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Leselupe.de > Kindergeschichten
Mimi und Paul oder Wie Katz und Maus Freunde wurden
Eingestellt am 15. 09. 2013 09:39


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Granata
Hobbydichter
Registriert: Sep 2013

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Mimi schnurrte leise vor sich hin. Sie lag in ihrem Körbchen am Ofen und genoss die Wärme, die das Feuer brachte. Der kleine Frank kraulte sie. Mimi drehte sich auf den Rücken, damit er ihren Bauch streicheln konnte. Ach, war das herrlich! „So, jetzt reicht es, du Schmusekatze“, sagte Frank. „Ich muss ins Bett“. Er ging nach oben in sein Zimmer, das er mit seiner Schwester Steffi teilte. Die Mutter las den Geschwistern noch eine Gutenachtgeschichte vor. Als die Kinder eingeschlafen waren, ging die Mutter ebenfalls zu Papa in das warme Bett.

Mimi leckte sich das Fell und rollte sich zusammen. Jetzt noch ein kurzes Nickerchen, dann geht’s auf die Pirsch, dachte sie. Da hörte sie ein Geräusch. Langsam hob sie ihren Kopf und stellte die Ohren auf. Was war denn das? Es klang, als würde jemand an der Wand kratzen. Mimi stieg vorsichtig aus ihrem Körbchen. Sie guckte nach rechts, sie guckte nach links. Da hörte sie es wieder. Sie sah ein kleines Loch in der Wand, unten am Boden. Auf leisen Pfoten schlich sie zu dem Loch und guckte hinein. Die Schnurrhaare kitzelten an der Wand. Mimi guckte mit ihren Katzenaugen ins Dunkle. Da war etwas! Es hatte sich in eine Ecke verzogen. „Miau“, machte Mimi. Plötzlich rannte ein kleines, graues Etwas aus dem Loch in der Wand und hüpfte in Mimis Korb. Nanu? Mimi guckte hinein. Da lag eine Maus. Sie hatte sich in die Decke in Mimis Korb eingemummelt. Das war aber frech! Hatte die Maus denn keine Angst vor Mimi? Alle Mäuse hatten Angst vor Mimi.

„Ich werde dich gleich fressen“, drohte Mimi der Maus. „Wirst du nicht“, antwortete die Maus. „Katzen fressen aber Mäuse“, sagte Mimi. „Mich fressen die Katzen nicht, ich schmecke nicht“, sagte die Maus. „Alle Mäuse schmecken wunderbar“, sagte Mimi. „Ich nicht. Ich bin übrigens Paul“, sagte die Maus. Na so was! Mimi setzte sich vor ihren Korb. Es hatte ihr die Sprache verschlagen. „Wir können doch Freunde sein“, sagte Paul. „Ich kann doch keine Maus als Freund haben“, sagte Mimi. „Warum denn nicht? Ich bin ganz nett“, sagte Paul. „Keine Maus ist nett. Ihr knabbert alles an und esst den ganzen Tag nur Käse“, sagte Mimi. „Jetzt überlege doch mal“, sagte Paul. „Du bist die ganze Nacht wach und weißt nicht, was du alleine anstellen sollst. Ich bin auch die ganze Nacht wach und auch alleine. Da können wir doch zusammen spielen.“ Mimi überlegte. Paul hatte Recht. Sie war viel alleine, Steffi und Frank waren den ganzen Tag in der Schule. Nachts, wenn alle schliefen, war Mimi dann munter und strich einsam um die Häuser in der Nachbarschaft. Vielleicht war so ein kleiner Freund gar nicht schlecht. „Wir können es ja mal miteinander versuchen“, sagte Mimi zu Paul. „Juchu“, freute sich Paul.

„Komm, steig auf“, forderte Mimi ihren neuen grauen Freund auf. Paul hüpfte an Mimis Schwanz und zog sich hoch. „Ganz schön wackelig“, rief er. Er hielt sich an Mimis Fell fest. „Reiß nicht so an meinem Fell, du wilde Maus“, sagte Mimi. Und dann ging es los. Mimi lief zur Katzenklappe in der Tür und ging vorsichtig nach draußen. „Sitzt du noch?“ fragte sie. „Ja, tolle Aussicht von hier oben“, rief Paul. „Lass uns in den Wald gehen“, schlug er vor. „Da ist nachts ziemlich viel los.“ Mimi setzte sich in Bewegung. Sie wurde nun ein wenig schneller und schlüpfte durch den Zaun in den Garten des Nachbarn. Der hatte einen Hund. Der Hund hieß Tony und schlief in einer Hütte. Mimi konnte ihn nicht leiden. Hunde waren ja so langweilig, schliefen die ganze Nacht und am Tag holten sie Stöckchen! Leise, ganz leise lief Mimi an Tonys Hütte vorbei. „Wuff“, machte Tony. Das darf doch nicht wahr sein. Tony schlief sonst immer, aber jetzt wurde er wach. „Was ist los, warum schläfst du nicht?“, fragte Mimi. „Ich musste noch mal Pipi machen“, sagte Tony. „Ihr Hunde macht ständig Pipi“, sagte Mimi. Tony starrte auf Mimis Rücken, der ganz komisch aussah. Als würde darauf jemand sitzen. „Was ist denn auf deinem Rücken?“ fragte Tony. „Das ist Paul, mein neuer Freund“, antwortete Mimi. „Ich bin eine Maus“, sagte Paul. „Keine Katze ist mit einer Maus befreundet. Genauso, wie kein Hund mit einer Katze befreundet ist“, sagte Tony. „Wir sind aber Freunde“, sagten Mimi und Paul und ließen Tony stehen. Hunde verstehen so etwas nicht. Tony war so verwirrt, dass er nicht mehr einschlafen konnte. Ob er sich nicht doch mal mit einer Katze anfreunden sollte? Aber bestimmt nicht mit Mimi. Lieber mit der schwarzen Katze von gegenüber, die jede Nacht bei ihm vorbeikam und leise maunzte. Die war ganz süß.

Mimi und Paul gingen weiter. Nun hatten sie den Wald erreicht. Es wimmelte nur so von Mäusen: Eine Maus saß unter einem Baum, eine Maus guckte aus einem Busch heraus und eine Maus saß auf einem Holzstamm. „Ich möchte so gerne eine Maus jagen“, sagte Mimi zu Paul. „Aber Mimi“, sagte Paul. „Alle Mäuse sind jetzt deine Freunde.“ Na gut, dachte Mimi, bestimmt gibt es noch andere Tiere, die sie jagen konnte. Vielleicht ein Käfer. Da saß auch schon einer auf einem Blatt und winkte mit vier seiner sechs Beine. Komisch, ein winkender Käfer. So etwas hatte Mimi noch nie gesehen. „Huhu, Hartmut“, rief es von ihrem Rücken. „Du kennst den Käfer?“, fragte Mimi ihren neuen Mäusefreund. „Ja, klar, das ist Hartmut, der Marienkäfer.“ Mimi ging näher. Hartmut hüpfte wie verrückt auf und ab. „Grüß dich, Paul“, sagte Hartmut. „Servus, Hartmut“, sagte Paul. „Darf ich dir meine neue Freundin Mimi vorstellen?“ „Keine Katze ist mit einer Maus befreundet. Genauso wie ein Marienkäfer nicht mit einer Spinne befreundet ist“, sagte Hartmut. „Wir sind aber Freunde“, sagten Mimi und Paul und gingen weiter. Marienkäfer verstehen so etwas nicht. Hartmut war so verwirrt, dass er nicht mehr winken konnte. Er überlegte, ob er sich nicht mit Thekla, der alten Spinne vom Nachbarsbusch, befreunden sollte. Die konnte nicht mehr so gut sehen und keine guten Netze spinnen. Vor ihr war Hartmut sicher.

Mimi und Paul gefiel es im Wald. Da gab es so viel zu entdecken. Sie kamen an eine Wiese und sahen ein großes Tier. Der Mond schien hell, und sie konnten es gut erkennen. Langsam gingen sie näher. Es war ein Reh, das gerade etwas Gras zu Abend aß. „Guten Abend und guten Appetit“, sagten Mimi und Paul. „Guten Abend“, sagte das Reh. „Ich heiße Günther.“ „Und wir heißen Mimi und Paul“, sagten Mimi und Paul. „Ihr seid doch eine Katze und eine Maus. Wieso seid ihr gemeinsam unterwegs?“ „Wir sind Freunde“, sagten Mimi und Paul. „Keine Katze ist mit einer Maus befreundet. Genauso wie ein Reh nicht mit einem Bären befreundet ist“, sagte Günther. „Wir sind aber Freunde“, sagten Mimi und Paul und ließen Günther weiter essen. Rehe verstehen so etwas nicht. Günther war so verwirrt, dass er nicht mehr einschlafen konnte. Er überlegte, ob er sich nicht mit Brunhilde, der schnarchenden Bärin von der Braunbärenhöhle befreunden sollte. Die schlief wenigstens den ganzen Winter und würde Günther dann bestimmt nicht essen wollen.

Es war richtig viel los im Wald. Mimi und Paul tranken etwas Wasser aus einem kleinen Bach. Sie spritzten sich gegenseitig nass und mussten viel lachen. „Macht nicht so einen Lärm“, sagte jemand von oben. „Ich möchte in aller Ruhe andere Tiere beobachten.“ Mimi und Paul guckten in den Himmel. Sie entdeckten eine Eule, die sie mit großen Augen ansah. „Guten Abend. Wer bist du denn?“, fragten Mimi und Paul. „Ich bin Waltraud“, sagte die Eule. „Wir sind Mimi und Paul“, sagten Mimi und Paul. „Warum ist denn eine Katze mit einer Maus unterwegs?“, fragte Waltraud. „Wir sind Freunde“, sagten Mimi und Paul. „Keine Katze ist mit einer Maus befreundet. Genauso wie eine Eule nicht mit einem Fuchs befreundet ist“, sagte Waltraud. „Wir sind aber Freunde“, sagten Mimi und Paul und ließen Waltraud weiter in Ruhe andere Tiere beobachten. Eulen verstehen so etwas nicht. Waltraud war so verwirrt, dass sie keine Tiere mehr beobachten wollte. Sie überlegte, ob sie sich nicht mit Gisbert, dem stinkenden Fuchs vom Fuchsbau unten im Tal befreunden sollte. Der lief vor seinem eigenen Gestank davon und hatte keine Zeit, eine Eule zu jagen.

Die Sonne ging langsam auf und Mimi lief mit Paul auf dem Rücken nach Hause. Sie ging durch die Katzenklappe und setzte Paul behutsam vor ihrem Körbchen ab. Sie gähnten beide. Mimi legte sich in ihren Korb und rollte sich zusammen. Wo blieb denn Paul? Sie guckte neben ihren Korb. „Hilfst du mir hinein?“, fragte Paul. Mimi streckte eine Pfote aus. Paul klammerte sich daran fest und Mimi drückte ihn wie ein Kuscheltier an ihren Bauch. Das ist schön weich, dachte Paul. Beide schliefen sofort ein. Mimi schnurrte im Schlaf, so wohl fühlte sie sich mit Paul im Arm. Es dauerte nicht lange und die beiden Geschwister Frank und Steffi standen vor den Tieren. „Mama“, rief Frank. „Papa“, rief Steffi. Mama und Papa rannten in ihren Morgenmänteln die Treppe hinunter. „Guckt mal! Mimi hat wohl eine Maus gejagt“, sagten die Geschwister. „Ich glaube eher, Mimi hat einen neuen Freund gefunden“, sagte der Papa. „Aber keine Katze ist mit einer Maus befreundet“, sagten die Kinder. „Nun, ihr seht doch, wie zufrieden die beiden aussehen“, sagte die Mutter. „Los, ihr zwei. Frühstücken und dann ab in die Schule.“ Die beiden aßen ihre Cornflakes und fuhren dann mit dem Bus davon.

Mimi und Paul bekamen von alledem nichts mit. Sie schliefen fast den ganzen Tag. Abends gingen sie wieder in den Wald. Die anderen Tiere freuten sich nun, Mimi und Paul zusammen zu sehen. „Eine Katze kann doch mit einer Maus befreundet sein“, sagten sie und feierten von nun an jede Nacht bis zum frühen Morgen.

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