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Leselupe.de > Gereimtes
Zwischen Welten
Eingestellt am 23. 04. 2004 19:24


Autor
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Echoloch
???
Registriert: Nov 2003

Werke: 15
Kommentare: 83
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Taumle unbeschwingt und schweren Herzens
durch die Nacht im Fr√ľhlingsregen
deine Nähe unerreichbar, unvergleichbar,
die Vereinigung verloren,
nicht mehr von dir auserkoren;
nur ein schmaler Lebensstreifen
Zweisamkeit, Einmaligkeit.

Deine Worte streicheln Hoffnung,
meine Schranken sperren aus,
bin noch immer zu befangen,
unerfahren, schmerzbenommen.
Schon verschwommen
unser Fluss Nat√ľrlichkeit,
gedankenlose Zauberzeit.
Längst zerronnen der Moment
unbeschwerter Einigkeit.

F√ľhl mich trostlos, √ľberfordert,
bodenlos in meinem Kampf,
zu gefallen, zu erhalten,
zu erobern, zu verwalten,
falsche Worte, schlechte Regeln,
nicht einmal Notwendigkeit,
nicht einmal der Zwang der Wahrheit,
lediglich verspielte Klarheit,
Kopfschmerztaumelhoffnungstrank.

Wenn ich doch nur, könnte ich,
vielleicht noch einmal – w√ľrde ich
dir offen sagen, was ich denke
f√ľhle w√ľnsche hoffe will
Hätte ich nicht, wäre einfach,
gäbe es die Möglichkeit,
dich dann zu fragen, wer wie wo wir,
was wir f√ľreinander sind,
könnte mich dir anvertrauen,
öffnen, lösen, weitergehen.
Taugespenster nagen Löcher
in das Tageslicht-Geschehen.

Sinke matt in meinen Schutzraum,
trinke vom sterilen Boden,
seh dein Bild, hör deine Stimme, glaube kaum,
dass ich den Traum
ungenutzt verhallen ließ,
lass mich fallen, schlage auf
im ewigen Moralverlies.
__________________
Leben ist das, was passiert, während Du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.
www.echoloch.de

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wondering
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 72
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Liebe Maja,

dir gelingt es, dem Taumeln ein Dynamik zu verleihen, die noch schwindeliger macht, als das Taumeln selbst. Taumeliger Rhythmus und Worte wie Kopfschmerztaumelhoffnungstrank oder Taugespenster und ein Schluss, der den Aufprall sp√ľren l√§sst, machen das Werk derart rund, dass ich gar nicht wei√ü, wo das Zwischenweltliche ist.
Ich empfinde den Taumel, so dargestellt, als eigene erlebenswerte Welt.


Viele Gr√ľ√üe
wondering
__________________
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie woanders zu suchen.

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MH
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2004

Werke: 3
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hallo echoloch,

zunächst möchte ich ganz einfach anmerken, dass ich begeistert bin von deinem gedicht...

gleich beim ersten lesen ist mir sofort dieser abschnitt besonders aufgefallen:

Wenn ich doch nur, könnte ich,
vielleicht noch einmal ‚Äď w√ľrde ich
dir offen sagen, was ich denke
f√ľhle w√ľnsche hoffe will
Hätte ich nicht, wäre einfach,
gäbe es die Möglichkeit,
dich dann zu fragen, wer wie wo wir,
was wir f√ľreinander sind,
könnte mich dir anvertrauen,
öffnen, lösen, weitergehen.
Taugespenster nagen Löcher
in das Tageslicht-Geschehen.

diesen text - auch f√ľr sich alleine stehend, und daher nochmal in mein posting kopiert - finde ich so stark, dass ich ihn sogar als eigenst√§ndiges gedicht akzeptieren k√∂nnte, zumal er f√ľr mich sowas wie eine nachdenkliche, r√ľckblickende (?) unterbrechung des "taumels" darstellt - der fluss des werkes setzt sich erst in der folgenden strophe wieder fort...

das einzige, was mich beim lesen ein wenig gest√∂rt hat ist die "zauberzeit", die f√ľr mich in dem ansonsten sehr nat√ľrlichen und konkreten text etwas nicht greifbares, zu allgemeines plaziert und somit eine leichte unruhe bringt.

abgesehen von dieser kleinen bemerkung sehe ich - im positven sinne - keinen anlass f√ľr weitere textarbeit ;-)

mfgMH

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Echoloch
???
Registriert: Nov 2003

Werke: 15
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@wondering und MH

Hallo ihr Zwei, da bleibt mir ja kaum mehr zu sagen, als mich f√ľr eure begeisterte Resonanz zu bedanken! Es bleibt mir nach wie vor r√§tselhaft, welche Texte ins Herz treffen und welche vielleicht nicht - aber es w√§re nat√ľrlich auch schlimm, das planen zu k√∂nnen.

Wondering, als ich den Text schrieb, f√ľhlte ich mich sehr zwischen den Welten, wenn nun eine eigene Welt entstanden ist, dann habe ich mich wohl (zu?) sehr hineinfallen lassen. Ich muss noch verdauen und dar√ľber nachdenken, ob es gut oder schlecht oder wertfrei ist, wenn die Zwischenwelt nun eine neue Welt ist (wobei eine Synthese zwischen den beiden Welten, also der These und der Antithese, durchaus mein Ziel ist und ich diesem mit dem Text vielleicht n√§her gekommen bin, als ich dachte).

MH: Du hast Recht. Die "Zauberzeit" passt nicht gut, danke f√ľr den Hinweis, jetzt sehe ich das auch. Der Begriff passte perfekt auf die reale Szene, aber sprachlich passt er nicht gut in den Text. Ich werde dar√ľber nachdenken, ob ich ihn ersetzen kann. Allerdings h√§nge ich sehr an ihm. Wegen der realen Szene. Je mehr ich dar√ľber nachdenke, desto h√§ufiger scheine ich mich zwischen Welten aufzuhalten ...

Hm, nun war doch mehr zu sagen als "danke". Auch das lie√ü sich nicht planen. Viele liebe Gr√ľ√üe von Maja

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lapismont
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Registriert: Jul 2001

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Hallo Maja,

Dein Worttaumel hat auch mich ganz d√ľselig gemacht.
Das ist dann auch das Einzige, das dem Text weh tut, die vielen Wort verwirren mich.

Aber ansonsten: Toll!


cu
lap
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Kunst passiert.

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Echoloch
???
Registriert: Nov 2003

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Jaaaaa, lieber Lapismont, ich wei√ü das wohl, dass ich zuweilen (okay, fast immer) zu wortverliebt bin und bem√ľhe mich um stetige Besserung, ich schw√∂r's! Ein bi√üchen ist es aber auch Geschmackssache, oder?
;O))
Es freut mich aber sehr, dass der Text dir trotz der vielen Worte gefallen hat, und ein bisserl schwindelig ist gar nicht so schlecht, mir schwindelt nämlich noch immer, und das nun schon seit Tagen ...

Liebe & beste Gr√ľ√üe von Maja
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