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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Tanz
Eingestellt am 09. 08. 2005 21:26


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AdamSmith
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2004

Werke: 4
Kommentare: 9
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Ich stehe auf der Tanzfläche eines Club. Es ist so zwischen drei und vier Uhr Morgens. Rushhour. Ich bin nicht betrunken. Getränke und Zigaretten. Mädchen mit marginalen Oberteilen und engen Hosen. Jungs mit Gel in den asymmetrisch geschnittenen Haaren. Die Sinne sind überreizt. Man riecht nichts mehr. Das Durcheinander aus Zigarettenrauch, Parfums, Aftershaves, Schweiß, Materialgeruch, Dunst des Alkohols und Gerüchen der Straße vermischt sich in einem Maße, dass es nach gar nichts mehr riecht. Lichter. Von den verschiedensten Seiten in den unterschiedlichsten Farben.

Die Musik ist eine Sache für sich. Die meiste Zeit läuft House. Aber gerade hat der Plattenaufleger sich entschlossen, der Ankündigung „The finest in House and Soul“ dadurch gerecht zu werden, dass er drei R&B-Stücke hintereinander spielt. Jedes der Lieder ist so alt, dass jeder sie kennt. Die Tanzfläche füllte sich in Sekunden. Enge. Hitze.

Er tanzt mit ihr. Sie steht vor ihm. Sehr dicht an ihm. Die Musik ist eher langsam. Der Tanzstiel nicht akrobatisch – ruhiger. Sie sieht gut aus – nicht perfekt. Keine klassische Schönheit. Gut. Er wie gewollt und nicht gekonnt. Ein bisschen unpassend, einen Hauch overdressed, ein wenig zu unentspannt. Die Ausstrahlung der beiden drückt mir buchstäblich den Hals zu. Es ist nichts, was man wahrnehmen kann. Um sie bildet sich kein Kreis. Das Auftreten ist nicht spektakulär. Sie tanzen noch nicht einmal synchron. Es ist aufreizend. Es sind nur Andeutungen. Vermutungen. Sind die beiden zusammen? Nein. Eher nicht. Sie drückt sich gegen sein Becken. Er bewegt sich passend. Seine Hände berühren ihre Hüften, ihre Seite. Ihre Oberschenkel. Ihren Bauch. Er hält sich nirgendwo lange auf. Es ist diese Art von Berührung, bei der man sich nicht ganz sicher ist, dass sie stattgefunden hat. Es ist Sex. Nicht mehr. Nicht weniger. Nichts anderes. Und versteckt. Andeutungen. Vermutungen. Dann kommt der Bruch. Die Musik wechselt. Alles ist zu Ende. Nichts jemals passiert. Ich schlucke. Das Offenbarte habe ich gesehen. Den Rest gespürt – wie es jeder gespürt hat, der zugesehen hat.

Das Gesehene wäre weit weniger unangenehm, wenn er nicht mein bester Freund wäre und sie, die, die ich schon immer liebe, seid ich denken kann.

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