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Leselupe.de > Kindergeschichten
Piratengeschichte
Eingestellt am 02. 04. 2017 16:51


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Michaela Groß
Hobbydichter
Registriert: Dec 2016

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Piraten brauchen keinen Schlaf
Es war das erste Mal, dass der kleine Pirat mit den großen Piraten auf Kaperfahrt gehen durfte. Er war schon Tage vorher schrecklich aufgeregt. Doch hatte er sich gut vorbereitet: Er hatte lange geĂŒbt laut zu fluchen, möglichst weit auszuspucken, gewaschen hatte er sich schon seit Wochen nicht mehr und er kannte schon ein halbes Dutzend Piratenlieder auswendig. Bevor es schließlich an Bord ging, setzte er sich den schwarzen Piratenhut auf den Kopf, den ihm seine Oma zum letzten Geburtstag geschenkt hatte. Liebevoll hatte die alte Dame einen grauseligen Totenkopf und gekreuzte Knochen auf den dicken Filz gestickt. Noch einmal murmelte der kleine Pirat leise „Steuerbord – rechts, Backbord links, Steuerbord – rechts, Backbord – links“ vor sich hin. Dann schwang er sich seinen Seesack ĂŒber die Schulter und ging zum Hafen.

Als das Schiff in See stach, war ihm auch nur ein ganz klein wenig ĂŒbel geworden und er hatte auch nur drei ganz kleine TrĂ€nen verdrĂŒckt, als er seine Oma, die am Hafen stand und winkte, immer kleiner werden sah. Den ganzen Tag ĂŒber hatten ihm KĂ€pt’n Feuerbart und seine Mannschaft alles gezeigt und erklĂ€rt. Der kleine Pirat war in den Ausguck geklettert, hatte in der KombĂŒse Kartoffeln geschĂ€lt, das Deck geschrubbt bis es glĂ€nzte, den Kompass gelesen und Elsa, den Papagei des KapitĂ€ns gefĂŒttert.

Doch nun legte sich langsam die DĂ€mmerung ĂŒber den Horizont. Der kleine Pirat stand mit dem KĂ€pt’n an der Reling. KĂ€pt’n Feuerbart reckte sich und gĂ€hnte, ohne sich die Hand vor den Mund zu halten. „Das war ein langer Tag heute“, sagte er zum kleinen Pirat. „Du bist sicher schrecklich mĂŒde. Ich wĂŒrde sagen: ab in die Koje!“ „MĂŒde? Nein, ich bin kein bisschen mĂŒde! Ich bin ein Pirat, wild und verwegen. PIRATEN BRAUCHEN KEINEN SCHLAF!“, rief der kleine Pirat. „Du bist in den Ausguck geklettert, hast in der KombĂŒse Kartoffeln geschĂ€lt, das Deck geschrubbt bis es glĂ€nzte, den Kompass gelesen und Elsa gefĂŒttert. Du musst schrecklich mĂŒde sein. Also ab in die Koje.“ „Ich will nicht in die Koje. Ich bin nĂ€mlich ĂŒberhaupt gar kein bisschen mĂŒde! PIRATEN BRAUCHEN KEINEN SCHLAF!“ „Also gut, also gut“, sagte der KĂ€pt’n, setzte sich auf die Planken und lehnte sich an die Reling. „Ich will dir noch eine Geschichte erzĂ€hlen. Sieh mal nach oben. Siehst du den Stern dort, den, der am hellsten leuchtet?“ „Ja. Den sehe ich“, erwiderte der kleine Pirat. „Das ist der Abendstern“, sagte der KĂ€pt’n. „Und siehst du den kleinen unscheinbar funkelnden Stern direkt daneben? Die beiden verbindet eine Geschichte, die jeder Pirat kennt.“ „Dann erzĂ€hl sie mir, erzĂ€hl sie mir!“, bettelte der kleine Pirat. „Also gut, also gut“, gĂ€hnte der KĂ€pt’n. „Es gab einst ein kleines Königreich. Und ich meine ein wirklich kleines Königreich. Es war einmal sehr groß und mĂ€chtig gewesen, doch als es noch groß und mĂ€chtig war, wollte jeder ein StĂŒck davon abhaben. Es hatte viele Kriege gegeben und das Reich war immer weiter aufgeteilt worden, bis es schließlich ganz klein geworden war und sich niemand mehr fĂŒr es interessierte. Es bestand nur noch aus einem Schloss und einem kleinen Dorf.“ Der KĂ€pt’n gĂ€hnte erneut. „ErzĂ€hl weiter, erzĂ€hl weiter!“, rief der kleine Pirat. „Ja, ja, so, so, hm, natĂŒrlich. Also, das Königreich war sehr klein und seine Bewohner lebten friedlich und glĂŒcklich. Es gab auch eine Königsfamilie in dem Reich, die bestand aus der Königin, dem König und ihrem Sohn, dem Prinzen. Weil das Reich so klein war, hatten sie nicht viel zu regieren. Der König vertrieb sich gerne die Zeit in seinem KrĂ€utergarten und die Königin ĂŒbte sich im Bogenschießen. Und der Prinz, ja der Prinz, der langweilte sich furchtbar. Er langweilte sich so sehr, dass er ganz krank wurde vor Langeweile – ganz krank“, der KĂ€pt’n gĂ€hnte lang und laut. „Eines Tages wollte er keine KrĂ€uter mehr anpflanzen und sich auch nicht mehr mit seiner Mutter im Bogenschießen messen. Er saß nur noch in seinem Zimmer am Fenster, sah in die Ferne und seufzte.“ Der KĂ€pt‘n gĂ€hnte und schmatzte ein wenig. „ErzĂ€hl weiter, erzĂ€hl weiter!“, rief der kleine Pirat, und immer langsamer sprechend fuhr der KapitĂ€n fort. „Hm, ja, also saß nur noch am Fenster. Seine Eltern waren sehr besorgt und schickten nach dem königlichen Leibarzt und der erklĂ€rte ihnen, der Junge habe Fernweh und das könne nur schlimmer werden. Man solle ihm ein Pferd satteln und ihn in die Welt hinausschicken, damit er Abenteuer erleben könne. Und so schwer es den Eltern fiel, sie sattelten dem Prinzen ein Pferd und schickten ihn in die Welt hinaus.“ KĂ€pt’n Feuerbart fielen die Augen zu. „ErzĂ€hl weiter, erzĂ€hl weiter!“, rief der kleine Pirat, doch der KĂ€pt‘n murmelte nur noch „ja, ja“ und begann laut zu schnarchen. „Na so was!“, dachte der kleine Pirat. „Von seiner eigenen Gute-Nacht-Geschichte eingeschlafen!“ Doch der kleine Pirat selbst war noch immer nicht mĂŒde. Und so kletterte er zu KrĂ€henauge, der seine Augenklappe mit Stolz trug, in den Ausguck.

„Na, bist du denn noch gar nicht mĂŒde?“, fragte KrĂ€henauge den kleinen Piraten. „MĂŒde? Nein, ich bin kein bisschen mĂŒde! Ich bin ein Pirat und PIRATEN BRAUCHEN KEINEN SCHLAF!“, rief der kleine Pirat. „Außerdem wollte mir der KĂ€pt‘n gerade die Geschichte vom Abendstern und seinem funkelnden kleinen Nachbarn erzĂ€hlen, doch er ist an der Stelle eingeschlafen, an der der Prinz in die Welt hinauszieht, um Abenteuer zu erleben. Und nun WILL ICH DAS ENDE HÖREN!“ „So, so, verstehe“, sagte KrĂ€henauge. „Nun dann will ich mal sehen, ob ich die Geschichte noch zusammenbekomme. Also, der Prinz zog in die Welt hinaus“, begann der einĂ€ugige Pirat und machte es sich in seinem KrĂ€hennest gemĂŒtlich. „Er kĂ€mpfte gegen Drachen, befreite Prinzessinnen aus den HĂ€nden böser Hexen und Zauberer und fĂŒhrte unehrenhafte Ritter ihrer gerechten Strafe zu. Doch eines Tages wurde ihm auch das langweilig. Er dachte, er habe nun jedes Abenteuer schon einmal erlebt und alles gesehen. Und so wurde er wieder ganz schwermĂŒtig und er ritt mit einem trĂŒbsinnigen Gesicht durch die Welt und wusste nicht, wohin.“ KrĂ€henauge gĂ€hnte. „Hm, ja, er wusste nicht wohin“, setzte er wieder ein. „Er fragte jeden, der ihm begegnete, ob er nicht noch ein Abenteuer fĂŒr ihn wĂŒsste, doch keiner konnte ihm helfen. Eines Tages jedoch traf er auf ein altes Weiblein, dass gerade vom Reisig sammeln kam. Auch sie fragte er, ob es nicht einen noch grĂ¶ĂŸeren und noch gefĂ€hrlicheren Drachen gab, als den, den er zuletzt besiegt hatte. Doch das Weiblein schĂŒttelte nur den Kopf und meinte: ‚Junger Prinz, wenn Ihr schon alle Abenteuer erlebt habt und meint, schon alles gesehen zu haben, so solltet Ihr weiter nach Norden bis an das große Meer reiten, denn wer noch nicht den Sternenhimmel ĂŒber dem Meer gesehen hat, der hat noch lange nicht alles erlebt. Es gibt nichts Schöneres auf der Welt.‘ Nichts Schöneres –.“ KrĂ€henauge gĂ€hnte erneut er schloss seine Augen und erzĂ€hlte langsam und leise weiter. „Da wurde der Prinz neugierig und machte sich auf den Weg nach Norden ans große Meer, um dort den Sternenhimmel zu sehen.“ KrĂ€henauge gĂ€hnte und diesmal ging sein GĂ€hnen in ein lautes Schnarchen ĂŒber. Der kleine Pirat seufzte und kletterte aus dem Ausguck. Inzwischen war aus der DĂ€mmerung finstere Nacht geworden. Auf dem Schiff war es totenstill. Alle schienen zu schlafen. „Von wegen wildes Piratenleben!“, sagte der kleine Pirat zu sich und konnte ein GĂ€hnen nicht unterdrĂŒcken. „PIRATEN BRAUCHEN KEINEN SCHLAF! Ich bin nicht mĂŒde!“ Da sah der kleine Pirat einen Lichtschein. Er kam aus der KombĂŒse. Der Smutje war noch wach und schĂ€lte die Kartoffeln fĂŒr den nĂ€chsten Tag.

„Kennst du die Geschichte vom Abendstern und seinem kleinen, funkelnden Nachbarn?“, fragte ihn der kleine Pirat als er die BordkĂŒche betrat. „Was? Du bist noch nicht in der Koje? Kleine Piraten sollten jetzt schon lĂ€ngst schlafen!“ „PIRATEN BRAUCHEN KEINEN SCHLAF! Und ich will das Ende der Geschichte hören. KrĂ€henauge war gerade dabei, zu erzĂ€hlen, wie der Prinz nach Norden ans große Meer ritt, um dort den Sternenhimmel zu sehen.“ „So, so“, sagte der Smutje. „Dann will ich mal sehen, ob ich die Geschichte noch zusammen bekomme.“ Er ĂŒberlegte kurz und begann dann zu erzĂ€hlen, ohne das SchĂ€lmesser beiseite zu legen. „Der Prinz ritt also Richtung Norden ans große Meer. Als er dort ankam, senkte sich gerade die DĂ€mmerung ĂŒber den Horizont hinab. Der Prinz stieg vom Pferd und ließ es laufen, damit es sich in der NĂ€he ein Fleckchen zum Grasen suchen konnte. Dann setzte er sich in den Sand und blickte angestrengt in den Himmel. Noch war kein Stern zu sehen und der Prinz war schon recht enttĂ€uscht, doch da erspĂ€hte er plötzlich ein kleines, aber helles Funkeln, das sich immer grĂ¶ĂŸer und deutlicher gegen die DĂ€mmerung abhob. Der erste Stern war aufgegangen und der Prinz konnte seinen Blick nicht abwenden. Und auch als nach und nach weitere Sterne am Firmament erschienen, so bestaunte der Prinz doch nur den einen, der am hellsten und schönsten von allen funkelte. Abend fĂŒr Abend kam der Prinz nun an den Strand, setzte sich in den Sand und wartete, bis der erste und schönste Stern sich zeigte. Dann lĂ€chelte er selig und blickte in den Sternenhimmel, bis das Funkeln verschwand.“ Nun hörte der Smutje doch mit dem KartoffelschĂ€len auf, verschrĂ€nkte die Arme hinter dem Kopf und lehnte sich zurĂŒck. „Doch eines Tages genĂŒgte es dem Prinzen nicht mehr, den Stern, seinen Stern, wie er ihn schon nannte, nur anzusehen und selig zu lĂ€cheln. Er wollte seinem Stern gerne nahe sein, er wollte sein Funkeln aus der NĂ€he bewundern und am liebsten wollte er ihn in den HĂ€nden halten, um ihn ganz genau betrachten zu können. So kletterte er eines Abends auf den höchsten Felsen am Strand und als sich der leuchtende Stern in der DĂ€mmerung zeigte, stellte er sich auf die Zehenspitzen und reckte sich soweit er konnte Richtung Himmel. Doch es half nichts, der Stern war viel zu weit weg. EnttĂ€uscht stieg der Prinz vom Felsen hinab und ließ sich erschöpft in den Sand fallen.“ Der Smutje gĂ€hnte herzhaft. „Doch am nĂ€chsten Abend versuchte der Prinz es erneut. Diesmal sprang er so hoch er nur konnte, nachdem er auf den Felsen geklettert war. Doch außer, dass er sich bei der Landung den Knöchel verrenkte geschah nichts. Doch der Prinz gab nicht auf. ‚Ich habe gegen Drachen und böse Ritter gekĂ€mpft und ich habe so viele Prinzessinnen befreit, dass ich sie nicht mehr zĂ€hlen kann. Da werde ich doch wohl einen Stern erreichen‘, dachte er bei sich.

Und am nĂ€chsten Tag begann er, aus Treibholz, das er am Strand sammelte, eine Leiter zu bauen, eine Leiter, so lang, wie sie noch kein Mensch gesehen hatte. Und als sich die DĂ€mmerung herabsenkte und sich der golden funkelnde Stern zeigte, kletterte der Prinz die Leiter hinauf. Höher und höher stieg er und streckte schließlich beide Arme nach seinem Stern aus, doch erreichen konnte er ihn noch immer nicht. Unendlich traurig stieg der Prinz wieder von der Leiter hinab und ließ sich in den Sand fallen. Nun wusste er nicht mehr weiter.“ Der Smutje unterbrach die Geschichte erneut mit einem herzhaften GĂ€hnen und der kleine Pirat befĂŒrchtete schon, auch der Smutje wĂŒrde gleich einschlafen. „ErzĂ€hl weiter, erzĂ€hl weiter!“, rief er deshalb aufgeregt, denn nun wollte unbedingt das Ende der Geschichte hören. „Ja, ja, schon gut“, sagte der Smutje. „Hm, ja. Er ließ sich also enttĂ€uscht in den Sand fallen. Und als er am folgenden Abend am Strand saß und wehmĂŒtig in die Sterne blickte, da konnte er seine TrĂ€nen nicht zurĂŒckhalten. Und wie er so dasaß und weinte, da hörte er im Wasser ein leises PlĂ€tschern. Der Prinz blickte auf und sah nun die Köpfe von drei Neraiden aus dem Wasser schauen. Die Meerdamen hatten lange blaugrĂŒne Haare in die sie Algen als Schmuck gebunden hatten und die von kleinen Krebsen geziert waren. Sie blickten den Prinzen freundlich aus ihren großen grĂŒnen Augen an und fragten ihn, warum er denn so traurig sei. Da erzĂ€hlte der Prinz ihnen von seinem Kummer. Die Neraiden lachten nur und sagten: ‚Aber es ist doch ganz einfach! Du musst doch nur zu uns ins Wasser kommen, wenn du deinem Stern nah sein willst.‘ ‚Ins Wasser? Was soll ich im Wasser, wenn mein Stern oben am Himmelszelt auf mich wartet?‘, fragte der Prinz. ‚Aber sieh‘ doch!‘, sprach eine der Neraiden, ‚Sieh‘ doch auf das Wasser. Dort, dort ist dein Stern doch auch!‘ Der Prinz blickte auf das Meer, das an diesem Abend ruhig und glatt wie ein Spiegel vor ihm lag. Und tatsĂ€chlich, ganz weit draußen auf dem Meer, da funkelte sein Stern auf der schwarzen WasseroberflĂ€che. ‚Komm, komm mit uns‘, sprachen nun die Neraiden, ‚wir bringen dich zu ihm.‘ Und obwohl er nicht schwimmen konnte zögerte der Prinz nicht lange. Er schritt zu den Neraiden ins Meer und seither wurde er nie wieder gesehen. Aber wenn man ganz genau hinschaut, dann erkennt man, dass seit jener Nacht ein neuer, kleiner Stern neben dem Abendstern am Himmel prangt und fröhlich funkelt.“ Der Smutje schloss die Geschichte mit einem herzhaften GĂ€hnen. „Eine schöne Geschichte, aber auch ein bisschen traurig“, sagte der kleine Pirat und biss in eine Kartoffel. Er wusste nicht warum, aber auf einmal war er sehr froh, dass er den KĂ€pt‘n hatte, der ihm das Kompasslesen beibrachte und KrĂ€henauge, der ihm gezeigt hatte, wie man das Deck schrubbt bis es glĂ€nzt und den Smutje, dem er beim KartoffelschĂ€len half. Und sogar ĂŒber Elsa, den Papagei des KapitĂ€ns war er froh. Der kleine Pirat seufzte. Der Smutje hatte inzwischen seinen Kopf auf den Tisch gelegt und schnarchte laut. Der kleine Pirat schĂ€lte die restlichen Kartoffeln, dann ging er noch einmal an Deck. Er stellte sich an die Reling und sah auf das Wasser, unter dessen Wellen er fĂŒr einen winzigen Augenblick ein seltsames Wesen zu erkennen meinte. Ein Wesen mit einem blaugrĂŒnen Haarschopf, geschmĂŒckt mit Algen und mit kleinen Krebsen, die sich darin verfangen hatten. Dann sah er hinauf in den Himmel. Die MorgendĂ€mmerung stieg bereits am Horizont auf und die Sterne verblassten. Der kleine Pirat ging nun in seine Koje, legte sich in seine HĂ€ngematte und ließ sich von den Wellen in den Schlaf schaukeln. Ja, denn auch die wildesten und verwegensten Piraten brauchen ihren Schlaf.

© Michaela Groß

Version vom 02. 04. 2017 16:51
Version vom 03. 04. 2017 22:42

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FrankK
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Hallo, Michaela
Eine schöne und gleichzeitig auch recht komplizierte Geschichte innerhalb einer Geschichte.
Entschuldige – aber ich finde es tatsĂ€chlich etwas zu verschachtelt.

Basisplot:
Der Kampf gegen die Natur.
In diesem Fall der Kampf des Piratenjungen gegen die Notwendigkeit des Schlafes. Der Umstand, dass sogar ausgewachsene Piraten fĂŒr „Gute-Nacht-Geschichten“ anfĂ€llig sind, zaubert mir ein Sympathie-LĂ€cheln ins Gesicht.

PrÀmisse:
Auch der grĂ¶ĂŸte Held muss irgendwann einmal Schlaf finden.
Dies wĂŒrde fĂŒr die Basisgeschichte (Piratenjunge) völlig ausreichen.

Story:
Kompliziert wird der Text durch die Einbettung einer zusÀtzlichen, indirekt erzÀhlten Geschichte. Beide Storys könnten eine alleinige Daseinsberechtigung haben:


  1. Die Geschichte des Piraten-Jungen als klare und deutliche Gute-Nacht-Geschichte (er wandert von einem Piraten zum nĂ€chsten, erfĂ€hrt immer ein StĂŒckchen einer Geschichte und erlebt, wie die „großen Piraten“ darĂŒber einschlafen, bis er – möglicherweise – alle Piraten „durch“ hat und zum Schluss, in den frĂŒhen Morgenstunden, selbst darĂŒber einschlĂ€ft, als er nachdenkt, wie die Geschichte enden könnte.
  2. Die Geschichte des jungen Prinzen, auf der Suche nach dem „einen, großen Abenteuer“, welches ihn zufrieden nach Hause zurĂŒckkehren lĂ€sst. So könnte ein klassisches MĂ€rchen ablaufen, mit dem fantastischen Ende des Aufstiegs zu einem Stern oder – als Alternative – findet er die große ErfĂŒllung nicht in erschlagenen Drachen und geretteten Prinzessinnen sondern in der Liebe zu einer einfachen Bauers-Tochter. WĂ€re ein fĂŒr MĂ€rchen passendes Happy End.

So miteinander verschachtelt halte ich persönlich die Geschichte als fĂŒr Kinder ungeeignet.
FĂŒr welche Altersgruppe hattest Du diese Story denn angedacht?

Konstruktion / Aufbau:
Muss es wirklich ein zentrierter Text sein?
Fehlende AbsĂ€tze machen ihn ohnehin schon schwer zu lesen, fehlende Zeilenwechsel bei wechselnden Sprecherperspektiven sind darĂŒber hinaus auch nicht hilfreich.

Kindgerechte Sprache:
Dies ist weitestgehend in Ordnung, bis auf die „Neraiden“. Ich glaube, nur sehr wenige Kinder auf der Welt wissen damit etwas anzufangen.
Eine vorgelesene Geschichte könnte peinlich unterbrochen werden, wenn das Kind fragt: „Mama? Was sind Neraiden?“ und die Mutter kann es nicht beantworten ...


ErbsenzÀhlerei:
Eine winzige Stelle ist mir aufgefallen.
quote:
„ErzĂ€hl weiter, erzĂ€hl weiter!“, rief er deshalb aufgeregt, denn nun wollte er unbedingt das Ende der Geschichte hören.

Da fehlt ein „er“.


Zur bisherigen Diskussion:
Keine Ahnung, warum Piratengeschichten jetzt plötzlich als Kindergeschichten tabuisiert werden sollten.
Piraten = SeerÀuber, RÀubergeschichten sind Abenteuergeschichten, Abenteuergeschichten können Kindgerecht sein.
Piraten = Böse ist fĂŒr mich eine unzulĂ€ngliche Simplifizierung, gerade im Umfeld fiktiver Geschichten.


Aufmunternde GrĂŒĂŸe
Frank

__________________
Leben und leben lassen.

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Michaela Groß
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Lieber FrankK,
vielen Dank fĂŒr Deine Anregungen! Diese finde ich vor allem vor dem Hintergrund interessant, dass es sich ursprĂŒnglich tatsĂ€chlich um zwei getrennte Geschichten handelte. Diese mussten meinem strengsten Kritiker - einem damals SechsjĂ€hrigen standhalten und die Piraten alleine fand er zu langweilig. So verwurschtelt gefiel es dann. Aber ich habe mich auch schon gefragt, ob es so nicht zu viel ist. Vielleicht die Geschichte in der Geschichte deutlich kĂŒrzer, damit man besser folgen kann?
Ich dachte, die Neraiden wÀren durch das folgende "Meerdamen" erklÀrt. Aber sie lassen sich auch leicht durch "Meerfrauen" ersetzen. Ich fand das Wort Neraiden so schön :-). Die Stelle werde ich auf jeden Fall noch einmal unter die Lupe nehmen. Und den Rest auch...
Also noch einmal lieben Dank und beste GrĂŒĂŸe, Michaela

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