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Leselupe.de > Kindergeschichten
Weihnachten im Wald
Eingestellt am 19. 12. 2015 15:31


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HelenaSofie
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Endlich war er da, der 24. Dezember. Den ganzen Morgen hatte es geschneit. Alles war wei├č. ÔÇťRichtiges Weihnachtswetter,ÔÇŁ murmelte der Maulwurf, als er seinen Ausgang freischaufelte. Hase und Maus tollten im Schnee und freuten sich ├╝ber ihre sch├Ânen Spuren. Das Eichh├Ârnchen kuschelte sich noch einmal in sein warmes Nest im Baum und die Elster machte Schwung├╝bungen, um ihre von der K├Ąlte etwas steif gewordenen Fl├╝gel wieder beweglich zu bekommen.
Aber dann hatten alle f├╝nf Tiere f├╝r den Abend noch wichtige Dinge zu erledigen. Zum ersten Mal wollten sie Weihnachten gemeinsam im Wald feiern. Eine richtige Waldweihnacht mit Geschenken sollte es werden. Und das mit den Geschenken war besonders spannend. Sie hatten n├Ąmlich Zettel gezogen und keiner wusste, von wem er ein Geschenk bekam.
Eilig wurden nun die letzten Vorbereitungen getroffen. Die Elster war gerade dabei, in ihrem Schmuckk├Ąstchen nach einem Geschenk f├╝r den Hasen zu suchen. Sie entschied sich f├╝r einen goldenen Ring mit einem durchsichtigen hellblauen Stein. Etwas schwer fiel es ihr schon, den Ring zu verschenken, denn es war ihr Lieblingsring.
Der Hase hatte einen Gutschein f├╝r ein Grillenkonzert besorgt. Ganz allein f├╝r den Maulwurf wird die Grille im Sommer einmal auf der Wiese musizieren.
Der Maulwurf suchte ein paar seiner dicksten Regenw├╝rmer aus und steckte sie f├╝r die Maus in eine Dose.
Die Maus hatte an verschiedenen K├Ąsest├╝ckchen gerochen und sich dann f├╝r ein besonders gut duftendes St├╝ck entschieden. Es wurde in Weihnachtspapier eingepackt und bekam noch eine goldene Schleife. ÔÇťIch w├╝rde mich┬ásehr dar├╝ber freuen,ÔÇŁ dachte die Maus und schaute zufrieden auf das P├Ąckchen.
Um mit den Tieren zu feiern, hatte das Eichh├Ârnchen extra die Winterruhe unterbrochen. Seine sch├Ânsten Waln├╝sse buddelte es aus einem Blumenk├╝bel wieder aus, um sie der Elster zu schenken. Alle Geschenke waren schlie├člich verpackt.
Jetzt musste es nur noch dunkel werden. Dann wollten die Tiere sich auf den Weg zum Wald machen.
Pl├Âtzlich fielen der Maus noch die vielen Weihnachtspl├Ątzchen ein, die sie in einer Vorratskammer entdeckt hatte. Davon wollte sie noch ein paar f├╝r alle Tiere mitnehmen.
Niemand war im Haus und die Maus konnte sich in aller Ruhe die leckersten Pl├Ątzchen aussuchen. Es waren aber so viele, dass sie diese unm├Âglich allein bis zum Wald tragen konnte. Sie suchte ein Seil, verschn├╝rte die Pl├Ątzchen, machte eine Schlaufe zum Ziehen und brachte das Paket zur Elster. Diese versprach der Maus, die Pl├Ątzchen auf ihrem Flug zum Wald mitzunehmen.
Damit waren alle Vorbereitungen f├╝r die Waldweihnacht abgeschlossen.
Fast alle. Im Wald hoppelte der Hase noch immer eilig hin und her. Er hatte noch einiges zu erledigen. Davon wussten die anderen Tiere aber nichts, es sollte f├╝r sie eine ├ťberraschung sein.

Langsam wurde es dunkel. Die Tiere machten sich auf den Weg zum Wald. Nur der Hase nicht, denn er war ja schon lange dort. Welch eine ├ťberraschung erwartete die Tiere im Wald! Sie glaubten zu tr├Ąumen und wurden mit Staunen nicht fertig.
Aus Schnee hatte der Hase unter der gro├čen Fichte einen Tisch und f├╝r jeden einen Stuhl gebaut. Die St├╝hle waren sogar mit frischem Moos gepolstert. Auf dem Tisch lagen Tannenzweige mit roten Ebereschenbeeren, die wie kleine Kugeln aussahen. Auf jedem Platz stand ein kleiner Teller aus Schnee mit einem Stern aus Silberfolie. Die Folie hatte sich der Hase schon vor einer Woche von der Elster erbettelt, ohne zu verraten, wof├╝r er sie brauchte. In der Mitte des Tisches steckten Buchenzweige mit kleinen Schneeb├Ąllen f├╝r den Durst. Neben dem Tisch war ein kleiner Tannenbaum mit Kiefernzapfen geschm├╝ckt. Aber das war noch nicht alles. An der Feuerstelle hing ein Topf mit warmem Holundertee, von dem die Tiere auch gleich etwas zum Aufw├Ąrmen tranken. Sie meinten, noch nie einen k├Âstlicheren Tee getrunken zu haben. Ganz warm wurde ihnen vom Tee. Aber auch, weil sie nun unbedingt die Geschenke auspacken wollten. Immer wieder schauten sie erwartungsvoll zu der kleinen Tanne, unter der sie ihre Geschenkep├Ąckchen, nat├╝rlich mit dem Namen nach unten, abgelegt hatten.
Dann war er da, der spannende Augenblick. Aufgeregt suchte jedes Tier sein Geschenk und nahm es mit zum Tisch. Schleifen wurden aufgezupft, Weihnachtspapier knisterte und dann wurde es immer stiller.
Auf einmal war es ganz still. Keiner sagte mehr etwas.
Pl├Âtzlich h├Ârte man ein lautes Schluchzen. Der Maus liefen dicke Tr├Ąnen ├╝ber ihr kleines Mausegesicht. ÔÇťAber ich mag doch keine Regenw├╝rmerÔÇŁ, stammelte sie. Niemals w├╝rde sie einen dieser dicken Regenw├╝rmer essen!
Das Eichh├Ârnchen starrte ebenso ratlos auf seinen K├Ąse. Es a├č keinen K├Ąse. Wie unangenehm der au├čerdem roch!┬á
Der Maulwurf schaute auf seine Konzertkarte. Leider w├╝rde er von dem Konzert nicht viel mitbekommen, denn er h├Ârte in der letzten Zeit immer schlechter.
Die Elster rollte ihre Waln├╝sse hin und her. Was sollte sie damit machen? Sie darf keine N├╝sse essen. Sie bekommt davon Kopfschmerzen. Und schwindelig wird es ihr auch. Einmal w├Ąre sie dadurch fast in den Schornstein gefallen, auf dem sie gerade sa├č.
Der Hase ├╝berlegte, was er mit dem sch├Ânen Ring machen sollte. Er versuchte, ihn ├╝ber einen Finger zu streifen. Aber er passte auf keinen. Beim Hoppeln w├╝rde er ihn sowieso verlieren. Er schaute um sich und sah nur traurige, entt├Ąuschte Gesichter.
Sah so die Waldweihnacht aus, auf die sich alle so sehr gefreut hatten? Er musste sich ganz schnell etwas ├╝berlegen.
Seine Ohren zitterten vor Aufregung, als er begann: ÔÇťLiebe Freunde, das ist unser erstes gemeinsames Fest. Wir haben es alle gut gemeint. Jeder hat etwas geschenkt, was ihm selbst Freude macht. Wir sind aber verschieden und m├Âgen unterschiedliche Dinge. Wenn wir uns im n├Ąchsten Jahr h├Ąufiger treffen, dann kennen wir uns besser.
Ich glaube, wir schenken heute Abend unsere Geschenke am besten wieder zur├╝ck.ÔÇŁ
Seine Ohren zitterten nicht mehr. Er war ein bisschen stolz. Eine so lange Rede hatte er noch nie gehalten.
Der Hase hatte sich zwar etwas kompliziert und umst├Ąndlich ausgedr├╝ckt, aber etwas Wichtiges hatten alle Tiere verstanden. Im neuen Jahr wollten sie sich ├Âfter treffen. Dazu waren sie sehr gerne bereit.
Die Maus hatte inzwischen ihre Tr├Ąnen abgewischt und piepste getr├Âstet: ÔÇťJa, das wird gemacht. Wir feiern ein Fr├╝hlingsfest, ein Sommerfest, ein Apfelfest, ein Kartoffelfest, ein ..."
"Halt!", lachte der Hase. "Die Einzelheiten k├Ânnen wir sp├Ąter besprechen.
Jetzt wollen wir uns die guten Weihnachtspl├Ątzchen schmecken lassen. Holundertee ist auch noch da.ÔÇŁ

Es wurde noch eine wundersch├Âne Weihnacht im Walde f├╝r die Tiere. Bis in die Nacht h├Ârte man sie erz├Ąhlen und lachen.


Geschichte f├╝r Kinder ab 4 Jahre

Version vom 19. 12. 2015 15:31
Version vom 22. 12. 2015 20:49

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