz was zu tun ist und dann wusste er es. Er war ein Rauchmelder und das war genau der Moment, weswegen er in diesem Zimmer hing. Also fing Meldi an zu schreien so laut er konnte. Er schrie sich die Seele aus dem Leib. Kurz darauf schreckte Mia aus dem Schlaf und sah das Feuer. Es schlug bereits vom Teppich schnell die Wickelkommode hoch. Meldi merkte wie die Flammen näher kamen und es wurde heiß, aber er schrie immer weiter. Dann sprang die Zimmertüre auf und die Mutter stürmte herein. Sie schreckte kurz vor den Flammen zurück und packte dann beherzt nach Mia und trug sie hinaus. Mia´s Vater blickte kurz ins Zimmer und verschwand dann wieder. Meldi schrie und schrie, die Flammen kamen immer näher. Es wurde heißer und heißer. Er hatte das Gefühl die Sonne befindet sich direkt neben ihm. Er hatte Angst, aber trotzdem hatte er es geschafft, Mia und ihre Eltern aufzuwecken. Das war seine Aufgabe gewesen, darum hing er in Mia´s Zimmer. Meldi lächelte, machte die Augen zu und sagte leise: „Gute Nacht, Mia“.

Plötzlich wurde es wieder kühler und es wurde sehr nass. Meldi konnte noch Mia´s Vater mit einem Feuerlöscher sehen, bevor er sich an dem Löschschaum verschluckte und aufhörte zu schreien. Der kleine Rauchmelder war völlig erschöpft, er konnte kaum etwas sehen oder hören. Zu sehr hatten ihm Feuer, Rauch und Löschschaum zugesetzt. Irgendwo im Hintergrund bekam er noch Sirenen mit und kurz darauf sah er viele Feuerwehrmänner in Mia´s Zimmer. Diese sicherten die Brandstelle und hatten die alte Elektroheizung schnell als Brandursache ausgemacht. Einer der Feuerwehrmänner sagte noch: „Gut, dass hier ein Rauchmelder hängt!“

Mia und ihre Eltern wohnten etwa 2 Wochen bei Opa und Oma. Mia´s Zimmer wurde renoviert. Sie durfte sich selber eine neue Tapete aussuchen und außer der Wickelkommode und dem Teppich war nicht wirklich viel kaputt gegangen. Als Mia das erste Mal wieder in ihr Zimmer kam, freute sie sich über die neue Tapete und den neuen Teppich. Ihr Vater schraubte gerade einen neuen Rauchmelder an ihre Decke. Als er fertig war, testete er ihn und Mia hielt sich verängstigt die Ohren zu. Ihr Vater entfernte kurz die Batterie und entschuldigte sich. Mia fragte, wo denn Meldi, ihr alter Rauchmelder, jetzt sei. Der Vater sagte, dass er diesen mit den anderen kaputten Sachen in die Mülltonne geworfen hatte. Mia schaute traurig zur Decke, dann aus dem Fenster. Ihre Mutter ging nach draußen zur Mülltonne und kam nach 10 Minuten mit Meldi zurück. Meldi hatte einiges abbekommen. Er war ganz schwarz vom Ruß und seine Plastikhülle war von der Hitze ganz verbogen und halb geschmolzen. Mia strahlte und nahm Meldi mit ins Badezimmer. Ihre Mutter half ihr Meldi sauber zu machen. Er sah zwar nicht mehr aus wie neu, aber trotzdem konnte man ihn wieder aus Rauchmelder identifizieren. Mia fragte ihren Vater nach 2 Batterien und legte diese dann in Meldi ein. Die Lampe blinkte wieder alle paar Minuten. Mia strahlte über beide Ohren. Ihr Vater sagte ihr, dass Meldi im Notfall wahrscheinlich nicht mehr funktioniert, aber das war Mia egal. Meldi hatte auf sie aufgepasst und zur Sicherheit gab es ja den neuen Rauchmelder. Mia legte Meldi auf die Fensterbank neben ihr Bett. So konnte er wieder aus dem Fenster schauen. Sie bat ihre Eltern das Licht auszumachen und sie warteten alle im Dunkeln auf das kleine Blinklicht von Meldi. Als es dann kam, sagte Mia: „Wenn es blinkt, ist alles ok! Gute Nacht, Meldi.“ – „Gute Nacht, Mia.“

__________________
Dumm ist der, der Dummes tut!
(Forrest Gump)

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


ZurĂĽck zu:  Kindergeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung