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Leselupe.de > Science Fiction
Pandorras zweite Chance
Eingestellt am 12. 03. 2003 22:16


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VanOldi
Autorenanwärter
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Pandorras zweite Chance

Pandorra besah sich das w√ľrfelf√∂rmige Objekt, welches auf der Innenfl√§che ihrer rechten Hand stand. Sie hatte es bei einem ihrer Spazierg√§nge im Park gefunden. Dort hattes es genau unter der Bank gelegen, auf die sich die junge Frau so gerne setzte, um dem Treiben auf dem gro√üen See zuzusehen.

Die Seiten des W√ľrfels waren aus Holz, knallig rot bemalt, und an einer Kante entdeckte Pandorra eingelassene Scharniere, sowie einen kleinen Riegel auf der gegen√ľberliegenden Seite. Es handelte sich also um eine Art Kiste, auf deren Deckel in leuchtend gelben Buchstaben folgender Satz stand:

"In mir exestieren Milliarden von m√∂glichen Zust√§nden, doch erlangst Du Gewissheit √ľber ihre Existenz, so zerinnen sie zu einer einzigen Realit√§t."

Pandorra las die Worte mehrmals hintereinander und fl√ľsterte sie dabei leise vor sich hin. "Klingt wie ein R√§tsel", sie nahm das K√§stchen in die linke Hand, drehte es hin und her und wackelte am Riegel, dann stellte sie es zur√ľck auf die rechte Handfl√§che. "Es ist nicht verschlossen, ich k√∂nnte es √∂ffnen und einfach hineinsehen, dann w√§re das R√§tsel doch gel√∂st, oder? Was w√ľrde es mir bringen vorher √ľber den Inhalt nachzudenken?". Sie begann die Unterlippe zu kneten, so wie sie es immer tat, wenn sie ein Problem zu l√∂sen hatte.

"Also entweder ist etwas in der Kiste, oder nicht", sie wackelte mit der Hand und sp√ľhrte ein Schlagen gegen die Kistenw√§nde. "Aha - ein eckiges √ú-Ei! Nun, vielleicht ist ja ein Schlumpf darin, oder eine ganze Schlumpftruppe", sie kicherte bei dem Gedanken," aber eine Milliarde von ihnen werden es wohl nicht sein und wenn doch, was ist mit den Zust√§nden gemeint?" Pandorra versuchte sich tausende von betrunkenden Schl√ľmpfen im Wald vorzustellen, so dass vor lauter blauen Blaum√§nnchen kein Gr√ľn mehr zu sehen war. "Nein, nein Pandorra", einer der Wichtel in der ersten Reihe sch√ľttelte seinen Kopf ,"denk nicht an uns, wir sind au√üerhalb jeder Realit√§t - und betrunken zu sein ist nicht einer unserer bevorzugten Zust√§nde".

"Schon gut," fl√ľsterte Pandorra dem imagin√§ren Schlumpf zu", aber eine M√∂glichkeit w√§re es gewesen. - Halt! Eine M√∂glichkeit . . .", sie sah nocheinmal auf die Schrift. Irgendwie war diese noch leuchtender geworden und das Wort "m√∂glichen" war pl√∂tzlich dick unterstrichen.

"Achso, die Schl√ľmpfe sind ein denkbarer, aber wohl doch sehr unwahrscheinlicher Inhalt. Es gibt ja noch eine Menge anderer Dinge, die sich in der Kiste befinden k√∂nnten. Geld, ein Springkasper, die Katze von Herrn Schr√∂dinger, W√§scheklammern, ... es sind hundertausend Sachen denkbar - Nein, Milliarden! Nat√ľrlich, solange ich die Kiste geschlossen halte kann darin alles denkbare sein, und eigentlich sogar alles undenkbare. Doch √∂ffne ich den Deckel so bekomme ich Gewissheit √ľber den Inhalt. Kann etwas erst dann exestieren, wenn es jemand sieht?"

Pandorra erninnerte sich an eine Frage, die ihr Vater so gerne stellte und an sein spitzb√ľbisches L√§cheln wenn er sah, wie der Befragte irritiert nachdachte: "Wenn im Wald ein Baum f√§llt, und keiner da ist, um es zu h√∂ren, macht es dann ein Ger√§usch?". Sie schmunzelte, sah zum Himmel und sagte laut: "Die Frage war gut Vater, aber richtig m√ľ√üte sie lauten: 'Wenn keiner im Wald ist, der etwas bemerken kann, steht dann dort ein Baum?'"
Pandorra Griff zum Riegel und sah wie sich die Schrift auf dem Deckel änderte. Plötzlich stand dort in weißen Buchstaben:

"Realität schaffen?"

Pandorra stand auf, legte die Kiste zur√ľck unter die Bank und machte sich auf den Heimweg.

__________________
(C) 2003 by Stefan Mollenhauer
Gedichte berichten verdichtet Geschichten

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

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Hallo VanOldi,
ein paar Bemerkungen dazu:

Pandorras zweite Chance (Wenn Du die Pandora aus der Mythologie meinst, die schreibt sich mit einem r, soweit ich weiß!)

Pandorra besah sich das w√ľrfelf√∂rmige Objekt welches auf der Innenfl√§che ihrer rechten Hand stand. Sie hatte es bei einem ihrer Spazierg√§nge im Park gefunden. Dort hatte es genau unter der Bank gelegen, auf die sich die junge Frau so gerne setzte, um dem Treiben auf dem gro√üen See zuzusehen.

Die Seiten des W√ľrfels waren aus Holz , (der Deckel nicht? Sonst besser ‚Äěder W√ľrfel war aus rot bemaltem Holz‚Äú) knallig rot bemalt, und an einer Kante entdeckte Pandorra eingelassene Scharniere, sowie einen kleinen Riegel auf der gegen√ľberliegenden Seite. Es handelte sich also um eine Art Kiste, auf deren Deckel in leuchtend gelben Buchstaben folgender Satz stand:

"In mir existieren Milliarden von m√∂glichen Zust√§nden, doch erlangst Du Gewissheit √ľber ihre Existenz, so zerrinnen (hier w√ľrde mir ‚Äěgerinnen‚Äú besser gefallen) sie zu einer einzigen Realit√§t."

Pandorra las die Worte mehrmals hintereinander und fl√ľsterte sie dabei leise vor sich hin. "Klingt wie ein R√§tsel", sie nahm das K√§stchen in die linke Hand, drehte es hin und her und wackelte am Riegel, dann stellte sie es zur√ľck auf die rechte Handfl√§che. "Es ist nicht verschlossen, ich k√∂nnte es √∂ffnen und einfach hineinsehen, dann w√§re das R√§tsel doch gel√∂st, oder? Was w√ľrde es mir bringen vorher √ľber den Inhalt nachzudenken?". Sie begann die Unterlippe zu kneten, so wie sie es immer tat, wenn sie ein Problem zu l√∂sen hatte.

"Also entweder ist etwas in der Kiste, oder nicht", sie wackelte mit der Hand (nicht schon wieder wackeln‚Ķ vielleicht besser ‚Äěwippen‚Äú?) und sp√ľrte ein Schlagen gegen die Kistenw√§nde. "Aha - ein eckiges √ú-Ei! Nun, vielleicht ist ja ein Schlumpf darin, oder eine ganze Schlumpftruppe", sie kicherte bei dem Gedanken," aber eine Milliarde von ihnen werden es wohl nicht sein und wenn doch, was ist mit den Zust√§nden gemeint?" Pandorra versuchte sich tausende von betrunkenden Schl√ľmpfen im Wald vorzustellen (wieso betrunken? Davon steht aber auf der Kiste nichts!) , so dass vor lauter blauen Blaum√§nnchen kein Gr√ľn mehr zu sehen war. "Nein, nein Pandorra", einer der Wichtel in der ersten Reihe sch√ľttelte seinen Kopf ,"denk nicht an uns, wir sind au√üerhalb jeder Realit√§t - und betrunken zu sein ist nicht einer unserer bevorzugten Zust√§nde".

"Schon gut," fl√ľsterte Pandorra dem imagin√§ren Schlumpf zu, "aber eine M√∂glichkeit w√§re es gewesen (‚Äěfl√ľsterte dem Schlumpf zu‚Äú gef√§llt mir!). - Halt! Eine M√∂glichkeit . . .", sie sah noch einmal auf die Schrift. Irgendwie war diese noch leuchtender geworden und das Wort "m√∂glichen" war pl√∂tzlich dick unterstrichen.

"Ach so, die Schl√ľmpfe sind ein denkbarer, aber wohl doch sehr unwahrscheinlicher Inhalt. Es gibt ja noch eine Menge anderer Dinge, die sich in der Kiste befinden k√∂nnten. Geld, ein Springkasper, die Katze von Herrn Schr√∂dinger, W√§scheklammern, ... es sind hunderttausend Sachen denkbar - nein, Milliarden! Nat√ľrlich, solange ich die Kiste geschlossen halte kann darin alles denkbare sein, und eigentlich sogar alles undenkbare. Doch √∂ffne ich den Deckel so bekomme ich Gewissheit √ľber den Inhalt. Kann etwas erst dann existieren, wenn es jemand sieht?"

Pandorra erinnerte sich an eine Frage, die ihr Vater so gerne stellte und an sein spitzb√ľbisches L√§cheln wenn er sah, wie der Befragte irritiert nachdachte: "Wenn im Wald ein Baum f√§llt, und keiner da ist, um es zu h√∂ren, macht er dann ein Ger√§usch?". Sie schmunzelte, sah zum Himmel und sagte laut: "Die Frage war gut Vater, aber richtig m√ľ√üte sie lauten: 'Wenn keiner im Wald ist, der etwas bemerken kann, steht dann dort ein Baum?'" (Hm - das ist aber nicht dasselbe!!)
Pandorra griff zum Riegel und sah wie sich die Schrift auf dem Deckel änderte. Plötzlich stand dort in weißen Buchstaben:

"Realität schaffen?"

Pandorra stand auf, legte die Kiste zur√ľck unter die Bank und machte sich auf den Heimweg.



Das ehrt Pandora‚Ķ ob ich an ihrer Stelle die Kiste aufgemacht h√§tte, wei√ü ich nicht, aber ich h√§tte sie jedenfalls mitgenommen! Ich f√§nde die Geschichte etwas runder, wenn Du die Szene, als sie die Kiste findet, erz√§hlen w√ľrdest; wie sie auf die Bank zugeht, darunter etwas Rotes leuchten sieht und sich danach b√ľckt. Zwei S√§tze w√ľrden reichen, aber dann h√§ttest Du ein wenig Handlung in dieser mit Gedanken befrachteten Geschichte.

Lieben Gruß
Zefira


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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
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...fl√ľssig und mit freuden...

hallo vanoldi,

nach zefira noch etwas konstruktives zu sagen schaffe ich leider nicht.
aber ich m√∂chte mich bei dir f√ľr schr√∂dingers katze bedanken. nach den schl√ľmpfen dachte ich schon: oh gott, wohin geht denn nun diese reise...so ein sch√∂ner titel, sogar mit kiste und allem drum und dran...
es wurde zwar schon vor der katze besser, aber die hat mich dann doch endg√ľltig den daumen heben lassen. gut durchdacht.
auch wenn es dann sehr speziell werden w√ľrde, den gedanken w√ľrde ich mehr in den vordergrund stellen, vielleicht zwei versionen: die jetzige mit zefiras ratschl√§gen, und eine weiter ausgebaute mit schr√∂dingers katze - schlie√ülich ist deren namensgebung ja auch ziemlich unbestimmt, es sei denn, die anzahl der freiheitsgrade wird eingeschr√§nkt...

jedenfall sehr schön

gr√ľ√üe

rainer
__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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