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Leselupe.de > Kindergeschichten
Überraschung für Hedi
Eingestellt am 08. 01. 2017 18:27


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MIO
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Registriert: Feb 2014

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Es ist kalt geworden, bitterkalt. Edwin Spatz plustert sein graues Federkleid auf. Ein heftiger Wind wirbelt winzige Schneeflocken durch die eisige Winterluft. Edwin erschrickt, als er ein bekanntes Geräusch hinter sich hört. Nein, dieses seltsame Knurren war nicht außen, es war innen. Mitten in seinem Bauch schnurrt sein kleiner Spatzenmagen, wie das schwarz weiße Kätzchen, dem er gestern gerade nochmal entkommen ist. Zwei Federn hat sie erwischt.
Edwin fliegt zum Futterhaus. Er setzt sich hinein, öffnet mit seinem Schnabel gekonnt die Kerne und pickt einen nach dem anderen auf.
Da kommt die Meise Elina. Edwin plustert sich nochmal so dick auf und schimpft: „ Tschiep … Tschiep … Tschiep …Ich war zuerst hier! Mach das du wegkommst Tschiep … Tchiep …!“
Elina erschrickt und auch das Rotkehlchen Rita und die Amsel Ariane bekommen einen Rüffel von Edwin und fliegen hungrig davon. Edwin pickt das ganze Vogelhaus leer. Am Ende ist sein Bauch so voll, dass ihm übel wird. Seine Flügel wollen ihn nicht mehr tragen. Wie ein nasser Sack plumpst er auf den Boden. Er hüpft und läuft einige Schritte, breitet die Flügel aus, flattert wie wild und krächzt hilflos. Nicht einen Zentimeter hebt er vom Boden ab. Da sitzt er nun, gefangen im weißen Schnee und zittert am ganzen Körper.
Zu allem Unglück hört er wieder das Geräusch der Katze. Diesmal kein leises Schnurren, nein ein wildes Fauchen und es ist nur noch wenige Meter entfernt. Edwin rafft sich auf, schlägt mit den Flügeln und entdeckt im Boden ein Loch, welches er mit seinen Federn freigescharrt hat.
Edwin macht sich ganz klein und lässt sich hinunter rutschen. Tief und tiefer fällt er in die finstere Erde.
Unsanft landet der Spatz nach der Rutschpartie auf seinem Po und staunt. Er steht in einem richtigen Haus mit vielen kleinen Zimmern. Als seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt haben, öffnet er eine der Türen und hört ein leises rhythmisches Schnarchen. Das sind faule Gesellen, denkt Edwin, die schlafen am helllichten Tag. Ich sollte mich auch hinlegen und ein wenig abspecken. Später werde ich den Ausgang suchen. Da keines der Betten frei war, legte er sich auf den Boden und schlief ein.
„He, wer bist denn du?“, wisperte eine dünne Stimme.
War das ein Traum? Nein, neben Edwin stand ein struppiges Hamstermädchen. Er rieb sich die Augen: „Ich bin Edwin,“ krächzte er heiser im Halbschlaf. Er hatte keine Ahnung, wo er war und wie er hier her gekommen ist. Deshalb fragt er: „Und wer bist du?“
„Hedi. Wie bist du denn hier her gekommen.“
„Das wollte ich dich gerade fragen. Ich glaube, ich bin hereingefallen.“
„Hereingefallen, auf was?“
„Auf dem Po.“
Beide lachen und der Spatz erzählt Hedi vom Vogelhaus, den Bauchschmerzen und dem Winter. Hedi staunt. Noch nie hat sie ein Vogelhaus gesehen und Schnee, der in der Sonne schmilzt und wie Puderzucker auf den Bäumen liegt.
„Einmal möchte ich den Winter sehen“, träumt Hedi, die Puderzuckerbäume und den gefrorenen See, der in der Sonne funkelt und glitzert.
„Nichts leichter als das“, sagt Edwin. „Du musst nur nach draußen gehen.“
Hedi schluckt: „Das hat der Vater verboten. Die Hamsterregel Nummer eins lautet: Niemals darf ein Hamsterkind im Winter nach draußen gehen.“
Edwin hat eine Idee: „Ich werde dir den Winter im Frühling zeigen“, versprach er. Aber nun muss ich wieder nach oben und du ins Bett.“
„Da hinten ist ein breiter Ausgang, da kommst du besser hinauf und dort werde ich im Frühling auf dich warten. Möchtest du noch etwas fressen. Da ist unsere Vorratskammer.
„Nein, Nein“, sagt Edwin eilig und reibt sich das Bäuchlein.

Gleich am nächsten Tag fliegt er zum Haus der Menschen.
Er wartet bis sich ein Fenster öffnet. Flink schlüpft er in die Küche und stibitzt eins der Fotos, die am Kühlschrank hängen. Sorgsam versteckt er es in seinem Nest.
Als der Frühling kommt wartet er ungeduldig vor dem Hamsterbau und dann ist es soweit. Hedi kommt heraus. Edwin tschilpt aufgeregt. Er zeigt seiner Freundin das Bild.
Hedi bleibt der Mund offen stehen vor staunen, Bäume voller Puderzucker, Eiskristalle und Raureif, der in der Sonne glitzert wie tausend funkelnde Sterne. Edwin schenkt Hedi das Foto und sie gibt ihm zum Dank einen dicken Hamsterkuss.

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