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Leselupe.de > Kindergeschichten
Wettlauf der Tiere
Eingestellt am 20. 11. 2014 04:16


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Kayl
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Für Kinder von 6 bis 12
Wettlauf der Tiere


„Welch ein schöner Tag!“, sagte die Maus Nagezähnchen. Sie reckte ihr Schnäuzchen aus ihrem dunklen Mauseloch. Es war noch kühl, Tautropfen hingen an den Grashalmen. Aber die Sonne ging auf hinter dem nebligen Wald und schickte ihre ersten warmen Strahlen durch die Obstbäume.
Die Maus rieb sich die Augen und blinzelte. Einen Schritt weiter wuchs ein Büschel Klee. „Mein Frühstück“, sagte Nagezähnchen, „mit vielen Vitaminen und Ballaststoffen, gut für die Verdauung!“ Husch, war sie dort, knipste mit ihren scharfen Beißerchen einen Kleestängel ab, nahm ihn in die Pfötchen, setzte sich auf die Hinterbeine und begann zu knabbern.
Ein großer Schatten! Das Kleeblatt blieb ihr im Mäulchen stecken. Der Fuchs!
Flink wollte Nagezähnchen zum Loch zurück. Aber es war nur ein Hase, der auch auf dem Weg zu seinem Frühstück war. „Da drüben im Garten gibt es Kohl, Rotkohl, einer neben dem andern“, sagte der Hase Hoppelmann, „da kann ich mümmeln!“ „Das ist mir viel zu weit“, sagte Nagezähnchen, „bis ich dort bin, hat mich Fuchs oder Falke fünfmal entdeckt und geschnappt!“ „Ich würde meinen, dass auch Füchse und Falken frühstücken müssen. Wenn du nicht schnell genug in deinem Loch verschwindest, bist du eben dran! Und außerdem ist der Kohl für mich nicht weit“, sagte Hoppelmann, „ich bin schnell da. Ich habe viel längere Beine als du!“
Das ärgerte die Maus. „Red nicht so schlau daher! Ich könnte mit dir wetten, dass es Tiere gibt, die schneller sind als du!“
„Was?“ rief Hoppelmann entrüstet.“ Er war fest davon überzeugt, dass ihm niemand folgen könnte, wenn er über die Wiesen und Felder hoppelte. Wer wollte wohl schneller sein als er?
„Keiner ist schneller als ich!“
„Doch!“, sagte Nagezähnchen.
„Nein!“, sagte Hoppelmann.
„Doch!“, sagte Nagezähnchen.
„Du spinnst!“, sagte Hoppelmann.
„Werd´ nicht frech!“, rief Nagezähnchen und stampfte mit ihren Pfötchen auf die Erde, dass man glaubte, alle Regenwürmer würden zusammenzucken.
„Wir können es doch probieren. – Ja klar. Wir machen ein Wettrennen.“
Hoppelmann stellte die Löffel hoch und überlegte. „Ich würde meinen, dass die Idee nicht schlecht ist.“
„Alle Tiere müssen mitmachen können“, quiekte Nagezähnchen. Sie war hellauf begeistert von dem Plan. „Hier an meinem Mauseloch ist der Start, und hinter dem Kohlfeld am Waldrand, wo am Schild <Schutt abladen verboten> die Autoreifen und Coladosen liegen, da ist das Ziel.“
„Ich würde meinen, dass ich die Strecke in Nullkommanix schaffe!“ prahlte der Hase, „aber meinetwegen. Ich mache mit!“
„Wir müssen es nur allen Tieren weitersagen. Morgen früh um neun geht´s los.“
„Das geht nicht“, sagte Hoppelmann, „kein Tier hat eine Uhr. Oder kannst du dir die Gans Watschelpatschel mit Armbanduhr vorstellen? Nur die Menschen haben eine Uhr, wo sie alle naselang draufsehen, wann sie ihren nächsten Termin haben.“ Nagezähnchen musste nun Hoppelmann Recht geben. Daran hatte sie nicht gedacht, dass Tiere keine Uhr haben. Aber sie hatte eine Lösung.
„Wenn der Postbote Schleppeweit mit dem Fahrrad ums Eck kommt, dann ist der Start.“ „Einverstanden“, sagte der Hase, „ich will es allen weitersagen.“ Er wollte schon davon hoppeln, als ihm noch etwas Wichtiges einfiel. „Gibt es denn auch Preise? Ein Wettkampf wird doch erst durch die Preise richtig spannend.“
„Der erste Preis ist eine Schubkarre voll Klee!“
„Nein, ein großer Schinken.“
„Ein Zentner Möhren.“
„Ein Käse, groß wie ein Wagenrad.“ Aber Hoppelmann wollte keinen Käse oder Schinken, statt dessen Klee und Möhren. Nagezähnchen hätte gern Käse und Schinken, aber keine Möhren. „So können wir uns nicht einigen“, stellte die Maus fest, „jeder möchte was anderes. Ich schlage vor, der erste Preis ist eine Fahrt auf dem Heuwagen von Bauer Dickerübe.“
„Ich würde meinen, das ist sehr ungewiss. Wer weiß, wann Dickerübe mit dem Heuwagen fährt. Nein, mein Vorschlag wäre, eine Siegerehrung zu machen mit einem Podest aus Obstkisten von ihm.“
„Jawohl“, quiekte Nagezähnchen, „das wird ein großes Fest.“
„Da wird trompetet und getrommelt, Tschingderassabumm!“
„Wer macht Tschingderassabumm?“
„Die Gänse können laut trompeten, und Klapperdigass stampft auf den Boden.“
„Ich würde meinen, der Storch Stelzebein klappert den Takt.“
„Das ist doch mal was ganz Neues, ein tierisches Konzert“, sagte die Maus. „Warum sollen wir es nicht probieren? Wir können herrlich quieken, wiehern, quaken, blöken, gackern und zwitschern, aber nicht wie Menschen musizieren. Also quieken, wiehern, quaken, blöken, gackern und zwitschern wir. Das wird lustig.“
„Wer macht die Siegerehrung?“
„Der Storch Stelzebein, der sieht immer vornehm aus.“
„Dann würde ich sagen, sehen wir uns morgen“, sagte der Hase und hoppelte in den Klee, um sich vor dem Wettkampf ordentlich zu stärken. Dann machte er sich wie Nagezähnchen auf den Weg, alle Tiere zum Wettlauf einzuladen.
Es war noch dämmrig am nächsten Tag, als schon viele am Mauseloch versammelt waren. Der Igel Piekemich hatte sein Versteck verlassen, der Fuchs Rotejacke seinen Bau, Maulwurf Tunnelbuddel schaufelte sich aus dem Maulwurfshügel. „Ich mache mit, das ist so klar wie Kloßbrüh!“ Er blinzelte etwas verwirrt umher. „Wo ist denn hier der Start?“ Tunnelbuddel sah schlecht. Die anderen Tiere lachten. „Wie willst du denn ans Ziel kommen? Über oder unter der Erde?“ Da schnaufte Tunnelbuddel empört: „Ich überhole jeden Regenwurm. Ich bin der schnellste Buddeltunnler - äh - Tunnelbuddler breit und weit - äh - weit und breit. Das ist so klar wie Kloßbrüh!“ Die Gans Watschelpatschel trompetete: „Die Zeit vergeht. Ich bin zu spät. Ich werd´ noch blööööd, bis es losgeeeeht!“ Das Pferd Klapperdigass scharrte ungeduldig mit den Hufen und wieherte: „Wie wie wie das wohl endet?“ Der Frosch Kullerauge quakte beruhigend: „Waaaart´s ab, waaaart´s ab.“ Das Schaf Wolleweich blökte: „Hö, hö, hö, warum so aufgeregt?“
Da meldete sich ein feines Stimmchen, kaum zu hören bei dem Lärm, den die anderen in ihrer Aufregung machten. Stechmücke Rüsselchen wollte auch mitmachen. „Du halbe Portion“, sagte Hoppelmann, „dich sieht man ja kaum. Du schaffst es doch gerade noch, von einem zum andern zu fliegen, um uns zu pieksen.“
„Lass ihr den Spaß“, sagte Nagezähnchen, „jedes Tier soll mitmachen können.“ Und dann achtete keiner mehr auf das winzige Viech.
„Stellt euch in eine Linie“, kommandierte Hoppelmann, „damit wir starten können, wenn der Postbote erscheint!“ Aber niemand hörte hin, im Gegenteil, alles rannte durch- und über- und untereinander. „Verzeihung, ich habe Sie wohl gestuppst“, „Oh, bedauere, dass ich Sie in die Brombeeren gestoßen habe!“ Die Tiere waren nämlich so gespannt und aufgeregt, dass sie nur Postbote gehört und geglaubt hatten, jetzt wäre der Start.
„Fehlstart, Fehlstart!“, rief Hoppelmann, und das Pferd Klapperdigass, das lauter rufen konnte als der Hase mit seiner fiepsigen Stimme, wieherte: „Zurü-hü-hü-hück! Zurück, zurück!“
Nach einigen Augenblicken des Durcheinanders hatte auch der Letzte begriffen, dass es ein Fehlstart war, und alle kamen wieder am Mauseloch zusammen.
„Noch einmal aufstellen, aber flott!“ Jetzt wurde es eilig, denn bald würde Postbote Schleppeweit ums Eck geradelt kommen. „Auch du, Watschelpatschel!“ Die Gans schnatterte immer noch mit der Henne Tuck-Tuck über den dummen Fehlstart.
Tatsächlich standen sie alle in einer Reihe, als Schleppeweit ums Eck kam. „Guck, guck, guck, guck, der Postbote auf dem Raaaad!“, gackerte Tuck-Tuck und hätte mit seiner Gackerei fast den Start verpasst. Das war ein Getrappel! Das Pferd Klapperdigass galoppierte über die Wiese, dass die Grasballen nur so umeinander flogen. Nagezähnchen sauste eifrig durchs Gras und huschte durch den Zaun. Schnecke Schleimchen fuhr ihre Fühler aus. Donnerwetter, da war was los! Über ihr trappelte, galoppierte, hüpfte wohl die ganze Tierwelt in eine Richtung. „Da muss ich mit!“, dachte sie, „da gibt´s irgendwo was umsonst“, und sie kroch so schnell, dass sie am nächsten Tag bestimmt am Gartenzaun gewesen wäre. Auch Igel Piekemich versuchte, die Richtung einzuhalten. Es war nicht leicht für ihn, der doch gewohnt war, kreuz und quer durch die Büsche zu stöbern. Er musste immer wieder sein Schnäuzchen nach oben recken, um zu sehen, wo es lang geht. Hoppelmann legte sein höchstes Tempo vor und verzichtete diesmal aufs Hakenschlagen. Aber hoppla - da machte er einen Purzelbaum, den Maulwurfshügel hatte er im Eifer nicht gesehen. Die Gans Watschelpatschel nahm einen weiten Anlauf, schlug keuchend mit den Flügeln, bis sie langsam abhob. Etwas zu knapp ging´s über den Gartenzaun, dass ein paar Federn mit einem Bums in der Luft zerstoben. Ziege Meckernich preschte ohne Umwege durch die Brombeeren, dass es krachte. In ihrem Fell verhedderte sich so allerlei, und als sie aus den Büschen wieder herausschoss, war sie mit Gestrüpp umschlungen, dass man meinte, ein Reisighaufen würde über die Wiese galoppieren.
Schnaubend und schweißnass kam Klapperdigass ins Ziel galoppiert und hätte fast das Schild <Schutt abladen verboten> umgeworfen. Aber wer saß denn da auf dem Pfahl? Habicht Flatterfix. Er hatte heimlich mitgemacht, war wie der Blitz hergeflogen und als erster am Ziel. Als Dritter kam Hoppelmann, der immer behauptet hatte, er wäre der Schnellste.
„Jetzt machen wir eine Siegerehrung, eine große Feier!“, sagte Nagezähnchen, als es im Zickzack die letzten Grasbüschel umrundet hatte. „Eine Fete - eine Feeeete!“, trompetete die Gans Watschelpatschel begeistert. „Nicht so voreilig!“, bremste Fuchs Rotejacke. „Es sind noch nicht alle da.“ Jeder sah um sich. Da putzte Flatterfix sein Gefieder. Da stand Klapperdigass, dessen Fell immer noch dampfte. Da streifte Meckernich die letzten Brombeerranken aus seinem Fell. Watschelpatschel knabberte ihre Federn durch und ordnete sie. Hoppelmann kratzte sich verlegen den Staub aus dem Pelz und war auffällig ruhig. Ärgerlich, dass er nicht der Schnellste war. Tuck-Tuck hatte unterwegs ein Ei gelegt und kam etwas verspätet. Kullerauge machte einen letzten gewaltigen Sprung und landete mit einem Platsch bäuchlings im Ziel, dass ihm die Luft wegblieb. Aber Tunnelbuddel war noch nicht zu sehen, und Schnecke Schleimchen fehlte, auch Mücke Rüsselchen war noch nicht da. Waren sie noch unterwegs?
„Wenn Tunnelbuddel unter der Erde gräbt, sehen wir ihn natürlich nicht“, bemerkte Fuchs Rotejacke. „Ich weiß, wo er ist“, rief Storch Stolzebein. „Da hinten macht er einen Maulwurfshügel.“ Stolzebein hatte mit scharfen Augen entdeckt, wie draußen auf der Wiese ruck-ruck-ruck die Erde sich hob und ein kleiner Haufen entstand. Jetzt sahen es auch die anderen. „Hoffentlich verfehlt er das Ziel nicht im Dunkeln.“ „Hierher, hierher!“ „Beeil dich, sonst feiern wir ohne dich!“ Tunnelbuddel konnte natürlich die Ratschläge nicht hören. Aber nachdem er durch den Hügel Luft und Kühlung hatte, kratzte und schaufelte er wieder wie ein Wilder.
Bald staunten alle, als Tunnelbuddel am Ziel seine Schnauze aus der Erde reckte und schnaufte: „Da bin ich, da bin ich. Ich sehe sonst niemanden. Also bin ich der Sieger, das ist klar wie Kloßbrüh. Ich muss mir nur noch die Goldmedaille abholen!“ Er blinzelte in die Runde. Da gab´s ein großes Gelächter. „Tunnelbuddel, du bist nicht der Erste. Trotzdem sei herzlich willkommen in unserer Runde.“ „So so“, schniefte er, „mit mir könnt ihr´s machen. Immer auf die Kleinen! Ich habe nur deshalb etwas länger gebraucht, weil ich unterwegs 182 Engerlinge und 367 Regenwürmer verspeist habe.“ „Das zählt nicht“, sagte Nagezähnchen, „aber die ganze Strecke unter der Erde zu graben, das ist schon eine tolle Leistung. Du hast einen Sonderpreis verdient.“
„Und die Fische?“ fragte der schlaue Fuchs Rotejacke, „was ist mit den Fischen? Die konnten nicht mitmachen, weil sie nur im Wasser sind.“ Nagezähnchen wusste aber eine Antwort. „Für die Fische blasen wir bei der Feier einen Extra-Tusch.“ „Eine Fete - eine Feeeete!“ trompetete Watschelpatschel wieder, die nur etwas von einer Feier gehört hatte. „Und die Krokodile, Elefanten, Pinguine und Löwen waren auch nicht dabei.“ Immer wieder meldete sich Rotejacke. Nagezähnchen wusste nun wirklich keinen Rat mehr und sagte: „Jetzt lasst uns endlich beginnen mit unserer Feier.“ „Eine Fete, eine Feeeete,“ trompetete es, und jeder wusste schon, wer es war.
Da wisperte jemand: „Ich habe auch einen Preis verdient!“ Und wie jeder um sich sah und suchte, wo das leise Stimmchen herkommt, wurschtelte sich Mücke Rüsselchen aus dem Fell der Ziege Meckernich. „Du wirst desinfiziert!“, gackerte die Henne Tuck-Tuck, die sich mit Fremdwörtern nicht auskannte. „Du wirst disqualifiziert!“, sagte Hoppelmann. „Ich würde meinen, es ist unfair, in Meckernichs Fell zu reiten und dann am Ziel große Sprüche zu klopfen.“ Hoppelmann hatte seine Sprache wiedergefunden, weil er seinen Ärger an der winzigen Mücke loswerden konnte.
Nagezähnchen versuchte zu schlichten. „Nehmt es doch nicht so ernst. Wichtig ist doch, dass wir alle unseren Spaß hatten.“ „Ja, einen Mordsspaß hatte ich im Dunkeln, aber schnell bin ich nicht“, sagte Tunnelbuddel. „Macht nichts“, erklärte Storch Stolzebein, „die Fische zum Beispiel konnten nicht teilnehmen. Deshalb seid großzügig bei Rüsselchen. Immerhin war es doch schlau von ihr, im Fell von Meckernich zum Ziel zu kommen. Jetzt lasst uns endlich die große Feier machen und lasst mich...“ „Eine Fete, eine Feeeete“, trompetete es wieder. „ ...und lasst mich einige Worte dazu sagen.“ Stolzebein holte tief Luft und reckte sich. „Verehrte tierische Gemeinde, mit Stolz darf ich feststellen, dass alle Teilnehmer des Wettbewerbs sich fair und rücksichtsvoll verhalten haben. Bedenkt bitte, dass jedes seine eigene Stärke hat, und diese ist nicht immer, schnell zu sein. Sind wir nicht alle Sieger? Tunnelbuddel, der sogar unter der Erde erfolgreich war, Mücke Rüsselchen, die mit Hilfe unserer Ziege Meckernich besonders schnell am Ziel war, auch Schnecke Schleimchen, die wir fast vergessen hätten, weil sie immer noch geduldig unterwegs ist? Und schließt in Gedanken alle Mitgeschöpfe, die Fische zum Beispiel, in unsere Feier...“ „Eine Fete, eine Feeeete!“ „Sei endlich still!“ „ ...schließt alle Mitgeschöpfe in unsere Feier ein, denen es verwehrt war, am Wettlauf teilzunehmen. Ich wünsche der Veranstaltung und besonders dem folgenden Konzert einen fröhlichen Verlauf.“ Storch Stolzebein verneigte sich, und alle quiekten, wieherten, quakten, blökten, gackerten und zwitscherten Beifall.
Sie bildeten einen großen Kreis. Stelzebein in der Mitte hob den Schnabel. Einen Moment lang war es still, aber als er im Takt klapperte, begann ein Konzert, wie es die Welt noch nicht gehört hatte. Klapperdigass wieherte, Nagezähnchen piepste, Tuck-Tuck gackerte, Wolleweich blökte, Kullerauge quakte, und als sie so recht in Stimmung waren, fassten sie sich an den Pfoten, den Tatzen, den Hufen, den Klauen, den Krallen, den Flügeln und tanzten. So übermütig wurden sie, dass schließlich alles umeinander kugelte und niemand mehr wusste, wo unten und oben war.
Als sich alle ausgetobt hatten, standen sie auf, ordneten ihr Gefieder und ihr Fell, reichten sich zum Abschied die Pfoten, die Tatzen, die Hufe, die Klauen, die Krallen, die Flügel, und liefen, flogen, krochen, buddelten zufrieden nach Hause in den Stall, auf den Baum, ins Mauseloch, ins Feld, in den Wald.
Siehst du einmal einen Vogel still auf einem Zweig, eine Maus ruhig vor dem Loch, die Henne im Nest, dann sei sicher, sie denken zurück an den Wettlauf, viel lieber aber noch an dieses Konzert. Und kommt dir mal eine Gans entgegen, trompetet sie immer noch begeistert: „Eine Fete, eine Feeeete!“

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