2 Bilder an der Leinwand der Sprache

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Perry

Mitglied
Hallo Patrick,

der Titel ist mir zu sachlich zu den ansonsten sehr poetisch gemalten Bildern (Absicht?).
LG
Manfred
 

Mondnein

Mitglied
"Leinwand" ist eine sinnlich-konkrete Metapher.

Zugleich mit dem Doppelsinn der Mal-Leinwand und der Kino-Leinwand, die selbst füreinander metaphorisch stehen können.
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Patrick,

ich würde die ganzen Punkte entfernen, dann ergeben sich verschiedene Lesarten.

Liebe Grüße
Manfred
 

Mondnein

Mitglied
zumal die Punkte immer am Strophenende stehen, die verstärkte Pause also schon durch die Zeilenlücke angezeigt ist.
 
I.
Ich werde von den worten die ich spreche
wie von vögeln
verlassen

nach jahren
hör ich über wolken
ihre herzen
schlagen

darunter die rosen
blühend
wie jedes jahr

II.
furcht

die dünne haut zwischen mir
und dem wort

darunter
mein schlagendes herz
 
Hallo Hansz, Manfred, perry

Danke für eure Beschäftigung mit diesen doch etwas karg ausgefallenen Zeilen. Ihr habt völlig recht mit den Punkten.
Ich habe sie entfernt.

Entschuldigt auch, die verspätete Antwort - Stress...

L.G
Patrick
 

wüstenrose

Mitglied
Hallo Patrick,

dein Gedicht, das ein Gefühl des Schwebens und der Kargheit, eines kargen Schwebens, einer schwebenden Kargheit ... erzeugt, spricht mich an. So richtig zu greifen ist da wenig. Ist das gut so? Sollte mehr fassbar werden? Vielleicht gilt hier: es ist, wie es ist (weil dieses Vage deine Art des Ausdrucks ist).
Am besten fassbar sind für mich die ersten drei Zeilen. Hier frage ich mich, ob sich eingangs nicht "auffliegende Vögel" besser machten als einfach nur "Vögel". Man kann argumentieren, das Auffliegen stecke im Bild der Vögel bereits drin. Dennoch wirkt das Bild auf mich ein klein wenig schief ohne den Zusatz auffliegende.

Ein alternativer Einstieg (der die Aussage sicher etwas verändert, den schwebend-kargen Charakter deiner Zeilen aber womöglich wohltuend befördert?) :

Auffliegende Vögel
sind meine Worte


Nach meinem Geschmack würden sich die dann folgenden vier Zeilen sehr schön an diesen Einstieg anschmiegen. Was meinst du?

lg wüstenrose
 
Auch hier ein Hallöle

Ich mag den Rhytmus der ersten drei Zeilen sehr.
Tasächlich hatte ich während dem Schreiben eine ähnliche Idee wie die deine. Nach langem Überlegen habe ich mich für die obige Version entschieden. Denn bei auffliegenden Vögeln schwingt der Gedanke des "nach Süden ziehens" nicht mehr mit. Abdersherum der Gedanke des schlichten Fortfliegens nicht.

Wie gesagt, klingt die obige Version meines Erachtens auch besser?.

L.G dir
Patrick
 

wüstenrose

Mitglied
Hi Patrick,

ja, für dich muss es passen und dann möge es so bleiben:

Ich werde von den worten die ich spreche
wie von vögeln
verlassen
So wie es dasteht, gefällt es mir durchaus auch. Eine mögliche Assoziationskette, bezogen auf nur diese drei Zeilen:

die erste Zeile geschwätzig
die zweite innehaltend, nachdenklich
die dritte versiegend

Grüßle
wüstenrose
 

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