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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Rache
Eingestellt am 24. 11. 2003 17:05


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MarkFelt
Hobbydichter
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I



Mittwoch, 16.10 Uhr

Damasch war entsetzt. So einen Anblick war selbst er bei der Mordkommission nicht gewohnt. Die Frau lag auf der StraĂźe im Hinterhof und hatte eine Kugel im RĂĽcken. Sie war attraktiv gewesen, das konnte Damasch noch erkennen.
„Was wissen wir?“, fragte Damasch seinen Kollegen.
„Rita Müllner, 29 Jahre alt, freie Journalistin beim „Yellow Star“, hauptsächlich Stargeschichten und große Aufdeckungen. Sie wurde offensichtlich erschossen, wir wissen aber noch nicht, ob das die Todesursache ist. Ihr…“
„Familie oder Angehörige?“, unterbrach Damasch und zückte sein Notizbuch.
„Nicht verheiratet, die Eltern leben im Norden der Stadt.“
Damasch lieĂź sich die Adresse geben und machte sich auf den Weg.

Die Eltern der Journalistin lebten in einem riesigen Haus, Damasch war ĂĽberrascht.
Er klingelte am Marmorpfeiler neben dem hohen Messingtor und zeigte seinen Ausweis in das Kameraauge, als jemand wissen wollte, wer da sei.
Mit einem Surren rollte das Tor zur Seite und Damasch manövrierte seinen BMW über den weißen Kiesweg den Hügel hinauf, auf dem das Haus wie ein Schloss stand.
Er parkte knapp vor der EingangstĂĽr, die mindestens drei Meter hoch war und stieg aus.
Ein feiner Butler mit streng zurückfrisiertem, grauweißem Haar und Smoking öffnete ihm die Tür und begrüßte ihn mit einer Verbeugung.
„Wünscht der Herr mit Madam zu sprechen?“
Damasch bejahte und zeigte seinen Ausweis erneut vor.
Der Butler betrachtete ihn genau und war schlieĂźlich zufrieden.
„Bitte folgen Sie mir.“
Im goldenen Raum, offenbar dem Wohnzimmer, wurde Damasch von einer älteren Dame empfangen. Sie bedeutete ihm sich niederzusetzen und er setzte sich in einen weich gepolsterten roten Sessel, der genau gegenüber der Frau stand.
„Hauptkommissar Georg Damasch“, stellte er sich vor.
„Annette Maria Großherrin von Müllnhof“, erwiderte sie den Gruß und hielt Damasch die Hand zum Kuss hin. Der Höflichkeit wegen küsste er die zarte faltige Hand.
Das Opfer konnte wohl in diesen konservativen Verhältnissen keine schöne Kindheit durchgemacht haben. Alles war so schrecklich kalt und gefühllos. Bestimmt hatte man sie auf ein teures Internat geschickt und sie danach mit einem kleinen Vermögen vor die Tür gesetzt.
Damasch hatte jetzt schon eine Vorstellung ĂĽber die Kindheit der jungen Frau.
„Wie kann ich Ihnen dienen?“, fragte die adelige Mutter der Ermordeten.
Damasch legte den Sachverhalt ohne lange herumzureden dar.
Dabei beobachtete er intensiv ihr Gesicht, konnte aber keine GefĂĽhlsregung erkennen, alles blieb kalt und steif.
„Erwarten Sie, dass ich in Tränen ausbreche?“, fragte sie Damasch. “Meine Tochter war missraten. Ich wusste, dass es sich rächen würde, dass sie diesen unchristlichen Beruf gewählt hat. Mein Mann und ich waren von Anfang an gegen das Publizistik-Studium. Rita wollte nicht hören. Wir gaben ihr genug Geld für zwanzig Jahre. Seit ihrer Matura haben wir beide nicht mehr mit ihr gesprochen, ich glaube, sie war nicht besonders traurig darüber. Wir wollten aus ihr eine ehrbare Bürgerin machen, das ist uns nicht gelungen, trotzdem haben wir ihr ein bisschen Geld mit auf den Weg gegeben, sonst wäre sie verhungert. Gott sei Dank habe ich noch Martin.“
„Ihr Mann?“
„Nein, mein Sohn. Er ist drei Jahre älter als Rita und lebt seit sechs Jahren als Mönch im Walsenberger Stift. Theologie, das wäre auch das Richtige für meine Rita gewesen, aber wenigstens EIN gutes Kind.“
„Wo hält sich Ihr Mann zurzeit auf?“
„Ralph-Gerhard ist momentan auf einer Tagung in Saudi-Arabien und wird erst in zwei Wochen zurückkommen.“
Jetzt erinnerte sich Damasch.
„Ihr Mann ist doch Haupteigentümer der Müllner&Karmann GmbH?“
„Ja, seit mehr als zwanzig Jahren, seit sein Vater verstorben ist.“

Damasch verabschiedete sich und bemerkte, dass es bereits 18.20 Uhr war. Er beschloss, nach Hause zu fahren.
Müllner&Karmann, das war so ungefähr die beste und teuerste Herstellergruppe, die es in Sachen Erdölbohrung gab. Sie stellten alles her, was man dazu brauchte, die besten Kunden kamen vom persischen Golf oder aus Russland. Seit zwanzig Jahren war Müllner&Karmann Marktführer in dieser ertragreichen Branche und steigerte seinen Umsatz jährlich, die Großaktionäre waren längst Multimilliardäre und Ralph-Gerhard Müllner zählte zu den zwanzig reichsten Menschen dieser Erde.
Er war ein kluger Kopf und hatte in jungen Jahren Jus und Wirtschaftswissenschaften studiert und mit 28 beide Fächer mit der Doktorarbeit abgeschlossen. Als er 30 war starb sein Vater, Heinz-Joachim Müllner, im Alter von 63 Jahren und hinterließ ihm eine relativ gut laufende Firma. Ralph-Gerhard wusste jedoch alles noch zu verbessern und ging eine Partnerschaft mit dem damaligen Marktführer Karmann-Electronics ein. Diese Fusion war ein genialer Schritt, mittlerweile liefen fast 60% aller Bohrtürme mit einer Ausstattung von Müllner&Karmann. Ralph-Gerhard und Franz Karmann verband seit der Fusion eine Freundschaft und als Karmann mit 45 an Lungenkrebs starb, vermachte er seinen Aktienanteil an der GmbH nicht seinen Kindern, sondern ohne zu zögern seinem damals 32-jährigen besten Freund Ralph-Gerhard. Dieser konnte nun, da er fast 70% der Aktien besaß, praktisch tun und lassen, was er wollte. Seit zwanzig Jahren stand er an der Spitze des „Müllner&Karmann“-Imperiums.

Damasch hatte das Gefühl, dass die Firma und Ralph-Gerhards Geschäfte stark in Verbindung mit dem Mord standen.
Zuhause machte sich Damasch eine Fertigpizza und sah sich die Abendnachrichten im Fernsehen an.
Natürlich wurde auch von der Tagung berichtet und es wurde ein Live-Interview mit Ralph-Gerhard Müllner gesendet, der scheinbar vom Tod seiner Tochter noch nichts erfahren hatte, denn er war fröhlich und freute sich über seine neuesten Geschäfte. Mitten in der Sendung wurde dann die Meldung vom Tod Rita Müllners verlesen und der Sprecher sprach der Familie sein Beileid aus.



II



Donnerstag, 8.00 Uhr

Am nächsten Tag, als Damasch ins Präsidium kam, lag der Obduktionsbericht aus der Gerichtsmedizin bereits auf seinem Tisch.
Der Tod war dadurch eingetreten, dass die Kugel, die eines Scharfschützengewehrs, das man nicht so leicht bekommen konnte, den Nervenstrang an der Wirbelsäule verletzt hatte. Das bedeutete, dass der Schuss eindeutig die Todesursache war, was für Damasch keine Überraschung war. Als Todeszeitpunkt war die Nacht vor dem Fund angegeben, zwischen Mitternacht und zwei Uhr morgens.
Im Bericht der Spurensicherung stand eindeutig, dass der Fundort auch der Tatort gewesen sei, auch das war für Damasch keine große Überraschung, jedoch war es ihm ein Rätsel, wie man eine Journalistin, die mit Cleverness ihr Berufsrisiko wettmachte, so leicht an einen Ort locken konnte, wo sich niemand gerne aufhielt, in einen Hinterhof im Rotlichmilieu.
Die Leiche war um vier Uhr nachmittags von einem Rechtsanwalt gefunden worden, der glaubte, im Hinterhof eine schwarze Katze gesehen zu haben. Er hatte sofort die Polizei verständigt und zehn Minuten später war auch Damasch zugegen gewesen.
Zunächst beschloss Damasch, zum „Yellow Star“ – Redaktionsgebäude zu fahren und dort Erkundigungen einzuholen.

Das „Yellow Star“ Gebäude befand sich mitten im Stadtzentrum und war einmal ein hässliches Fabrikhaus gewesen, war aber von dem Star- und- Sternchen- Magazin gründlich renoviert worden und nun ein fröhlicher gelber Bau mit vielen Glasfenstern und jetzt im Spätherbst bereits mit leuchtendem Weihnachtsschmuck in Form von Lichterketten geschmückt.
Rita MĂĽllner musste dort beliebt gewesen sein, es wehte eine schwarze Fahne ĂĽber dem Glastor.
An der Rezeption zeigte Damasch der blonden Lady seinen Ausweis, sie wusste sofort, warum er da war. Sie beschrieb ihm den Weg zur Sensationsabteilung, die im obersten, dem sechsten Stockwerk, untergebracht war.
Damasch fuhr mit dem Aufzug hinauf und wurde von einem älteren Herrn empfangen.
„Ah, Sie müssen der Mann von der Polizei sein.“
„Damasch“, stellte er sich vor und streckte dem Mann die Hand hin.
„Sehr erfreut, mein Name ist Kallmair, Gerhard Kallmair. Ich bin der Chefredakteur der Abteilung, in der Rita Müllner gearbeitet hat.“
Er machte ein betrübtes Gesicht und murmelte etwas Unverständliches.
„Bitte folgen Sie mir!“, forderte er Damasch auf und ging direkt auf eine Milchglastür zu, hinter der sich ein großes, geschmackvoll eingerichtetes Büro befand.
„Sie war unsere Beste“, murmelte Kallmair betrübt, nachdem er sich in seinen schwarzen Ledersessel fallen gelassen hatte.
„Erzählen Sie mir von ihr“, bat Damasch.
„Nun ja, wie Sie vielleicht schon wissen, hatte sie keine besonders leichte Kindheit, ihre Eltern machten ihr das Leben zur Hölle, wobei dies eigentlich von ihrer grauenhaften Mutter ausging. Ihr Vater ist ein sehr netter Mensch, ich hatte zweimal das Glück mit ihm zu sprechen. Trotz seines Reichtums ist er immer auf dem Boden geblieben, er spendet viel Geld für arme Kinder in den Dritte- Welt Ländern. Ich möchte wissen, was diesen sympathischen Kerl bei seiner Frau, dem schrecklichsten weiblichen Wesen, das ich je kennen gelernt habe, gehalten hat. Sie hat ihren Sohn zum Priesterseminar gezwungen.
Rita begann bei uns vor fünf Jahren und hat sich schrittweise nach oben gearbeitet und war jetzt auf dem Höhepunkt, oh mein Gott. Sie hatte es nie leicht, ihre Mutter hatte sie nach der Matura auf die Straße gesetzt, aber ihr Vater, der nette Mensch, hat ihr eine Wohnung verschafft und ihr ein paar Millionen angelegt. Als die Alte das hörte, drehte sie völlig durch, das hat mir Rita einmal erzählt.“
Damasch unterbrach: “Sind Sie sicher, dass es ihrer Mutter nicht recht war mit dem Geld?“
„Oh ja, ganz bestimmt! Das passt zu ihr. Am liebsten hätte sie Rita ja verhungern lassen!“
„Können Sie mir sagen, woran Frau Müllner zuletzt gearbeitet hat?“
„Moment, ähm, sie.. ja genau, sie suchte gerade nach einer neuen Story. Ja genau so war es. Sie hatte gerade zwei Wochen zuvor über den schlimmen Zustand in den Legebatterien in der Umgebung der Stadt berichtet und diese Story hatte sie stark geschafft. Dafür katapultierte sie die Verkaufszahlen um einige Tausend Exemplare hinauf. Dann nahm sie eine Woche Urlaub.“
„Könnte es sein, dass einer der Besitzer der Legebatterien etwas mit ihrem Tod zu tun hat?“
„Ich halte das für unwahrscheinlich, weil die Besitzer Rita freien Zutritt gestatteten und auch nichts gegen die Fotos und Stories hatten. Sie waren alle der Ansicht, dass der Zustand in den Batterien sowieso schon publik war, ein Bericht mehr oder weniger würde da auch keinen Unterschied mehr machen.“
„Wissen Sie vielleicht noch etwas, was etwas mit dem Tod zu tun haben könnte?“
„Nein, mir fällt im Moment nichts mehr ein, aber ich kann Sie ja anrufen. Wissen Sie, mich hat das schon schwer getroffen. Rita war nicht nur beruflich eine gute Freundin, auch privat mochte ich sie sehr gern. Die Leute denken immer, dass Sensationsjournalisten keinen Intellekt besitzen. Rita war jedoch ein sehr intellektueller Mensch, ihre Interessen deckten sich mit meinen, wir unternahmen viele Sachen zusammen, trotzdem probierten wir nie eine Liebesbeziehung aus. Ich weiß auch nicht, ob das gut gegangen wäre, ich bin 47, sie war 29. Ich hoffe, ich langweile Sie nicht, aber ich bin sehr betroffen.“
Damasch hörte interessiert zu und merkte, wie ihm der sympathische Mann Leid tat.
Er gab Kallmair seine Visitenkarte, kritzelte seine private Nummer auf die Rückseite und verabschiedete sich mit einem festen Händedruck.
„Ich werde mein Bestes geben“, versprach er dem Chefredakteur und es war ernst gemeint.

Damasch beschloss, zunächst ins Walsenberger Stift zu fahren, um dort dem Sohn der Müllners ein paar Fragen zu stellen.
Durch das riesige Eingangstor, das an jenes des MĂĽllner-Schlosses erinnerte, gelangte Damasch ins Innere des Stiftes.
Er erkundigte sich nach dem Gesuchten und bekam die Auskunft, Bruder Martin sei beim Mittagessen mit seinen Mitbewohnern.
Damasch fand ihn im Speisesaal. Das Essen wurde gerade beendet und Damasch fragte einen vorbeihuschenden Mönch nach Bruder Martin. Dieser deutete auf einen dürren, hoch gewachsenen Mann, der gerade die Teller abräumte. Damasch bedankte sich und ging schnurstracks auf Bruder Martin zu.
Nachdem sie sich bekannt gemacht hatten, war sich Damasch bereits sicher, dass der junge Mann mit Sicherheit nicht dazu fähig war, einen Mord zu begehen oder einen in Auftrag zu geben. Er fragte ihn nach seinem Alibi.
„Ich war die ganze Nacht in meinem Zimmer.“
„Haben Sie geschlafen?“
„Nun ja, eigentlich nicht.“
„Was haben Sie getan?“
Damasch musste ihm das Versprechen abnehmen, es dem Abt des Stiftes nicht zu erzählen, dann sprach der junge Mönch weiter.
„Ich habe mit meinen drei Zimmerkollegen die ganze Nacht gepokert und auch ein bisschen Bier getrunken.“
„Glauben Sie, Ihre Zimmerkollegen bezeugen Ihre Aussage?
Alle drei bezeugten es unabhängig voneinander und als Damasch gegen zwei Uhr ins Präsidium zurückkehrte, hatte er einen Verdächtigen weniger.

Den Rest des angebrochenen Nachmittags verbrachte Damasch am Computer, wo er den Fall in allen Einzelheiten eintippte, um ihn später immer und immer wieder durchzulesen. Das war seine erfolgreiche Methode, aber heute schien sie nicht zu funktionieren. Er fand diesmal einfach nichts heraus, so beschloss er, am nächsten Tag weitere Vernehmungen durchzuführen, etwa mit den Besitzern der Legebatterien, die ja trotz der Charakterisierung von Gerhard Kallmair weiterhin verdächtig waren oder mit denen, die sich durch frühere Stories von Rita Müllner an den Pranger gestellt fühlten.
Doch alles sollte ganz anders kommen.











III



Freitag, 5.30 Uhr

Damasch wurde von dem durchdringenden Geräusch seines alten Telefons geweckt, das Läuten drang in seinen Gehörgang und aktivierte seinen Kreislauf.
„Damasch“, knurrte er müde ins Telefon.
„Morgen, Herr Hauptkommissar.“
„Morgen Rabner, was gibt’s?“
„Bitte kommen Sie so schnell wie möglich zum Schloss der Familie Müller, glauben Sie mir, es wird Sie interessieren.“
„Muss aber verdammt wichtig sein, wenn Sie mich deshalb um..“, Damasch sah auf seinen Wecker. “..halb sechs rausschmeißen. Also, was ist los.“
„Die alte Gräfin ist ermordet worden.“
„Ich komme!“
Jetzt war Damasch hellwach. Wenn das stimmte, dann hatte er wahrscheinlich die ganze Zeit in die falsche Richtung ermittelt.
Ganz entgegen seinen Gewohnheiten holte er sich ein kaltes Bier aus dem Kühlschrank und zündete sich einen „Al Capone`s-Sweet-Cigarillo“ an.
Er hoffte, diese MaĂźnahmen wĂĽrden sein Gehirn erfrischen und zum Nachdenken anregen.
Den Dreitagesbart lieĂź er stehen, sprang unter die Dusche und schlĂĽpfte in seine Klamotten.
Zwanzig Minuten nach dem Aufstehen sprang er in seinen Wagen.

Als Damasch vor dem Haus hielt, wurde gerade einer der geschmacklosen, grauen Särge der Gerichtsmedizin herausgetragen.
Inspektor Rabner kam mit Notizblock herausgeeilt und erstattete Damasch einen ausführlichen Bericht: „Morgen, Herr Hauptkommissar, die Tote heißt, wie Sie vielleicht schon wissen, Annette Maria Großherrin von Müllnhof und ist, wie Sie vielleicht auch schon wissen, die Mutter des Mordopfers von Mittwochnacht. Sie wurde durch einen Kopfschuss im Schlafzimmer getötet, wahrscheinlich durch das offene Fenster. Wir haben es ausprobiert, von einem Auto aus wäre es gut möglich gewesen. Der Todeszeitpunkt ist ungefähr 22 Uhr, der Butler hat uns erzählt, dass Madam ungefähr um 21.45 das Badezimmer in Richtung Schlafzimmer verlassen hat. Als der Butler wie immer um fünf Uhr aufstand, wunderte er sich über das Licht im Schlafzimmer der Madam. Er klopfte und als niemand antwortete, trat er ein und fand die Leiche, er hat einen leichten Schock erlitten, ist aber vernehmungsfähig. Ein paar unserer Leute befragen gerade alle Nachbarn.“
„Danke, Rabner. Ich fahre jetzt mal zu einer Tankstelle und kaufe mir was zu essen und vielleicht einen Kaffee. Möchten Sie auch was?“
„Oh ja gerne, wissen Sie, ich bin seit zwei Stunden auf den Beinen.“
Bei der nächsten Tankstelle hatte Damasch sogar das Glück vier warme Leberkäsesemmeln und zwei große Becher Kaffee erstehen zu können. Mit dieser Beute traf er wieder am Tatort ein und teilte das Frühstück brüderlich mit Rabner, der sich gerade mit den Kollegen besprach, die, wie sich herausstellte, alle Nachbarn ohne Erfolg befragt hatten.
Damasch forderte die geschafften Beamten auf, nach Hause zu fahren und sich noch eine Runde Schlaf zu gönnen, ein Geschenk, das die fünf Polizisten gerne annahmen.
Damasch verbrachte den Vormittag damit, den Tatort und die nähere Umgebung genauestens abzusuchen. Ein anstrengendes, aber erfolgloses Unterfangen.

Mittags war Damasch sehr nachdenklich. Es musste doch irgendwo ein kleines Indiz geben. Einen perfekten Mord hatte es noch nicht gegeben.
Am frühen Nachmittag rief die Ballistikabteilung an und teilte Damasch mit, dass Mutter und Tochter mit ein und der selben Waffe erschossen worden seien, außerdem wären die zwei Morde die Arbeit eines Könners mit mindestens einer guten Jagdausbildung gewesen.
Damasch jagte jetzt also einen Mörder, der eine gute Jagdausbildung besaß, ein Motiv hatte, beide Frauen umzubringen, oder von jemandem beauftragt worden war, der eines hatte.
Ein Mitarbeiter teilte Damasch mit, dass der Ehemann der Ermordeten, Ralph-Gerhard Müllner beschlossen habe, sofort aus Saudi-Arabien zurückzukehren, er werde mit seinem Privatjet noch heute Abend um ca. 22 Uhr eintreffen und wünsche, dann sofort mit dem zuständigen Polizeibeamten zu sprechen.
Damasch erklärte sich dazu bereit und überlegte, wie er dem wahrscheinlich gebrochenen Mann seine bisher mäßigen Erfolge bei den Ermittlungen näher bringen konnte.
Er beschloss, noch einmal alle Unterlagen genauestens durchzugehen, besonders das Gespräch mit Annette Maria Großherrin von Müllnhof.
Nachdem er eine Stunde über dem Gesprächsprotokoll, das er anhand seiner Notizen angefertigt hatte, gebrütet hatte, kam ihm die Erleuchtung.
Plötzlich durchzuckte ihn ein Geistesblitz. Er hatte zwei verdächtige Personen total außer Acht gelassen und dabei hatten alle ein Motiv, um sich an Ralph-Gerhard zu rächen. Natürlich war es ein sehr grausamer Weg, die halbe Familie umzubringen, aber man ging sicher, dass der Betroffene auch litt.
Jetzt war Damasch sicher, wer die zwei Morde begangen hatte. Das hieß aber, dass auch eine dritte Person in Lebensgefahr schwebte, Damasch beschloss, sofort Erkundigungen über die Mörder, wie er nun bereits dachte, einzuziehen. Nach etwa zwanzig Minuten hatte er aus Internet und Polizeicomputer alles über Franz und Georg, die beiden Karmann-Söhne, herausgesucht. Er las es intensiv durch, auf der vorletzten Seite wurde er dann fündig. Beide Männer waren leidenschaftliche Jäger und hatten eine gute Jagdausbildung genossen. Der Umgang mit einem Scharfschützengewehr dürfte für beide keine Schwierigkeiten bereitet haben.
Als Damasch dies gelesen hatte, gab er der Oberstaatsanwältin einen ausführlichen Bericht, diese war mit seinem Plan einverstanden und das Sondereinsatzkommando war schon unterwegs zum Walsenberger Stift, um im Fall des Falles die beiden Karmann-Brüder auszuschalten.
Einige Kripo-Beamten legten sich Mönchskutten über und zusammen mit Martin Müllner besprachen sie den Sachverhalt und der junge Mann zeigte sich kooperativ.


IV



Samstag, 00.32 Uhr

Das gesamte Kloster war geräumt worden, die einzigen Mönche, die man noch sehen konnte, waren Kripo-Beamte.
Auch der Mönch in Martin Müllners Zimmer war nicht der echte Martin Müllner.
Damasch selbst lag in der Hecke im Klostergarten und hielt sich mit Kaffee wach. Er hatte das Gespräch mit Ralph-Gerhard Müllner abgesagt.
Neben ihm lagen ein paar Beamte mit Nachtsichtgerät und schwerer Bewaffnung.
Gegen 0.40 Uhr meldete der Wachtposten die Ankunft eines Autos, eines roten Mercedes.
„Das sind sie“, flüsterte Damasch seinen Kollegen zu.
„Wir müssen uns jetzt leise verhalten, bis sie ihre Posten bezogen haben, dann gebe ich mit meinem Sender ein Signal an Rolf, das ist der Mann, der Müllner spielt, dieser lässt sich sofort fallen und wir enttarnen die Gauner mit so vielen Taschenlampen wie möglich. Alles klar, dann absolute Ruhe“, erläuterte der SEK-Einsatzleiter die Situation noch einmal.
Er packte das Richtmikrofon aus, um es später genau in Richtung der Mörder zu halten, über Kopfhörer konnten alle mithören.

Aus der Hecke konnten sie beobachten, wie die beiden Gestalten geduckt auf sie zu liefen und dann zwanzig Meter von ihnen entfernt Posten bezogen. Sie hatten auch einen länglichen Kasten dabei, in dem sich höchstwahrscheinlich das Gewehr befand.
Über Richtmikrofon konnten die Polizisten hören, was gesprochen wurde.
„Der eine noch, dann ist es erledigt.“
„Ja, der alte Müllner wird ziemlich fertig sein, ein cooles Gefühl, hilfst du mir mal schnell, den Schalldämpfer aufzuschrauben?“
Man hörte ein leises Quietschen.
„Mhm, du Idiot, nicht so laut, wer macht’s diesmal?“
„Wir haben ausgemacht, dass du diesmal dran bist, ich hab die alte und die Tochter umgelegt, Georg!
„Ja ja, schon gut, ich mach’s ja. Okay, jetzt halt aber die Klappe, ich muss mich konzentrieren.“
„Und, hast du ihn?“
„Moment… ja ich hab ihn, soll ich’s wirklich tun?“
„Nun mach schon!“

In diesem Moment sendete der Einsatzleiter das Signal an Rolf, den vermeintlichen Martin MĂĽllner und alle Kriminalbeamten einschlieĂźlich Damasch sprangen auf und leuchteten den Ganoven ins Gesicht.
„Verdammt, was ist hier los!“, brüllte der Mann am Gewehr, also Georg.
„Polizei, Sie sind festgenommen!“, ertönte eine blecherne Stimme.
„Wir haben Sie im Visier!“, brüllte Damasch mit der Pistole in der ausgestreckten Hand. „Hände hoch!“
Zögernd erhoben sich die beiden und streckten die Hände über den Kopf.



V


Sonntag, 08.30 Uhr

Noch in der gleichen Nacht hatten die beiden die Morde an Rita Müllner und ihrer Mutter gestanden. Damasch wusste nicht, ob er sich freuen sollte oder nicht. Einerseits hatte er einen dritten Mord verhindert, andererseits hatte erst ein zweiter Mord zur Aufklärung geführt.
Die Oberstaatsanwältin gestattete Damasch, zusammen mit Kallmair, eine Story über den Fall in den „Yellow Star“ zu setzen. Sie sollte die Verkaufszahlen des Blattes um einige hunderttausend Exemplare steigern.
Zwischen Damasch und Kallmair entwickelte sich eine Freundschaft, die leider auf eine nicht besonders schöne Weise entstanden war.

Der Prozess gegen die beiden Karmanns zog sich nur über einen Monat. Alle beide wurden in allen Anklagepunkten für schuldig befunden. Franz Karmann bekam für zweifachen Mord und Anstiftung zum Mord lebenslänglich und Georg Karmann für versuchten Mord und zweifache Anstiftung zum Mord 26 Jahre.
Nach dem Urteil bedankte sich einer ganz besonders bei Damasch: Martin Müllner, der aus dem Kloster ausgetreten war und nun mit seinem Vater ein besseres Leben führen wollte. Vater und Sohn fuhren zur Erholung drei Wochen in die Karibik und Damasch setzte sich zuhause an seinen Tisch, zündete sich einen „Al Capone`s Sweet Cigarillo“ an und schlürfte dazu ein kaltes Bier.

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Viel Spaß beim Lesen! Bitte um viele Rückmeldungen um mich verbessern zu können!

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hallo markfelt,

ich kann dich jetzt hier nicht so stehen lassen, ganz ohne kommentar. das hat dein text auch nicht verdient.
grundsaetzlich ist er meiner meinung nach solide gearbeitet - soviel vorweg. und ich verspreche, ich nehm mir die tage die zeit, ihn genau durchzugehen und meine anmerkungen zu machen. nur nagel mich jetzt nicht auf einen tag fest, im moment geht es bei mir ein bisschen chaotisch zu. werden wohl die ersten auslaeufer des vorweihnachtsstress sein ;-)
es gibt ein paar kleine schnitzer in formulierungen, die einfach uebungssache sind. der plot - gut, nicht neu und nicht so wahnsinnig ueberraschend, aber gut erzaehlt.
ueberhaupt denke ich, je laenger - desto besser bei dir. denn mit jedem absatz, den du dir zeit nimmst, personen zu charakterisieren oder beziehungen zu beschreiben, kommst weiter weg von dem stereotypen, in dem der kurzkrimi ja leider oft verbleibt. mit diesem problem hattest wohl auch zu kaempfen ... einfach ein prob, das sich auf grund des begrenzten platzes ergibt und nicht leicht zu loesen ist.
ich versuch sonst immer alle zu ueberreden, zu kuerzen, dir rate ich das gegenteil

also bis die tage
roni

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Marcus Richter
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Hi markfelt,
irgendwann dachte ich, hey, war das eben nicht Ironie? Der Polizeichef, der irgendwas sagt, wie - und dann decken wir ihr Geheimnis auf, indem alle gleichzeitig ihre Taschenlampen auf sie richten - TATA! Das fand ich gut, da kann man bestimmt weitermachen. Auch sonst scheint mir das ganze eher in Richtung ironische Krimiunterhaltung zu gehen. Diese Klischees der Boulevardreporterin, die adlige Mutter mit Butler, der reiche Vater, das Motiv der Rache. Also das hat alles nicht mal annähernd was mit Realität zu tun. Ich weiß jetzt nicht genau, ob mir das gefällt. Es ist eindeutig nicht mein Fall, aber du hast es gut durchgeschrieben.
Ich bin mir nicht sicher, ob du deinem Stil nicht noch mehr Ironie geben solltest. Diese riesigen, fast unheimlichen Klischees von einer klar in Charaktere eingeteilten Gesellschaft, in der der Kommissar einen Mörder fast schon am Aussehen erkennt - diese Klischees sind mir selbst so unheimlich, daß ich denke, daß man ihnen nur mit brutalster Ironie begegnen kann.
Denn was wäre, wenn unsere Gesellschaft einen ähnlichen Abziehbildhaften Chrakter hätte? UUUUnheimlich!

Jedenfalls verstehst du es, zu unterhalten. Mach weiter so.

Gruss, Marcus
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"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs GrĂĽnbein

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MarkFelt
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Danke fĂĽr das viele Lob! Dieser Krimi ist mein Erstlingswerk und es ist eigentlich eine Hausaufgabe fĂĽr den Deutschunterricht. Ich besuche die vierte Klasse eines Gymnasiums, bin also vierzehn Jahre alt. Viele Krimis und andere Geschichten auf der LL gefallen mir, ich muss aber zugeben, dass die meisten fĂĽr meinen Geschmack ziemlich kurz geraten sind. Trotzdem ist es die beste Literaturseite mit vielen Amateurgeschichten, die ich gut finde.
Ich hoffe noch auf viele weitere Rezensionen zu meinem Erstling.

MarkFelt

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Marcus Richter
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Na dann ran, Mark.
Vierzehn? Na dann lass dich mal von der jetzigen und möglichen Kritik, die folgen wird, nicht einschüchtern. Für deine Vierzehn Jahre hast du schon einen guten Blick fürs Drumherum.

Ach, und Vorsicht bei den Hausaufgaben. Ich hab selbst mal eine Kurzgeschichte als Hausaufgabe abgegeben. Als ich darauf eine Vier und einen strengen Blick meiner Deutschlehrerin erntete, wär ich als Sechzehnjähriger fast daran zerbrochen.
Mit Achtzehn hab ich dann allerdings immer schon die ganze Klasse unterhalten.

Ich hoffe, du schaffst das auch. Nichts ist besser, als ein kleines Publikum, das gewillt ist, sich von einem unterhalten zu lassen.

Viel Erfolg noch,

Gruss Marcus
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Roni
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hallo markfelt,

versprochen ist versprochen. hier also ein ausfuehrlicher kommentar zu deinem krimi. fuer ein erstlingswerk halte ich ihn fuer sehr gelungen und ich attestiere dir viel sorgfalt und fleiss bei deiner arbeit. man sieht, dass du an deinen saetzen gefeilt und gearbeitet hast und es ist dir auch gelungen, tempo und stil durch den gesamten text hindurch beizuhalten.

vorweg eine erklaerung. was ich als ‚stereotyp’ bezeichnet habe und was bei marcus als ironie ankam, bezog sich auf die charakterisierung deiner figuren. am deutlichsten wird das wohl bei der mutter der toten. keine mutter ist ‚nur gut’ oder ‚nur boese’. sicherlich gibt es muetter mit uebersteigertem ehrgeiz fuer ihre kinder, sicher auch solche, die ihre liebeszuwendung an dem bemessen, was das kind leistet. dennoch muss man als autor, und als solchen darfst du dich getrost sehen, aufpassen, dass man nicht in klischees und vorurteile abrutscht.

du schreibst:

"Das Opfer konnte wohl in diesen konservativen Verhältnissen keine schöne Kindheit durchgemacht haben. Alles war so schrecklich kalt und gefühllos. Bestimmt hatte man sie auf ein teures Internat geschickt und sie danach mit einem kleinen Vermögen vor die Tür gesetzt.
Damasch hatte jetzt schon eine Vorstellung ĂĽber die Kindheit der jungen Frau."

das ist z.b. so eine stelle. als ermittler muss damasch eigentlich erst einmal vorurteilslos an die figuren herangehen. an dieser stelle hat die mutter in deiner geschichte noch nicht viel gesagt. dennoch bildet sich damasch aufgrund der umgebung und der begruessung ganz schnell ein bild. ein ziemlich typisches: armes reiches maedchen – boese, kalte mutter.

oder auch:
"... er spendet viel Geld für arme Kinder in den Dritte- Welt Ländern."

auch hier das klischee: reich - aber gut.

sobald solche klischees in einer geschichte auftauchen, gaehnt der leser. denn ab hier wird ihm klar, wie das weitere gespraech verlaufen wird, wie die beziehung zwischen mutter und tochter war, was der vater fuer ein typ ist, etc. verstehst du? du nimmst deiner geschichte damit selbst die spannung und dem leser nimmst du die chance, selbst herauszufinden, was fuer ein mensch denn die mutter/ der vater nun ist. ein paar andeutungen mehr und ein paar kommentare oder einsichten von damasch weniger wuerden das ganze aufpeppen. (z.b. hast du das beim bruder anders hinbekommen. indem du irgendwann einfliessen laesst, er hat mit den mitbruedern gespielt und ein paar bier getrunken, machst du ganz schnell klar, wie es um seinen aufenthalt im kloster bestellt ist.)

es ist aber nicht durchgaengig so. da sind durchaus ansaetze, interessante figuren zu schaffen. so sind dein damasch und auch der ehemalige chef der toten schon leute, die ein profil haben. und – wie ich schon vorher schrieb – leute, die, bei deiner art zu schreiben, sicher noch gewinnen wuerden, wenn du sogar noch ausfuehrlicher schreibst. es ist halt schwierig, wenn man auch die vielen informationen unterbringen muss, die ein krimi ja halt braucht.
zum stichwort informationen: auch hier finde ich, hast du gut gearbeitet. da sind viele verschiedene bereiche, auf die gut und praegnant eingegangen wird. sei es die tierzuechtung, sei es der werdegang des vaters, sei es der fortgang der ermittlungen ueberhaupt.

noch ein paar anmerkungen:
insgesamt haben sich oefter wiederholungen eingeschlichen, vielleicht gehst du den text nochmal daraufhin durch:

" ... hielt Damasch die Hand zum Kuss hin. Der Höflichkeit wegen küsste er ..."
"Sie bedeutete ihm sich niederzusetzen und er setzte sich ..."

dann zuweilen kleine fehler, die auch mir staendig passieren – ein beispiel:

"Im Bericht der Spurensicherung stand eindeutig, dass der Fundort auch der Tatort gewesen sei, auch das war für Damasch keine große Überraschung, jedoch war es ihm ein Rätsel, wie man eine Journalistin, die mit Cleverness ihr Berufsrisiko wettmachte, so leicht an einen Ort locken konnte, wo sich niemand gerne aufhielt, in einen Hinterhof im Rotlichmilieu."

das ‚eindeutig’ ist auch hier wiederholung. steht zwei saetze zuvor. zudem kann ein bericht sicher auch eindeutig sein, aber ich glaube, du meinst eher, dass der fundort eindeutig der tatort ist? und zum dritten stellst du hier eine frage, die dann nirgends mehr beantwortet wird. naemlich, wie die journalistin denn nun an den tatort gelockt wurde.
aber solche dinge sind wirklich reine uebungssache und werden mit jedem mal besser.

so, lass dich von so vielen bemerkungen auf keinen fall frustrieren oder abschrecken.
insgesamt ist es dir gelungen, eine richtige geschichte unterhaltsam zu erzaehlen – das ist mit sicherheit nicht einfach. angesichts deines alters bin ich maechtig beeindruckt. ich hoffe, du versuchst dich noch an vielen krimis und erhaeltst dir dabei den spass daran.

mit lieben gruessen
roni

ps: wie hat eigentlich dein deutschlehrer reagiert?

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