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Leselupe.de > Humor und Satire
Rezept für Elfenwein
Eingestellt am 12. 08. 2019 15:34


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Qayid Aljaysh Juyub
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2019

Werke: 7
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Zunächst sollte der/die/das muntere Hobbyelfe/in/che sich in ein passendes Outfit hinsichtlich des zu vollbringenden Werkes werfen. Das besteht entweder aus einer glänzenden Elbenrüstung nebst güldenem Stirnreif oder –falls derartig hochelbische Utensilien nicht parat sein sollten- aus dem besten Anzug bzw. Kostümche im Fundus. Ebenfalls empfiehlt es sich mit allen verfügbaren Klunkern behängen, die in Ihrer Residenz verfügbar sind; im Zweifelsfall scheuen Sie sich nicht, die Schmuckkästchen aller weiteren Bewohner Ihres Hausstands zu plündern. Zur Ausstattung gehört natürlich auch eine platinblonde –am besten Echthaar!- Perücke, falls nicht im ausreichendem Maße Eigenhaar Ihr Haupt zieren sollte; wir bitten vom Skalpieren besonders schön behaarter Personen abzusehen – das gehört dann doch eher in unser Rezept zur Zubereitung einer ‚Troll-Torte‘. Sind Sie ein armer WichtIn oder ein degenerierter Waldelf reicht als Mindestanforderung ein Paar ‚Elfenohren‘ aus dem Scherzartikelladen oder -als originelle Variante- ‚Schweineöhrchen‘ vom Bäcker, die Sie sich an die eigenen Lauscher binden können – hier möchten wir ebenfalls darauf hinweisen, dass das Abschneiden von passenden Menschen- oder Tierohren ebenfalls nicht zu diesem Rezept (s.o.) passt.
Schreiten wir nun zur Tat! Nehmen Sie eine wertvolle Perle –falls Sie im vorhergehenden Schritt Omas/Mamas/Pappas/PartnerIns Perlenkette umgehängt haben, nehmen Sie doch einfach diese- und zerstoßen Sie diese zu einem feinen Pulver. Rühren Sie das Pulver in circa 1 cl Weißweinessig, danach sollten Sie ggf. einen guten Anwalt anrufen, falls das Ausgangsmaterial nicht wirklich Ihnen gehörte. Versetzen Sie den Perlencocktail mit 2 Teelöffeln Zucker und mischen Sie diesen mit 3 Litern edlem –mindestens 100 Esperanto Dollares pro Flasche sollte es schon kosten- Riesling in einer kostbaren Ming-Vase; also gut Sie Knauser, nehmen Sie meinetwegen ein weniger teures, aber bitte stilvolles, Behältnis. Alternativ dürfen Sie als fieser Dunkelelf, nachdem schon das einzige Schmuckstück Ihrer Großmutter Ihren schändlichen Händen zum Opfer fiel, gerne die Brühe aus dem Discounter verwenden, um heimtückisch Unschuldige oder besagte Oma zu vergiften. Schütten Sie nun 50 ml Rosenöl hinzu und verrühren Sie das Ganze unter dem Rezitieren elbischer Zaubersprüche eine gute halbe Stunde; tanzen Sie dann zum Abschluss des Vorganges Ihren Namen. Zerstoßen Sie nun einige wertvolle Weihrauchkörnchen und fügen Sie diese Ihrem Gemisch hinzu. Sollten sie ein drogenaffiner Waldelf sein, steht es Ihnen natürlich frei, größere Mengen an dann rauscherzeugendem Weihrauch zu verwenden oder diverse ‚Wunderpilze‘, die ordentlich Spaß im Kopf machen, hinzuzufügen. Singen Sie nun weitere elbische Beschwörungsformeln oder meinetwegen alte Volksweisen – kennen Sie nicht, dann grölen Sie doch, was Sie wollen, meinetwegen auch das ‚Schalkelied‘, aber möglichst nicht in Dortmund! Nach circa einer Stunde veredeln wir das liebliche Getränk mit den finalen Indigrenzien: 1 Esslöffel Cayennepfeffer, 2 Teelöffel Muskatnuss, 3 Teelöffel Ingwer und 4 Teelöffel Safran (sollte schon Direktimport sein!). Nach dem schon beschriebenen Gesangsprozedere sollten Sie die Mischung mindestens eine halbe Stunde verrühren. Danach ist es notwendig 113 Minuten -11 ist eine heilige Zahl(?) und dreimal darfst Du raten(!)- über die elfischen Götter und/oder den eigenen Geisteszustand zu meditieren. Sodann füllt der weise Elf das exquisite Getränk in Fässer, die aus edlen Hölzern aussterbender Baumarten gefertigt wurden und lässt den Elbenwein schlappe 150 Jahre ziehen, da er sonst giftig sein dürfte oder man sich zumindest fürchterlich den Magen verdirbt.
Zum krönenden Abschluss zerschlagen wir schließlich die Ming-Vase oder was auch immer, um an die Vergänglichkeit des Daseins zu erinnern; Menschen und Waldelfen dürfen dies natürlich auch aus Zorn machen, da diese wohl zu Zeiten ihres irdischen Daseins in den Genuss des exquisiten Getränks kommen.
Cheerio
JU

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