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Leselupe.de > Kindergeschichten
Rudi Regenwurm
Eingestellt am 08. 09. 2007 22:55


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Marla
Wird mal Schriftsteller
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Rudi, der Regenwurm

Lisa soll mit Papa und Potti spazieren gehen. Wie jeden Mittag. Pitsch, patsch, macht der Regen auf dem Fenstersims. Lisa guckt nach draußen und hat keine Lust. Dicke, graue Wolken hängen am Himmel und es gießt unaufhörlich.“ Heut ist mal wieder Teewetter“ sagt Oma Berta an Tagen wie diesen. Denn da bleibt man am Besten zuhause und trinkt gemütlich ein Tässchen Tee, oder auch zwei und am Besten knabbert man auch ein oder zwei Kekse dazu. Oma Berta ist ziemlich klug, findet Lisa.

„Komm Schnecke, anziehen!“ ruft Papa fröhlich ins Kinderzimmer. „Och neee...“ mault Lisa. „Draußen ist es ganz nass und eklig, können wir nicht lieber drinnen bleiben?“ Papa macht sein freundliches Ich- hab- dich- lieb- aber- wir gehen- trotzdem- raus- Gesicht und Lisa weiß, dass dann kein Betteln und Bitten hilft. Missmutig nimmt sie ihre Regensachen von der Garderobe und zieht sich an. Gaaaanz langsam. Vielleicht hört es ja auf zu regnen, wenn sie sich genügend Zeit lässt? Papa hat sich schon den riesigen schwarzen Regenmantel umgeworfen und den Schlapphut mit der breiten Krempe aufgesetzt. Potti sitzt auch schon an der Haustüre und fiept ungeduldig. Ihm ist das Wetter ganz egal, Hauptsache Papa wirft ihm Stöckchen. Lisa zieht sich im Zeitlupentempo die Regenhose über die Jeans. Potti bellt begeistert und springt wie ein Flummi auf und ab. „Komm Lieschen, ich helf Dir!“ sagt Papa, und ehe es Lisa sich versieht, ist sie regensicher eingepackt.

Draußen ist es noch immer grau und nass. Brummelnd stapft Lisa durch die Pfützen. Pitsch, patsch. Potti rennt im nassen Gras, und seine langen Ohren wehen begeistert hinter ihm her. Hunde sind komisch, denkt Lisa und starrt auf den Boden. Überall kriechen lange braune Würmer über den Weg. Lisa mag Würmer nicht leiden. Geradezu eklig, findet Lisa. Und um ja auf keinen solch glibberigen Gesellen zu treten, muss Lisa ganz schön im Zick- Zack laufen. Papa ist schon längst an dem großen Acker angelangt, und wirft Potti Stöckchen. Er lacht, als ihm der Wind den Hut vom Kopf pustet und offensichtlich stören ihn der Regen und die Würmer kein bisschen.

Lisa zupft an Papas Mantel. „Du Papa,“ sagt sie, „warum sind da überall diese ekeligen Wurmdinger auf dem Weg?“ Papa beugt sich zu Lisa hinunter. „Wurmdinger? Ekelig? Ich seh hier keine ekeligen Wurmdinger! Aber falls du die Regenwürmer meinen solltest, so fände ich es schön, wenn du meinen Freund Rudi nicht beleidigen würdest!.“ Rudi, der Regenwurm? Manchmal ist Papa ziemlich komisch, findet Lisa.

Jetzt zum Beispiel bückt er sich, und hebt etwas vom Boden auf. Dann hält er sich geheimnisvoll die linke Faust an sein Ohr. „Rudi sagt, er ist dir nicht böse, dass du ihn ekliges Wurmding genannt hast. Das tun schließlich die meisten Menschen. Er nennt sie dafür gräuliche Trampelmonster.“ Lisa verzieht das Gesicht, aber ein bisschen neugierig ist sie schon. „Du kannst mit Regenwürmern reden?“ „Klar,“ sagt Papa, „soll ich dir was von Rudi, dem Regenwurm erzählen?“. Lisa nickt eifrig.

„Also“, sagt Papa und wirft Potti noch ein Stöckchen, „eigentlich wohnt Rudi unter der Erde. Dort baut er wunderschöne lange Gänge, indem er sich ganz einfach durch die Erde frisst. Erde ist nämlich die Leibspeise von Rudi. Wenn es allerdings so regnet wie heute, dann werden die Gänge von Rudi und seiner Familie überschwemmt, und dann müssen die Regenwürmer schnell an die Oberfläche kommen, weil sie nämlich nicht schwimmen können und sonst ertrinken würden. Und deswegen kriechen sie jetzt hier über den Weg und warten darauf, dass der Regen aufhört und sie wieder nach Hause können.

„Aha“ sagt Lisa, „deswegen treiben sie sich also hier herum. Aber ich mag sie trotzdem nicht. Sie sehen so schleimig aus.“ Papa hält sich wieder die Faust ans Ohr. Er horcht. Und nickt. „Rudi fragt, ob du gerne Möhren isst?“ „Klar,“ sagt Lisa verwundert. Die knabbert sie wie ein Häschen, findet Mama. „Und Salat? Oder Tomaten? Erdbeeren vielleicht?“ Lisa nickt. Lecker. Mit Mama erntet sie oft im Garten, und die Hälfte verschwindet meist gleich in ihrem Bäuchlein. „Gut, wenn das so ist, dann solltest du auch Regenwürmer mögen.“ „Häh?“ macht Lisa. Sie isst doch keine Würmer. Igitt. Bei dem Gedanken schüttelt sie sich. Papa lächelt sein Du-wirst-schon-sehen- Lächeln.

„Also, weißt du warum in unserem Garten alles so toll wächst?“ „Weil Mama immer Unkraut jätet und gießt?“ Jetzt hat Lisa den Regen ganz vergessen. Potti buddelt ein riesiges Loch und seine Nase ist schon ganz braun. „Neee,“ macht Papa, „nicht nur jedenfalls. Das Gemüse und die Erdbeeren wachsen so fleißig, weil die Erde so gut ist, in der ihre Wurzeln stecken. Und wer macht die so gut?“ Lisa überlegt. Hmmm. Ihr fällt nichts ein.
„Tja, das macht der Rudi. Mit all den anderen Regenwürmern natürlich. Die futtern sich durch die Erde und durch die vielen Gänge wird sie ganz locker und luftig. Und weil sie dann so locker und luftig ist, können da die Pflanzenwurzeln ganz wunderbar wachsen und atmen. Und das Wasser kommt dann auch gut dran, an die Wurzeln. Und wenn eine Pflanze so gesunde Wurzeln hat, und noch dazu von Mama so gut gepflegt wird, dann können wir ganz viel ernten. Tomaten und Erdbeeren zum Beispiel...und wer futtert die dann?“ fragt Papa und piekst Lisa mit dem Zeigefinger in den Bauch. „Ich, ich, ich!“ kichert Lisa und läuft vor Papas Kitzelfingern davon.

„Genau,“ sagt Papa, „und ich auch. Und deswegen ist Rudi, der Regenwurm auch mein Freund. Willst du ihm auch mal guten Tag sagen?“ Behutsam öffnet Papa seine Hand. Lisa späht hinein. Puh, ist das aber ein langer Wurm! Langsam windet er sich auf Papas Hand hin und her. „Kitzelt das?“ fragt Lisa. „Ein bisschen. Willst Du Rudi mal nehmen?“ Lisa streckt tapfer die Hand aus. Wenn er tatsächlich für die leckeren Erdbeeren zuständig ist, ist das doch sehr nett von ihm, denkt sie. Das Würmchen fällt in ihre Hand. Kühl und ein wenig feucht fühlt es sich an. Aber kein bisschen eklig, stellt Lisa erstaunt fest. Sie guckt etwas genauer hin. Der Wurm bewegt sich, und es sieht beinahe so aus, als würde er Lisa zuwinken. „Danke Rudi“ sagt Lisa.

Und dann setzt sie den Wurm behutsam auf die feuchte Erde. Mittlerweile hat es tatsächlich aufgehört zu regnen, und durch ein Wolkenloch lugt sogar ein vorwitziger Sonnenstrahl hervor. „Wir sehen uns im Garten!“ ruft sie Rudi noch nach, und dann rennt sie mit Potti um die Wette, dass es nur so spritzt.

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Marla
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Liebe Hera,
danke für Dein Feedback. Die Struktur habe ich durch Absätze etwas entzerrt. Meintest Du das? Was die Rechtschreibfehler angeht: ich stehe mit der Rechtschreibreform immer noch auf Kriegsfuß, aber ich werde nochmal gegenlesen. Oder meintest Du eher stilistische Fehler?
Liebe Grüße, Marla

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hera
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Liebe Marla,

ja, mit Struktur meine ich Absätze. Aber auch die Dialoge könnte man etwas auflockern.
Ein Beispiel wäre dieser Satz mit zwei Sprechern auf einer Zeile. Hier ist es besser, eine neue Zeile zu beginnen, wenn der Sprecher wechselt.

Und nickt. „Rudi fragt, ob du gerne Möhren isst?“ „Klar,“ sagt Lisa verwundert.

Stilistisch gefällt mir die Geschichte gut. Fehler gibt es in der Rechtschreibung, vor allem bei der Zeichensetzung.

Auch hier Beispiele:
kein Leerzeichen Heut ist mal wieder Teewetter“ Komma sagt Oma Berta an Tagen wie diesen.

„Komm Schnecke, anziehen!“ Komma ruft Papa fröhlich ins Kinderzimmer.

Viele Grüße, hera

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