Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92195
Momentan online:
276 Gäste und 19 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Science Fiction
eye in the sky
Eingestellt am 12. 07. 2008 19:10


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
tom
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2000

Werke: 30
Kommentare: 13
Die besten Werke
 
Email senden
Profil


EYE IN THE SKY

„ the shy spy...“ der Major in den sieben Elegien des Terrors

Ich ging ins Bad, klappte den Laptop auf und suchte meine Börsenseite auf. Die Kurse waren schon wieder gestiegen. Bereits seit einem Monat. Ich konnte also wieder auf call gehen. Endlich.
Das Ganze war fĂŒr mich ein schöner Zuverdienst und ich befriedigte so meine Spielerader.
ich loggte mich bei meiner Internetbank mittels stĂ€ndig wechselnden Pins ein und ĂŒberflog kurz die zulegenden Fonds.
Die Zinsbringer warf ich alle raus und erstand teure SĂŒdamerikafonds, die mir von einem bekannten Banker empfohlen worden waren. Wenn die Bullen recht behielten, konnte ich mir in einem halben Jahr einen schicken Asienurlaub leisten.
Ich tÀtigte die Umschichtungen und verbrachte den Abend bei einigen guten Drinks in einer nahegelegenen Bar.
Ich ließ eine Woche ins Land ziehen und sah dann bei den Fonds nach dem Rechten.
Die VerblĂŒffung, die sich meiner bemĂ€chtigte, als ich feststellte, dass der SĂŒdamerikaauftrag storniert worden war, war nicht gering. Bis jetzt hatte es mit den Internetfritzen nie Probleme gegeben. Die Sicherheitsvorkehrungen waren schon seit langem als unknackbar angepriesen worden. Computergenerierte und milliardenfach verschlĂŒsselte Zugangscodes auf abgeschirmten Direktleitungen zu den Bankservern, was sollte da noch schief gehen.
Ich hatte meine bei der Transaktion benutzten Pins sofort vernichtet und die ganze Liste mit den Ziffern lag gut verschlossen im Schranksafe. Es konnte also nur an einem Hacker liegen, der irgendwie an die Sache rangekommen war. Aber wie. Die Pins waren nur einmal verwendbar und...
Ich rief meinen bekannten Banker an. Er wiegelte alles professionell ab...Systemfehler...passiert in den besten Familien...keine Sorge
Keine Sorge...sein Geld war‘ s ja nicht. Ich tĂ€tigte erneut die SĂŒdamerikasache und ging mit einigen Sorgen zu Bett. Wenn sie mir ĂŒber Nacht das ganze Konto abrĂ€umten...

Am nĂ€chsten Tag war noch alles in Ordnung. Die Fonds lagen im Portefeuille und ich ĂŒberlegte wie ich noch nachbuttern konnte. Als die DĂ€mmerung eingebrochen war, ging ich noch einmal alle Empfehlungen durch. Es kristallisierte sich nach einiger Zeit ein Einstieg in Indien heraus. Der Markt war noch heiß und bullish, also los. Ich holte meine Tans aus dem Safe und wartete bis mich der Computer zum Abruf einer bestimmten Nummer aufforderte. 945349,
gut. Ich fand die Nummer rasch und tĂ€tigte mit ihr den Ankauf. Unbeabsichtigt blieb die Liste liegen, weil mich die Indienprognosen so faszinierten. Als ich das Papier anfasste, entdeckte ich einen roten, haarstarken Strahl, der ganz langsam ĂŒber die Zahlen strich. ich begriff instinktiv, das ich einem ganz außergewöhnlichen PhĂ€nomen beiwohnte.


Was war da am machen, wer scannte da meine Innereien ab?
Ich richtete meinen Blick nach oben, von wo der Strahl durch die Decke brach. Oben wohnte Opa Kowalski, mit seinen FĂŒnfundachtzig waren ihm irgendwelche technischen Spielereien bestimmt nicht mehr zuzutrauen. Tja, nun wurde guter Rat teuer. Geheimdienst, Beschwörugen einer Sekte...ich kraulte mir irritiert den Bart.
Plötzlich begann der Strahl schnell zu rotieren und zog sich dann
durch Opa Kowalskis Zimmer zurĂŒck. Als ob jemand erwischt worden wĂ€re. Ich ĂŒberlegte, ob ich bei Kowalski persönlich vorsprechen sollte, doch der alte Mann kam einfach nicht in Frage.

Sollte ich die Bullen verstĂ€ndigen oder die Feuerwehr,nach dem Motto Außerirdische spionieren Anleger aus. Außerirdische, war das vielleicht die Lösung? Hatten sie mich fĂŒr ihre Spielchen auserkoren, weil...ja weil ich... Mich mit meinen paar schlappen Kröten, da gab‘s doch weitaus lukrativere Probanten.
Gut, ich hatte also nichts in der Hand, ausser dass was ich gesehen hatte. Irrlichtereien eines DrogenabhĂ€ngigen, so wĂŒrden sie es als Anspielung auf meine Medikamentensucht in der Presse darstellen. Nein, das wollte ich nicht riskieren. Ich besorgte mir am nĂ€chsten Tag eine hochauflösende Videokamera mit Stativ und positionierte sie vor meinem Computer, von wo aus ich sie Tag und Nacht laufen ließ.
Lange passierte nichts. Nach exakt acht Tagen, etwa gegen ein Uhr morgens, ich war kurz aufs Klo gegangen, erspĂ€hte ich erneut den roten Strahl, der das zugeklappte Laptop abtastete. Die Kamera lief und ich hatte jemanden in flagranti erwischt. Wieder, kurz nachdem ich das Zimmer betreten hatte, machten sich die BrĂŒder durch die Decke davon. Die Kamera hatte gute Aufnahmen geliefert, doch was hatte ich davon. Das Ganze erinnerte maximal an einen Laserstrahl, den es in jedem ZeitungsgeschĂ€ft zu kaufen gab. ich musste mir etwas anderes einfallen lassen, um die Spione zu entlarven.
Oder vielleicht doch alles einer Zeitung geben, die Aufnahmen hatte ich ja. Nein, lieber nicht. ich beschloss aus der Deckung heraus zu arbeiten. Was sich leicht anhörte. Was konnte ich den wirklich unternehmen? Jedes Wochende wurden dreitausend alternde Hausfrauen von Außerirdischen durchgefickt...auf den Zug sollte ich mit aufspringen?
Ich beschloss, mich an einen Fachmann zu wenden. Peer Lundholm war der fĂŒhrende Experte fĂŒr unerklĂ€rliche PhĂ€nomene und hatte bereits mehrere BĂŒcher veröffentlicht. Mit großem Erfolg, weil er seine Materie sehr gut verkaufen konnte. ich holte mir seine Telefonnummer aus dem Internet und meldete mich beim Meister persönlich an. Wir verabredeten uns einen Tag spĂ€ter in einem kleinen Cafe. Er trug ein wallendes Gewand und schĂŒttelte mir zur BegrĂŒĂŸung langanhaltend die Hand.
„ Mein lieber Marx. Ich habe Ihre Nachricht erhalten. Sehr, sehr interesssante Geschichte.
Hoffentlich haben Sie das Band dabei. Gut,dass sie soweit gedacht haben. Ich habe mir allerdings eine noch weitergehende Maßnahme ĂŒberlegt. Einen Energiefeldaufzeichner, der die Konsistenz des Strahls und vielleicht auch seine Herkunft bestimmen kann. Ich weiss nĂ€mlich mit wem wir es zu tun haben.“
Ich schluckte kurz. Den Eindruck eines Scharlatans schien Lundholm mir nicht zu machen.
„Sie wissen mit wem ich es zu tun habe. Ich habe das nicht erwartet, Herr Lundholm. Mit wem habe ich es zu tun?“
„ Langsam, Marx. Diese Geschichten haben sich in den letzten Jahren schon mehrmals ereignet. Auskundschaften von brisanten Daten. Mit Mitteln, die nicht auf diesen Planeten zur VerfĂŒgung stehen.“
„Außerirdische also. Ich habe es gewusst. Nicht von hier.“
„Und nicht hier. Feind hört mit.“

Wir trafen uns noch ein paar mal und er stellte mir sein gesamtes Material zur VerfĂŒgung. Wobei die QualitĂ€t eher bescheiden ausfiel.
Verworrene Diagramme, unscharfe Fotos, kratzende Bandaufnahmen. Lundholm war wohl doch mehr ein Spezialist im Vermarkten als im Nachrichten sammeln. Auch sein Energiefeldaufzeichner war ein Ausfall. Ein bisschen Geflatter auf Papier mit nachtsichtĂ€hnlichem Hintergrund. Wie sein restliches Material. ich war also genauso weit wie vorher. Ich hatte inzwischen mein onlinekonto gesperrt und regelte alles ĂŒber einen Automaten. Lundholm begegnete ich nie wieder. Einer von den Typen, die einen nur aufhalten.
Eigentlich konnte das schon der Schluss der Geschichte sein, wenn ich nicht einige Wochen spĂ€ter seltsamen Besuch erhalten hĂ€tte. Zwei wasserstoffblonde MĂ€dchen mit PlastiktĂŒten bewaffnet schellten an meiner TĂŒr und wĂŒnschten mir einen guten Tag.
„ Ebenfalls. Wie kann ich Ihnen behilflich sein? Oder wollen Sie mir etwas verkaufen?“
Die beiden nestelten etwas aus ihren TĂŒten. Irgendwas PhotoapparatĂ€hnliches kam zum Vorschein.
„ FĂŒr die Aufnahmen. Die Pins, wir schauen nur ein bisschen zu, auch im Bad, bei ihnen nicht zu fad.“
Sie kicherten beide, machten kehrt und verschwanden auf Nimmerwiedersehen. Den Pseudoapparat behielt ich verblĂŒfft in den HĂ€nden. Erst Tage spĂ€ter wurde mir klar, wer mich da beehrt hatte.


Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


tom
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2000

Werke: 30
Kommentare: 13
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
flammarion

zugegebenermaßen ein kleiner Gedankensprung,aber nach lektĂŒre der letzten absĂ€tze ist klar, wer zu besuch gekommen war...wir wollen nur schauen...
ein mensch kann heutzutage noch nicht durch betondecken pins lesen

Bearbeiten/Löschen    


5 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂŒr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂŒck zu:  Science Fiction Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!