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Leselupe.de > Fremdsprachiges und MundART (L)
requiem
Eingestellt am 07. 04. 2011 22:45


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Gottschall
???
Registriert: Apr 2011

Werke: 8
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requiem

heidekraut schlingt öden zu im
woald, wo keiler drein graben.
fĂĽr dieser erd letzte ruh im
forschd, solln die grabesgräber graben.

wie schĂ´ waldschraat schried und fecht:
"under moosgedeck mi suchert,
wô dief verschränkt im wurzelflecht,
reichlich käfersfleisch wiild wuchert.“

in ein bom (tausend sonnrund oald)
diffundiert mit herzpump, um lung,
will das harmonium im friedwoald
schnubbern vom kauz-requiem umsung.

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Miro
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2010

Werke: 34
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Hallo,

irgendwie habe ich den Text sogar verstehen können. Am Ende habe ich mich gefragt, was ist das?
Eine Mundart, die es wirklich gibt? Eine Gegend, eine Tradition, eine Heimat und vielleicht sogar eine besondere Bedeutung fĂĽr den Inhalt?
Ich fände es schön, wenn neben solchen mundartlichen Texten es eine Anmerkung gäbe, wo nicht unbedingt der Inhalt erklärt, aber etwas Hintergrundinformation gegeben würde, woher, welcher Bezug, etc.
Wenn das primär störend empfunden würde, dann vielleicht nach zehn Leerzeilen angehängt?
Jedenfalls: ich fnde es spannend, mehr zu erfahren als nur den Text, den ich womöglich nirgendwo einordnen kann.
Zum Text selbst: ich finde, die Tatsache, dass man erst einmal überlegen muss, was da überhaupt steht, führt zu einer Konzentration und lässt länger über die inhaltlichen Seiten nachdenken, als sei es normalsprachlich.
Ob ich am Ende die musikalische Natur-Konzert noch richtig deuten könnte?
Wirklich: da brauche ich mehr Info, als ich bekommen habe!
Aber neugierig hat es mich jedenfalls gemacht.

Miro

__________________
Es mag bessere Zeiten geben, aber dies ist die unsere (J.P.S.)

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Gottschall
???
Registriert: Apr 2011

Werke: 8
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Hallo Miro,

Zunächst zum Inhalt: Die Idee zu dem Gedicht kam mir durch einen Bericht (auf Bayern oder 3Sat glaube ich) über so genannte “Friedwälder” - naturbelassene Wälder und gleichzeitig Grabstädten. Diese gibt es auch in Deutschland und sie sollen den Kontrast zu gepflegten Friedhöfen bilden. Nach der Philosophie “Zurück in die Natur” suchten drei ältere Leute in dem Bericht nach einer eigenen Grabstelle in diesem Wald. Als sie diese gefunden hatten, gerieten sie geradezu in Hochstimmung. Sie lachten tatsächlich, weil sie sich ihre Gräber ausgesucht hatten. Diese Szene empfand ich gleichzeitig so grotesk und dabei berührend, dass ich das Gedicht “requiem” dazu schrieb.

Zu dieser Groteske wollte ich auch eine eigene Sprache finden. So hab ich versucht die Worte alle so zu formulieren, wie sie mir an der jeweiligen Stelle am besten gefallen. Das können Worte aus meiner Heimatmundart sein, also sächsisch (“schnubbern”), süddeutsch (“mi”) oder totale Verfremdungen (“waldschraat schried“). Besungen wird also die Rückkehr in die Natur (“under moosgedeck, mi suchert”).

Ich hoffe, das hilft für das Verständnis

Viele GrĂĽĂźe

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