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Leselupe.de > Horror und Psycho
Stufe Sechs
Eingestellt am 15. 09. 2002 21:23


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Wolfsbane
???
Registriert: Aug 2002

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Eine kleine Geschichte ├╝ber einen Versicherungsvertreter, der f├╝r einen Strukturvertrieb arbeitet und die letzte Stufe erreicht:



"Hallo Onkel Henry!", rief Mathias in den H├Ârer. "Ich bin┬┤s,

dein Neffe Matze! Ja, mich gibt es noch!"

Auf seinem Schreibtisch stand ein kleiner Spiegel. Man mu├čte am

Telefon l├Ącheln, denn nur dann h├Ârte man sich freundlich an.

Mathias l├Ąchelte in den Spiegel und bleckte die Z├Ąhne, bis er

kaum noch sprechen konnte.

"Nein, Onkel Henry, ich habe euch nat├╝rlich nie vergessen! Wie

k├Ânnte ich? Und von was f├╝r einem Streit redest du da?"

Mit grimmiger Befriedigung erinnerte er sich daran, da├č er mal

Henrys ├Ąltestem Sohn, seinem Cousin Ren├ę, die Nase gebrochen

hatte, um von ihm nie wieder "Matze" genannt zu werden. Aber

Gesch├Ąft war Gesch├Ąft und f├╝r eine sch├Âne Provision nannte er

sich sogar selbst "Matze".

"Oh, du hast Krebs? Das tut mir so leid, Onkel, das kannst du

dir garnicht vorstellen!"

Wieder schaute er in seinen Spiegel, um sicherzustellen, da├č er

professionell l├Ąchelte. Manche Leute aus seinem Bekanntenkreis

verd├Ąchtigten ihn mittlerweile, Drogen zu nehmen, aber es war

einfach eine Frage des Trainings.

"Wohnt mein alter Kumpel Ren├ę auch noch bei euch? Ich mu├č dem

mal was ganz Tolles erz├Ąhlen!"

Er verschob den Spiegel und zog das ├Ąhnlich eingerahmte Bild

seines Sportwagens n├Ąher an sich heran. Allm├Ąhlich war wieder

eine gro├če Inspektion f├Ąllig- die kostete mehr, als er einst

f├╝r seinen ersten eigenen kleinen Wagen bezahlt hatte.

"Hallo Ren├ę! Hier ist Matze! Tut mir leid, da├č ich dich beim

Abendessen st├Âre! Sagmal, bist du etwa erk├Ąltet? Du n├Ąselst

irgendwie ein bischen..."

Wieder l├Ąchelte er in den Spiegel. Nachdenklich betrachtete er

seine Z├Ąhne. Ein guter Verk├Ąufer mu├čte gut aussehen.Wenn man

bei einem Kunden war und viele Stunden auf ihn einredete, sah

der einem andauernd auf die Z├Ąhne.W├Ąhrend er ├╝ber Jacketkronen

nachdachte, verga├č er beinahe sein Gespr├Ąch mit Ren├ę.

"Aber nat├╝rlich bin ich noch dran, Ren├ę! Du sagtest, deine

Nase ist schief? Du hast Probleme mit der Nasenscheidewand? Ja,

da siehst du, da├č ich genau zugeh├Ârt habe!"

Mathias verdrehte die Augen.

"Was, ich soll das gewesen sein? Daran kann ich mich aber nicht

erinnern, Ren├ę, tut mir leid.In meiner Erinnerung sind wir bei

euch auf einen Baum geklettert und du bist runtergefallen, was

ja noch viel schlimmer war... Du bist eben ein Pechvogel!"

Mathias schaute in den Spiegel. Ja, das obligatorische Grinsen

war jetzt da; fetter h├Ątte es kaum sein k├Ânnen.Verkaufen machte

Spa├č, genau wie es die Dozenten auf den Seminaren immer wieder

predigten...

Jemand klopfte ihm auf die Schulter. Erschrocken wandte er sich

um. Hinter ihm stand M├╝ller und deutete wiedermal auf seine

Armbanduhr.

"Pa├č auf, Ren├ę, ich bin demn├Ąchst in eurer Ecke auf Durchreise,

verstehst du? Wenn du also mal ├╝ber die alten Zeiten reden

willst... Wie, was ich im Moment beruflich mache... Nat├╝rlich

arbeite ich... Ja, als Manager im Multi-Marketing-Breich... Ja,

das erz├Ąhle ich dir dann alles... Wie es meinen Eltern geht?

H├Ârmal, keine Ahnung, aber wenn es dich interessiert, kann ich

es ja in Erfahrung bringen, kein Problem... Ja, sicher!"

Mathias h├Ârte noch eine Weile zu, verabschiedete sich dann und

legte auf. H├Ąndereibend sah er wieder M├╝ller an.

M├╝ller starrte auf Mathias herunter. Mit der Rechten zupfte er

nerv├Âs an seinem dunklen Schnauzbart. Schlie├člich knurrte er

laut: "Das hat wieder viel zu lange gedauert!"

Mathias zog unwillk├╝rlich den Kopf ein. "Ich habe es so schnell

gemacht, wie es mir nur m├Âglich war..."

"Bl├Âdsinn!", rief M├╝ller laut.

"Erst war doch mein Onkel dran. Der ist schon zu alt f├╝r eine

kapitalbildende..."

"Ich wei├č, was wir verkaufen!", unterbrach ihn M├╝ller.

"Ich wollte ja nur sagen..." Instinktiv hob Mathias in diesem

Augenblick die Hand, um sich die Stirn abzuwischen. Er stoppte

die Bewegung, als ihm der Gedanke kam, da├č M├╝ller dadurch erst

recht seinen Schwei├čausbruch bemerkte.

"Ich wollte ja nur sagen, da├č...", begann er wieder, "... mein

Onkel nicht mehr der J├╝ngste ist und..."

"Jaja!", knurrte M├╝ller, "das sagtest du schon! Er ist alt, na

und? Dann rede eben lauter, wenn du ihm auftr├Ągst, seinen Sohn

ans Telefon zu holen, aber quatsche nicht um den hei├čen Brei

herum. Bei dem Sohn selbst hast du dann schon wieder denselben

Fehler gemacht... Du mu├čt endlich lernen, jedesmal flott zur

Sache zu kommen!"

"Aber..." Mathias zupfte an seinem Krawattenknoten herum, der

ihm zu eng geworden war. "... das war doch mein Onkel und mein

Cousin und..."

"...und weil das so ist, darfst du sie auch einfach anrufen und

um einen Termin bitten, ohne da├č das verbotene Telefonwerbung

w├Ąre. Nur darum geht es, kapiert? Du darfst hier telefonieren,

aber du sollst keine Privatgespr├Ąche f├╝hren!"

Mathias sah ein, da├č es ihm nichts Gutes einbrachte, mit M├╝ller

zu diskutieren und sagte einfach nur noch ergeben "Ja."

M├╝ller steckte eine Hand in die Hosentasche und holte mit der

anderen weit aus, um schlie├člich auf den Kalender zu zeigen.

"Wir haben nur noch eine Woche!", mahnte M├╝ller. "Bis dahin mu├č

ich meine 30.000 Einheiten zusammenkriegen, sonst schaffe ich

es wieder nicht in Stufe 4. Ich will endlich ein richtig gro├čes

B├╝ro haben und ich will auch, da├č die Vertriebsgesellschaft die

Telefonkosten tr├Ągt. Das alles bezahlen die aber erst ab Stufe

4, wie du ja wohl auch schon seit dem Grundseminar wei├čt. Und

vor allem will ich schlie├člich auch irgendwann Stufe 6 packen,

klar? Erst bei Stufe 6 hat man es wirklich geschafft. G├Ânnst du

mir das etwa nicht?"

"Doch", beteuerte Mathias.

"Dann hau rein!", schimpfte M├╝ller. "Bring endlich Leistung!

Das ist hier kein Zwischenlager f├╝r Pensionsberechtigte! Du

verdienst hier nur, wenn du Versicherungen verkaufst. Erst ab

Stufe 6 gibt es ein Grundgehalt. Also hau rein, oder hast du

etwa schon deine erste Million zusammen?"

"Nein.. Ich meine, ja... Äh..."

"Was? Ich verstehe kein Wort! Bist du auf Drogen? Rei├č dich mal

zusammen, sonst kannst du demn├Ąchst wieder bei dir zuhause vom

Privatanschlu├č aus telefonieren, genau wie deine Neger! Leben

die eigentlich noch? Die haben ja auch schon ewig lange nichts

mehr erwirtschaftet!"

Mathias sah zu Boden. "Denen werde ich Dampf machen!"

"Das hoffe ich!", br├╝llte M├╝ller. "Sonst mache ich dir n├Ąmlich

Dampf! Aber richtig!"

***


"Willst du einen mittrinken?" Die junge Frau strich sich das

lange str├Ąhnige Haar aus der Stirn und griff demonstrativ nach

der halbvollen Cognac-Flasche.

Sie sa├čen an einem kleinen blanken K├╝chentisch, auf dem Cognac,

zwei Gl├Ąser, ein kleiner Spiegel und ein Telefon standen.

Mathias sch├╝ttelte angewidert den Kopf.

"Red keinen Mist, ich bin mit dem Auto hier. Au├čerdem haben wir

nichts zu feiern, oder? Du bringst es nicht mehr! Telefonierst

du ├╝berhahupt noch? Das Telefon ist unser Arbeitsmittel Nummer

eins, oder?"

Sie nickte. "Ich telefoniere pausenlos."

Sie go├č sich Cognac in ein ehemaliges Senfglas und sch├╝ttete

den Inhalt begierig herunter.

"Du meinst wohl, du trinkst pausenlos!", h├Âhnte Mathias.

Sie wischte sich mit einer fahrigen Bewegung den Mund ab. "Das

geh├Ârt beides zusammen", murmelte sie kaum verst├Ąndlich. "Ich

habe fr├╝her nie Alkohol angefa├čt, nicht mal zum Abl├Âschen vom

Braten."

"Das hast du aber reiflich nachgeholt, du Schlampe!"

Er sah sich um. Auf der Kochnische stapelte sich schmutziges

Geschirr. ├ťberall lagen Anziehsachen und Schuhe unordentlich

herum.

Sie reagierte, indem sie noch ein Glas Cognac zu ihrem Mund

f├╝hrte.

"Du ekelst mich an", sagte er und wischte l├Ąssig ein imagin├Ąres

Schmutzpartikel von der Jacke seines teuren Anzugs.

Sie sch├╝rzte die Lippen. "Du hast mich doch zu dem gemacht, was

ich jetzt bin. Ich war in dich verliebt und meine Urteilsf├Ąhig-

keit davon eingeschr├Ąnkt- das hast du ausgenutzt, um mir eine

viel zu teure Versicherung aufzuschwatzen und so eine fette

Provision zu verdienen. Als meine Blindheit anhielt, gingst du

noch weiter und warbst mich an, selber euer Zeug zu verkaufen.

Ich mu├čte dir die Namen von allen Leuten aufschreiben, die ich

ich kannte. Ich mu├čte alle anrufen. Ich mu├čte Ex-Freunden einen

Sinneswandel vorspielen, alten Verehrern neue Hoffnungen machen

und bei fiesen Verwandten schleimen. Ich mu├čte meine Wohnung zu

eurem B├╝ro machen. Um mir zu zeigen, wie man am Telefon Termine

macht, hast du auch deine eigenen potentiellen Kunden von hier

aus angerufen. Deinetwegen habe ich riesige Telefonrechnungen

bekommen, und viel zu viel Geld f├╝r Klamotten ausgegeben.Wenn

wir bei einem Termin nichts verkauften, schimpftest Du, da├č ich

da├č ich nicht gut genug argumentieren kann, garnicht wirklich

erfolgreich sein will und zu h├Ą├člich bin..."

Mathias sah auf seine Armbanduhr. Wenn er in den n├Ąchsten Tagen

noch 2000 Einheiten schrieb, w├╝rde er von der Gesellschaft eine

Sonderanfertigung bekommen. Er versuchte sich allein darauf zu

konzentireren und sagte unbeeindruckt: "Aber auf die Idee mit

dem Cognac-Trinken bist du doch wohl selber gekommen, oder?"

Sie sch├╝ttelte den Kopf. "Nein, das stimmt nicht! Erinnerst du

dich nicht mehr an das Grundseminar? Da brachte man uns bei,

da├č man beim Telefonieren immer l├Ącheln mu├č... egal wie es dir

gerade geht..."

"Daf├╝r sollst du ja in den Spiegel gucken, um das n├Ąmlich zu

kontrollieren", unterbrach sie Mathias.

"Ja sicher", sagte sie. "Und uns hat der Dozent auch noch den

Tip gegeben, uns erstmal ein Gl├Ąschen Cognac zu genehmigen,

falls es mit dem L├Ącheln nicht sofort klappt."

"Bl├Âdsinn", sagte Mathias hart. "Man mu├č nur in den Spiegel

sehen!"

"Uns hat der Dozent aber auch gesagt, wir sollten ruhig erstmal

einen trinken", beharrte sie mit br├╝chiger Stimme. "Umso ├Âfter

ich Leute angerufen habe, um ihnen zu erz├Ąhlen, da├č ich einen

neuen Job habe und ihnen zeigen will, wie man aus einer Mark

f├╝nf Mark macht, desto sch├Ąbiger und verlogener kam ich mir

vor. Wenn ich wiedermal am Telefon mit jemandem flirtete, den

ich eigentlich zum Kotzen fand, f├╝hlte ich mich manchmal wie

eine Hure. Irgendwann konnte ich nur noch in den Spiegel sehen

und l├Ącheln, wenn ich vier oder f├╝nf Congnac getrunken hatte."

Mathias g├Ąhnte und fragte schlie├člich: "Sagmal, tischt du den

Kunden am Telefon auch so ein depressives bl├Âdes Geseier auf?

Dann ist es ja kein Wunder, da├č du keine Termine mehr zustande

kriegst!"

Sie weinte. Er empfand kein Mitleid, sondern ganz im Gegenteil

eine gewisse Erregung, denn wenn ihr Selbstbewu├čtsein so sehr

daniederlag, konnte er sie zu sexuellen Praktiken ├╝berreden,

die sie normalerweise strikt ablehnte. Mittlerweile reizte ihr

Aussehen ihn aber l├Ąngst nicht mehr so sehr wie fr├╝her. Ihm

fiel auch wieder ein, da├č er gleich bei Ren├ę aufkreuzen und ihm

m├Âglichst viel Geld aus dem Kreuz leiern mu├čte. Geld zu machen

fand er mittlerweile geiler als Sex selbst mit der sch├Ânsten

Frau. Wenn man genug Geld hatte, konnte man sich eine ganze

Menge Frauen kaufen und eine gekaufte Frau konnte man, wenn sie

zu langweilen oder zu nerven begann, auch ohne Probleme sofort

wieder loswerden, weshalb Mathias es als bewiesen ansah, da├č

man besser Geld als die Liebe von irgendwem besa├č.

"Ich tu doch alles was du willst", klagte sie schluchzend.

"Was ist mit deinen Arbeitskollegen?", fragte er. "Hast du die

schon alle durch? Kommen da keine neuen mehr nach? Habt ihr in

eurer Firma keinen Wechsel? Was ist mit der B├╝ro-Lesbe, von der

du sagst, da├č die immer ganz wuschig wird, wenn sie dich mal im

im Mini-Rock sieht? Vielleicht solltest du dir mal einen noch

k├╝rzeren oder noch engeren Rock anschaffen, h├Ą?"

"Du behandelst mich wie eine Hure", jammerte sie.

"Nee, garnicht", h├Âhnte er, "oder schlage ich dich etwa? Meinst

du wirklich, ein Zuh├Ąlter h├Ątte soviel Engelsgeduld wie ich? So

wie du jetzt aussiehst, d├╝rftest du doch im Puff auch nur die

Klos saubermachen!"

Sie weinte erneut und diesmal heftiger. Als er das h├Ârte, ging

sein Atem schwerer. Er bekam richtig Lust, sie sich doch noch

einmal so richtig vorzunehmen. Allein der Gedanke, da├č er bei

Ren├ę gleich wieder richtig zuschlagen w├╝rde, hielt ihn davon

ab, sie erneut zur Sklavin seiner Triebe zu machen.Schlie├člich

stand er ruckartig auf.

"Ach, mit dir hat es sowieso keinen Zweck mehr!", rief er. "Du

hast nichts von alledem verstanden, was man uns auf exquisiten

Seminaren gelehrt hat. Mit dir verschwendet man seine Zeit! Du

machst nichts als Fehler und obendrein sind bei dir immer nur

die anderen Schuld. Das ist billig. Jeder ist seines eigenen

Gl├╝ckes Schmied, soviel gebe ich dir jetzt zum Schlu├č noch mit

auf deinen eigenen Weg. Dar├╝ber kannst du nachdenken, wenn ich

weg bin!"

Als er zur Wohnungst├╝r ging, st├╝rzte sie ihm nach und hielt ihn

fest. "Nein, warte! Geh nicht! Du bist doch alles, was ich noch

habe! Ich tu doch alles was du willst!"

Ihn ├╝berkam ein Gef├╝hl der St├Ąrke. Seine Angst, M├╝ller k├Ânnte

ihn fallen lassen, erschien ihm im Vergleich zur Verzweiflung

dieses M├Ądchens absolut unbedeutend. Er sch├Âpfte aus dieser

Situation die Gewi├čheit, da├č er immer noch ein Gewinnertyp war.

"Was kannst du schon tun!", h├Âhnte er und stie├č sie ein bischen

fester als n├Âtig fort. Sie stolperte und fiel zu Boden. Sofort

klammerte sie sich wieder an ihn, diesmal an seine Beine.

"Alles!", kreischte sie mit sich ├╝berschlagender Stimme, "alles

kann ich tun! Wei├čt du denn nicht mehr, wie ich dir fr├╝her...

Atemlosigkeit und Panik lie├čen sie stocken.

Er griff sie an den Haaren. "Wird das eine lange Arie?"

Sie sagte: "Wei├čt du noch, wie ich dir fr├╝her oft...Vergn├╝gen

bereitet habe?"

Er lachte. "Das ist erb├Ąrmlich! F├╝hrst du dich vor Kunden etwa

auch so auf? Die m├╝ssen ja denken, da├č wir den ... allerletzten

Dreck... verkaufen!"

***


Im Fahrstuhl traf er Herrn Schmidt von der Hausverwaltung, der

ihn pr├╝fend ansah und schlie├člich fragte: "Waren sie nicht der

Freund dieser kleinen blonden Single-Frau aus Appartment 413?

Der scheint es in letzter Zeit sehr schlecht zu gehen!"

Mathias blickte dem Mann in die Augen. Auf Seminaren, bei denen

er inzwischen selbst als Dozent auftrat, br├╝stete er sich stets

damit, da├č er jedem stundenlang in die Augen sehen konnte. Wie

so vieles im Leben war auch das nur eine Frage des Trainings.

Erfolgreiche Betr├╝ger starrten jeden ehrlichen Menschen in

Grund und Boden.

"Da haben sie recht", antwortete Mathias. Da die Grundregel der

erfolgreichen Redekunst darin bestand, dem Gespr├Ąchspartner zu

Anfang immer zuzustimmen, setzte er sogar noch einen drauf: "Da

haben sie sogar gleich zweimal recht. Ich war ihr Freund, bin

es also nicht mehr, und ihr geht es wirklich schlecht. Aber so

ist das Leben eben. Fressen oder gefressen werden. Die Starken

werden immer st├Ąrker und die Schwachen sind das Futter. Das war

immer so. Das ist ein Naturgesetz."

"Das h├Ârt sich aber nicht sehr christlich an", sagte Schmidt.

"Ich glaube nicht an Gott", gestand Mathias.

Schmidt hob fragend die Augenbrauen.

"Glauben sie denn an Liebe? Daran, da├č sie mal die Frau ihres

Lebens kennenlernen, mit ihr eine Familie gr├╝nden und gl├╝cklich

sein k├Ânnen? Um das an ihre Kinder weiterzugeben?"

"Wenn man nur genug Geld hat, kann man sich irgendein h├╝bsches

kleines Luder kaufen und sie wird einen daf├╝r lieben, da├č man

sie aus der Armut geholt hat. Die wird auch nie bezweifeln, wer

das Sagen hat, egal was man mit ihr macht."

Schmidt nickte nur. "Ihre ehemalige Freundin hat mich neulich

angerufen. Sie wollte mit mir ├╝ber Geldanlagen reden. Da sie

aber seit drei Monaten keine Miete mehr zahlen kann, halte

ich sie f├╝r keine gute Ratgeberin in Geldangelegenheiten."

Mathias atmete schneller. "Was sie dar├╝ber wei├č, hat sie alles

bei mir aufgeschnappt. Machen wir beide doch einen Termin- aber

erz├Ąhlen sie ihr lieber nichts davon..." Er stutzte. "Wie lange

dauert es eigentlich, bis der Fahrstuhl unten ist?"

"Schon da", rief Schmidt. Er ri├č seine Maske ab. Auf seiner

knallroten Stirn erschienen zwei H├Ârner. "Willkommen!" Durch

die sich ├Âffnende Fahrstuhlt├╝r bekamen sie einen freien Blick

auf die H├Âlle.

Mathias weinte vor Angst, als er das Wehklagen h├Ârte. "Das mu├č

ein Irrtum sein! Wie kann ich hier wieder raus?"

"Das ist kein Irrtum", sagte der Teufel, "Du hast alle Fragen

richtig beantwortet und die Qualen der H├Âlle verdient! Aber du

kannst dich hocharbeiten, indem du sechs andere Menschen in die

H├Âlle lockst und diese sechs wiederum jeweils sechs zu uns

bringen, von denen wiederum jeder sechs hierhin bringt..."

"Ihr kopiert das Schneeball-System, nach dem auch unsere Firma

arbeitet?", rief Mathias und kr├╝mmte sich gleich anschlie├čend

vor Schmerzen, w├Ąhrend der Teufel kreischte:"Wer kopiert hier

wen? Das ist mein System und du bist schon lange mein Sch├╝ler!"

Endlich kapierte Mathias, da├č er schon in Stufe 6 und von der

Firma bereits fest eingestellt war. K├╝ndigung unm├Âglich.


ENDE

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Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

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hi wolf,

mit dem zeilenumbruch stimmt was nicht, so ist es ziemlich unangenehm die geschichte zu lesen.
werde mir die geschichte runterladen und lesen und dir morgen ein kommentar liefern.

lieben gru├č
rene├ę

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Wolfsbane
???
Registriert: Aug 2002

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Stimmt

Ja, der Zeilenumbruch ist M├╝ll.
Ich verstehe das nicht.
Sonst habe ich immer einfach die Geschichte geschrieben und ├╝ber das Clipboard ins Fenster kopiert- fertig.


Diese Story hatte ich urspr├╝nglich nicht f├╝r eine Online-Ver├Âffentlichung geschrieben, sondern um sie auszudrucken und in Papierform zu versenden. (Sie wurde auch gedruckt und brachte mir 150 Mark ein.) Dabei hielt ich mich damals an die ├╝bliche Form:

30 Zeilen pro Seite
60 Anschl├Ąge pro Zeile
doppelter Zeilenabstand

Ist ja grauenhaft, was jetzt rauskommt, wenn man das dann wie gewohnt ├╝ber dier Zwischenablage kopiert...


Ich bin gespannt auf deinen Kommentar...



├ťbrigens finde ich Tr├Ąger von Pentagrammen u.├Ą. nicht so teuflisch wie manche Tr├Ąger von Schlipsen...

DAS sollte die Story ungef├Ąhr aussagen...


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Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 17
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Hallo Wolf,

ich habe nun die Geschichte gelesen.
Sie ist ok, an manchen Stellen sind durch den Zeilenumbruch Fromfehler vorhanden.
Was mir aufgefallen ist, sind die vielen Du-Botschaften der beteiligten Personen, massenhafte Demotivation und mangelde Professionalit├Ąt seitens M├╝llers.
In einem Strukturbetrieb wird durch ├ťberzeugung und Massenmotivation die VM + VB (Vertrauensmann + Vertrauensberater) zum Erfolg gef├╝hrt. In den Seminaren d├╝rfen keine Dozenten sondern Referenten auftreten.
Ein guter, erfolgreicher und idealistischer Direktionsleiter hat ein ausgearbeitete Telemarketingkonzept und leitet seine Seminare selbst.
Die Anspielung mit der Kalt-Aquise fand ich gut, es ist in der Tat gesetzlich untersagt und beim Erstkontakt d├╝rfen auch keine Termin f├╝r einen Hausbesuch gemacht werden.
Die Kommunikationf├Ąhigkeit von deinem Protagonisten fand ich rethorisch nicht ausgereift. Ein paar Floskeln der Branche w├Ąre klasse gewesen.
Die ganze Geschichte finde ich erweiterbar, mach mehr daraus.
Und eines ist mir noch aufgefallen. Der ├ťbergang zum neuen Thema (Teufel/H├Âlle) ist viel zu schnell. Dann das pl├Âtzliche weinen des Agenten ist unglaubw├╝rdig. Mehr Atmosph├Ąre w├Ąre bestimmt von Vorteil.

liebe Gr├╝├če
Rene├Ę


PS.: Schlipstr├Ąger k├Ânnen nur so gut sein, wie ihre Meister sie machten. Und in manchen F├Ąllen kann der Meister ein Pentagram tragen *zwinker*.
Jeder hat andere Anspr├╝che an das Thema.

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Wolfsbane
???
Registriert: Aug 2002

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TNX

Hallo Rene├ę,


vielen Dank f├╝r die ausf├╝hrliche Betrachtung meiner Story.

Du hast Recht damit, da├č man einiges genauer und umfassender schildern m├╝├čte.

Ich habe die Geschichte damals f├╝r die Rubrik "Leserstory" o.├Ą. einer BASTEI-Heftreihe verfa├čt. F├╝r den Umfang der Manuskripte gab es dort ein festes Limit. Darum mu├čte ich an vielen Stellen k├╝rzen.

Die Story gliedert sich wie meine zur gleichen Zeit f├╝r den "Perry Rhodan-Contest" entstandenen Beitr├Ąge in drei Teile.
Alle bauen aufeinander auf.
Im Prinzip habe ich die Geschichte von hinten nach vorn aufgebaut. Zuerst hatte ich nur die Idee, einen Strucki in der H├Âlle landen zu lassen. Letzteres sollte nur die Pointe sein. Um diese Pointe zu rechfertigen und den Leser dabei eine gewisse Befriedigung empfinden zu lassen, mu├čte ich den Strucki richtig fies sein lassen. Um das wiederum glaubw├╝rdig zu machen, mu├čte ich zuerst vorf├╝hren, unter welchem Druck er selbst steht bzw. wo der Druck herkommt, den er an die arme, arme Frau weitergibt...
So eine Geschichte kann kein Seminar f├╝r Struckis ersetzen. Das war auch nicht meine Absicht. Ich wollte den Strucki auch nicht (rhetorisch) korrekt arbeiten lassen, denn sonst w├Ąre er dem Leser zu sympathisch geworden und das h├Ątte der Pointe die Wirkung genommen.

Was h├Ąlst Du denn von MEINER Rhetorik?
Denn eine Geschichte aufzubauen, ist schlie├člich nichts anderes. Als ich noch Literaturwissenschaft studierte, wurde es uns jedenfalls so erkl├Ąrt.

Wenn Du sagst, man k├Ânnte "MEHR" aus der Geschichte machen- meinst Du dann QUALITATIV oder (in Richtung Roman) QUANTITATIV?



Gru├č

Wolfsbane

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