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Leselupe.de > Kindergeschichten
Tino und der Regenzauber
Eingestellt am 31. 03. 2009 21:16


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Liris
AutorenanwÀrter
Registriert: Mar 2009

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Diese kleine Geschichte ist fĂŒr Kinder ab 6 Jahren gedacht:

Tino und der Regenzauber


Der Zwergenjunge Tino saß friedlich auf der BlĂŒte eines GĂ€nseblĂŒmchens und genoss die Sonne. Er hatte sich ein hĂŒbsches PlĂ€tzchen etwas abseits vom Zwergendorf gesucht, um seine Ruhe zu haben
Tino war ein kleiner Zwerg, sogar sehr klein. Fast schon winzig. Die anderen Zwergenkinder des Dorfes machten sich einen Spaß daraus, ihn deswegen zu Ă€rgern.
Gerade jetzt kamen sie auch schon wieder auf ihren zahmen Singvögeln angeritten. Sie flogen in waghalsigen SturzflĂŒgen um ihn herum. „Tino, Tino, Minizwerg!“ riefen sie und lachten dabei. Der lange Mario, ihr AnfĂŒhrer, war dabei der Wildeste. Die freche Meute flog noch ein paar Runden, dann verschwanden sie endlich in Richtung Wald. ZurĂŒck blieb ein sehr wĂŒtender Tino.

Leise vor sich hinschimpfend sattelte er Amalie, seine Stubenfliege, und flog nach Hause.
Aber dort war niemand. Kein Essen stand auf dem Herd, alles war verriegelt. Ach ja! Nun fiel es ihm wieder ein! Heute war ja großer Zwergenmarkt auf der Waldlichtung! Die Mutter und die Geschwister waren sicher dorthin gegangen.
Der Markt war nur einmal im Monat. Dort gab es außer den VerkaufsstĂ€nden natĂŒrlich auch viele leckere Dinge zum Essen. Und man traf Freunde und Bekannte aus den Nachbardörfern. Das war wie ein kleines Fest fĂŒr die Zwerge des Waldes.
Tino machte sich mit Amalie auf den Weg dorthin. Die anderen Kinder des Dorfes waren natĂŒrlich auch schon da. Ihre zahmen Vögel saßen in den BĂ€umen. Keiner beachtete den kleinen Zwerg, der auf seiner Fliege angeritten kam und etwas abseits von dem bunten Treiben landete. Tino tauchte in das Marktgewimmel ein und Amalie flog am ZĂŒgel hinter ihm her.
An den Buden und StĂ€nden gab es vieles zu entdecken. Vogelsattler, Kesselflicker und Messerschleifer, Schuhmacher und HemdnĂ€her, Holzschnitzer und Schmiede – allen konnte man bei ihrer Arbeit zusehen.
Mitten im dichtesten GedrĂ€nge traf Tino auf seine Mutter, die gerade heftig mit einem MĂŒtzennĂ€her feilschte.
„ZwergenmĂŒtzen ,Kappen und Tarnkappen“
stand auf dem Schild ĂŒber dem Verkaufstisch. Tino sah sich alles genau an, wĂ€hrend er wartete bis seine Mutter mit dem Handel fertig war. Als sie endlich sieben neue knallrote ZipfelmĂŒtzen in der Hand hielt, sagte sie: „Hallo Tino, da bist du ja endlich!
Wir haben auf dich gewartet. Aber als du so lange nicht gekommen bist, sind wir schon mal zum Essen gegangen. Du kannst dir selbst etwas kaufen, wenn du Hunger hast.“ Und damit drĂŒckte sie ihm ein paar Silberlinge in die Hand, zwinkerte ihm noch einmal kurz zu und
war - schwups! - im GetĂŒmmel des Marktes verschwunden.
Tino stand völlig verblĂŒfft da. Seine Mutter hatte ihm noch nie einfach so Geld gegeben! Wenn er nun gar keinen Hunger hĂ€tte? Der Markt bot plötzlich so viele Möglichkeiten, dass Tino gar nicht wusste, wo er anfangen sollte! „Erst einmal zĂ€hlen, und dann sieht man weiter.“ dachte er bei sich und zĂ€hlte die MĂŒnzen in seiner Hand. Neun Silberlinge! Ein kleines Vermögen!
Als hĂ€tte sie seinen unverhofften Reichtum geahnt, tauchte in diesem Moment seine Freundin Mira auf. „Ich habe dich schon ĂŒberall gesucht!“ sagte sie etwas atemlos. Sie war etwa zwei Tannennadelbreiten kleiner als Tino, dĂŒrr wie ein Blatt im Herbst und hatte grĂŒne Haare. Außerdem schien sie immer zu rennen.
Als sie das Geld in Tinos Hand sah, leuchteten ihre Augen auf und sie begann gleichzeitig zu zappeln, zu reden und aufgeregt in eine Richtung zu deuten: „Komm! Komm mit, dort hinten habe ich etwas ganz Tolles gesehen! Los, ich zeige es dir!“ Mira wollte schon davon stĂŒrmen, als sie plötzlich innehielt und fragte: „Oder musst du fĂŒr deine Mutter etwas einkaufen gehen?“ „Nein“ sagte Tino. Da rief sie auch schon: “Also los, komm!“ und er hatte MĂŒhe, dem rennenden MĂ€dchen zu folgen, das wieselflink zwischen den Marktbesuchern durchschlĂŒpfte.

Nahe am Waldrand, etwas entfernt von den Marktbuden, stand das merkwĂŒrdigste Zelt das Tino jemals gesehen hatte. Auf den nachtblauen Stoff waren silberne Sterne gestickt und ĂŒber dem Zeltdach schwebte ein großer goldener Mond.
„Zauber der Magie“
hatte jemand mit goldener Kreide auf eine schwarze Tafel am Eingang geschrieben.
Scheu traten die beiden Kinder nĂ€her. Zuerst waren sie so gerannt, und nun trauten sie sich nicht hinein. Aber da kam aus dem Zelteingang ein sehr alter Zwerg. Unter seinem spitzen Hut lugten schneeweiße Haare hervor. Er trug einen eleganten schwarzen Umhang. Ob das wohl der Zauberer war? LĂ€chelnd wandte er sich Tino und Mira zu.
„Ihr braucht euch nicht zu fĂŒrchten, kommt nur herein und seht euch um.“ sagte er. „Es ist sicher so einiges dabei womit ihr euren Freunden lustige Streiche spielen könnt!“

Neugierig traten sie in das Zelt und blieben erst einmal staunend stehen. Als sich ihre Augen an das dÀmmrige Licht gewöhnt hatten sahen sie sich alles ganz genau an.
Überall standen große Kisten mit Riegeln und Schlössern aus Eisen. Körbe voller getrockneter KrĂ€uter hingen an einer Schnur von der Decke herunter und SteinkrĂŒge standen auf dem Boden. Flaschen mit leuchtend grĂŒnem Inhalt standen auf einem Tisch und blubberten vor sich hin. Neben einem Karton voller ZauberstĂ€be lagen Tuben in einer Schale. „Fledermauspelz“, „Katzenbarthaare“, „Ohrenschmalz“ oder „Fischschuppen“ stand auf kleinen Schildchen an einigen SĂ€cken.
Der Zauberer zeigte den Kindern verschiedene Spaßartikel. Luftballons, die beim Aufblasen um Hilfe schreien zum Beispiel, oder Tinte, die beim Schreiben unsichtbar wird. Klares Wasser, das einen schmutzig macht, wenn man sich damit wĂ€scht, gefiel ihnen sehr gut. Aber dann fanden sie noch etwas viel besseres: ein Regenwolkenpulver das man mit einem Blasrohr hoch pusten musste! Es regnete dann nur auf die Person, ĂŒber der die Wolke schwebte. Wenn das arme Opfer wegrennen wollte, zog der Regen immer mit ihm mit.
Das war genau das Richtige! Dauernd wurden die zwei Freunde von den anderen Kindern geÀrgert. Nun konnten sie es dem langen Mario endlich mal heimzahlen!
Drei Silberlinge musste Tino bezahlen, aber dafĂŒr kaufte er den gesamten Regenwolkenpulver-Vorrat des Zauberers auf.

Als Tino und Mira aus dem Zelt traten, wurden sie wieder einmal von Mario und seiner Bande entdeckt. „Verliebt, verlobt, verheiratet“ riefen sie und lachten. Da hörte man plötzlich einen lauten Pfiff. Der Wettbewerb um das Nachwuchs-Vogelreiten begann! Da wollten Mario und seine Freunde natĂŒrlich dabei sein. So bekamen Tino und Mira eine prima Gelegenheit, das Pulver auszuprobieren. Bald war Mario an der Reihe, seine FlugkĂŒnste zu zeigen. Tino pustete unauffĂ€llig eine kleine Wolke ĂŒber ihn. Und der wunderte sich nicht schlecht, dass es an diesem schönen Sommertag plötzlich heftig regnete. Da bemerkte er, dass die Wolke nur ihn traf. Er versuchte mit rasanten Flugmanövern, dem Regen auszuweichen. Aber er schaffte es nicht.
Als er schließlich klatschnass von seinem Vogel stieg, hatte Mario zwar den Flugwettbewerb gewonnen, aber er war trotzdem richtig sauer. Vor allem weil er nicht wusste, wer ihm diesen Streich gespielt hatte! Tino und Mira waren sehr zufrieden mit ihrem Scherz.
Inzwischen war es fast Abend geworden. Da sie Hunger bekommen hatten, bestellte Tino fĂŒr beide einen herrlich saftigen WaldkrĂ€utersalat mit Pilzen, danach gab es Himbeerkuchen und Holunderlimonade.
Dann wollten sie noch eine Tarnkappe kaufen, aber so viele Silberlinge hatten sie nicht mehr. Die Kappen waren zu teuer. Sie erstanden neue ZĂŒgel fĂŒr Amalie und ein hĂŒbsches orangefarbenes Halstuch fĂŒr Mira. Die drei SilbermĂŒnzen, die Tino dann noch ĂŒbrig hatte, steckte er tief in seine Hosentasche, um sie aufzuheben.

An diesem Abend war ein Feuerwerk angekĂŒndigt. Danach sollte der Markttag mit Musik und Tanz auf der Lichtung enden.
Gespannt warteten die Kinder nun auf das Feuerwerk. Die Musikanten stimmten schon ihre Instrumente. Als sich dann langsam die Musik zwischen den BÀumen ausbreitete, begann das farbenprÀchtige Spektakel:
FeuerfontĂ€nen in allen Farben des Regenbogens sprĂŒhten hoch, rote, grĂŒne und blaue Blitze zuckten ĂŒber den Himmel. Farbenkreisel und Feuerspiralen drehten sich hoch ĂŒber den Köpfen der staunenden Zwerge und kamen in einem flimmernden Funkenregen zur Erde zurĂŒck.
Niemand achtete auf die kleinen Funken, die zwischen den Ästen der BĂ€ume tanzten. Der Wald, der jetzt im Sommer sehr trocken war, begann zu brennen!
Als das Feuerwerk zu Ende war und die letzten Farben am Himmel verglĂŒhten, brannte bereits der gesamte Wald rings um die Lichtung. Erschrocken suchten die Zwerge einen Weg aus der Feuerfalle, aber sie waren eingeschlossen!
Alle hatten große Angst, sie schrieen und rannten durcheinander.
Die zahmen Vögel waren lĂ€ngst davongeflogen. Tino und Mira standen dicht nebeneinander und hielten sich an der Hand. Amalie zog an ihren ZĂŒgeln und Tino wĂ€re am liebsten mit ihr fort geflogen. Aber er wollte Mira nicht alleine lassen. Da kam ihm eine Idee! „Glaubst du, das Regenwolkenpulver reicht zum Löschen des Waldbrandes aus?“ fragte er Mira. „Das Pulver? Na klar, du musst es versuchen!“ rief sie und vertrieb damit das mulmige GefĂŒhl, das sich in seinem Bauch ausgebreitet hatte.
Mutig kletterte er auf Amalies RĂŒcken. Die Fliege war nervös. Als Tino den Beutel mit dem Regenwolkenpulver am Sattel festgezurrt hatte, flog er sofort los. Er ritt spiralenförmig nach oben, fast so, wie die Farben des Feuerwerkes vorhin.
Außer Mira hatte kaum jemand den Abflug des Jungen auf seiner Fliege bemerkt. Nun flog Tino schon so weit oben, dass er nicht mehr zu sehen war. Trotzdem sah Mira weiter nach oben, wo die Rauchwolken des Feuers die Sterne verschleierten. Inzwischen war Tino hoch genug, um aus dem Pulver eine große Wolke zu pusten. Es wurde die grĂ¶ĂŸte Regenwolke, die es je gab! Augenblicklich begann heftiger Regen aus der Wolke zu strömen. Tino flog mit Amalie darĂŒber, damit der Regen sie nicht davon spĂŒlen konnte.
Es dauerte ziemlich lange, bis die Wolke leer geregnet war. Als der Regen endlich vorbei war, war auch die Wolke verschwunden. Mond und Sterne erhellten die Waldlichtung.
Auch das Feuer war verschwunden! Der Regen hatte alle Flammen gelöscht!
Die zahmen Singvögel flogen nun wieder zu ihren Besitzern zurĂŒck.
Tino und Amalie waren völlig erschöpft vom langen Fliegen und der Aufregung. Sie landeten neben Mira, die gerade unter einem Tisch herausgeschlĂŒpft kam. Die Zwerge hatten sich vor dem Regen verkrochen, aber es hatte ihnen nichts genĂŒtzt. Alle waren patschnass geworden. Obwohl ihnen noch der Schreck ins Gesicht geschrieben stand, empfingen sie ihn mit lautem Jubelgeschrei und bedankten sich bei ihm. Er hatte sie vor dem Feuer gerettet.
Mira hatte allen von dem Regenwolkenpulver erzÀhlt.
Da stand plötzlich der lange Mario vor Tino. Er streckte ihm die Hand hin und fragte: „Freunde?“ Tino nickte und schlug ein. Dann nahm Mario ihn, Amalie und Mira auf seinem Vogel mit nach Hause.

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