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Leselupe.de > Kindergeschichten
Phoebe
Eingestellt am 07. 06. 2013 19:48


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MissF
AutorenanwÀrter
Registriert: May 2013

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Der Text soll mal die Geschichte eines Bilderbuchs werden, fĂŒr Vorschulkinder. Ich bin mir nicht sicher, ob der so in Ordnung ist, deshalb wĂ€re ich fĂŒr Kommentare sehr dankbar!

Danke

Phoebe Jungermann wohnt mit ihrer Mama und ihrem Papa in einem roten Backsteinhaus am Rande einer kleinen Stadt mitten in Deutschland. Phoebe ist gerade fĂŒnf geworden, weiß aber schon ganz genau, was sie einmal werden will: Groß. So groß wie ihre beiden BrĂŒder, die beide schon an der UniversitĂ€t studieren und nur in den Ferien nach Hause kommen. „Um uns die Haare vom Kopf zu essen“, sagt Phoebes Papa immer, aber er meint es nicht ernst. Schließlich freut er sich, wenn seine beiden Söhne zu Besuch kommen, „und außerdem“, sagt Phoebes Mama, „außerdem hast du ja kaum noch Haare, die man wegessen könnte.“ Das stimmt. Herr Jungermann ist nĂ€mlich schon 53 und auch Frau Jungermann ist Ă€lter als andere MĂŒtter. Das liegt daran, weil Phoebe erst so spĂ€t geboren wurde. „Sie hatte es eben nicht so eilig“, sagt Frau Jungermann immer, „und jetzt ist sie ja da.“

Vor dem roten Backsteinhaus der Jungermanns gibt es einen Wald, und hinter dem Wald ganz viele Wiesen. Mit ihrem Papa geht Phoebe ganz oft in den Wald, um Buden zu bauen und darin zu spielen. Oder aber sie fahren zusammen Fahrrad. Obwohl eigentlich nur Herr Jungermann fĂ€hrt, denn Phoebe hat zwar schon ein eigenes Fahrrad, der Kindersitz auf Papas Rad gefallt ihr aber viel besser. Abends, wenn Phoebe satt und gebadet im Bett liegt, erzĂ€hlt sie ihrer Mama, was sie und ihr Papa tagsĂŒber alles zusammen erlebt haben.

„Heute war es sehr windig auf der Heide“, berichtet sie eines Tages im April. „Papa musste immer gegenlenken, damit wir nicht vom Weg gepustet wurden. Aber wir haben ganz viele Blumen gesehen. Und Brennnesseln. Zum GlĂŒck wurden wir nicht in sie hineingepustet, das hĂ€tte bestimmt wehgetan.“ „Allerdings“, stimmt Mama zu. „Papa hat mir dann eine Geschichte erzĂ€hlt, von Herrn und Frau Brennnessel. Die haben zwei Kinder, der Sohn heißt Brannte und die Tochter Nessli. Die ist auch fĂŒnf, hat er gesagt. Die beiden haben ganz viele Freunde, Fritz die fröhliche Fliege, Laura die lustige Laus und Walter das wandernde Wildschwein. Aber das kommt nur ganz selten vorbei.“ „Das hört sich aber nach einer schönen Geschichte an“, sagt Mama und Phoebe nickt. „Dann haben wir eine Pause gemacht, an einer Bank. Wir haben Schnecken-Versteckdich gespielt. Die Regeln sind ganz einfach: Wer eine Schnecke findet, muss ganz laut „Such mich!“ rufen und sich mit der Schnecke im Gras verstecken. Der andere muss dann suchen. Man kann sich natĂŒrlich auch mit mehreren Schnecken gleichzeitig verstecken, aber man muss aufpassen, dass die nicht kichern und das Versteck verraten. Warum lachst du?“ „Och, wegen nichts“, sagt Mama und hĂ€lt sich schnell die Hand vor den Mund.

„Danach sind wir weitergefahren“, erzĂ€hlt Phoebe, „zur Großen Schranke. Wir sind abgestiegen und haben uns neben die Schranke gesetzt, damit sie nicht immer so allein ist. Ich hab mich mit ihr unterhalten und – “ „Mit der Schranke?“, fragt Mama dazwischen. „NatĂŒrlich mit der Schranke“, antwortet Phoebe. „Papa hat sie nicht verstanden, aber ich hab ihm immer gleich erzĂ€hlt, was die Schranke gesagt hat. Die hat nĂ€mlich Angst vor ZĂŒgen! Bei jedem Zug denkt sie, dass er sie ĂŒberfĂ€hrt. Deshalb zittert sie immer ganz doll. Wir hatten Mitleid mit der Großen Schranke und haben Zug gespielt, damit sie sieht, dass ZĂŒge fĂŒr Schranken gar nicht gefĂ€hrlich sind. Ich war die Lok und Papa alle Waggons. Wir haben gehupt und gerattert und ganz viel Krach gemacht, damit die Schranke sich daran gewöhnt und keine Angst mehr hat.“ „Hat Papa dir denn gesagt, dass ZĂŒge aber fĂŒr Kinder sehr wohl gefĂ€hrlich sind?“, fragt Mama Ă€ngstlich. „Das brauchte er nicht, das wusste ich schon“, sagt Phoebe stolz und Mama schaut beruhigt.

„Als es der Großen Schranke besser ging, wollten wir weiter. Aber es kam ein Zug und die Schranke wollte uns nicht rĂŒberlassen. Sie hat gesagt, sie beschĂŒtzt uns vor dem Zug, weil sie jetzt keine Angst mehr hat, und ist runter gegangen. Also haben wir noch etwas gewartet. Und dann kam der Zug, und der war ganz lang und ganz laut, aber die Große Schranke hat wirklich nur ganz wenig gezittert! Danach hat sie uns durchgelassen und ich hab ihr versprochen, dass wir bald wiederkommen. Dann sind wir zur Kuhweide gefahren und wieder an ganz vielen Brennnesseln vorbeigekommen. Papa hat mir von Nesslis erstem Schultag erzĂ€hlt, von Frau Taubnessel, die ist ziemlich schwerhörig. Und von den anderen Kindern. Karla Krokus, Tim Tulpe, GĂŒnther Gras und Linda Löwenzahn. Die verliert stĂ€ndig ihre Haare.“ „Freust du dich denn auch schon auf die Schule?“, möchte Mama wissen. „Ja, denn dann bin ich groß“, antwortet Phoebe. „Zumindest ein bisschen.“

„Kurz bevor wir zu Hause waren hat es dann angefangen zu regnen“. Phoebe hat das Thema Schule schon wieder vergessen. „Der Regen kam immer nur von einer Seite und der Wind auch. Papa hat sich ganz doll beeilt, aber wir sind trotzdem nass geworden. Aber das weißt du ja.“ Ja, das weiß Mama. Bei dem Gedanken an das Bild, dass ihr Mann und ihre Tochter geboten hatten, als sie schließlich an der HaustĂŒr klingelten, muss sie immer noch lachen. Beide waren klatschnass gewesen, aber nur auf der linken Seite. Die Haare hingegen, zumindest Phoebes Haare, hatten auf der rechten Seite gestanden, von Wind und Wetter dorthin geweht. „Umso wichtiger ist es, dass du jetzt schön schlĂ€fst und dich gut zudeckst“, sagt sie zu ihrer Tochter, die sie mĂŒde vom Kissen herauf anlĂ€chelt. „Morgen ist ja schließlich auch noch ein Tag.“



Version vom 07. 06. 2013 19:48
Version vom 24. 07. 2013 18:41

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