2 [sa]

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taigha

Mitglied
[ 20:42 ]

Gedanken fliessen. Damals - ein Freitag -, JA!
Ich bin auf dem Weg ins Wochenende. Besonnen, kopflos und was hält mich da auf?

"hey, ruf mich an. ich will mit nen paar freunden auf's strassenfest gehen. meine nummer ist
0177 0000000 .."
"he, sicher. guter plan, ich rufe dich an!"


Nun denn - ich geh in den Freitag.
Bunte Farben hier und da, laute Musik - wer weiss es denn - Rock, Elektronik und vieles mehr.
Immer diese kleinen Kids; nerven, heulen, sehen scheisse aus. Das Wort RESPEKT kennen die auch nicht mehr - damals war alles anders. Menschenmassen strömen die Strassen rauf und runter.

DANKE! - du bist es schuld. Mein Handy ist gesperrt. Jeder hat drei Versuche. Nieder sind sie und nun? Vielleicht doch kein Zufall; Bestimmung?!

Lustiges Wochenende, coole Parties. Bier, Menschen, "Sehen und Gesehenwerden" - was ein Draft. Fazit: nächstes Jahr anders!

Montag drauf: einer dieser! Ich sitze auf meinen Stuhl und tippe all die Tasten in dieses Ding.

"denk dran, ich bin hier der boss und du tust nur das, was ich dir EINTIPPE"

Gedankenlos und ohne rot zuwerden. Es scheint einer WIE IMMER zu werden. Danke!
Ihr wisst schon: acht Stunden auf einem Schreibtischstuhl sitzen, auf die Monitorscheibe glotzen. Mal mehr, mal weniger beschäftigt. Und bloss nicht auf die Uhr schauen. Hin und wieder mit den nikotinabhängigen Kollegen Blickkontakt aufnehmen - Ach, was kann ein Grossraumbüro doch kommunikativ sein - und sie zum Begleiten in die Raucherküche zu bewegen. Was in der Tat ganz einfach ist. [Nichtraucher haben verloren.]

Aber halt - ich weiss: ein Detail vergessen. Sie kommt auf mich zu - ich gestehe, ich habe ihren Namen vergessen; nein, ich kannte ihn bis dato noch nicht - ich schwör! Hmmm, ich habe nichts zu verbergen. Doch ich grinse ..

"hat ja nicht funktioniert. ich habe dir auf deinen AB (wer sagt heute - damals - zu einer Voicebox AB?!) gesprochen. du treulose tomate,... jaja"

Es ist definitiv NICHT meine Schuld.
Im nachhinein: hätte ich die Nummer nicht preisgegeben, die Einladung unausgesprochen gelassen - warum auch immer - was wäre dann jemals geschehen - wer kann das beantworten?
WILL DAS WER?

Ich erzähl die ganze Story, aber ich denke, mir wird nicht geglaubt.
Ist die Wahrheit der Drei-Chancen-vertan-Story denn so unglaubwürdig? Ich meine: wer notlügt nicht mal, aber das war keine Notlüge; ich bin in verärgert über die Menschen und diese da, deren Schuld es ist.
Heute bin ich dankbar...

"hat sie jemals meine briefe aufbewahrt?"

Die Tage streichen ins Land. Es ist Anfang Herbst, man entschliesst einen gemeinsamen Abend in dieser Kneipe - wer kennt die? - und ich grinse in diesen Monitor; der viel zu klein ist. Bewegt euren Arsch und schafft mir den Grossen her! Warum grinse ich?

Ich weiss - es ist Dienstag - die Sonne scheint, die Gedanken sind frei. Ich sitze in der Bahn, weiss noch nicht so genau, wo ich hin soll. Die Rolltreppe fährt steil nach oben, gleich - JA - ich sehe die Sonne, stehe an dieser Kreuzung irgendwo in Köln. Belebte Fussgängerwege, Fahrradfahrer; was ist hier los? Gibt es was umsonst? (Sonst kriegt man die Ratten auch nicht aus ihren Löchern)

Schau auf den Zettel; wer benutzt heut noch Stück Papier mit Bleistiftgeschmiere? EGAL à weiter.
Ich entscheide mich, meine Blicke flitzen rasch hin und her, für den Weg RECHTS. Gewonnen!
Schnell die Location abchecken, die Ecke da hinten (die Sonne scheint immer noch); sie ist schon da.

Pünktlichkeit ist ein besonderes Thema. Schaut im Knigge nach, wenn's Euch interessiert!

NAME: 2[sa]

Platz und ein flüchtiges HALLO, ein Bier und der Abend kann starten. Leicht nervös (WARUM?), mit vielen Grinsern und leichten Gesprächen. Da packt sie doch tatsächlich Fotos von sich aus. Ich meine so unangezogene Bilder, ihre Vergangenheit. Ich zeige Leuten gerne meine ZigarettenLEERpackungsammlung, leicht verstaubt - ich hasse diese Staubfänger, beim nächsten Umzug schmeiss ich sie weg - WOW, sie sieht gut aus. Habe sie an all den Vortagen nicht so betrachtet. Und das Bild mit dem tiefen ... - fuck! Ich meine, sie ist älter und - darf sie das überhaupt?

Ich liege auf meinem Sofa, ein kaltes, frischerworbenes Kioskbier - Gott, was sind wir dankbar für die Erfindung der nimmerschliessenden Trinkhallen.
Der Umschlag liegt vor mir.
Inhalt: 1x Passfoto, 2x (9x etwas) Bilder
Ich schaue vertieft und - nun - doch verliebt auf das Fotopapier.

Es wird später und später. Nach vielen Geschichten, Lachern und Bieren fällt mir auf, dass die Kneipe (den Namen kannte ich bis danach immer noch nicht) geschlossene Jalousien hat und wir gefangen im Rausch sind.

Wer hat Frauen noch nicht geliebt? Geküsst sollte man sie haben, ein weiches Erlebnis der anderen Art. Wobei ich zugeben muss, dass viele - in der TAT - nicht küssen können.
Der Kuss entscheidet; [Du schnatzt] !

"und du?"
"ich hatte meine erfahrungen. und die damen haben ihr bestes gegeben"


Ja welche denn?

"job?! mich hält eine einziger wunsch. dafuer wuerde ich alles tun."
"was ist das?"
"eine nacht..."
"eine nacht? mit wem? kannst mir ruhig sagen..."
"mit dir!"


Was sag ich da? FUCK - da flitzen diese Worte über meine Zunge und suchen sich gezielt den Weg nach draussen. Ich bin selbst perplex! sie bringt mich hier gerade dazu DAS zu sagen, worüber ich bis dato nie, ich meine NIE, nachgedacht habe. Schliesslich wusste ich bis vor wenigen Tagen ihren Namen nicht - ist das ein Grund? : Licht an, Licht aus...

OK, SIE HAT WAS AUCH IMMER GETAN - mir wird schwindelig. Sie grinst und erwidert Positives. Dem folgt eine stille Aufforderung des "umwirb mich", "wenn du es wirklich willst, kämpfe".

Draussen ist es dunkel. Der Taxistand um die Ecke ist mein Ziel - wo wohne ich noch mal - wir ziehen uns gleichzeitig zum Vollkörperkontakt hin. Ihre Augen schauen leicht verschämt und schüchtern über die Brille. Meine Lippen nähern sich ihren!
Kurzer Stoss - die Lichter rauschen an mir vorbei.

"das macht 18,50 tacken!"

GUTE NACHT!

FUCK - das Kioskbier ist leer. Rausgehen? Shit.
Und die "alte" Nena tut auch nicht ihren Dienst. Ich dreh die Boxen auf Maximum, mein Getier schaut mich mit verwirrten Augen an, ich spring auf das Sofa und dennoch kreisen meine Gedanken um sie.
Gibt es keinen Ausschaltknopf? Zwei Stunden? KOMMT SCHON..

"Kleines, wildes Tier" - "meine Schöne, mein Biest" - "mein Tiger" - ..

Worte, Gedanken und Wünsche flitzen durch die dünnen Netzkabel. Mein Rechner, ihr Rechner. Ich kann nicht mehr gedankenfrei und klar arbeiten. Ich sehe acht Stunden am Tag ihr Profil. Sehe jede Regung und Reaktion auf unseren stillen Austausch. Leichte Röte und verlegenes Lächeln.

"ich baue dir ein zelt. und keiner kann uns sehen."

Die Sonne scheint, es ist eins und die Pausenzeit klingelt. Wir haben einen Alleingang beschlossen. Erst zu einer Drogerie und dann ab an den Teich. (Wer kommt auf die Idee mit über 25 Aletefutter zu kaufen, sich auf die bekackte Entenwiese zu setzen und so zutun, als wäre man unbeobachtet?)

"was sag ich nun? sie? keine weiss es. schmales gespraech, viele blicktreffer und sofortfluechter. einen kuss will ES - sagt es nicht." (SELBERSCHULD)

Pausieren im Kino ist eine fantastische Angelegenheit. Rein, raus: hell bleibt's. Heimlichgesicht aufgelegt, schon sitzen wir nebeneinander in einem Actionfilm; Namen sind Schall und Rauch.
Ich hasse Actionfilme.
Das Kino am anderen Ende der Stadt ist im Besitz von Doppelsitzen.
Leichte Röte auf beiden Gesichtern, Händchenhalten im Dunkeln. Und das mit 26, Gefühl eines Teenagers im Bauch. Früher dachte ich immer, die Erwachsenen verfahren da anders: Zack! rein, raus...

SchnurrrrRRRRen.
Laut - die LiebeKenner unter uns können es hören, wenn sie für einen Moment den Atem anhalten. Von morgens bis abends, ständige Blickkontakte und wieder:

"Kleines, wildes Tier" - "meine Schöne, mein Biest" - "mein Tiger" - ...

Es wird von einem anständigen Deutschen Keuchheit, Treue und fleissige Hingabe im Job verlangt. Alles lief nach Plan A.
Welcher Plan A?
Fragen über Fragen...

Bevor ich mich ins Bett lege, schalte ich zwischen Radio und Stromdose eine Zeitschaltuhr. Irgendwann muss der arbeitende Mensch seinen verdienten Schlaf schlafen.
Eine Schnulze nach der anderen; Achtziger, Neunziger - immer wieder sie vor meinen geschlossenen Augen. Getier legt sich neben mich auf das Kopfkissen. Ich bin froh, dass ich mich nicht schon wieder allein mit dem Riesenkissen abgeben muss. Alle Lampen aus, Wecker gestellt - Ach, was deutsch ich doch bin. Mut zur Lücke kennt keiner!

Wenn ihr wüsstet, was Zigarettenleerpackungen ich besitze. Alle eigenhändig aufgemacht, geraucht und abgehustet. Das waren harte Zeiten - Stolz durchfliesst mich, wenn ich mir die Sammlung anschaue.

Meine Beziehung merkt nichts. Nicht dass das die erste dieser "Untreue"-Situationen ist.
Sie ist die Tiefste und Ehrlichste. NimmerEndenWollende. Ich kann sie nicht loslassen. Wer hat den die Regel aufgestellt das Beste, DAS Glück an sich vorbeiziehen zu lassen? Es ist bei weitem mehr als eine streifende Galaxy! Ein WORT gibt es nicht. Wird es auch NIE geben.

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