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Leselupe.de > Ungereimtes
Wandersand
Eingestellt am 24. 09. 2008 11:08


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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Wandersand


Auf Sand gebaut
An Ufern der Zeitfl├╝sse die Burgen
Dr├╝ber m├Ąandert
Ein Leben

Gesp├╝lt gef├╝hlt
├ťber Steine und durch Schluchten
In freiem Fall
Um dann aufzusch├Ąumen

Horizonte wechseln
Die Perspektiven
Und Winkel ihre Blicke
Die Burgen geschliffen

Um an Br├╝ckenpfeilern
Neu zu wachsen
Die Schmelze wird Schnee
Das Eis Tropfenfeuchte

Und noch sp├Ąter
Werfen die K├Ârner
Sich Gezeiten und Wellen
Entgegen

Um auszuruhn
An Sonnenstr├Ąnden
An flachen K├╝sten oder steilen
Oder auf dem tiefsten Grund

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 24. 09. 2008 11:08
Version vom 27. 09. 2008 12:41
Version vom 27. 09. 2008 22:20

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Perry
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Aug 2004

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Hallo Walther,
Wanderd├╝nen sind ein gutes Bild f├╝r die Verg├Ąnglichkeit.
Bei "Schmelze wird Schnee" k├Ânnte ich mir die Umkehrung naheliegender vorstellen.
Den Schlussvers finde ich entbehrlich, da er dem Entgegenwerfen der K├Ârner den H├Âhepunkt verw├Ąssert.
Gern gelesen!
LG
Manfred

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

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Lieber Walther,

"um zu enden" widerspricht hier dem beschriebenen Wesen des Wandersandes. Enden will hier nur das Gedicht; der Wandersand kommt IMMER nur mehr oder weniger kurz zur Ruhe. Daher w├╝rde ich diese Wortwahl vermeiden.

Ansonsten ein fein nachgezeichneter Weg eines beeindruckenden Materials!

Lieben Gru├č, Elke

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Hi Elke,

habe das Verb "Enden" durch "Auszuruhn" ersetzt. Danke f├╝r Deinen Hinweis!

Lieber Gru├č W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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penelope
Guest
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lieber walther,

einwandfrei, und hut ab f├╝r dieses hohe sprachliches niveau, lyrisch durch und durch: und du steigerst dich tats├Ąchlich, aber das hatte ich dir ja schon versichert, da eindeutiges potential in allen deinen bisherigen texten zu sehen sind. aber hier kann ich sogar den alten benn h├Âren, n├Ąmlich: "statische gedichte", in der wort um wort sich etwas rankt, wie efeu, den leser in den text mit aufnimmt. dein gedicht klingt wie eine et├╝de von chopin, durchgehend mit einem lebendigen atem aufgef├╝llt, sch├Ân und intensiv, denn du erweiterst den boden der belebten "dinge", sand, ufer, burgen, br├╝ckenpfeiler, die zu sehen sind, indem du nur knapp und bemessen, dezent, fast zart huschend, ein "jemand" implizierst, der hier f├╝r uns wahrnimmt, der zu uns spricht: Dr├╝ber m├Ąandert/Ein Leben...
damit werden wir eingeflochten in den fortlauf deines gedichtes, denn das subjekt leben, das sind wir ja tats├Ąchlich: Gesp├╝lt gef├╝hlt/├ťber Steine und durch Schluchten, geschieht mit uns etwas, wir k├Ânnen uns nicht dagegen wehren, erneuerungen finden statt, horizonte und perspektiven wechseln, alles in einem melodischen fluss aneinandergereiht, ein gef├╝hlstumult geradezu, der f├╝r mich sp├╝rbar ist, aufgew├╝hlt von abschied, ende, erleichterung, aber auch ungewissheit, ein aufatmen und gegenatmen, landen wir, landet das leben irgendwo, im nirgendwo, Um auszuruhn/An Sonnenstr├Ąnden/An flachen K├╝sten oder steilen/Oder auf dem tiefsten Grund...

endlich wieder ein echtes gedicht...

lg penelope

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Lb. Penelope,

das Zitat "endlich wieder ein echtes gedicht ..." ist das sch├Ânste Kompliment, das man einem Autor machen kann. Daher bin ich auch etwas sprachlos (was bei mir eigentlich ein nicht vorgesehener Zustand ist).

Da├č dieser Ausspruch ausgerechnet bei einem meiner eher seltenen, umgereimten Gedichten erfolgt, ersch├╝ttert fast mein Selbstbild. Irgendwie dachte ich mich noch Lichtjahre von einem solchen Text entfernt; wahrscheinlicher ist aber wohl, da├č ich einfach einmal einen richtig guten Text hinbekommen zu haben scheine.

Angeregt wurde ich durch ein Gedicht Hilde Domins mit dem Titel "Treulose Kahnfahrt". In der letzten Strophe wird das Wort "Sand" als Gr├╝ndung f├╝r den Kiel des Lebensbootes evoziert. Aus dem Bild entstand dann die Variation ├╝ber den Sand, den wir hier lesen.

Lieben Dank f├╝r die Ermutigung. Ich hoffe, es bleibt nicht bei einer Eintagsfliege.

Bester Gru├č W.

PS.: Und wenn jetzt noch eifrig positiv abgestimmt wird, kann evtl. dieses Werk noch einen Outliner verhindern.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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