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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Schnapsokalypse
Eingestellt am 13. 10. 2017 11:01


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klaatu
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Schnapsokalypse

Mach es gut Hirn!
See you later alligator!
Das hier ist die Schnapsokalypse
und alle meine Entchen tanzen mit mir!

Hab Bock auf Besofficken,
doch ich finde meinen Penis nicht...
Also lass uns Einzeller austauschen
und anschlie├čend in die Oper gehen.

Deine N├╝chternheit ekelt mich an...!

Wei├čt Du was?
Ich h├Ątte furchtbar gerne Euter...
Dann w├╝rde ich endlich mal
was Sinnvolles produzieren.

Wo meine Schuhe sind?
Die sind schon mal heimgelaufen!

Dir zuzuh├Âren ist,
als m├╝sste man ganz dringend kacken
und weit und breit ist kein Klo.

Du hast voll die Vogelaugen,
sag doch mal Piep!

Schei├č drauf! Wir bauen uns unsere eigene Sonne!
Wie die da oben - blo├č noch heller!
"Alter, das ist der Mond!"

Pl├Âtzlich spielt mir eine Hand
zwischen den Beinen rum
- ich lasse es geschehen.
Ist ja schlie├člich meine eigene.


Wei├čt Du, an wen Du mich grade erinnerst?
An einen Typen, der mir irgendeinen Schei├č erz├Ąhlt.

Lass uns eine Kneipe kaufen,
dann k├Ânnen wir f├╝r immer zusammenleben!

War ich eigentlich schon immer so?

Wenn wir morgen noch leben,
ist das alles hier nur noch Fake-News.

H├Âr mal, ich muss los...
Dabei w├╝rde ich gern bleiben
und der Welt weiter beim Drehen zusehen.

Schnarch gut! Du auch!

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FunFunFun
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2017

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Der Autor, wohl ein Anh├Ąnger der fr├╝hen lyrischen Warhole-Tradition, r├╝ckt vordergr├╝ndig die Trunkenheit als den Sch├Âpfungsmythos alles Kreativen in den Fokus seiner Weltbetrachtung. In umgangssprachlicher Ausdrucksweise reiht der Autor Gedankenfragmente aneinander, die an die Bewusstseinsstromtechnik erinnern. Dabei werden die Einfl├╝sse auf den Autor in seiner Sprache deutlich. "See you later Alligator" - Phrase der Jugendsprache ab den fr├╝hen 90ern. "Entchen tanzen" - R├╝ckgriff auf Volks- und Kinderliedgut. "Deine N├╝chternheit ... " ebenfalls typisches Element der Jugendsprache der heute Mitt-30er mit der Tendenz zur politisch linken Gesinnung. Ebenfalls deutet darauf "Alter", "kacken" und "Fake-News". Letzterer Begriff versch├Ąrft den Eindruck, dass die Person dem linken Mainstream angeh├Ârt.
Doch betrachten wir nun den Text bzw. die einzelnen Gedankenspr├╝nge (hier in r├Âm. Ziffern bezeichnet)

I Der Autor verabschiedet sich aus der Welt und zieht sich in seine "heile" Kinderwelt zur├╝ck, worauf die Anspielung auf das Kinderlied hindeutet. Vor dem linksgr├╝nen Hintergrund des Autors wird hier v├Âllig klar, der erste Vers symbolisiert den Wunsch aus der chaotischen Welt in die Geborgenheit der Kinderwelt zu entfliehen.

II Der Penis steht nat├╝rlich f├╝r die Weitergabe der Tradition an die n├Ąchste Generation. Der Autor vermag es nicht, aus seinem linken Weltbild auszubrechen und seine Kultur fortzupflanzen. Gleichzeitig wird hier die Kritik am Genderwahnsinn deutlich. Seine Ideologie hat ihn quasi entmannt. Die Oper ist somit pars pro toto f├╝r die konservative Werthaltung, nach der sich der Autor sehnt.

III Hier nun der Widerspruch. Der Autor steht vom Spiegel und beschimpft sich selbst, jetzt erwachen zu m├╝ssen, nicht mehr naiv zu sein, nicht mehr links zu sein.

IV Die Anklage gegen das linke System, welches nur destruktiv wirkt. Der Autor sehnt sich aber danach sch├Âpferisch zu handeln, sei es auch noch so bedeutungsschwach.

V Die Schuhe als Sinnbild des Verlassens deuten an, dass der Autor sich selbst quasi bereits gedanklich vorausgelaufen ist. Interessant, der Autor kehrt heim d.h. er kommt urspr├╝nglich aus einer konservativen Gesinnung und hat sich dann verirrt.

VI Der Autor spricht zu sich selbst. Er ├Ąu├čert ein unbefriedigtes Bed├╝rfnis. Der Vorgang des Def├Ąktierens steht daf├╝r, dass der Autor die schwarz/ braune Masse der linken Ideologie aus seinem K├Ârper sp├╝len m├Âchte.

VII Der Autor blickt in den Spiegel, in seine Augen - er sieht den wilden deutschen Adler doch traut sich nicht, auch nur einen Ton zu sagen, aus Angst vor seiner Umwelt.

IIX Wundersch├Ân beschreibt er hier seine (neue?) Glaubensvorstellung. Er verehrt die Sonne ├╝ber der Welt, die die immer scheint, auch in tiefer Nacht (Anspielung Mond).

IX Der Autor hat sich selbst bei den Eiern. Er ist hin und hergerissen - zwei Seelen k├Ąmpfen in seiner Brust, die helle rechte Seite und die dunkle linke Seite.

X Wieder Selbstzweifel - ein st├Ąndiges auf und ab.

XI Der Autor kann diesen inneren Kampf nur durch Alkohol unterdr├╝cken. F├╝r ihn die einzige M├Âglichkeit die eigene Einheit der Seele zu bewahren.
Schlie├člich "H├Âr mal ich muss los..." fasst er sich ein Herz und erlaubt seiner rechten Gesinnung nach au├čen zu treten. F├╝r seine linken Freunde hat er nur noch ein "schnarcht gut" - also ein "schlaft weiter - ich bin erwacht" ├╝brig. Mit den letzten Worten spricht er den Leser direkt an, auch dieser m├Âge erwachen.

Alles in allem ein strakes Werk zu einem aktuellen Thema. Der Autor ist sozusagen von sich selbst rechtsentr├╝ckt. Er durchlebt den Rechtsruck der Gesellschaft an sich selbst und hat ihn letztlich als gut erkannt, seinen linken Irrweg eingesehen und kehrt nun um. Diese Kartharsis erlebt er wie im Rausch, was den Titel erkl├Ąrt. Ich kann es mir bildlich vorstellen, wie der Autor vor einem Spiegel steht, sich grade eine Glatze geschoren hat und in sein Gesicht blickt. Es ist ein starker innerer Monolog, der an die fr├╝hen Werke eines G├╝nther Grass erinnert.

Zugleich ist das Gedicht ein Weckruf an die Gemeinde und so sollte dieser Autor mit seiner sozialkritischen, pro-nationalen und pro-konservativen Haltung unbedingtes Vorbild sein.

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Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

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quote:
"See you later Alligator" - Phrase der Jugendsprache ab den fr├╝hen 90ern.

nicht doch.
binnengereimter Titel eines Rock-n-roll-Klassikers aus den 50ern.


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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klaatu
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2017

Werke: 205
Kommentare: 344
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Hallo FunFunFun!

Eins muss ich ja sagen: Ich mag es sehr, wenn ich Kommentare bekomme, die kunstvoller sind als der kommentierte Text. Dein Kommentar ist auf jeden Fall so ein Kandidat, zeigt er doch wunderbar, dass die politische Gesinnung beim Analysieren von Texten anscheinend eine gr├Â├čere Bedeutung hat als beim Schreiben... Ich k├Ânnte jetzt auf jeden deiner Punkte eingehen, du hast da ja eine Menge interessanten Bullshit geschrieben, aber mir fehlt die Zeit - und vor allem die Lust dazu.

Und weil das dein erster und bislang einziger Kommentar hier war, habe ich ohnehin eine Vermutung:

Hier klicken



k

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