110 - Kriminal-Sonett

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Walther

Mitglied
110

Die Leiche sitzt in ihrem Sack am Fluss
Und stiert, bis Wellenschlag zu Eis gefriert.
Der Raureif hat die Nase ihr verziert.
Ihr Vorteil ist, dass sie nicht niesen muss.

Die Mörderin schwingt ihren Fön. So schön
Ist sie, so wohlgestalt in der Person.
Sie liebt den Sport. Die Schönheit ist der Lohn
Der Fron. Er kommt zu früh, der Alpenföhn,

Es taut, es schwillt der Fluss, man ahnt es gleich,
Die Leiche kommt um ihre Ruhe, und
Die Fluten öffnen ihren Riesenschlund

Und wirbeln sie in einen seichten Teich.
Dort hält sie Altholz fest bis zu der Stunde,
Als 110 erreicht die grause Kunde.
 
Zuletzt bearbeitet:

Mondnein

Mitglied
Ich vermute, Walther,
Du meinst:
"der Lohn / der Frohn"

oder doch (elliptisch) "der Frohen"
?

grusz, hansz
 

Walther

Mitglied
Hallo Walther,
schön makaber dein Sonett!
Für diese Stelle:



rege ich folgende Änderung an:

So schön
Ist sie geformt, die Anmut in Person.


lg wüstenrose
Hey @wüstenrose ,
deine formulierung ist gelungen. danke dafür. noch hänge ich an diesem wunderbaren alten wort "wohlgestalt";)
ich packe deine versvariante in das bearbeitungsrepositorium des gedichts, OK?
lg W.
 

wüstenrose

Mitglied
N'Abend Walther,
ich stimme dir zu: wohlgestalt weiß zu gefallen!
Um dein Bearbeitungsrepositorium noch etwas zu füllen, hier noch eine weitere Variante:
So schön,
so wohlgestalt die sündige Person.


Gruß zur Nacht,
wüstenrose
 



 
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