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Leselupe.de > Kindergeschichten
Vom Sommerregenvogel
Eingestellt am 15. 02. 2014 00:31


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Elli Spirelli
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Registriert: Oct 2013

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Vom Sommerregenvogel

Hinter der vierten Wolke von links schläft der Sommerregenvogel.
Seinen Kopf hat er unter einen FlĂĽgel gesteckt und die langen FlĂĽgelfedern um den Leib gerollt.
Innen sind die Federn ganz bunt, aber von außen machen sie ihn unsichtbar. So kann er wunderbar träumen, denn niemand sieht ihn und keiner stört seinen Schlaf.
Schläft er denn immerzu?
Nein, manchmal wird er auch geweckt.
Dann rollt er seine langen, bunten Federn auf und du kannst ihre herrlichen Farben am Himmel sehen.
Und wer weckt den Vogel? - Da oben gibt es doch keinen Wecker. – Oder?
Hm, einen Wecker gibt es da sicher nicht, aber zwei zänkische, dicke Wolken. Die heißen Herta und Berta. Schon vor langer Zeit haben sich die beiden verkracht. Keiner weiß mehr genau warum, nicht einmal Herta und Berta wissen es noch. Trotzdem zanken und streiten sie immer wieder aufs Neue.Meistens gehen sie sich ja aus dem Weg. Wenn ihnen aber der Wind heftig um die Ohren braust, werden sie ganz unruhig. In ihren Wasserbäuchen beginnt es zu rumoren, denn gleich werden sie sich wieder begegnen.
Und je stärker der Wind wird, um so dicker und düsterer werden sie. Bis sie schließlich aufeinander zu rollen und sich lautstark beschimpfen: „Du Brummeldrolle!“ – „Du Grummelpute!“ - „Du olle Knolle!“ - „Du Sabberschnute!“
Sie schnaufen und grollen und werden vor Streitsucht fast schwarz. Dann schubsen sie sich gegenseitig mit ihren dicken Wasserbäuchen. Dabei gibt jedes Mal einen zuckenden Blitz und gleich darauf ein Brummel- Grummel- Donnergrollen.
Und davon wacht unser Sommerregenvogel auf.
Bestimmt hat er Angst, wenn es so doll donnert und blitzt!
Ach nein, ich glaube nicht. Er kennt ja die beiden Zank-und-Streit-Wolken schon lange. Eigentlich will er nur gern seine bunten Träume weiter träumen. Aber dafür ist es einfach zu laut. Träumen kann man doch am besten, wenn es um einen herum ganz friedlich ist.
Herta und Berta allerdings wollen streiten. Sie rumpeln weiter mit ihren Bäuchen aneinander, bis die schweren Wasserpolster platzen und platschender Regen zur Erde fällt.
Und der Sommerregenvogel muss sich schĂĽtteln, denn seine Federn werden ganz nass davon.
Das interessiert die beiden dicken Wolken aber ĂĽberhaupt nicht. Sie schubsen sich so doll und so oft, dass es immer wieder blitzt und donnert und regnet und regnet.
Hört das denn gar nicht mehr auf?
Doch, doch. Mit der Zeit werden die Bäuche von Herta und Berta nämlich immer kleiner und luftiger, bis schließlich die Sonne wieder hindurch blinzeln kann. Das macht sie müde und schwach. „So kann man doch nicht ordentlich streiten!“ brummeln sie noch vor sich hin. Dann ziehen sie beleidigt weiter und lassen trotzig ihre letzten Wassertropfen fallen.
Indessen bekommt die Sonne immer mehr Platz.
Darüber freut sich der Sommerregenvogel, denn jetzt kann er sein Federkleid zum Trocknen ausrollen – ganz breit und im großen Bogen geschwungen.
Ah, das tut ihm gut!
So ruht er ein Weilchen und schaut Herta und Berta hinterher.
Und wir beide, wir schauen zum Himmel und freuen uns, dass wir die wunderschönen Sommerregenvogelflügelfarben sehen können.


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EST

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