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Leselupe.de > Kindergeschichten
Winnis Ballonabenteuer
Eingestellt am 29. 01. 2013 12:10


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Umü
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jan 2013

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Dies ist eine ganz besondere Geschichte über ein ganz besonderes Mädchen. Es heißt Winni und lebt mit seinen Eltern und seiner kleinen Schwester in einem Haus mit großem Garten direkt an einem See.
Unsere Geschichte beginnt an Winnis Geburtstag, dem 02. Juli.
Natürlich gibt es eine große Geburtstagsfeier mit vielen Freunden und schönen Geschenken und mit besonders leckerem Geburtstagskuchen.

So ein Geburtstag kann ganz schön anstrengend sein, vor allem wenn man so wild tobt und Trampolin springt wie Winni! Als alle Freunde wieder weg sind macht sich Winnis Papa ans Aufräumen. „Warum müssen Kinder nur immer so viel Unordnung machen?“ seufzt Papa während er das Spielzeug aufsammelt.
Winni ist inzwischen schon auf dem Sofa eingeschlafen und merkt gar nicht mehr, wie Mama sie ganz sanft aufhebt und ins Bett trägt. An diesem Abend sieht und hört Winni nichts mehr: sie schläft tief und fest.

Als Winni wieder wach wird, reibt sie sich verblüfft die Augen: die Zimmerdecke schimmert gold- und silberfarben! Das war doch gestern noch nicht so, oder? Während Winni sich noch wundert, klopft es von außen an das Zimmerfenster. Nanu, was ist denn das nun schon wieder?

Winni springt schnell aus dem Bett. Da sitzt doch tatsächlich ein kleiner, quietschgelber Vogel auf der Fensterbank und hämmert mit seinem feuerroten Schnabel gegen die Fensterscheibe.

„Na endlich! Ich dachte schon, du würdest mich nie hören!“ piepst der kleine, quietschgelbe Vogel Winni entgegen.
Seit wann können Vögel denn sprechen? denkt sich Winni, doch da plappert der Vogel draußen schon weiter: „Nun komm schon raus in den Garten! Hier steht eine riesige Geburtstagsüberraschung für Dich!“
„Aber ich hatte doch gestern Geburtstag!“ protestiert Winni.
„Ja, ich bin etwas spät. Das tut mir auch sehr leid und ich bitte vielmals um Entschuldigung, aber der Gegenwind, oh dieser Gegenwind, ich bin einfach nicht schneller vorangekommen! Aber nun bin ich hier und kann dir dein Geschenk vorführen. Nun komm schon raus!“
Der kleine Vogel winkt mit seinem quietschgelben Flügel und Winni kann sehen, dass die Flügelunterseite genauso gold- und silberfarben schimmert wie ihre Zimmerdecke.
Das ist ja merkwürdig! Und weil Winni den Dingen gern auf den Grund geht und außerdem dringend wissen muss, was da als verspätetes Geschenk im Garten steht, saust sie im Schlafanzug die Treppe herunter durch das Wohnzimmer zur Terrassentür und in den Garten.

Und nun rate mal, was da im Garten steht, direkt neben dem Trampolin?
Da steht ein großer Korb mit einer riesigen Schleife drum herum und über diesem Korb schwebt ein traumhaft himmelblauer Luftballon. Der quietschgelbe Vogel flattert Winni aufgeregt entgegen. „Nun komm schon, der Ballon fliegt gleich los, wir müssen uns beeilen!“

Na, was denkst Du? Klettert Winni in den Korb & traut sich, mit dem Ballon loszufliegen?
Aber ja!

An diesem Morgen kann Winni nichts aufhalten und der quietschgelbe Vogel verspricht, dass sie bis zum Frühstück wieder da sein werden.
Sobald Vogel und Mädchen im Korb sitzen, hebt der Ballon auch schon ab und fliegt los. Winni hält sich gut fest und hat natürlich keine Angst…, oder?

Der Garten ist inzwischen ganz klein unter ihnen, auch das Haus sieht von hier oben winzig aus. Der große See hinter ihrem Haus hat nur noch die Größe von Winnis Hand. Von soweit oben hat man einen fantastischen Blick!
Was meinst Du, was Winni und der quietschgelbe Vogel von dort oben noch alles sehen können in Hemmingen und drum herum?

Aber sie fliegen natürlich nicht nur über Hemmingen. Mit einem Ballon kommt man schließlich schnell voran und deshalb fliegen sie über Devese und weiter Richtung Deister, wo sie beinah mit dem Ballon am hohen Nordmannsturm hängen bleiben und etwas durchgeschüttelt werden.

„Donnerlüttchen, das war knapp!“ Poldi Petermann von Poldenstein, so ist der volle Name des quietschgelben Vogels, bekommt vor Schreck einen Schluckauf: „hicks!“ Winni muss lachen – sie hat noch nie einen Vogel mit Schluckauf gehört.
Der kleine quietschgelbe Poldi kann gar nicht mehr aufhören zu hicksen und schließlich muss er so stark hicksen, dass er von seinem Platz am Rand des Ballonkorbes fällt. Winni versucht noch ihn am Flügel zu erwischen und festzuhalten aber es ist zu spät!

„Hilfe! -Hicks- Hilfe! -Hicks-zu Hilfe! Winni! Ich kann doch nicht fliegen! Hilfe –hicks-!“
Was? Ein Vogel, der nicht fliegen kann? Winni reibt sich zum zweiten Mal an diesem Morgen verwundert die Augen. Aber es hilft nichts: Poldi Petermann von Poldenstein wird unter dem Ballon immer kleiner und wenn Winni nicht irgendetwas einfällt, dann wird es mit dem armen quietschgelben Poldi kein gutes Ende nehmen.

Was kann Winni tun? Sie überlegt angestrengt und sieht sich im Ballonkorb um. Da hängt eine Leine – wenn sie daran zieht, könnte ja vielleicht …

Winni zieht an der Leine so kräftig sie kann. Und tatsächlich! Der Ballon steigt nicht weiter hinauf sondern verliert an Höhe. Ganz schön schnell geht es jetzt runter; so schnell, dass Winni beinah schwindelig wird. Aber das ist ihr gerade egal, schließlich muss sie Poldi retten, den Vogel, der nicht fliegen kann. Also tiefer, hinterher!
Winni kann aufgeregtes Hicksen hören – Poldi muss direkt unter ihr sein!
Im Korb findet sich ein langer Stock mit einem Netz dran und mit dem versucht Winni den Vogel einzufangen. „Los Poldi! Versuch in das Netz zu springen!“ „Ja, ich -hicks- versuche -hicks- es ja! -Hicks-! Weiter nach links! Nein, das andere Links! -Hicks-!“ Winni spürt einen Plumps am Ende der Stange: Poldi ist im Netz gelandet!
„Juhu!“ ruft sie und aus dem Netz hickst es beinah fröhlich. Aber was ist das? Ein fürchterliches Krachen und Rascheln: \"Krruschelrrumsbruschrrratzschkrachwummm!\"

Der Ballon hat sich in einem Baum verfangen. „Oh nein!“ entfährt es Winni. Ein trauriges „hicks“ erinnert sie an den quietschgelben Poldi, der immer noch im Netz am Ende der Stange hängt. Vorsichtig holt Winni den Vogel in den Ballonkorb zurück. „Danke -hicks-!“ Poldi wirkt sehr zerknautscht.

„Was bist du eigentlich für ein Vogel, wenn du nicht fliegen kannst?“ „Ach bitte, Winni, jetzt fang -hicks- du nicht auch noch an. Als ich noch ein kleines Küken war –hicks- bin ich aus dem Nest gefallen und habe das richtige Fliegen nie gelernt. Ich kann nur -hicks- etwas flattern. Deshalb habe ich doch den Ballon, damit kann ich noch viel höher als alle anderen -hicks- Vögel fliegen. Naja, normalerweise jedenfalls. Gerade sind wir flugunfähig weil -hicks- dieser dusselige Baum mit seinen Ästen im Wege ist.“
Poldi tropft eine dicke Träne von der feuerroten Schnabelspitze und noch eine gleich hinterher.

„Ach Poldi, jetzt heul doch nicht!“ Wie tröstet man denn nur einen weinenden, quietschgelben Vogel, der nicht fliegen kann? Winni muss dringend etwas einfallen!
„Vielleicht können wir die Äste wegbiegen und dann kann der Ballon wieder weiterfliegen?“
„Hhm“, krächzt Poldi und wischt sich mit dem Flügel eine Träne vom Schnabel „das ist ja eine gute -hicks- Idee, aber diese Äste sind sehr dick.“ Der Vogel blickt prüfend erst nach oben und nach unten und dann wieder nach oben: „Da sind zwei dicke Äste im hicks Weg. Wenn wir die wegbiegen könnten, wäre der Ballon wieder -hicks- frei…“

„Ob uns wohl die Vögel dahinten auf der Wiese helfen könnten?“ fragt Winni den ratlosen Poldi. „Was? Vögel? Wo?“ Poldis Augen folgen Winnis ausgestrecktem Arm. Und der zeigt direkt auf eine große Gruppe Wildgänse, die auf einer Wiese nahe des Baumes Rast machen.
„Hey, Freunde! Wir brauchen Hilfe! Hier oben sind wir, kommt doch bitte mal rüber zu uns!“ Poldi ruft so laut und freundlich wie er nur kann, und tatsächlich: die Wildgänse stecken ihre Köpfe zusammen, es gibt ein kurzes Geschnatter und dann kommen zwei der Gänse herübergeflogen zu ihnen in den Baum.

Vorsichtig landen sie auf einem Ast neben dem Ballonkorb. „Das ist aber sehr nett von euch“, sagt Poldi, der jetzt endlich seinen Schluckauf los ist und wieder normal sprechen kann.
„Mein Name ist Poldi Petermann von Poldenstein und diese reizende junge Dame hier neben mir heißt Winni.“ „Wir sind Elsa und Selma“, die größere der beiden Gänse senkt ihren langen Hals zu den beiden hinunter und blickt sie aus sanften schwarzen Knopfaugen an.
„Wir haben eure Bruchlandung beobachtet. Gut, dass euch nicht passiert ist! Aber wie können wir euch denn helfen?“
Jetzt schaltet sich Winni ein: „Wir müssen die zwei großen Äste zurückbiegen, damit der Ballon wieder frei nach oben steigen kann. Könnt ihr euch nicht mit allen Gänsen zusammen auf die Äste setzen und sie ein Stück nach unten biegen?“ Elsa und Selma folgen Winnis Handbewegung und sehen zu den Ästen rauf.

„Tja“, sagt jetzt Selma, die kleinere der beiden Wildgänse und zückt einen Stift und einen kleinen Schreibblock unter ihrem rechten Flügel hervor.
„Wenn ich das einmal kurz durchrechnen darf, ich liieebe Rechenaufgaben: Wir sind genau 55 Gänse und sind zur Zeit ganz gut im Futter, hhm, sagen wir mal pro Gans ein durchschnittliches Gewicht von 3,5-4 kg also haben wir insgesamt, Momentchen, das macht gut 200 Kilo. Wenn wir uns geschickt verteilen und die Äste durch Wippen etwas in Bewegung bringen, könnte es klappen.“

Selma hat den Bleistift jetzt im Schnabel stecken und blickt fragend in die Runde. „Ja! Wir versuchen es. Wir sagen schnell den anderen Bescheid!“
Elsa und Selma fliegen elegant zu den übrigen Gänsen zurück und Poldi sieht ihnen seufzend hinterher, „Dein Ballon fliegt bestimmt auch gleich wieder“, versucht Winni den kleinen Poldi zu trösten.

Und da kommen Elsa und Selma auch schon zurück und hinter ihnen alle anderen Wildgänse. Eine nach der anderen setzt sich auf einen der beiden Äste, die den Ballon festhalten und am Weiterflug hindern.
Zuerst gibt es noch ein bisschen Geschubse und Gerangel „Hey, du stehst auf meinem Flügel, du blöde Gans!“, „Aua, der untere war meiner, du Rüpel!“ aber Elsa und Selma bringen schnell wieder Ordnung in die Gänsereihen und nach kurzer Zeit haben sich wirklich alle 55 Gänse auf die zwei Äste verteilt. Und die biegen sich tatsächlich auch schon etwas nach unten!

Aber es reicht nicht aus, der Ballon hängt noch immer fest.
„Und jetzt aufgepasst, Freunde! Auf mein Kommando wippen wir im Gleichtakt auf und nieder!“ ruft Selma mit lauter Stimme im Kommandoton.
„Schwung holen uuund Wippen! Schwung holen uuund Wippen!“ Selma gibt das Kommando und macht die Bewegung vor: Alle Gänse wippen jetzt im Gleichtakt auf den beiden Ästen.
Winni sieht, wie die Äste sich deutlich bewegen. Es sieht lustig aus, wie all die Gänse rauf und runter wippen. Das findet Poldi auch und muss lachen - aber was ist das: Jetzt kommt tatsächlich Bewegung in den Ballon!
Die Gänse können die starken Äste durch das Wippen so sehr zur Seite bewegen, dass der Ballon wieder Platz nach oben hat und starten kann!

„Oh, wir fliegen wieder!“ Poldi flattert aufgeregt im Ballonkorb umher. „Danke liebe Gänse! Ohne euch hätten wir das nie geschafft!“ „Vielen Dank, Elsa und Selma und alle anderen!“ ruft Winni noch den Gänsen zu, die auf den Ästen immer noch fröhlich rauf und runter wippen. „Ich glaube, das macht ihnen sogar Spaß.“

Solange Winni und Poldi die wippenden Gänse sehen können, winken sie ihnen zu. Der Ballon steigt schnell wieder in die Luft, höher und höher. „Ich glaube, wir müssen dich jetzt wieder nach Hause bringen, sonst machen sich Deine Eltern noch Sorgen! Wie heißt denn gleich noch die Straße, in der du wohnst, Winni?“
„Aha. Na dann mal los Richtung Zuhause!“ Poldi lenkt den Ballon jetzt wieder Richtung Osten. Nach all der Aufregung wird Winni auf einmal furchtbar müde und ruht sich für einen kleinen Moment aus. Nur ganz kurz die Augen schließen, gleich sind wir wieder zuhause. Und dann können Mama und Papa und Lilith auch eine Runde in Poldis Ballon mitfliegen, wenn sie sich trauen.

Aber als Winni die Augen wieder öffnet, sieht sie – na, was ist denn nun schon wieder passiert!?
Was meinst Du?

Da ist wieder Winnis Bett und das Kinderzimmer. Aber die Zimmerdecke schimmert jetzt nicht mehr gold- und silberfarben und, -Winni schwingt die Beine aus dem Bett und läuft schnell zum Fenster - es sitzt auch kein quietschgelber Poldi auf dem Fensterbrett. Schade! Und draußen steht auch kein Ballon mehr, oder?

Aber vielleicht findet Winni im Garten in nächster Zeit ein paar quietschgelbe Federn. Und auf jeden Fall will sie darauf achten, ob sie nicht einmal einen traumhaft himmelblauen Ballon vorbeifliegen sieht.
Womöglich steuert ihn ein quietschgelber Vogel mit feuerrotem Schnabel, der nie gelernt hat, selbst zu fliegen und der gerade auf dem Weg zu einem Geburtstagskind ist.


Version vom 29. 01. 2013 12:10

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eisblume
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Umü,

ich finde, dass deine Geschichte sehr gut geschrieben ist.
Was ich aber als störend empfinde, ist der (mir) zu häufige Gebrauch von "Winni" und dass der Vogel "quietschgelb" ist, muss m. M. n. nicht jedesmal, wenn der Vogel in Erscheinung tritt, erwähnt werden. Vielleicht könntest du ihn sich schon früher vorstellen lassen, dann täte es zwischendrin auch einfach ein Poldi.


Der Satz hier stimmt so nicht:

quote:
Unsere Geschichte beginnt an Winnis Geburtstag, dem 02. Juli.

So wie es da steht, würde es bedeuten, die Geschichte setzt mit dem Tag der Geburt an sich ein.
Schreib doch einfach:
Unsere Geschichte beginnt an Winnis fünften/sechsten/siebten Geburtstag.
Ich denke, das Alter von Winni ist deutlich wichtiger als das Geburtstagsdatum an sich.

Lieben Gruß
eisblume

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