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Leselupe.de > Kurzprosa
Rhabarber
Eingestellt am 19. 02. 2017 15:13


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Roman
Schriftsteller-Lehrling
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Rhabarber

Rhabarber


In der Nachkriegszeit war das Essen knapp und Mutter war froh, dass ich Rhabarber mochte.
Der Tag ging zur D├Ąmmerung ├╝ber und vom Rosenbeet kam der Abendduft vom Garten dr├╝ben, den Oma vor Jahren mit Geduld und Frohsinn erbaute.
Ich schritt durch die Gartent├╝r und mein Auge fiel auf jene Pflanze die mir im Sinne ward. Majest├Ątisch bestimmten die Auserkorenen ihr kurzes sommerliches Leben in dem sie ihre gro├čen gr├╝nlichbraunen Bl├Ątter sch├╝tzend ├╝ber die nahen Beete ausbreiteten. Leuchtend rot lockten die St├Ąngel, boten sich in geradezu unversch├Ąmter Weise an, baten darum, sie mitzunehmen als wollten sie ihren Platz dem Nachwuchs freimachen. Ein Schritt noch ums Geb├╝sch, so war ich dort. Mit den H├Ąnden musst ich's greifen k├Ânnen. Ich b├╝ckte mich, ein Schnitt mit dem Messer trennten die St├Ąngel von der Wurzel, noch ein Schnitt und noch einer. H├Ârte ich da eben ein Jammern oder Lachen? Drei saftige B├╝schel Rhabarber hielt ich in den H├Ąnden, die eben noch mit den Wurzeln eins waren. Noch einmal blickte ich zu meinen F├╝├čen wo sich jetzt eine kleine Schneise in der satten F├╝lle des Rhabarberbeetes auftat.

Sinnend verlie├č ich den Garten den Oma vor Jahren mit Geduld und Frohsinn erbaute, betrat das nahe gelegen Haus, begab mich in die K├╝che und bat meine Mutter, den Rhabarber so zubereiten wie ich ihn liebte. L├Ąchelnd nahm sie die frischen Stauden entgegen und trennte zuerst die gr├╝nlichbraunen Bl├Ątter von den leuchtend roten St├Ąngeln und wieder ward es mir im inneren, als h├Ârte ich da eben ein Jammern.

Als n├Ąchstes wusch Mutter den Rest des Rhabarbers mit Wasser und zog, ein schaudern regte sich tief in mir, den St├Ąngeln die Haut ab, teilte diese in kleine Teile. Neugierig kaute ich ein kleines St├╝ck und lie├č den Geschmack mir auf der Zunge vergehen. Schon schmolz die Butter in der eisernen Pfanne, eilig r├╝hrten flei├čige H├Ąnde den Rhabarber unter und als die Zeit kam, ein Guss Wasser dazu. Nun noch eine Handvoll Zucker hinzu. Fertig war das leckere Gericht, genau so zubereitet wie ich es liebte.

Der Geruch beim sch├Ąlen und kochen, das s├╝├če und bittere zugleich, stieg mir in die Nase, grub sich ein in meine Sinne. Oft denke ich an Mutter, wenn ich Rhabarber sehe.

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